Beiträge von Jai-C

    Einzelne Gegner wird es bei Projekten dieser Größenordnung immer geben, alles andere wäre untypisch für Deutschland und erst recht für München. Kritisch wird es wenn sich eine relevante Masse dieser Gegner anfängt zu organisieren und gezielt gegen das Projekt Stimmung macht (so wie damals Kronawitter). Wenn uns das erspart bleibt, hat das Projekt sicher eine Chance.


    Das mit den Sichtachsen ist meines Erachtens eine Pseudo-Diskussion. Im Grunde genommen versuchen damit die Anti-Hochhaus-Lobby eine augenscheinlich sinnvolle Debatte nach objektiven Maßstäben aufzuziehen, denn: "Man sei ja nicht grundsätzlich gegen Hochhäuser, wenn sie nur nicht in wichtigen Sichtachsen stehen würden...". Da es in München sicherlich hunderte irgendwie relevanter Sichtachsen gibt, ist das am Ende ein Universalargument gegen jedes höhere Gebäude. Von irgendwo ist es immer sichtbar.


    Viel interessanter wäre die Diskussion ob Hochhäuser in bestimmten Sichtachsen (z.B. Ludwigstraße vom Odeonsplatz aus) nicht sogar eine Bereicherung darstellen. Da trifft sozusagen das alte, historische München auf das neue, moderne München. Ich finde es darum auch gut, dass man vom Odeonsplatz die Highlight Towers sieht und würde mir darum sogar noch mehr Gebäude in der Ecke wünschen.

    Ich denke es war auf jeden Fall ein cleverer Zug des Investors den Entwurf von einem wie Büro HdM machen zu lassen. Die haben in München schon die Allianz-Arena und die Fünf Höfe realisiert, beides bekannte und in München hochgelobte Projekte. Nebenbei sind das Architekten von Weltrang, denen haftet also schon eine gewisse Kompetenz an.

    Die Büschl Gruppe hat einen sehr guten Einfluß auf die Stadt. Die werden das mit allen Mitteln durchsetzen. Da wird sich in diesem Fall auch mal gegen Proteste hinweggesetzt.


    Glaubst du das wirklich? Ich behaupte mal dass die Bayerische Versorgungskammer oder die Knorr Bremse auch nicht gerade geringen Einfluss in München haben... höchstwahrscheinlich sogar mehr als die Büschl-Gruppe. Beide haben ihren Wunsch nach über 100m aber nicht durchsetzen können


    Das beste ist der Typ, von den Altstadtfreunden, der am Ende zitiert wird. Welche Sichtachsen werden hier konkret zugebaut?


    Es geht um den Ausblick vom Schlossrondell Nymphenburg. Von dort wären die Türme deutlich zu sehen (noch deutlicher als es bereits beim O2 Tower der Fall ist).

    Die Idee Holzhochhäuser zu bauen finde ich super. Auch die ersten Entwürfe sehen gut aus.


    Aber hier muss ich LugPaj vollkommen recht geben:

    Generell sieht mir die Planung von 11 gleichgroßen Mini-Hochhäusern, die in einer Reihe stehen recht uninspiriert aus.


    Scheinbar lernt München bei der Stadtplanung nicht dazu. Das repetitive Aneinanderreihen schafft eine sterile und öde Umgebung. Um ein Viertel mit Leben zu füllen braucht es auch Abwechslung.

    Die Autoindustrie ist (z.T. selbstverschuldet) fragiler als manche meinen - aktuell schön zu sehen an den täglichen Nachrichten über rote Zahlen, Entlassungen, Produktionsdrosselungen etc. Daher bin ich fest davon überzeugt, dass ein signifikanter Einbruch der Absatzzahlen in Deutschland c.p. nicht problemlos zu verkraften ist.


    Dann muss ich fragen, ob wir dauerhaft eine Industrie haben wollen, die nur mit Subventionen, Steuergeschenken und in Kauf genommener Umweltbelastung überlebensfähig ist. Dieser Preis ist meines Erachtens eindeutig zu hoch. Die Rahmenbedingungen für die Automobilindustrie müssen sich drastisch ändern und diese Veränderung darf in Deutschland nicht als letztes passieren...


    Daneben ist es dem Bürger nicht zuzumuten, dass er das Thema Umweltschutz komplett selbst schultert und sich dadurch allerlei Unannehmlichkeiten auflädt. Auch Stadt/Land/Republik müssen ihren Teil beitragen und es gibt eine Menge zu tun.

    ...schließlich hängen auch viele tausend Arbeitsplätze und reichlich Einnahmen an der Autoindustrie und den von ihr abhängigen Branchen.


    Die Rahmenbedingungen für Autofahren in unserem Land haben nur sehr begrenzt Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit unserer Autoindustrie. Für die großen Autokonzerne ist der deutsche Markt zwar wichtig, aber nicht entscheidend.


    Beispiel Volkswagen: Der Konzern hat im Jahr 2018 laut Geschäftsbericht 10,8 Mio. Fahrzeuge ausgeliefert, davon 1,1 Mio. in Deutschland. Das sind also nur etwa 10%. Bei BMW und Daimler sieht es ähnlich aus.


    Also selbst wenn Absatz/Umsatz mit Autos in Deutschland signifikant sinken würde, wäre das für die deutschen Automobilkonzerne problemlos zu verkraften.

    Aber das Autofahren ist für mich immer noch viel zu attraktiv. Gerade in dichten Großstädten muss viel stärker gegengesteuert werden.


    Das sehe ich auch so. Es müssen viel mehr Anreize geschaffen werden um den Verzicht aufs Auto zu belohnen. Gleichzeitig müssen die Hürden für Autoliebhaber einfach höher werden (z.B. begrenzte und teure Parklizenzen, viel weniger Straßenrandparkplätze, deutlich höhere Besteuerung von wenig umweltfreundlichen Fahrzeugen usw.)


    Wir müssen endlich mit dieser elenden Doppelmoral aufhören: Deutschland ist de facto eines der autofreundlichsten Länder dieses Planeten! Umweltbewusstsein ist für viele Politiker reines Lippenbekenntnis und bleibt zumeist ohne echte Konsequenzen :nono:


    Ich finde: Umweltfreundliches Verhalten kann nicht allein auf dem des persönlichen Idealismus beruhen. Es müssen auf politischer Ebene Fakten geschaffen werden. Wie das geht zeigen andere Länder.

    Also ich kenne einige Menschen, die kein Auto haben, obwohl sie es sich leisten könnten. Diese Entscheidung ist aber zumeist direkt mit der Wohnlage verknüpft. Wenn man innerhalb des mittleren Rings lebt und eine gute Verkehrsanbindung hat, dann ist ein Auto eher überflüssig. Dazu kommt dass es auch nervt ständig Parkplätze zu suchen, wenn man nicht gerade einen Tiefgaragenplatz hat.

    Danke für den Link, auf diese Diskussion habe ich gewartet.


    Der erste einigermaßen differenziert und neutral, malt ein Schicksalsszenario an die Wand wonach in München mit diesem Projekt die Weichen gestellt werden, ob die Stadt weiterhin "harmoniebetont" oder "rauer" werden will. Ich denke, damit schießt der Autor übers Ziel hinaus...soo viel Einfluss wird dieses einzige Projekt auf die Baukultur in der Stadt nicht haben.


    Dieser Leserbrief gefällt mir persönlich sehr gut, da der Autor eine differenzierende Sichtweise einnimmt. Logischerweise würde es in München nicht bei den beiden Türmen bleiben, es würden ganz sicher weitere hohe Türme folgen. Dieses Projekt wird also durchaus eine Weichenstellung sein wenn es wie geplant kommt.


    Der zweite Leserbrief kritisiert den Einheitsbrei aller Neubauquartiere der letzten Jahrzehnte von Riem bin zu den NMA's und schlussfolgert dann könne das ja auch nichts gescheites werden.


    Die Kritik an Riem und NMA ist zwar berechtigt, aber Herzog und De Meuron wollen doch eben nicht die gleiche, weiße Monotonie schaffen, sondern andere Wege gehen und Höhe wagen. Von daher verstehe ich nicht wie man Riem und NMA in einen Topf werfen kann mit diesen Plänen. Nebenbei disqualifiziert sich der Autor mit der Aussage, Hochhäuser seien Phallussymbole... das ist abgedroschene Rhetorik von vorgestern.


    Und der letzte erinnert an good old Kronawitter und die 100 Meter Marke und dass man sich gefälligst immer noch daran halte könne. Münchens Innenstadtskyline könne nur ohne "gigantische Hochhäuser" einzigartig bleiben.


    Der Verfasser dieses Briefs hat irgendwie vergessen echte Argumente anzuführen. Die Schlussfolgerung dass München deshalb keine höheren Gebäude haben sollte, weil es derzeit keine hat, finde ich ziemlich sinnbefreit.

    Also das Projekt wurde erst vor kurzem vorgestellt. Es war noch keine Zeit um sich dagegen in Stellung zu bringen. Bei der BVT sah es auch monatelang so aus als ob man definitiv 114m hoch bauen möchte...


    Davon abgesehen ist es doch täglich Brot der Presse das „Gras wachsen zu hören“, kontroverse Diskussion anzuheizen und zu polemisieren.

    Der Baubeginn soll doch erst 2023 sein, oder? Da ist noch viel Zeit um das Konzept weiter auszuformulieren, sich über Materialien und Fassadengestaltung den Kopf zu zerbrechen. Aktuell wäre es dafür zu früh, denn Entwerfen/Planen kostet auch Geld. Das wäre zum Fenster hinausgeworfen, wenn man in München am Ende doch nicht so in die Höhe gehen möchte, sondern ein anderes Konzept will. Letzteres zeichnet sich so langsam auch ab - der Denkmalschutz bringt sich in Stellung. Man muss auch sehen was die Anwohner davon halten, womöglich formiert sich da noch Widerstand.

    Also ich bin Bürger von München, somit auch Steuerzahler und Energiekonsument in dieser Stadt. Ich würde es sehr begrüßen wenn von meinem Geld in erneuerbare Energie- bzw. Wärmequellen investiert wird. Dafür wäre ich auch bereit etwas mehr zu bezahlen.


    Ob im Gegenzug eine chinesische Stadt ebenso handelt, das kann ich nicht beeinflussen. Ich finde es aber falsch sich selbst aus der Verantwortung zu nehmen, nur weil man andernorts auch mehr tun könnte. Solange wir bei uns Verbesserungen wirtschaftlich realisieren können, sollten wir das tun und nicht mit dem Finger auf andere zeigen.

    Ein Wachstum von einem Prozent ist eigentlich unkritisch. Aber das ist ja nur das tatsächlich realisierte Wachstum! Wenn ausreichend Wohnungen zu akzeptablen Preisen bereitstünden wÜrde MÜnchen viel schneller wachsen. Das Wachstum korreliert ziemlich eindeutig mit dem Wohnungsbau.
    Von daher finde ich es zu simpel das IST-Wachstum (das vor allem einer zu behäbigen Bautätigkeit geschuldet ist) zu nehmen und dann mit Städten zu vergleichen, in denen ganz andere Rahmenbedingungen herrschen.


    Gerade das Wachstum der Städte in Schwellenländern ist übrigens nicht vergleichbar. Dort findet weiterhin eine Landflucht statt und die in die Städte drängenden Arbeitskräfte wohnen unter oft menschenunwürdigen Bedingungen.


    In Erste Welt-Städten ist die Lage ganz anders: da werden teilweise gezielte Förderprogramme für den Wohnungsbau aufgelegt (z.B. Wien), das ist nicht so schlafmützig wie in München. Daran gilt es sich zu orientieren.


    iconic: Ich stimme dir darin zu dass der zu hohe Stellenwert des Autoverkehrs eine bremsende Wirkung auf den Wohnungsbau hat. Ich würde Stellplätze innerhalb des Rings nicht nur nicht vorschreiben, sondern sogar nur gegen hohe Gebühren zulassen. Außerdem sollten Parkplätze am Straßenrand (die ineffizienteste Nutzung von Stadtraum) weitgehend verschwinden. Man könnte so viel Platz für Fahrradstraßen schaffen, hätte mehr Platz zum Bauen und würde den Verkehr in der Innenstadt drastisch reduzieren.

    Vielmehr sollte sich die Politik fragen, warum die Immobilienpreise TROTZ des sehr marginalen Wachstums so hoch sind.


    Es gibt noch andere Preistreiber als Wachstum allein, vor allem:
    1. Verhältnis Angebot zu Nachfrage
    2. Zahlungsbereitschaft/Kaufkraft
    3. Spekulativer Immobilienmarkt


    In München sind vor allem die beiden ersten Faktoren stark ausgeprägt - sehr viele Menschen mit hohen bis sehr hohen Einkommen treffen auf einen Wohnungsmarkt mit zu geringem Angebot. Also überbieten sich diese Menschen gegenseitig und die Preise steigen immer weiter... was wiederum zu einem Anstieg der Spekulationen führt usw.


    Ich denke München würde ohne das Wohnungsproblem viel schneller wachsen. Viele Menschen wollen hier leben...

    Von der Ästhetik scheinen diese beiden Türme eleganter zu sein als das Monster in Basel. Dennoch stimmt es, dass man keine realistischen Renderings zeigt, sondern total überbelichtete Darstellungen, die von der Massivität der Türme ablenken. Hoffentlich werden zumindest senkrechte Fensterscheiben eingebaut, damit kein durch die Krümmung bedingter Brennglaseffekte wie beim „Walkie-Talkie“ in London entsteht.


    Wie findet ihr eigentlich die Blockrandbebauung neben den Türmen? Ich finde die erschreckend banal und verstehe nicht warum man hier nicht mehr in den Höhen variiert.


    Je mehr ich mich mit dem Entwurf beschäftige umso bescheidener finde ich ihn. Einziger Vorteil ist, dass die Münchner Höhendiskussion damit hoffentlich bald der Vergangenheit angehört.

    Jai-C: Hast Du die neue HH Studie bereits gesehn? Warte die doch erst mal ab :).


    Nein, habe ich natürlich nicht. Ich kann mir allerdings schwer vorstellen dass einer der ehemals am stärksten kritisierten Standorte jetzt wieder ausgewählt wird.


    Grundsätzlich finde ich (persönlich) den Standort aber auch ganz gut. Ich finde den HdM-Entwurf trotzdem eher mäßig weil er null Anknüpfungspunkte zur Umgebung hat. Ich hätte lieber noch ein, zwei mittelhohe Gebäude in Richtung Friedenheimer Brücke gesehen um ein schönes Ensemble zu formen. Der vorgeschlagene Übergang ist dagegen sehr hart und (nach meinem Empfinden) unharmonisch. Daneben finde ich die konkave Turm-Silhouette nicht besonders schön. Positiv finde ich dass hier endlich schöne schlanke Türme kommen würden.


    Übrigens finde ich das Konzept für die Halle (=UG bauen und oben leer stehen lassen) nicht sehr kreativ. Ich hätte da mehr erwartet.


    Bin gespannt wie die Reaktionen bei der Infoveranstaltung sind. Kann leider nicht selbst hingehen.

    Also ich gehe stark davon aus, dass sich in Kürze Widerstand gegen das Projekt formieren wird. Das Grundstück ist nicht für eine Hochhausbebauung in dieser Form ausgewiesen und wird wohl auch nicht in der neuen Studie als Standort benannt werden.


    Beim Bürgerbegehren 2004 war die Sichtbarkeit von bis zu 120m hohen Häusern vom Nymphenburger Schloss aus bereits ein K.O.-Kriterium. Ich kann mir nicht vorstellen dass ein 155m Entwurf jetzt irgendeine Chance hat.


    Meines Erachtens führt die Stadt ihre Politik des planlosen Hochhausbaus konsequent fort... es ist wirklich ein Armutszeugnis wie das hier läuft.

    Ein sehr mäßiger Entwurf, zudem schließe ich mich meinen Vorrednern an: die Chance auf Realisierung sehe ich bei nahezu Null. Mit um 100m oder leicht darüber hielt ich es für realistisch, aber 155m sind in München ausgeschlossen. Davon abgesehen finde ich den Plan städtebaulich nicht gut. Erinnert mich stark an den Bau 1 in Basel, den ich misslungen finde. Insgesamt ist es eine Enttäuschung.


    Vielleicht ist das hier auch Taktik, hoch einzusteigen, um am Ende nicht mit 60, sondern immerhin 99 Metern rauszugehen...


    Den Gedanken hatte ich zunächst auch. Allerdings bin ich mir nicht sicher ob ein Büro wie HdM sich auf solche Spielchen einlässt. Ich glaube schon dass zumindest die Architekten es ernst meinen. Dem Investor würde ich aber durchaus zutrauen dass er taktiert. Wäre nicht das erste Projekt in München das so großspurig angekündigt wird und dann zurechtgestutzt wird.