IAV Standort in Berlin bleibt mit (Sch-)Rumpfteam erhalten und wird "Zentrum für Kernkompetenzen mit KI-Hub"
Dabei sollen die Entwicklerstellen von 1.250 auf "langfristig" (O-Ton IAV) 530 reduziert werden, also -720 oder fast -60%. Tatsächlich besteht die Jobgarantie aber erstmal nur bis Ende 2028. Genau bis dahin läuft auch der Mietvertrag des bisherigen Deutschlandsitzes mit den großen Hallen für Prüfstände etc, der aber bis Mitte 2027 verkauft sein soll. Bis mindestens Ende 2028 müsste man sich dann ggf. Büros anmieten (falls man nicht sogar in den Cariad-Campus mit einziehen kann oder mit Moia zusammen zieht). Die Hardwareentwicklung soll dagegen ja künftig in Gifhorn konzentriert werden. Dorthin oder an andere Standorte kann dann auch ein Teil der Belegschaft wechseln. Der Rest kann freiwillig gehen und eine Abfindung vereinbaren.
Spannend wird noch, was dann tatsächlich langfristig aus dem Berliner Standort wird. Zum einen wird es juristisch der Konzernsitz bleiben (IAV wurde 1983 in Berlin gegründet, als Ausgründung aus der TU Berlin). Zudem sollen dort ja "Kernkompetenzen mit KI-Hub" angesiedelt werden. Der KI-Hub selbst wird dabei wohl 60 hochspezialisierte Stellen ausmachen, die man leichter in Berlin als an kleineren Standorten halten kann und die man vermutlich teils auch absehbar benötigt (auch wenn alle verbleibenden Mitarbeiter stärker bzgl. KI qualifiziert werden sollen und die KI sich ja auch zunehmend selbst operiert). Bleibt die Frage, was die übrigen "Kernkompetenzen" im Detail ausmachen wird, wie viele Stellen man dafür realistisch braucht und wie hoch die strategische Bedeutung und Wertschöpfung real sein wird.
IAV wird ja nicht nur in kurzer Zeit über 2.000 von 5.000 Stellen abbauen, sondern gilt wohl auch als Verkaufskandidat. Dass Berlin zahlenmäßig überproportional vom Abbau betroffen ist (-60% statt 40% der Stellen) und zudem auch der Fokus stark verengt wird, kann den Weg zu stärkerer Produktivität, Profitabilität und strategischer Bedeutung einläuten - oder aber den Weg zur endgültigen Schließung nur verzögern. Immerhin war dieser ja bereits beschlossen, sodass das Ganze ja auch eine Übergangslösung darstellen könnte.
Quellen: PM von IAV, tagesspiegel.de, Wirtschaftswoche, rbb24
Beiträge von jan85
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KaBa1 Die Informationen stimmen aber überwiegend. Habe mal rasch ein paar Quellen quer gelesen (Auswahl s.u.). Demnach bevorzugen Stadttauben wettergeschützte Nischen in ideal 10-20 m Höhe mit möglichst ebener Auflagefläche. Glatte Fassaden ohne Nischen sowie Gefälle von mindestens 45 bzw. ideal 60 Grad werden in der Tat als gezielte (oder bspw. im Zuge von energetischer Sanierung auch unbewusste) Prävention genannt. In unserem Fall sind die Schrägflächen mit den PV-Elementen vermutlich wenig einladend für Stadttauben (da ca. 45° schräg und nicht wettergeschützt). Bei den schmalen Streifen zwischen den glatten Fassadenflächen und Schrägflächen würde vermutlich schon dünner Draht in passender Höhe reichen, der das Anfliegen verhindert (und das ja auch nur ab ca. 5m bis ca. 25m Gebäudehöhe).
Tatsächlich hatte ich jetzt zunächst gar nicht mal so sehr an Stadttauben gedacht, sondern die übliche, kaum zu verhindernde Verschmutzung. Interessant war die kleine Recherche trotzdem, da einiges Halbwissen so etwas unterfüttert und verfestigt wurde. Generell scheinen Stadttauben (als vom Menschen eingeschleppte und dann vernachlässigte Kulturfolger) durch Überpopulation, Hunger/Fehlernährung sowie Folgeerkrankungen unter enormem permanentem Stress zu stehen und oft auch Schmerzen zu leiden, wobei sie meist nicht annähernd ihre natürliche Lebenserwartung erreichen. Wie Camondo schon schreibt, ist eigentlich ein systematischer Ansatz wünschenswert (ähnlich wie auch bei streunenden Hauskatzen, -hunden etc). Ich hatte schon mehrfach Bekanntschaft mit Menschen, die (meist ehrenamtlich) Taubenschläge mit betreuen. Das ist eigentlich der ganzheitlich beste Ansatz, es fehlt aber chronisch an finanziellen Mitteln und (aufgrund von verbreiteter Ignoranz) oft auch an Akzeptanz. Lieber lebt man mit den vielen Nachteilen eines Flickwerks und macht am Ende noch sozusagen die Tauben verantwortlich (Missgunst), die am wenigsten dafür können und ohnehin schon selbst am stärksten unter der Lage leiden.
Bei Interesse hier mal ein paar der interessanteren Quellen: Taubenmanagement-Konzept des Tierschutzbundes, Infotext von BUND, Bautipps zur Taubenprävention (aber eher auf's Eigenheim o.ä. bezogen), die Sicht eines (seriös erscheinenden) Schädlingsbekämpfers -
Die Draufsicht auf die Auskragungen mit den PV-Elementen sieht ganz interessant aus (die natürliche Sicht auf die mehrfarbige Riffelfassade ja ohnehin). Ich rätsle nur schon seit einer Weile, wie man das alles (zeit-)effizient putzen soll. Vielleicht ist es aber auch ein Material, was relativ sauber bleibt und nur selten geputzt werden muss. Die Scheiben und flachen Fassadenteile sind so natürlich aber auch schlechter zugänglich, besonders die schmalen Streifen zwischen den Auskragungen.
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Schwammkopf Ist vermeintliches "schön reden" denn weniger legitim als schlecht reden? Zumal ich es im Zweifel einfach pragmatisch und nervenschonend finde, wenn man lieber über Potentiale nachdenkt und auf Vorfreude setzt statt nochmal ständig neu alle Phasen vergangener Jahre und Jahrzehnte schmerzhaft nachzuerleben. Dabei gibt es mE aber keine objektive Realität, sondern einfach Sichtweisen. Bei objektiven Tatsachen halte ich mich dagegen dann schon an die belegbaren Daten und Fakten, was ich mir bei Dir teils auch stärker wünschen würde.
Übrigens: Nirgendwo schreibe ich, dass ich Illumination pauschal schlechte finde (wobei ich persönlich aber ökologische Aspekte wie Artenschutz nicht polemisch abhaken, sondern in die Abwägung einbeziehen würde - und Deutschland damals zudem auch tief in einer Energiekrise steckte). Ebenso wenig war "Farb-Spektakel" abwertend gemeint, zumal ich doch wie beschrieben damals selbst mehrfach hingefahren bin und mir das angeschaut habe - ebenso auch beim Entertainment District.
Insgesamt sehe ich halt für Potsdamer Platz (trotz komplexer Herausforderungen) wie U.d.L. (trotz langatmiger Baustelle) durchaus die Tendenz zur Aufwertung. Wobei ersterer hier ja aber nicht wirklich Thema ist und U.d.L. mE auch buchstäblich erstmal wichtigere Baustellen hat als eine prachtvolle Beleuchtung. Da würde ich auch einfach mal abwarten, wie sich das Ganze nach Fertigstellung präsentiert und ob man dann wirklich noch viel vermissen wird.Der nachfolgende Beitrag wurde in die City-Lounge verschoben (in den "dies und das" Thread). Hier geht es um UdL und nicht um Tourismus und Beleuchtung allgemein.
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Wizzair fliegt bald BER - Mailand
Die Verbindung geht nach Mailand-Malpensa und wird ab 14. Dezember 7/7 bedient. Damit hat man dem vermeintlich losen Gedanken, den BER könne man zusätzlich zu Osteuropa auch gut mit Italien verbinden, direkt Taten folgen lassen.
Ansonsten erhöht Sky Express die Frequenzen von BER-Athen auf 5/7 (+1/7) im Winterplan und 7/7 (+3/7) im Sommerflugplan 2027.
Quellen: airliners.de und forum.airliners -
Manche wundern sich immer noch warum der Tourismus immer mehr nachlässt (da helfen auch Jans regelmäßige Jubelmeldungen nichts), von Berlin erwartet man sich halt etwas anderes und eine nächtliche Sinnlichkeit ist das was die Metropolen im 21. Jahrhundert ausmacht.
Wo habe ich bezüglich Tourismus Jubelmeldungen platziert und das noch regelmäßig? Tatsächlich halte ich mich da an die Zahlen und die waren zuletzt eben schwächer, was auch exakt so im entsprechenden Thread steht. Also bleib bei den Fakten und denk Dir keine Strohpuppen aus. Ich glaube übrigens aber umgekehrt auch nicht, dass es primär an fehlendem nächtlichem Glanz liegt. Das ist halt auch so eine launische Behauptung, wenn man es mit Fakten und Belegen oder allgemein sauberem Argumentieren und Diskutieren nicht so hat.
Und ja: Ich bleibe dabei, dass ich mich auf die Rückkehr der Linden freue und auch darüber, dass dann kein klebriger Baumsaft mehr nervt und die Bäume insgesamt gesünder die Berliner Sommer und Trockenphasen überstehen. Oder auf die neuen Beete, die einfach etwas Farbe und Frische rein bringen, ohne altbacken zu wirken. Für mich ist genau das einer Metropole wie Berlin würdig, auch wenn es zugegeben deutlich zu lange gedauert hat. Das kann ich aber auch eingestehen, ohne deshalb nur noch schlechte Laune zu schieben und (ungleich schlimmer) zu verbreiten.
(OT aber um auch das nicht einfach so stehen zu lassen: Auch das mit dem Potsdamer Platz stimmt so übrigens nicht. Es gibt dort eine dezentere ständige Illuminierung und über 120 Events pro Jahr mit stärkerer Illuminierung, während es das tägliche Farb-Spektakel schon länger nicht mehr gab und es auch damals nur eine begrenzte Zeit pro Tag war - war selbst öfter mal dort. Auf YouTube gibt es viele lobende Beiträge und Kommentare, wie z.B. hier tagsüber, hier Abendstimmung (ja, fast wie ein dunkles Grab, nur anders), hier noch morbider, oder hier - und es gibt dutzende mehr mit aktuellen Impressionen, die man alle in wenigen Sekunden gefunden hat. Also auch hier keine Fakten.) -
^Es geht natürlich auch um Fahrradspuren und nicht nur um klassische Radwege. Die nutzen die Radfahrer dann meist schon. Kaum jemand steht darauf, eng von Autos überholt zu werden oder immer direkt einen Bus hinter sich zu haben. Ich empfehle in dem Kontext übrigens immer, öfter mal den Verkehrsträger zu wechseln. Es gibt z.B. auch nervtötende Ampelschaltungen für Autofahrer, die ich in der Form verbesserungsfähig finde.
Trotzdem spricht doch nichts dagegen, hier und da mal ein paar Vorrangschaltungen für ÖPNV einzurichten oder eben auch mal Raum für ÖPNV- und Radspuren zu reservieren (zumal es auch Potentiale mit Parkplatzflächen gibt, die man mE zunehmend in Parkhäusern und Tiefgaragen unterbringen sollte (so wie ich auch generell für ein Überbauen von Supermärkten, Baumärkten etc bin, wo immer das möglich und sinnvoll sowie wirtschaftlich machbar ist - so viele Flächen kann man besser verteilen und ein besseres Gesamtbild und -erlebnis erzeugen). Und gerade, weil man es so im Alltag spürt und das praktisch unabhängig von Alter, Familienstand u.ä.m., ist es mE ein Thema, was Politik nie so fahrlässig links liegen lassen sollte. Das kann und vermutlich wird sich rächen.
Ansonsten zeichnet sich ja grundsätzlich ab, dass aktuell kein einziger Spitzenkandidat sonderlich bekannt oder beliebt bei einer größeren Mehrheit der Menschen ist. Und mit CDU, SPD, Grünen, Linken und AfD kommen gleich 5 Parteien auf ähnliche Zustimmungswerte, wodurch die Koalitionsbildung unangenehm werden dürfte. Es geht praktisch nur zurück zu rot-grün-rot (recht wahrscheinlich mit der Linken als stärkster Kraft) oder alternativ schwarz-grün-rot.
CDU und auch SPD werden auch mit der katastrophal vermittelten (und mE auch in der Sache oft schlecht gemachten) Bundespolitik zu kämpfen haben, sodass ich mindestens die SPD eher in der Beifahrerrolle oder sogar als dritte Kraft sehe, während die CDU mit zwei großen linkeren Partnern selbst als möglicherweise doch stärkste Kraft erhebliche Zugeständnisse machen müsste. Ich vermute aber generell, dass die SPD diesmal stärker nach links ausschlägt, wie sich schon länger abzeichnet. Damit wäre die CDU zurück in der Opposition und muss sich dort neben der AfD behaupten und auch von dieser abgrenzen (gälte natürlich ähnlich auch für die Linke, falls sie doch nicht mit regiert).
So oder so dürfte es als Dreierbündnis wieder herausfordernd mit den Kompromissen und einer seriösen konsensorientierten Außendarstellung werden. Falls es also recht wahrscheinlich wieder zu rot-grün-rot kommt, hoffe ich stark, dass man aus dem letzten Versuch gelernt hat. Sonst können das lange 5 Jahre werden (oder auch nicht so lange).
Eigentlich fände ich unter dem Strich nach wie vor eine Fortsetzung der jetzigen Koalition als das kleinere Übel. Sie haben aber wie gesagt irgendwie nie eine gute Außendarstellung erreicht und dazu eben so ein großes Thema wie die Verkehrswende sträflich ignoriert bis blockiert. So vertut man sich dann eben alle Chancen. -
Wende von der Verkehrswende? Bescheidene Bilanz und ernste Zweifel an der Ernsthaftigkeit des Senats
Eigentlich habe ich in vielen Bereichen den Eindruck, dass der aktuelle Senat deutlich bessere Arbeit macht als ihm zugestanden wird: Die Wirtschaft läuft erstaunlich stabil. Beim Wohnungsbau stemmt man sich entschlossen gegen die Hindernisse und kommt mE eher zu Ergebnissen als mit den damaligen juristischen Keulen. Ich habe erst letzte Woche in weniger als 24 Stunden einen Termin beim Amt bekommen (und das beim dichtesten sowie mit breiter Auswahl). Sogar die Rohwerte in den Vergleichsarbeiten der Schulen werden relativ zu anderen Bundesländern besser und es wurden einige interessante Reformen angestoßen.
Nicht so beim Thema Verkehrswende. Zwar wird Geld in neue Züge gesteckt und die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit (angeblich sogar die Sicherheit) ist statistisch besser bis deutlich besser geworden. Aber zum einen liegt das zu einem großen Teil an einer verbesserten Personaldecke und zum anderen hat man den versprochenen Netzausbau beim ÖPNV (speziell Tramstrecken und Busspuren sowie Vorrangschaltungen an den Ampeln) zurück gefahren. Bis 2029 soll kaum noch neues Netz hinzukommen, erklärtermaßen um Geld zu sparen.
Aber auch den Ausbau des Radwegenetzes hat man weitgehend vertrödelt oder teils regelrecht "sabotiert", wenn man das so bezeichnen darf. Man hatte zwar schon immer angekündigt, dass man die Wende ohne übermäßige Zumutungen für den MIV stemmen wolle. Aber zugleich gab es eben das großspurige Versprechen, dass man z.B. trotzdem deutlich mehr Radwege bauen werde als es die Grünen zuletzt geschafft hätten. Die km gingen faktisch schon unter der Vorgänger-Koalition deutlich zurück, sodass es ggf. sogar machbar gewesen wäre, wenn man sich auf wenig kontroverse Projekte gestürzt hätte.
Stattdessen aber ging es von sehr niedrigem Niveau kommend nochmal runter von 26km auf knapp 24km und zuletzt nun knapp 21km neuer Radwege pro Jahr - und das auch stark aufgrund der eigenen Initiative der Bezirke und gegen das zähe bis bremsende Momentum im Senat. Beim Vorrangnetz ging es ebenfalls runter von 14m pro Jahr auf 11 und dann 10. Zur Erinnerung: Man will eigentlich 870km Vorrangnetz für Radfahrer errichten und hat eigens ein Gesetz dafür geschaffen. Realisiert hat man bislang in 8 Jahren 78km, wobei das Tempo erst zu- und nun wieder abnahm. Statt wie beim Wohnen durch starkes Engagement und Priorisierung gegenzusteuern, schreibt man einfach die vorgesehenen Fristen im Gesetz um. Und verweist darauf, dass man sich inzwischen lieber um sichere Kreuzungen kümmere und so Verkehrstote verhindere (als wenn das eine das andere komplett ausschließt - und man muss ja auch erstmal heil an der Kreuzung ankommen).
Ich kann verstehen, dass man aktuell überall etwas sparen muss. Und bin immer ein Fan von dem Ansatz, dass man möglichst wenigen Leuten unnötig vor das Schienbein stößt oder Interessen gegeneinander ausspielt. Aber Busspuren oder Radwege sind weder Hexenwerk noch dekadenter Luxus. Und manchmal muss man eben ein den Raum etwas neu verteilen, damit es gerechter wird und eine Verkehrswende überhaupt gelingen kann. Der ÖPNV platzt aus allen Nähten und die Radfahrer leben noch immer viel zu oft prekär bis bedrohlich. Das kann es einfach nicht sein. Und neben der gesamten Außendarstellung wird dem Senat das ordentlich auf die Füße fallen, weil es auch in der Substanz ein Versagen darstellt und vielen Menschen wichtig ist. Die Zahl der zugelassenen PKW ist in Berlin weiter rückläufig (die PKW pro Einwohner ohnehin). Der einzige echte Zuwachs bei den zurückgelegten Kilometern im Modalsplit ist aber bei den Fußgängern zu finden (die oft auch nicht gerade hofiert werden). Das allein sagt eigentlich schon eine Menge. Man sagt ja sprichwörtlich, dass die Menschen mit den Füßen abstimmen. Hier stimmt es sogar buchstäblich.
Tagesspiegel (Paywall), Sueddeutsche Zeitung (mit einem wirklich ausführlichen Bericht und bisher ohne Paywall), entwicklungsstadt.de
P.S.: Ich weiß, dass es einen Thread extra für Verkehrsthemen gibt, wollte es in diesem Fall aber eher in den politischen Gesamtkontext einordnen. -
Demographische Daten für 2025: sinkendes Wanderungssaldo und niedrige Raten an Geburten und Eheschließungen
Im vergangenen Jahr sind laut offizieller Zählung knapp 20.000 (genau: 19.698) Menschen mehr nach Berlin zugewandert als abgewandert. Der Wanderungsgewinn ging damit erneut deutlich zurück (-27% gegenüber 2024). Dabei kamen die meisten Neu-Berliner aus dem Ausland (ca. zwei Drittel) und davon wiederum die meisten aus Indien (über 11.000, netto vermutlich aber deutlich weniger Zugewinn), der Ukraine und der Türkei (inzwischen viele Asylanträge und davon wiederum viele Kurden).
Interessant: Brandenburg hatte einen ähnlich hohen Wanderungsgewinn wie Berlin (+16.625) und unter allen Abwanderern aus Berlin bleibt Brandenburg weiter Ziel Nummer 1. Leider steht nicht dabei, ob nach wie vor primär der Speckgürtel profitiert oder inzwischen auch andere Regionen (das wäre schon wegen der Preisentwicklung zumindest plausibel).
Dem gegenüber sterben nach wie vor deutlich mehr Menschen als neue geboren werden. Der Sterbeüberschuss lag in 2025 bei 4.345 Menschen. Aus lediglich 33.230 Geburten ergibt sich eine umgerechnete Geburtenrate von 1,18 Kindern pro Frau, was dem niedrigsten Stand seit 2003 entspricht (Bund: 1,31). Frauen mit deutscher Staatsangehörigkeit kamen sogar nur auf 1,01 Kinder (Bund: 1,19), ausländische Frauen auf 1,56 (Bund: 1,77). Zum Vergleich: 2016 lag die Gesamtrate noch bei 1,54, die für deutsche Frauen bei 1,38 und für ausländische bei 2,04. Alle drei Kurven sind seitdem praktisch nur am Sinken. Bekanntlich braucht es inklusive Puffer 2,1 Geburten pro Frau, um die Bevölkerung stabil zu halten.
Fazit: Berlin wächst seit Jahren nur noch durch Zuzug, wobei dieser sich verlangsamt und sich die Zugezogenen auch zunehmend der niedrigen Geburtenrate angleichen. Auch bemerkenswert: Der Migrationshintergrund unter den deutschen Frauen hat ja sukzessive zugenommen, deren Geburtenrate stürzt jedoch ab. Und auch die zugezogenen ohne deutsche Staatsangehörigkeit bekommen immer weniger Kinder. Ich vermute stark, dass es auch mit der Entwicklung der Wohnungsknappheit und der Mietpreise zusammen hängt...
rbb24 zur Zuwanderung, statisttik-berlin-brandenburg.de
Licht und Schatten beim Wohnungsmarkt
...denn im vergangenen Jahr gab es nicht nur weniger Bevölkerungswachstum, sondern auch weniger neue Wohnungen. Insgesamt sind je nach Quelle statistisch 10.766 oder 11.027 Wohnungen hinzu gekommen und damit so oder so weniger als in den Vorjahren, wo es seit ca. 2016 meist um die 16.000 waren. Das sollen noch Nachwirkungen aus den Krisenjahren sein (gemeint ist insbesondere der Ukrainekrieg mit den Kostensteigerungen, das muss man bei den ganzen Krisen ja dazuschreiben). Immerhin: Aktuell sind 50.000 Wohnungen genehmigt, 32.000 im Bau und über 18.000 bereits im Rohbau. Der Senat hat zudem bekanntlich u.a. das Schneller-Bauen-Gesetz und das Einfach-Bauen-Gesetz verabschiedet, um staatliche Hürden zu reduzieren.
Zudem konnte man nun verkünden, dass die Zahl der öffentlichen Wohnungen inzwischen über 400.000 liegt und damit das Ziel für 2026 bereits 2025 (404k) übererfüllt wurde. Bis 2026 sollen es 412.000 sein, sodass gut 10 Jahren über 100.000 landeseigene Wohnungen "dazu kamen" (knapp hälftig durch Neubau und etwas über hälftig durch Zukauf), welche die Preise etwas dämpfen. Insgesamt gibt es allerdings über 2 Mio Wohnungen (für die nun immerhin strenger die Mietpreise erfasst und ggf. geahndet werden sollen). Bis 2035 sollen es dann sogar über 500.000 landeseigene Wohnungen sein.
Die schlechte Nachricht: Laut Analysten fehlen aktuell eher weit über 130.000 Wohnungen. Da bräuchte es schon eine ganze Reihe starker Baujahre.
tagesspiegel.de, statistik-berlin.brandenburg.de, entwicklungsstadt.de -
Bei solch einer schematischen Darstellung, in der es ganz klar um den Vergleich der Gebäudehöhen geht, kann man Maßstabstreue erwarten.
Geht es doch gerade nicht, denn das hätte man sicher hinbekommen. Sie wollten vielmehr graphisch hervorheben/ betonen, dass es aktuell das höchste Hochhaus der Stadt ist. So steht es ja auch drüber (nicht "Estrel Tower im maßstabgerechten Größenvergleich...").
Kann man so machen. Kann man dann halt auch kacke finden und kritisieren (da potentiell irreführend). Ich würde aber auch sagen, dass es die Aufregung nicht wert ist bzw. so oder so nur zusätzliche Aufmerksamkeit bringt, sodass der Ansatz belohnt wird. Wirklich schaden tut so ein bisschen Marketing ja auch nicht, wie Architektenkindschon schrieb.
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spandauer Es sind eben Entfernungen für echte Langstreckenflieger mit entsprechend größeren Risiken (bzw. Sabotagepotential der LH). Solche großen Flieger werden für Fernstrecken via BER mW - abgesehen von Qatar mit seinen Zubringerflügen - bisher nur nach Peking und New York erfolgreich eingesetzt und das nur je von einer Airline ganzjährig sowie dabei einmal 7/7 (United NYC) und einmal - mit langsamem Aufbau - 5/7 (Hainan/ Peking). Beides sind die wohl je wichtigsten Städte der beiden größten Wirtschaftsnationen der Welt und Peking zugleich auch noch Hauptstadt. Zudem könnten teils auch noch Zubringerflüge zu anderen Zielen darunter sein, da beides auch Verkehrsdrehkreuze sind. Kurz- bis mittelfristig kann ich mir für Brasilien keine regelmäßige Direktverbindungen mit einem Langstreckenjet vorstellen. Vielleicht bin ich aber auch zu pessimistisch. Was evtl. dafür spricht: Die Brasilianer in Berlin verdienen durchschnittlich relativ gut und könnten entsprechend einen Aufpreis für die Direktverbindung verkraften. Die Wirtschaftsbeziehungen werden sich im besten Fall zudem deutlich vertiefen.
@all: Mal was anderes. Aus Interesse habe ich mal herausgesucht, wie stark die Konnektivität des BER von einzelnen Airlines abhängt (Hintergrund des Interesses war Ryanair aber auch die wirtschaftliche Anfälligkeit vieler Airlines). Konkret habe ich dafür geschaut, welche Airlines exklusiv bestimmte Länder und/oder Städte, Regionen, Inseln etc. anfliegen. Frequenzen habe ich ignoriert und i.d.R. auch nur den aktuellen Flugplan beachtet, künftige Entwicklungen nur wo sie mir spontan einfielen (dann in Klammern).
Systematik:
Wo nur eine einzige Airline das komplette Land anfliegt, schreibe ich zuerst das Land hin und dann das/die entsprechende/n Ziel/e.
Wo nur eine einzige Airline bestimmte Destinationen in einem Land anfliegt, schreibe ich stattdessen erst die entsprechende/n Destination/en und dann das Land dazu.
Eurowings:
- Länder: Armenien/Jerewan, Irak/Erbil
- Städte/Inseln: Korsika/Frankreich, (bald: Bologna/Italien), Bilbao, Jerez de la Frontera/Spanien, Salzburg, Graz/Österreich, Göteborg/Schweden, Zakynthos, Kavala/Griechenland, Abu Dhabi/VAE, Sarajevo/Bosnien
- gesamt: 13 Exklusivziele (davon 2 ganze Länder)
easyJet:
- Länder: -
- Städte/Inseln: Lyon, Bordeaux, Mulhouse/Frankreich, Liverpool, Bristol, Glasgow/GB, Sevilla, Fuertaventura, La Palma (Kanaren), Lanzarote/Spanien, Basel/Schweiz, Kreta, Preveza/Griechenland, Pula/Kroatien, Agadir/Marokko, Madeira/Portugal, Larnaka/Zypern
- gesamt: 16 Exklusivziele
- Sonstiges: ziemlich wichtig für Ägypten
Ryanair:
- Länder: -
- Städte: Marseille/Frankreich, East Midlands/GB, (noch: Bologna/Italien), Palermo, Triest, Bari, Calabria/Italien, Alicante, Castellon/Spanien, Zadar/Kroatien; Marrakesch/Marokko, Podgorica/Montenegro, Paphos/Zypern
- gesamt: 13 Exklusivziele, Tendenz abnehmend
Wizzair:
- Länder: Slowakei/Bratislava, Albanien/Tirana, Mazedonien/Skopje
- Städte: Tuzla/Bosnien, Kluj, Timisoara/ Rumänien, Kutaisi/Georgien
- gesamt: 7 Exklusivziele (Davon 3 ganze Länder), Tendenz steigend
airBaltic:
- Länder: (bald: Estland/Tallinn), Lettland/Riga
Hainan Airlines: China/ Peking
KLM: Niederlande/Amsterdam
LOT: Polen/Warschau
Brussels Airlines: Belgien/ Brüssel
Qatar Airways: Katar/Doha
Royal Jordanian: Jordanien/Amman
Icelandair: Island/Reykjavik
Azerbaijan Airlines: Aserbaidschan/ Baku
Luxair: Luxemburg
KM Malta Airlines: Malta
Sun Express: Gaziantep, Mersin, Dalaman, Samsun/Türkei
Nouvelair Tunisie: Tunis, Djerba/Tunesien
Austrian: Wien/Österreich
Air Transat: Toronto/Kanada
Air Canada: Montréal/Kanada
Transavia: Nantes/Frankreich
Croatia Airlines: Zagreb/Kroatien
Skyalps: Bozen/Italien
Norwegian: Bergen/Norwegen
Georgian Airways: Tiflis/Georgien
Fazit: Relativ selten dominiert eine einzige Airline gleich mehrere wichtige Länder (teils oder komplett). Ryanair hat ein paar relevante Exklusivziele aber nicht deutlich mehr als easyJet oder Eurowings. Es gibt jedoch einige und teils auch wichtige Länder, die via BER nur von einer einzigen Airline bedient werden:
China, Polen, Niederlande, Belgien, Slowakei, Island, Estland, Lettland, Luxemburg, Malta, Armenien, Albanien, Mazedonien, Irak, Jordanien, Katar, Aserbaidschan. Das sind ca. ein Drittel der über 50 mit dem BER verbundenen Länder. -
Ich dachte, dort ist die Einreise so schwierig?
Ja, eben. Bisher wollte man auch lange gar keinen Tourismus. Jetzt öffnet man sich immerhin für geführten Tourismus - und dafür gibt es wohl auch etwas leichter ein Visum. Die Verbindung soll ja aber auch die Bedürfnisse der algerischen Diaspora sowie politische und wirtschaftliche Interessen bedienen. Wie so oft also eine bewusste Mischkalkulation - und vielleicht auch ein gewisses Zuschussgeschäft. Ansonsten kann man durch eine niedrige Frequenz ja auch das Risiko minimieren. Ich hatte zudem gelesen, dass teils gerade bei Fernstrecken das Frachtgeschäft die Bilanz retten kann und das zunehmend genutzt wird. Auch das ist für den BER vielleicht nicht ganz unwichtig, zumal der Frachtverkehr lange deutlich zunahm. Gerade auch, falls doch irgendwann mal auch ein A330 eingesetzt werden sollte, der nicht nur mehr Passagiere fasst, sondern auch deutlich mehr Fracht.
Zum Rest hatte ich ja einiges geschrieben. Gerade Brasilien dürfte absehbar eher schwierig bleiben. Zu Manila findest Du ansonsten schnell Informationen, weshalb sich das nie rentiert hat und aktuell nicht einmal für Frankfurt im Gespräch ist. Den Rest wird man dann ja sehen. -
Air Algérie plant zum November Direktverbindung Algier-Berlin
Die Meldung hat in Deutschland bisher keine (größeren) Wellen geschlagen: Tatsächlich habe ich nach einem Eintrag im Airliners-Forum auf Basis der algerischen Quelle (beide schon von letzter Woche) gerade einmal einen Bericht in der deutschen Fachpresse (vom Dienstag) entdecken können. In der Regionalpresse oder den großen deutschen Portalen: nichts.
Tatsächlich ist das mE aber eine größere Sache für die Beziehung der beiden Länder und vermutlich auch mindestens sehr erfreulich für den BER. Traditionell lässt Algerien nur sehr zögerlich "Fremde" ins Land (auch als Reaktion auf ebenso strenge Visa-Regeln für Algerier sowie potentielle Sicherheitsprobleme in Teilregionen des Landes). Man begrenzt die Beziehungen sowie den Reiseverkehr primär auf wirtschaftlichen Austausch. Bisher flog daher nur eine eher kleine Maschine mehrmals pro Woche nach Frankfurt. Sehr viele Länder haben überhaupt keine Direktverbindungen in die 4 Mio Metropole oder gar das riesige, einwohnerreiche Land.
Inzwischen öffnet sich Algerien aber immerhin etwas für geführten Tourismus (also keine abenteuerlustigen Backpacker), auch weil man zwar gerade nochmals bei den lukrativen Energieexporten zulegt aber zugleich um die Endlichkeit der Reserven weiß. Zudem haben Deutschland und Algerien gerade eine Vertiefung der wirtschaftlichen Beziehungen beschlossen. Auch schafft die Staatsairline gerade dutzende neue Flugzeuge für alle Streckentypen an (mit weiteren Bestellungen in der Pipeline) und macht Algier so auch mehr als bisher zu einem potentiellen Transitflughafen. Für Europa ist neben Berlin übrigens auch Warschau konkret angekündigt.
Die überraschend zeitnahe Ankündigung der neuen Verbindung zum BER fiel dann übrigens auch auf einen Staatsbesuch, wobei der Präsident Algeriens direkt Vertreter der algerischen Diaspora adressierte, die sich schon lange bessere Verbindungen wünschten. Entsprechend ernteten seine Ausführungen wohl auch einigen spontanen Applaus.
Auch wenn Algier also (bisher) kein allzu großer bedeutender Flughafen sein mag - und auch mit Expansion nicht mit Kairo, Addis Adeba oder Casablanca mithalten wird: Ich halte es für eine durchaus historische neue Verbindung, die Berlin ein Stück weit enger an Afrika anbindet. Algerien ist nicht nur rohstoffreich, sondern auch das größte Land des Kontinents mit reicher Geschichte, spannenden Landschaften und immerhin fast 50 Mio Einwohnern (Rang 10 in Afrika). Spannend wird natürlich die Wahl des Flugzeugs (z.B. eine eher kleine aber effiziente Boeing 737 Max 8), die Frequenz und dann natürlich der anhaltende Erfolg der Linie. Wobei neben Wirtschaftsverkehr, Diplomaten, Familien- und Bekanntenbesuchen und zaghaftem Tourismus auch der Frachtverkehr eine Rolle für die Wirtschaftlichkeit spielen dürfte. Immerhin gilt Air Algérie aber nicht als sprunghafte Airline. So ist Berlin nicht nur aktuell, sondern offenbar auch historisch erst das zweite deutsche Ziel der Staatsairline!
Mögliche neue Ziele in Afrika und weltweit
Da weiter oben über Addis Adeba spekuliert wurde, habe ich mal etwas recherchiert. Tatsächlich wäre das zwar wohl auf dem Papier das spannendste potentielle neue Ziel innerhalb Afrikas, da man dann einen der wichtigsten Hubs im Programm hätte und viele attraktive neue Transitverbindungen anbieten könnte. Allerdings will man sich dort vorerst weiter stark auf Frankfurt konzentrieren und die Länder müssten wohl auch erst ihre Abkommen anpassen (alleine bei dem Punkt kommen bei mir starke Murmeltiervibes auf, sodass ich da nicht so viel Hoffnung für die nähere Zukunft hege - auch, wenn jetzt mal wieder ein neuer Verkehrsminister kommt).
Tatsächlich dürfte Algier da bald schon vergleichsweise direkt hinter Kairo zu den politisch wie wirtschaftlich bedeutendsten Direktverbindungen zwischen BER und Afrika zählen, während der Rest vor allem touristisch relevant bleibt (neben dem im Vergleich zu Algier etwas kleineren Tunis soll wohl noch am ehesten Marrakesch über reinen Tourismus hinaus relevant sein).
Das realistischste neuen Ziel wäre wohl Casablanca in Marokko (ein immer relevanterer Transitflughafen und zudem wie Algier das Tor zu einem Wirtschaftszentrum mit je über 4 Mio Einwohnern). Es gilt sogar als sehr wahrscheinlich, dass Royal Air Maroc bei weiterer Expansion auch den BER anknüpfen wird. Umgekehrt könnte Ryanair perspektivisch Rabat mit dem BER verbinden, wenn im Zuge der Jet-Lieferungen Kapazitäten neu verteilt werden müssen (aber eher politisch und teils touristisch relevant, da wirtschaftlich oder als Transitflughafen längst nicht so gewichtig wie Casablanca). Ich kann mir jedenfalls sehr gut vorstellen, dass bis zur WM mindestens Casablanca im Programm sein wird.
Was weitere Interkontinentalflüge angeht, habe ich nur mal rasch mit KI recherchiert:
- Dabei lag wieder mal Indien (Neu Delhi/ Mumbai) weit vorne, da dort bereits für 2027 Flüge im Gespräch waren, sich aber erst noch bestätigen müssen.
- Ansonsten fliegt potentiell noch Seoul sozusagen in Warteschleife, sobald da mal alle verabredeten Fusionsaspekte operativ durch sind.
- Vietnamesische wie auch japanische Airlines sollen den BER wohl sporadisch mal prüfen und durchspielen, absehbar aber noch keine Perspektive sehen.
- Ähnlich realistisch wie Indien könnten da schon eher Ziele in den USA werden (vielleicht aber erst nach den nächsten Wahlen): Boston, Chicago, Philadelphia oder Atlanta wären da aus verschiedenen Gründen denkbar, wobei ich persönlich Chicago besonders reizvoll fände. Ähnlich wie bei vielen anderen Verbindungen werden hier mit Lieferung der passenden Jet-Typen (A321 XLR) neue Spielfelder eröffnet.
- Brasilien wurde zwar genannt. Laut KI ist die Entfernung aber zu weit für die genannten kompakten Jets, sodass direkt Großraumflugzeuge gefüllt werden müssten. Das bleibt zumindest absehbar sehr unwahrscheinlich.
- Dagegen könnte eher Emirates seine eigene Dubai-Direktverbindung bekommen oder auch Riad ganz neu hinzukommen.
- Für Afrika wurde neben Casablanca und Rabat vor allem noch Windhoek/ Namibia genannt, da es hier engere Verbindungen und auch einen stabilen Tourismus gibt.
Fazit: Algier ist eine ebenso überraschende wie erfreuliche neue Direktverbindung, auch wenn es vermutlich eher eine kleine Maschine mit geringer Frequenz wird. Ansonsten wird es weiter Geduld brauchen aber es ist auch nicht (mehr) so aussichtslos, wie man ggf. lange annahm. Und irgendwie macht es mE ja auch fast ein wenig Spaß, wenn immer mal wieder ein spannendes neues Ziel hinzukommt wie zuletzt Toronto und Montreal... -
Berlin aktuell auch wieder bei Wagniskapital vorne - BW überraschend neu auf Platz 2!
Anders als kürzlich vermutet lag Berlin im 1. HJ 26 auch absolut betrachtet vorne mit 1,7 Mia Wagniskapital, wobei jedoch alleine das Rüstungs-Startup STARK 500 Mio verbuchte. Die Zeichen der Zeit eben. Spannend finde ich, dass nach Bayern und NRW nun auch mal Baden-Württemberg überraschen konnte und mit 1,6 Mia sogar fast direkt auf Platz 1 gesprungen wäre - getragen von einem durchstartendem Robotik-Startup (Neura Robotics) mit 1,2 Mia! Bayern ließ mit "nur" noch 1,1 Mia etwas Federn. Es war jedoch das erste Mal überhaupt, dass gleich 3 verschiedene Bundesländer mehr als eine Milliarde Wagniskapital in einem Halbjahr anziehen konnten.
Übrigens bestätigte sich auch bei dieser Analyse der Befunde, dass insgesamt eher weniger aber dafür teils deutlich höhere Investitionen getätigt werden.
pz-news.de
Zalando baut wohl erneut 200 Stellen in Berlin ab
Nach den 125 Logistik-Jobs bei Mister Spex nun also auch hier dreistelliger Abbau. Es soll allerdings auch stark mit Aufhebungsverträgen gearbeitet werden, sodass man sozusagen freiwillige Wechsler mit Abfindungen überzeugt statt die Leute einfach rauszuwerfen.
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Teslas Batterieproduktion findet viel Beachtung und gilt als Hoffnungssignal für den Standort
Nicht nur expandiert Tesla ja aktuell als einziger heimischer Automobilproduzent gegen den Trend. Das Unternehmen gilt nun zusätzlich auch als einer DER Pioniere bei der europäischen Batteriezellenproduktion. Während diverse andere Projekte scheiterten, bleibt neben VW in Salzgitter und BASF in Schwarzheide (Recycling) Tesla beharrlich dran. Durch die zusätzlichen Kapazitäten (18 statt 8 Gigawattstunden) steigt das Investment um 200 Mio auf über 1 Mia Euro. Zudem entsteht so der einzige Standort des Kontinents, wo Elektroautos und Batteriezellen Seite an Seite produziert werden und sich so nahezu die komplette Wertschöpfung abbildet. Der FAZ (Paywall) war das einen längeren Artikel inklusive diverser Interviews mit Experten wert.
So galt Deutschland inzwischen weitgehend als nicht wirklich wettbewerbsfähig. Tesla hat jedoch einen Trumpf, indem man neben einem deutschen Anlagenbauer auch einen US-Experten für spezielle Fertigungsverfahren schluckte und so als erster ein Trockenbeschichtungsverfahren beherrscht, das neben Wasser auch sehr viel Zeit, Aufwand, Kosten sowie auch Platz und Energie spart. Gerade dadurch wird Deutschland trotz hoher Energiepreise auch wieder wettbewerbsfähiger. Zudem werden nun überhaupt nennenswert Fachkräfte für diese Fertigungsprozesse ausgebildet, die es bisher faktisch kaum gibt (genau das schätzten Tesla wie auch Analysten zugleich als größtes Startproblem ein). Insgesamt entstehen so wichtige Voraussetzungen für ein neues "Ökosystem", von dem dann später auch Mitbewerber profitieren können. Spannend ist, dass mit BASF und RockTech gleich zwei weitere Konzerne in Brandenburg batteriefähige Rohstoffe herstellen bzw. recyclen wollen. Zudem hat AMG Lithium in Bitterfeld Sachsen-Anhalt die erste Lithiumraffinerie Europas errichtet. Da entstehen also auf relativ enger Fläche sowie in recht kurzen Zeiträumen eine Menge neuer Strukturen.
Mehr Licht als Schatten für regionale Wirtschaft?
Die Berliner Morgenpost (leider ebenfalls Paywall) hat in einem sehr ausführlichen Artikel die aktuellen Trends der Berliner Wirtschaftsentwicklung zusammen getragen und dabei die größten Chancen wie auch Herausforderungen herausgearbeitet. Da es wirklich umfassend ist und wir vieles davon auch schon hatten, diesmal aber nur in Stichpunkten:
- Die Tech-Industrie wird nun stellenweise richtig profitabel. Wachstumstreiber seien Digitalisierung, KI-Boom, Durchbrüche in der Biotechnologie und Aufschwung der Rüstungsindustrie. Zugleich würden aber auch bestimmte Stellen zunehmend immer weniger benötigt. Als Beispiel werden in Adlershof weniger einfache Ingenieure gesucht, bei IT-Unternehmen weniger einfache Programmierer.
- Durch den Iran-Krieg wurden die Wachstumsprognosen für das Berliner BIP um 0,3 Prozentpunkte gesenkt, bleiben mit 1,5% aber nach 1,1% in 2025 doch weiter ziemlich solide.
- Techbranche und Dienstleistungsbranche boomen.
- Die Baubranche hat immer vollere Auftragsbücher inkl. Baugenehmigungen abzuarbeiten und bisher sei auch noch immer kein Wegbrechen dieser Aufträge erfolgt, wobei auch besonders viele Wohnungen im Auftrag gegeben wurden. (Hierzu ein Hinweis von mir: Zuletzt sind die Mietpreise in Berlin erstmals seit langem minimal zurück gegangen, zudem hat der Senat begonnen Angebotsmieten proaktiv selbst zu scannen und Vermieter für mutmaßlich überhöhte Mieten abzumahnen).
- Die Industrie hat es eigentlich aktuell sehr schwer, konnte aber mehr exportieren und zudem wie geplant die Abhängigkeit von den USA und China zunehmend reduzieren. So gingen zuletzt nur noch gut 8 Prozent in die durch Zölle immer schlechter zugänglichen und unberechenbareren USA.
- Ausgerechnet die lange boomende Tourismusindustrie schwächelt und zieht auch Einzelhandel und Gastronomie in Probleme.
- Der Wohlstand wächst enorm: Die Zahl der Einkommensmillionäre hat sich in den letzten 10 Jahren mehr als verdreifacht (aktuell rund 1.600). Zudem gilt inzwischen fast jeder 10. Berliner als einkommensreich (z.B. über 4.100 Euro netto als Single oder über 9.000 Euro für eine vierköpfige Familie). Es gab auch insgesamt anteilig Zuwachs bei den besseren Einkommensklassen und Rückgang bei den schwächeren. Das mittlere Einkommen liegt ohne Teilzeit bei gut 4.000 Euro brutto (mit Teilzeit: 3.375 Euro brutto).
- Zugleich liegt die Arbeitslosigkeit noch immer über 10% oder 220.000 Menschen, während auch die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Stellen nicht mehr sprunghaft ansteigt. Etwa jeder 5. Berliner gilt als armutsgefährdet und immerhin 6% akut von Armut betroffen (jeweils auch viele Kinder), mit Ballungen in Bezirken wie Neukölln, Mitte, Spandau und Hellersdorf.
Fazit: Die reale Lage ist insgesamt nach wie vor deutlich besser als die Stimmung. Zugleich sollte man nie vergessen, dass immer noch zu wenige Menschen an den guten Trends partizipieren können. Berlin ist zudem eine teure Stadt, was die Einkommenszuwächse stark relativiert. Dazu passt auch, dass die meisten Bürgerinnen und Bürger keine mindestens fünfstelligen Vermögen aufbauen können. -
Ich fand es stellenweise schon ganz unterhaltsam (form follows function sehr schön plastisch vermittelt) aber doch auch teils bewusst arg zugespitzt und etwas provokativ. Selbst bei näherem Hinsehen kann ich jedoch keine klare Ideologie erkennen, was ich erfrischend finde. Er kritisiert ja beide deutschen Systeme gleichermaßen sowie massenhaft verbaute industriell genormte Bauteile ebenso wie auch das Konzept der autogerechten Stadt und den Sündenfall der Mall. Lobt Barock, Fachwerk und Jugendstil sowie Rekos ebenso wie zugleich auch herausragende moderne Bauten.
Eine recht schwache Aussage finde ich nur, dass man nach dem Krieg eine besonders günstige Ausgangslage gehabt hätte. Da hat er sich wohl nicht groß mit dem prekären Zustand der Wohnbauten oder auch der Tiefe der mental-psychologischen Kollektivkrise befasst. Wir hatten hier früher mal ein sehr spannendes Mitglied, das viel über die damalige Zeit und den Luxus der seriellen Bauten im Kontrast zu den ollen Arbeiterwohnungen vermitteln konnte (AeG oder so, glaube ich). Das war wohl eher der denkbar schwierigste Nährboden für eine lustvolle und kreativ verspielte Auseinandersetzung mit Baukunst.
Ebenso stimmt es halt trotzdem nicht, dass es ein speziell deutsches Problem sei.
Also letztlich einige nette Ansätze aber so richtig stimmig oder gar rund wird die Analyse dann doch nicht, auch weil er es wohl eher unterhaltsam als komplex gestalten wollte. So richtig viel kann ich daher gar nicht mitnehmen als was man ohnehin schon so dachte. Ebenso hat er ja mE gar nicht genug richtungsweisendes gesagt und auch keine spezielle Ästhetik klar hervorgehoben. Also nette Rede. Nur wohin damit?
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Es ist natürlich ebenfalls wichtig, dass relevante Strecken ganzjährig sowie in ausreichender Frequenz bedient werden. Der BER hat mE gar nicht mehr so viele wirklich nennenswerte Lücken in Europa. Diverse Anbindungen sind aber noch recht dünn besetzt.
Ansonsten freue ich mich wirklich, wie gut die Wettbewerber den Ryanair-Rückzug annehmen. Rein zahlenmäßig wird das die Verluste nicht voll kompensieren. Aber die Konnektivität an sich scheint gar nicht so sehr zu leiden, wenn ich das richtig überblicke. Zudem bedeutet es eben auch umgekehrt, dass Ryanair so immer weniger Hebel für ihre Erpressungsversuche besitzt. -
Wizzair baut zum Winter am BER aus
Gerade noch hatte ich meine verhaltene Skepsis geäußert - und dabei völlig übersehen, dass Wizzair heute selbst Infos zum Winterflugplan raus gegeben hat. So führt man den Wachstumskurs fort und richtet eine neue Verbindung nach Vilnius ein. Generell setzt Wizzair auf Hauptstadtverbindungen und sieht den BER als unterversorgten Markt an, durch den Rückzug von (namentlich nicht genannten) Mitbewerbern noch umso mehr. Gemeint ist hier natürlich Ryanair, die Vilnius zum Oktober einstellen und somit die entsprechende Lücke für Wizzair lassen. Auch hier also ein leichter, wenngleich im Kontrast zu Eurowings subtilerer Seitenhieb. Der BER zeigt sich natürlich entsprechend begeistert.
Quelle Airliners.de -
Meine Vorbehalte gegen den Entwurf lassen auch immer weiter nach. Die Materialität scheint tatsächlich ziemlich gut zu werden. Mal sehen, wie das bei den Dimensionen und gerade auch aus der Ferne so rüber kommt.
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Eurowings legt neue Verbindungen für Winterflugplan 2026/27 auf
Wie zuletzt hier und hier angesprochen, will Eurowings gezielt in Lücken von Ryanair stoßen. Nun hat man für den Winter neue Verbindungen hinzugefügt: Porto, Bilbao, Lissabon und Sarajevo. Zuvor hatte man eine neue Verbindung nach Bologna sowie höhere Frequenzen für die Kanaren bekannt gegeben.
Quelle Aero.de
Gespannt bin ich übrigens auf die weitere Entwicklung bei Wizzair. Die osteuropäische Budget-Airline hat bisher ja auch stark am BER expandiert. Nun habe ich aber gehört, dass sie sich wohl nicht sonderlich gut gegen die steigenden Kerosinpreise abgesichert habe und demnächst in Schwierigkeiten geraten sowie weniger lukrative Verbindungen einstellen/ umlenken könnte. Noch muss man ja nicht groß unken aber ähnlich wie Condor und wohl selbst easyJet zählt sie eher zu den potentiellen Übernahmekandidaten. -
^Puh, 7 leere Etagen sind eine Menge und der Rest muss ja auch erstmal regelmäßig gefüllt werden bevor man noch mehr Flächen dafür umnutzt (gerade deshalb hatte man ja mW überhaupt erst auf Büros gesetzt). Ich hätte eigentlich vermutet, die Perspektive auf moderne Büroflächen im höchsten Turm und einzigen Wolkenkratzer Berlins würden etwas stärker ziehen. Ich weiß natürlich nicht, wie ambitioniert die Preisvorstellungen sind.
Insgesamt hoffe ich sehr, dass sich dieses Projekt zeitnah bewähren kann. Es ist eins mit besonderer Signalwirkung für Stadt und Bezirk.