deine bemerkung über die weltweit erste untergrundmesshalle ist aber für einen, der sich kompetenter als das landesamt für denkmalschutz hält, schon arg bedenklich...
...andererseits lässt sie erahnen, worum es dir bei der bewertung eines bauwerks wohl hauptsächlich geht: um dessen ästhetik. als privatmeinung ist das völlig okay. aber gerade bei technischen denkmalen - wie brücken - gilt es noch andere faktoren zu beachten:
so konnte das ottendorfer viadukt von 1852 nicht den anforderungen an druck- und lastenverteilung des heutigen verkehrs angepasst werden. statt mit 70 km/h werden die züge über die neue brücke mit 120 km/h rollen können.
und bei innerstädtischen gusseisernen überführungen wie der berliner brücke in leipzig kommt zu oben genannten problemen noch folgendes hinzu: rast ein twingo gegen einen der brückenpfeiler in der strassenmitte, ist er tot. knallt ein 40-tonner dagegen, ist die brücke hin.
völlig zurecht will kein planer und kein bauherr für so etwas verantwortung tragen. und darum werden solche konstruktionen durch brücken mit grösserer spannweite ersetzt.
(ich hoffe, du fühlst dich nicht auch noch kompetenter als statiker oder verkehrssicherheitsexperten.)
bleiben also noch zwei kritikpunkte.
zum einen die ästhetische wirkung neuer brücken. hierbei sind wir uns wohl einig, dass diese die ausstrahlung der alten brücken oft nicht adäquat ersetzen.
und zum anderen, dass alte brückenbauwerke unwiederbringlich verschwinden. bei genutzten trassen trifft dies zu. auf stillgelegten strecken kann derartigen bauwerke jedoch ein ein zweites, mehr als würdiges leben beschieden sein, wie beispielhaft dieses projekt zeigen soll:
http://www.leipzig.de/bauen-und-wohn…/parkbogen-ost/
das wird für den leipziger osten eines der besten stadtentwicklungsprojekte überhaupt.
die (auch durch den bau des citytunnels nicht mehr benötigten) bahnschneissen und -brücken werden zu jogging- und radwegen umfunktioniert.
so sieht für mich die perfekte verbindung von stadtentwicklung und denkmalschutz aus.