Die Fassade des Schuhhauses Köchling sieht nun schlimmer aus als je zuvor. Der grünen Fassade war in dieser Ecksituation wenigstens ein gewisser Wiedererkennungswert nicht abzusprechen. Die neue erstrahlt jetzt in hellem Glanz. Doch auch das erledigt sich mit der Zeit.
Das Schicksal des Bären ist traurig, denn vorindustrielle Bürgerbauten sind nicht sehr reichlich vorhanden in Bonn. Leider war dieses Ergebnis schon lange absehbar. Es bleibt nur zu schauen und zu ertragen, was der Umbau bringt. Die Partie im Erdgeschoß wird sicher nicht so erhalten, wie sie auf uns gekommen ist.
Zum Abriß in der Wenzelgasse:
Mir ist die Karte der Bonner Altstadt von 1819 in die Hände gefallen. Sie zeigt, daß die Trasse der späteren östlichen Friedrichstraße zum Viereckplatze hin bereits zu dieser Zeit weitgehend unbebaut war. Einzig zum Viereckplatze war die Front geschlossen, zur Wenzelgasse dagegen nicht. Mehr noch, bereits damals schloß sich ein "zweiflügliger" Eckbau an die Parzelle des neulich abgerissenen Altbaus an. Der Durchbruch war also schon lange geplant, aber noch 1880 nicht erfolgt, wie sich mir nun aus einer anderen Karte erschließt. Einen (denselben?) Eckbau gibt es aber auch noch 1880. Es spricht viel dafür, daß dieser Eckbau in die neue Friedrichstraße integriert wurde. Gefallen ist er wohl tatsächlich in den Dreißigern des 20. Jahrhunderts. Wäre sein Abriß bereits beim Durchbruch erfolgt, wäre an dieser Stelle sicherlich ein repräsentatives gründerzeitliches Eckhaus entstanden, das den anderen im weiteren Verlauf der neuen Friedrichstraße entspräche. Dann wäre das kürzlich abgebrochene Haus sicherlich schon damals gefallen. Es ist aufgrund dieses "Befundes" durchaus möglich, daß es erst nach dem Durchbruch entstanden ist.