Beiträge von ZET-101

    Vielen Dank für diesen Hinweis, rec! In der Ausstellung sind anscheinend viele Aufnahmen aus Teilen der Altstadt zu sehen, die sich in den letzten Jahrzehnten extrem verändert haben. Besonders die im Artikel erwähnte Dokumentation der alten Maargasse macht mich neugierig. Womöglich gibt es auch Photos aus dem Rheinviertel...

    Das werde ich mir wohl nicht entgehen lassen.

    Politiker geschockt: Frankenbad ist ein Denkmal

    Bei der Umsetzung des Bonner "Bäderkonzepts" sind weitere Verzögerungen zu erwarten. Der Stadtrat hat kürzlich erfahren, daß das Frankenbad (Bild) seit 1996 unter Denkmalschutz steht. Die Planungen sahen bisher einen Abriß des Frankenbades und den Neubau eines modernen Schwimmbades an seiner Stelle vor. Das Planungsamt weist Vorwürfe zurück, Informationen zurückgehalten zu haben. Es sei bisher nicht verpflichtet gewesen, auf den Denkmalschutz hinzuweisen, da die verabschiedeten Planungen nur ein "Standortkonzept" ohne genaue Aussagen über bauliche Eingriffe in das Frankenbades gewesen seien. Auf welchem Wege der Stadtrat nun doch von der Denkmaleigenschaft des Bades erfahren hat, bleibt im unten verlinkten Artikel unerwähnt.

    Die Umsetzung des Konzepts war allerdings bereits zuvor aus finanziellen Gründen bis 2012 verschoben worden. Dies und nun vielleicht auch der Denkmalstatus des Frankenbades haben auch Auswirkungen auf die weitere Entwicklung der Innenstadt, denn der Neubau des Frankenbades ist laut "Bäderkonzept" zwingende Voraussetzung für den Abriß des zentralen Viktoriabades und der anschließenden Nutzung des Grundstückes für großflächigen Einzelhandel.

    http://www.general-anzeiger-bonn.de/index.php?k=ne…detailid=420958

    Zu #68, #69:
    Ersterwähnung 1385 als Haus zum schwarzen Bären neben der Pfarrkirche St. Remigius, am 17.11.1682 Kauf durch den Bierbrauer Anton Lentzen für 900 Reichstaler, 1690 Neubau mit Brauhaus, jedoch Inschrift am Haus: 1638 (bis 1944).

    Sollte die inschriftliche Datierung zutreffen, wäre der Bau vor allem wegen seiner Errichtung vor der großen Zerstörung Bonns im Jahre 1689 sehr wertvoll.

    In unmittelbarer Nachbarschaft der neuen DHL-Zentrale stehen der Post-Tower, das höchste Bürogebäude Deutschlands außerhalb Frankfurts, sowie der Lange Eugen, das Tulpenfeldhochhaus und demnächst der Turm für das Kongreßhotel. Um zu verstehen, warum hier kein weiteres Hochhaus gebaut werden darf, muß man wahrscheinlich sehr tief in die Lokalpolitik verstrickt sein. Selbst der Bürgerbund verhält sich in dieser Angelegenheit konstruktiver als die CDU und würde einem zwölfstöckigen Punkthochhaus zustimmen.

    Mir kam auch gleich LeFays Einwand in den Sinn, doch hat der BDA in der Sache nichts als die Wahrheit gesagt. Den Einwand des Arbeitskreises zur Erhaltung des historischen Stadtgefüges, ein achtstöckiger Entwurf sei allein deshalb zweifelhaft, weil er an der Hochhausgrenze kratze, teile ich dagegen überhaupt nicht. Manche Gebiete auch in der Altstadt könnten eine stärkere Entwicklung in die Höhe durchaus vertragen, andere - wie der Suttnerplatz - brauchen sie regelrecht, um endlich eine vernünftige Fassung zu erhalten.

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    Dingens,

    weitere Eingemeindungen sind nicht durchsetzbar. Schon die Eingemeindungswelle Ende der Zwanziger hatte bei den Menschen einen so faden Beigeschmack hinterlassen, daß es vier Jahrzehnte dauern sollte, bis eine weitere "kommunale Neuordnung" durchgesetzt werden konnte. Außerdem haben die in den Siebzigern neugeschaffenen Großgemeinden um Bonn in der Regel einen zu ungünstigen Zuschnitt, um als Ganzes zur sinnvollen Arrondierung der Stadt beitragen zu können. Hersel, Hangelar oder Alt-Königswinter als Vorstädte Bonns wären sehr gut und sinnvoll in die Stadt Bonn einzugemeinden, nicht aber die heutigen Gemeinden Bornheim, St. Augustin und Königswinter mit weit von der geschlossenen Siedlungsfläche Bonns entfernten Orten wie Sechtem, Nieder- oder Oberpleis.

    Wie wenig die einzelnen Ortsteile der damals nach Quote zusammengeworfenen Großgemeinden miteineinander zu tun haben, wird beispielsweise bei einem Blick auf den Zuschnitt der Gemeinde Alfter augenfällig. Die Ortsteile Alfter und Witterschlick sind verkehrlich jeweils besser an Bonn angebunden, als sie untereinander vernetzt sind. Die große Flurbereinigung der 1970er ist also nichts als eine Verwaltungsreform, auch wenn sie sich gerne als Raumordungsmaßnahme tarnt. Einher ging eine städtefeindliche Dezentralisierungsideologie, die Siegburg zum Verwaltungssitz eines Kreises werden ließ, der sich wie eine Halskrause um seine nährende Mutter legt. Nur Aachen konnte noch gleichzeitig Sitz des Landkreises werden, da das Aachen-Gesetz früher als alle anderen Neuordnungen in Kraft trat. Was das betrifft, sieht es in Bayern erheblich besser aus.

    Wußten Sie´s schon?

    Das städtische Presseamt meldet den jüngsten "Einwohnerrekord" vom Juni nun ein zweites Mal und verkauft ihn als "neu". Immerhin hat man sich die Mühe gemacht, einige Sätze für die zweite Pressemitteilung umzustellen.
    Am eindrucksvollsten entfaltet sich die Wirkung des ganzen Elends bei direkter Gegenüberstellung.

    Die erste Meldung vom 13.07.2007.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Neuer Einwohnerrekord in Bonn
    314.304 Menschen gemeldet – Bad Godesberg wächst am stärksten

    ib – Mit 314.304 gemeldeten Einwohnern leben in Bonn so viele Menschen wie nie zuvor. Den neuen Einwohnerrekord hat die Statistikstelle der Stadt Bonn für den Stichtag 30. Juni 2007 ermittelt. Mit dem neuen Ergebnis ist der bisherige Rekord vom 31. Dezember 2005 um fast 300 Einwohner übertroffen worden. Damals lebten 314.020 Bürger in der Bundesstadt.

    Alle vier Stadtbezirke sind im ersten Halbjahr 2007 gewachsen: Bonn um 56 Einwohner, Bad Godesberg um 238, Beuel um 100 und Hardtberg um 2 Einwohner. Im Stadtbezirk Bonn wohnen jetzt 145.614 Personen, in Bad Godesberg 70.870, in Beuel 66.100 und in Hardtberg 31.717.

    Quelle: http://www.presse-service.de/data.cfm/static/669721.html


    Die "neue" Version, zu finden - natürlich - auch in der Lokalpresse.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Einwohnerrekord in der Bundesstadt

    Einen Rückgang der Einwohnerzahlen im Land Nordrhein-Westfalen meldet jetzt das Landesamt für Statistik. In Bonn dagegen wächst die Einwohnerzahl. Sie stieg zum Stichtag 30. Juni auf 314.301 gegenüber 313.405 im Januar. Damit leben in Bonn so viele Menschen wie nie zuvor. Den neuen Einwohnerrekord hat die Statistikstelle der Stadt Bonn ermittelt.

    Alle vier Stadtbezirke sind im ersten Halbjahr 2007 gewachsen: Bonn um 56 Einwohner, Bad Godesberg um 238, Beuel um 100 und Hardtberg um 2 Einwohner. Im Stadtbezirk Bonn wohnen jetzt 145.614 Personen, in Bad Godesberg 70.870, in Beuel 66.100 und in Hardtberg 31.717.

    http://www.bonn.de/rat_verwaltung…ex.html?lang=de

    Langsam wird es wirklich pathologisch. Nachdem die Statistik bei fallenden Zahlen ein Jahr lang totgeschwiegen wurde, dürfen wir uns jetzt wohl auf gebetsmühlenartige Wiederholungen immer derselben einstellen. Zumindest bis zum 31. Dezember.

    Zu #104 (Baulückenauffüll-, Wohnungsbauermöglichungsprogramm)

    Eine sehr wichtige Meldung! Auch wenn es schade ist, daß den Verantwortlichen nach eigenen Angaben erst bei Spielereien mit Google Earth das Ausmaß ungenutzter Fläche aufgefallen ist. Das strukturelle Problem, daß Fortschritte in der Bonner Stadtplanung eher auf Zufall als auf systematischer Untersuchung der Lage beruhen, bleibt trotz der neuen Einsicht so natürlich bestehen.
    Beachtenswert ist aber der Schritt, auf Eigentümer von Brachen zuzugehen und ihnen, wenn sie selbst nicht bauwillig sind, Käufer für ihre Grundstücke zu vermitteln. Wenn es wirklich dazu kommt, ist viel gewonnen.

    Kann man diesem Gedanken nicht weiter nachgehen und auch an Eigentümer herantreten, die Grundstücke zwar nicht brachliegen lassen, sie aber unter Wert nutzen, und sie mit Investoren in Kontakt bringen? Dort, wo eine komplizierte Gemengelage von vielen Privateigentümern besteht und ohne Impuls nie etwas geschehen wird, könnte solch ein Vorgehen zum Stein des Anstoßes werden. Ich denke da beispielsweise an den Suttnerplatz.

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    Der unansehnliche Zustand Bonner Bahnen (nicht nur der B-Wagen) ist doch eine Folge der äußerlichen Pflege, die man ihnen angedeihen läßt, nicht ihres Alters. Das widerliche grüne Kunstleder-Interieur der B-Wagen kann man bei einer Aufarbeitung der Fahrzeuge, die zweifellos nötig ist, entfernen und durch eine moderne Innenraumgestaltung ersetzen. Das wäre viel günstiger als der Kauf weiterer K 5000, und man hätte als Ergebnis sowohl fahrgastfreundliche als auch solide Bahnen im Fuhrpark.

    Zur Kennedybrücke:
    Ich halte es für richtig, in dieser Frage die Öffentlichkeit zu befragen. Die Brücke ist stadtbildprägend und die Verwaltung unfähig, eine dieser Tatsache angemessene Lösung zu präsentieren.

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    In der Bildunterschrift ist ja sogar von mehr als 700 Jahren die Rede. Wahrscheinlich bezieht sich diese Angabe auf die Ersterwähnung eines Hauses mit dem Namen "Im Bären" an jenem Ort, nicht auf den heute bestehenden Bau. Bürgerlicher Profanbau in diesen Breiten war im 13. Jahrhundert sicherlich kaum massiv ausgeführt; auch Köln bestand bis weit in die frühe Neuzeit fast nur aus Fachwerkhäusern (Und wäre am Bären noch Fachwerk aus der Zeit vor 1300 erhalten, gehörte dies zum ältesten, das es in Deutschland noch gibt). Ein so hohes Alter ist also sehr unwahrscheinlich. Doch wirken Bauausführung und Giebelständigkeit auf mich auf jeden Fall vorbarock, und wer weiß, vielleicht stammt dieses schöne Gebäude ja noch aus der Zeit vor der großen Zerstörung Bonns im Pfälzischen Erbfolgekrieg. Sollte es wirklich auf die Zeit vor 1689 zu datieren sein, wäre jeder entstellende Umbau erst recht ein Frevel.
    Die regelmäßigen Fensterreihen könnten freilich zumindest teilweise wesentlich jünger und eine Veränderung des 19. Jahrhunderts sein.

    Auf jeden Fall sollte man vor dem Umbau noch einige Fotos von diesem schönen Haus machen.

    Die Fassade des Schuhhauses Köchling sieht nun schlimmer aus als je zuvor. Der grünen Fassade war in dieser Ecksituation wenigstens ein gewisser Wiedererkennungswert nicht abzusprechen. Die neue erstrahlt jetzt in hellem Glanz. Doch auch das erledigt sich mit der Zeit.

    Das Schicksal des Bären ist traurig, denn vorindustrielle Bürgerbauten sind nicht sehr reichlich vorhanden in Bonn. Leider war dieses Ergebnis schon lange absehbar. Es bleibt nur zu schauen und zu ertragen, was der Umbau bringt. Die Partie im Erdgeschoß wird sicher nicht so erhalten, wie sie auf uns gekommen ist.

    Zum Abriß in der Wenzelgasse:
    Mir ist die Karte der Bonner Altstadt von 1819 in die Hände gefallen. Sie zeigt, daß die Trasse der späteren östlichen Friedrichstraße zum Viereckplatze hin bereits zu dieser Zeit weitgehend unbebaut war. Einzig zum Viereckplatze war die Front geschlossen, zur Wenzelgasse dagegen nicht. Mehr noch, bereits damals schloß sich ein "zweiflügliger" Eckbau an die Parzelle des neulich abgerissenen Altbaus an. Der Durchbruch war also schon lange geplant, aber noch 1880 nicht erfolgt, wie sich mir nun aus einer anderen Karte erschließt. Einen (denselben?) Eckbau gibt es aber auch noch 1880. Es spricht viel dafür, daß dieser Eckbau in die neue Friedrichstraße integriert wurde. Gefallen ist er wohl tatsächlich in den Dreißigern des 20. Jahrhunderts. Wäre sein Abriß bereits beim Durchbruch erfolgt, wäre an dieser Stelle sicherlich ein repräsentatives gründerzeitliches Eckhaus entstanden, das den anderen im weiteren Verlauf der neuen Friedrichstraße entspräche. Dann wäre das kürzlich abgebrochene Haus sicherlich schon damals gefallen. Es ist aufgrund dieses "Befundes" durchaus möglich, daß es erst nach dem Durchbruch entstanden ist.