Mal sehen, wieviel die über die reine Büronutzung hinausgehenden Einheiten zur Belebung beitragen können. Als reiner Bürobau wäre das Gebäude - trotz guter Gestaltung und Gliederung - aufgrund seiner schieren Größe doch recht öde.
Beiträge von Tinus
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An dem Gebäude sind leider nicht nur die Erker und Fallrohre misslungen. Auch ohne diese "Zutaten" möchte ich das Gebäude kaum als solide bezeichnen, es fehlt insbesondere ein Entwurfsgedanke, wie ich ein Gebäude "um die Ecke führe". Und es fehlt eine Idee, wie ich ein Erdgeschoss attraktiv ausbilden kann.
An welcher Hochschule wird eigentlich derartige Architektur gelehrt?
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Ein frisches Grüngrau. Mit einem leichten Braunton. Ein bräunliches Grüngrau. Mit Stich ins Rötliche. Aber im wesentlichen Grau. Grüngrau.
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Leider muss ich meine Kritik erneuern. Der Europaplatz wirkt überhaupt nicht als "Platz"; er ist eine Restfläche, die man irgendwie verhackstückt. Bäume für's Klima - na klar. Als Stadteingang vom Hauptbahnhof kommend bietet der Platz sehr wenig, hauptsächlich Büros. Und Kettenhotels. Urbanität ist hier nicht zu erkennen. So empfängt Berlin die Gäste aus aller Welt? Aufgabe für die meisten Ankömmlinge: Den Weg vom Hauptbahnhof zum Motel One zügig und unfallfrei zurücklegen. Grrr!
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Die Errichtung der Treppe wirkt doch etwas wie Eskapismus: Mit dem Einheitsdenkmal wird's erst mal nichts, dann lass uns daneben was Anderes anfangen. Ohne das Denkmal wirkt die Treppe auch etwas zufällig an dieser Stelle. Es wäre wirklich schön, wenn sich die Treppe an das Volumen eines Denkmals anschmiegen könnte - was auch immer es sein mag. Der Fortgang der Bauarbeiten an der Treppe zeigt mir zudem, dass die Treppe städtebaulich nicht wirklich zwingend ist.
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Zum Neubau Bernhard-Lichtenberg-Haus:
Als ich Architektur studiert habe, wurde uns eingebläut, wie wichtig es ist, dass sich das Innere eines Gebäudes und seine Nutzungen auch von außen ablesen lassen, dass eine Kommunikation zwischen Innen und Außen stattfinden muss. Das hat man hier erfolgreich vermieden. Dieses Gebäude gibt nichts über sich und seine Benutzer preis. Gar nichts.
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Ich verstehe die Aversionen gegen Architektur der 70er Jahre in diesem Forum überhaupt nicht. Wie zu jeder Zeit gab es in den 70ern gute und weniger gute Architektur.
Zu den Berlin Decks: Das sind sehr gekonnt zusammengesetzte Baukörper, das Volumen wird schön gegliedert, die Fassaden sind sauber durchdetailliert, die Materialität der Brüstungselemente verhindert, dass es zu glatt wird.
Ob die Farbe Grün generell für Gebäude geeignet ist, möge jeder selbst entschieden; die frühere Stadtbaurätin von München, Prof. Christiane Thalgott, hat Grün generell abgelehnt, es lässt das Grün der Pflanzen im Zusammenspiel oft ein wenig verdorrt erscheinen. Hier geht die Farbe natürlich eher ins Blaugrün.
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@Schwammkopf Ich möchte Dir zu 100% zustimmen. Die Abrisse gar nicht mal so alter Gebäude sind vielleicht auch wechselnden Moden geschuldet. Viele der 30 Jahre alten Gebäude der Nachwendezeit wirken nicht mehr so schick und nicht mehr so gut vermarktbar, müssten ohnehin energetisch ertüchtigt werden. Aber wahrscheinlich gelingt es trotz allem, auch deren Ersatzbauten als ultranachhaltig darzustellen.
Warnen möchte ich trotzdem vor staatlichen Eingriffen zum Schutz von alter Bausubstanz, Genehmigungen für den Abriss unter engen Voraussetzungen u.dgl. Dabei kommt nichts Gutes heraus, wenn sich Behörden auf diesem Gebiet austoben können.
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Ein wesentlicher Knackpunkt sind die Geschosshöhen. In gründerzeitlichen Wohnhäusern betrugen diese bis zu 4m, in den "neuzeitlichen" selten über 2,90m. Das schafft natürlich vollkommen andere Proportionen und unterstützt den Eindruck, dass es sich um einen mit Gesimsen verkleideten Standardbau handelt. Ist natürlich der Geschossflächenmaximierung geschuldet.
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Dem Vorwurf der misslungenen Proportion stimme ich zu: Auf ein 5-geschossiges Sockelgebäude 5-geschossige Aufbauten zu setzen, lässt die Aufbauten mickerig erscheinen - bzw. den Sockel zu mächtig. Zum Wasser hin - wo es keine Sockelgeschosse gibt - spielt das natürlich keine Rolle.
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Nachdem mein letzter Beitrag verschoben wurde, hier ein zweiter Versuch:
Ich halte die Einfassung mit einer Sitzgelegenheit für vollkommen überflüssig. Die Wirkung des Denkmals wird durch die neuen Zutaten keinesfalls gesteigert - im Gegenteil: Das Ganze wirkt - wie schon von Anderen angemerkt - wie die Umfassung einer Sandkiste. Auch dieses Projekt zeigt, dass offenbar immer noch zu viel Geld im Staatssäckel ist. Bitte das Geld dort ausgeben, wo es dringender gebraucht wird (zum Beispiel in Schulen und Kitas).
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Was heißt denn hier "Stumpen"? Eine abschließende Bewertung dieses Projekts ist beim aktuellen Stand der Umsetzung überhaupt noch nicht möglich.
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Ist das das, womit sich Berlin dem Besucher präsentieren möchte, wenn er den Hauptbahnhof verlässt - monofunktionale Bürogebäude? An einem baulich nach Norden und Westen nicht gefassten "Platz"???
Bei allen unbestrittenen Stärken des Hauptbahnhofes - auf diese Weise wird der Nordausgang zum Hinterausgang.
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Da ist nichts "gut". Ich erkenne am aktuellen Planungsstand nur Verzagtheit pur.
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Die Senatsverwaltung macht mir ja Spaß mit ihren Sprechblasen: "ein urbanes, bezahlbares und gemischtes Quartier". Aha.
Die bisherigen Entwürfe deuten eher darauf hin, das hier eine verzagte Planung ohne baukünstlerischen Anspruch vor allem bewirken soll, dass nichts unangenehm auffällt. Da ziehe ich ja glatt meine Kritik am MEF zurück und behaupte, dass dort zumindest eine kleine Planungsidee zu erkennen war.
Dass das Luftbild den Stand 36 Jahre nach Wiedervereinigung zeigt, macht ja auch irgendwie traurig.
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@Camondo In meinem Beitrag habe ich mit keinem Wort einer Bebauung des MEF nach historischen Vorbildern das Wort geredet. Ich bleibe aber bei meiner Auffassung, dass diese Fläche zwischen Fernsehturm und Spree sowohl mit seiner Funktion (Grünfläche) als auch in seiner Gestaltung nicht überzeugt. Das MEF ist aus meiner Sicht ein Bruch im Stadtgefüge, die Planungsideen werden dem Ort nicht gerecht - Großstruktur hin oder her. Richtig ist natürlich, dass das MEF Ausdruck seiner Zeit ist und deshalb wohl auch weiter Bestand haben wird. Nur gelungen ist es nicht - und daraus erklären sich die Beiträge, die sich an dem Thema abarbeiten.
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Solche Überlegungen und Bilder entstehen, weil der aktuelle Zustand unbefriedigend ist - und auch nach der Schönheitskur bleiben wird.
Nach den Zerstörungen des 2. Weltkriegs fehlten der DDR sowohl Mittel als auch Wille zum Wiederaufbau. Stattdessen entschied man sich, Tabula Rasa zu machen und eine Freifläche mit Bäumchen zu bepflanzen. Und - weil die Fläche irgendwie noch zu leer war - mit dem Schlossbrunnen zu verschönern. Das ist nicht Städtebau, sondern Schmalkost in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Es ist jedenfalls keine sonderlich tragfähige Lösung für die Mitte Berlins. Da nützt es auch nichts, die Stadtökologie zu bemühen und die Grünflächen als für das Stadtklima unverzichtbar hochzustilisieren.
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@Rainer Tee Das sehe ich ganz genauso. Durch eine abschirmende Bebauung am Rand und ggf. sogar einen Abriss der Landebahnen gehen Charme, Wert und Einzigartigkeit der Fläche vollständig verloren.
Was wirklich zu fordern ist: ein Konzept, was mit dem Baubestand des Flughafens und den Freiflächen langfristig geschehen soll. Solange es da keine zündende Idee gibt: Finger davon lassen. Entwicklungspotenzial für die Zukunft.
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Dass jeder Wohnraum hilft, bezweifle ich. So durchlässig ist der Wohnungsmarkt nicht, wie cardiac hofft. In München stehen viele neuerrichtete Wohnblöcke leer, die im gehobenen Segment als Spekulationsobjekte errichtet und verkauft wurden und allenfalls als Zweit- oder Drittwohnung genutzt werden. Nicht von Münchnern, die andere Wohnungen oder Häuser freimachen würden, sondern von Käufern der ganzen Welt. Helfen würde geförderter Wohnraum, verteilt in kleinen Einheiten auf das Stadtgebiet.
Zu Japan: Wenn man eine derartige Entwicklung für richtig hält, dann allerdings: weiterbauen.
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Warum diese Forderungen nach Wohnungsbau auf Teufel komm raus? Das Problem ist doch, dass es vor allem zu wenig bezahlbaren (Miet-)Wohnraum insbesondere für Menschen mit niedrigem Einkommen gibt (nicht nur in Berlin). Das sollte der Schwerpunkt sein - auch, indem günstiger Wohnraum erhalten wird. Ingesamt wird prognostiziert, dass Deutschland künftig deutlich an Einwohnern verlieren wird - warum also wertvolle innerstädtische Freiräume jetzt opfern? Wird Berlin ein besserer Ort mit derart mediokren Quartieren zu Lasten von Natur und Landschaft? Gibt es keine geeigneteren Alternativen?