Beiträge von Hennes4711

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    Weil die Ansprüche und die Lebenssituationen sich geändert haben. Es wird heute mehr Wohnraum pro Kopf benötigt und es leben weniger Menschen in einer Wohnung. Dadurch steigt die Nachfrage schneller, als sie bedient worden ist.

    Ich hoffe das ist allen, die bei den ganzen anderen unförmigen Kästen in Köln für ein Erhalten eintreten, eine Lehre (Ich denke z.B. ans Justizzentrum, wo es auch Bestrebungen für einen Erhalt gibt)

    Ich steige mal ganz schamlos in diese hitzige Diskussion ein 8o


    Ich sehe in einigen hier geäußerten Punkten nämlich eine große Gefahr, insbesondere der folgende Abschnitt ist mir negativ aufgefallen:


    Es ist normal, dass die Wertung und Einordnung von künstlerischen und gestaltgebenden Arbeiten durch Fachleute mit entsprechender Expertise erfolgt.

    Eine private Meinung darf jeder äußern, sie ist aber nicht zwingend relevant.


    Genau dieses (abgehobene) Selbstverständnis ist der Grund, warum die breite Bevölkerung mit der Architektur von 45 bis heute so sehr fremdelt. Eine kleine Gemeinschaft von Architekten meint vorschreiben zu müssen, was gefällt und was nicht. In den Häusern und Städten leben später aber zu 99% keine Architekten. Wenn Architektur nur dann gut ist, wenn man studiert haben muss um sie zu verstehen, dann hat sie versagt.


    Um es auf das hier angesprochene Dreischeibenhaus herunterzubrechen: Da ich mich viel mit Architektur beschäftige, kann ich intelektuell sehr gut nachvollziehen, warum einige das Haus sehr mögen und verstehe auch seinen berechtigten Platz auf der Denkmalschutzliste. Emotional hinterlässt es bei mir aber trotzdem den Eindruck eines ästhetischen Fehlgriffs. Die breite Bevölkerung sieht ausschließlich die Optik und beschäftigt sich nicht weiter damit, da bleibt dann der Eindruck: Bausünde.


    Zusätzlich kommt noch hinzu, dass der Kontext häufig nicht einbezogen wird. Die KÖ ist mitten im Herzen von Düsseldorf. Als historisch gewachsene Stadt ist es deswegen absolut in Ordnung auch bei Neubauten das Umfeld optisch einzubeziehen und das ist in D halt häufig klassizistisch.


    Ich möchte niemanden seinen Geschmack absprechen, am Ende ist sowas sehr subjektiv. Ich möchte aber stark davor warnen von der Architekten Bubble auf die Allgemeinheit zu schließen. Wenn man sich anschaut, welche Bauformen von der breiten Masse bevorzugt werden, ist das Urteil ziemlich eindeutig. (Bei gleicher quadratmeter Zahl erzielen Altbauten höhere Mieten; desto mehr Altbau in den Innenstädten, desto mehr touristische Übernachtungen usw.)

    Citysurfer Der Beitrag von Plotzhotzen ist natürlich kindisch formuliert und inhatlich auch größtenteils dünn, eine Sache sehe ich jedoch als Kölner recht ähnlich:

    Köln bräuchte ganz dringend nen neuen städtebaulichen Charakter.

    Ich würde sogar soweit gehen und sagen: Köln braucht nicht nur einen Neuen, sondern überhaupt erstmal einen definierten städtebaulichen Charakter. Aktuell ist es ein reines Chaos und es gibt kaum Vorschriften für Stil/Ausführung. Am Dom beim Laurenz Carree wird im Stil der 50er gebaut, am Neumarkt wird eine Neuinterpretation der Handels/Gieblehäuser gebaut, im Rest größtenteils Retorten-/Bauklötzchen Architektur.


    Um auf deine Frage einzugehen, wie so etwas aussehen könnte:

    Ich stelle mir verschiedene Stilzonen vor. Rund um die Via culturalis (die ja Kölns lange Geschichte zeigen soll), einen Rückbezug auf die alte/mittelalterliche Architektur (siehe Fischmarkt). Das müssen ja nichtmal Rekos sein, das geht in Köln dank neuer Straßenführung und Parzellierung an vielen Stellen auch gar nicht. Interessantes Beispiel ist hier Lübeck mit den Neubauten im Gründerviertel.

    Zwischen Ring und Grüngürtel wurde hauptsächlich Gründerzeit und ein bissl Jugendstil gebaut, hier sollte dieser Stil auch wieder klar Vorzug finden. Außerhalb kann man sich dann mit neuer Architektur austoben, was aktuell vor allem in Ehrenfeld und Braunsfeld mit Projekten wie Ovum und The Wid auch sehr gut gelingt. So käme man zumindest für die verschiedenen Abschnitte von Köln zu einem in sich schlüssigen Stadtbild und es würde sich auch wieder ein Ensemble Effekt einstellen.

    Ich kann eure Kritik zum einen ja verstehen, natürlich ginge es deutlich besser. Allerdings bin ich schon zufrieden, dass hier immerhin ein ordentliches Dach geplant ist und nicht wieder ein Flachdach Beton Klotz.


    Aber ja, klar bin ich auch enttäuscht, wenn man bedenkt wie Potsdam oder Frankfurt an ihren zentralen Innenstadt Plätzen gebaut haben, dann wurde hier wieder eine Chance vertan.

    Danke für die Bilder!


    Seit wann sind die 70er Jahre Riemchen Klinker wieder so in? Insbesondere das Haus an der Venloer finde ich von der Fassade her sehr mittelmäßig, schade denn vom Baukörper her wäre hier mehr drin gewesen.

    Rheinpendel - Seilbahn für Köln


    So langsam wird es konkreter mit den Planungen für eine mögliche Seilbahn in Köln. Ich finde die Pläne sehr spannend, kann jemand mit KSTA+ Abo eventuell noch ein paar mehr Infos aus dem Artikel liefern? Insbesondere zur geplanten Streckenführung, da waren ja mehrer Vorschläge im Umlauf, von einer reinen Rheinüberquerung bis hin zu einer Führung über die Aachener Straße.



    E: Ich habe hier die Machbarkeitsstudie im Ratsinformationssystem gefunden.

    Vielen Dank für das Update Tieko!

    Soweit ich mich erinnere sollte die angrenzende Großmarkthallte auch umgebaut werden. Gibt es da eigentlich Neuigkeiten/Updates? Einen Food Court wie in Amsterdams De Hallen könnte Köln gut vertragen

    Was spricht denn für einige gegen einen Abriss, abgesehen von Naturschutzgründen? Ich verstehe ja, dass Köln einige Hochpunkte im Stadtbild vertragen könnte, aber soweit außerhalb und abgesehen vom UNI Center städtebaulich relativ isoliert, fande ich das Justizzentrum immer eher deplatziert und ästhetisch nicht ansprechend. Ich begrüße einen Abriss und einen Neubau in der Fläche eher.