Beiträge von Franz111

    Dekoratives Anführungszeichen

    Sinn leere Diskussion darüber zu führen, was denn überhaupt noch wie und wo (Frankfurt hat ja noch Platzt) in Druckform gesammelt werden sollte.

    Hm, das ist ja echtes eigenartig, wenn Sie einfach mal festlegen ob eine Diskussion sinnfrei ist. Sinnlos ist offenbar eine Diskussion dann, wenn Ihre gesetzte Meinung nicht 100% ig getroffen wird.

    Deutschland dürfte das einzige Land sein, das sich den doppelten physischen Speicherluxus leistet. Eine Diskussion darüber ist nach Ihrer Meinung verboten, weil sinnfrei?

    ZITAT von C.S: Inmitten einer friedlichen Zeit legt die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt, die nach wie vor im Gelde schwimmt, fest, dass sie keinen Bock mehr hat, Hochkultur oder Nationalkultur zu finanzieren.

    Das stimmt doch so nicht: Momentan werden Milliarden in die Aufrüstung und in die Unterstützung der Ukraine gesteckt. Und natürlich fehlt dieses Geld nun an allen Enden und Ecken, eben auch für diese historisch gewachsene Bewahrung der doppelten Sammlungsstruktur von sämtlichen Druckerzeugnissen.

    Dass in diesen aufrüstungsbedingten Mangelzeiten hinterfragt wird, wo man im Kulturbereich sparen kann, liegt doch auf der Hand. Die physische Doppelarchivierung von wirklich JEDEM Druckerzeugnis scheint mir in diesem Kontext zwar extrem bedauerlich aber liegt in der Logik der politischen

    Schwerpunktsetzung.

    Die schon jetzt sichtbaren -und auch noch erwartbaren- Kürzungen im Bereich der übrigen Hochkultur könnten -bei einem reduzierten, arbeitsteiligem Doppel-Archivierungsauftrag- vielleicht moderater ausfallen, hoffe ich wenigstens.

    Den Gedanke, die Gestaltung von städtischen Grünflächen den hierin unerfahrenen 4-Klässlern zu übergeben, ist interessant und berührt m.E. die grundsätzliche Frage: Wer beansprucht mit welcher Legitimation die Gestaltungshoheit im Stadtraum, auch bei Grünflächen und Parks? Was ist gute Gestaltung? Was ist überwiegend störend - und was ist zufällig und damit bedeutungslos?

    Auch in der Sprayer-Szene ist übrigens diese Frage - zu Recht- evident: was die meisten als "Verwahrlosung" wahrnehmen, wird in der Sprayerszene als "demokratische Partizipation im Stadtraum" gefeiert.

    Ich bin neugierig, was da wohl gepflanzt wird. Vielleicht überrascht es positiv...

    Der Sinn dahinter kann so verstanden werden :

    E geht für mich in einer Stadt um Identifikation in historisch gewachsenem Stadtraum. Das zieht mich und -viele Menschen- in attraktive Städte wie Ergurt, Leipzig oder Potsdam. Es begeistert mich, auch die moderne Architektur, mit Bezug zum Umfeld und in angemessenem Maßstab.

    Wenn das Primat schnelle und viele Wohnungen sind, dann kann/ muss man immer Hochhäuser fordern, im Nachhinein auch die 11-Geschosser oder Punkthochhäuser in Grünau. Oder man kann aktuell die grässlich primitiven 7-Geschosser am Dösener Weg (mit naiver Hochhausdominante von 11Geschossen) rechtfertigen. Aber fühlt sich damit jemand wohl? So was kann irgendwo stehen, also auch am Rand von München, FFM oder Castrup-Rauxel? Aus sozialpolitischen Erwägungen vielleicht richtig. Aber wir sind doch hier in einem Architekturforum.

    Ich kann diesen Wunsch -fast standortunabhängig- nach Hochhäusern in innenstadnahen Lagen von Leipzig nicht nachvollziehen.

    Leipzig ist in diesen Lagen bisher geprägt durch 5 geschossige Wohnbauten. Das scheint zudem ein Maßstab zu sein, der in breiten Bevölkerungskreisen beliebt ist, weil die Anonymität des Wohnens darin nicht so ausgeprägt ist.

    Ich kenne persönlich auch niemanden, der aus Überzeugung gerne in Hochhäusern wohnt, egal wo. Das wird überwiegend als zweitklassig oder als Kompromisslösung angesehen, auch wenn es sicher einzelne Gegenstimmen geben wird. Um den Begriff "urban" anwenden zu können?

    Der Umbau der Straße vor der Stadtbibliothek als Teil von Ökotopia wird allerdings auch aufgeschoben

    Sehr schade. Ökotopia sollte schon jetzt die Strasse vor der Bibliothek einbeziehen, d.h. diese weitgehend auflösen. . Das wäre die beste Voraussetzung, dass später die rechte Strassenhälfte der Windmühlendtraße bis zum Bayrischen Bahnhof in ein durchgehendes grünes Band eingebunden wird. Bleibt jetzt aber die Strasse vor der Bibliothek aus Geldmangel bestehen, dann ist diese Idee später schwerer durchsetzbarer.

    Das wäre wirklich ein sehr großstädtischer Entwurf zum -und unter dem- WLP!

    Ja, Nichtbauen als Chance zu sehen, bis die Verhältnisse sich bessern, ist èin gutes und richtiges Argument. Allein fehlt mir der Glaube, dass die erforderlichen Summen in absehbarer Zeit in Leipzig źur Verfügung ständen, da Deutschland gegenwärtig auf andere Prioritäten (Rüstungsindustrie) setzt.

    Im Falle des WLP gefällt mir dieses größere, urbanes Denken bezüglich einer lebendigen Stadtstruktur, mit Deiner Idee einer unterirdischer Markthalle und direktem S-Bahnzugang. Das ist 'out of the box' und erscheint mir ein gutes Wahlkampfthema für den nächsten OB-Kandidaten. Da würde ich also bezüglich WLP vollkommen zustimmen, dass die jetzige Krise und die Planungsstopps hier tatsächlich Chancen bieten.. An anderen Stellen (Kohlrabizirkus) ist es jedoch sehr bedauerlich.

    Solange das Geld in den kommenden Jahren in Miliarden für die Infrastruktur anderer Länder benötigt wird, steht es hier nicht mehr für städtebauliche Infrastruktur und ökologische Projekte zur Verfügung. Das wird sich rasch nicht ändern. Ich selber würde gerne ausgewählte Projekte (z.B. Ökotopia auch vor der Bibliothek!) privat fördern. So könnte man auch Projekte -wie das Stadtplatzprogramm- nicht auf unbestimmte Zeit verschieben. Die jetzige Krise könnte so auch Chance sein, dass sich bürgerschaftliches Engagement in Leipzig noch stärker etabliert.

    Ich kann mir eine Stiftung "Ökotopiaerweiterung und Stadtplatzbegrünung Leipzig" vorstellen, zuerst mit einem Minimal-Grundstock und dann erhoften Zustiftungen (z.B. aus Erbschaften).

    Aber dürfte die Stadt Leipzig diese Parallelität überhaupt akzeptieren? Immerhin müsste man einer Stiftung ja inhaltliche Mitspracherechte einräumen.Das könnte zu Kollisionen mit dem Stadtrat und der Verwaltung führen.

    In den USA ist das bekanntermaßen gängige und sehr erfolgreiche Praxis, auch bei der Gestaltung von Parks (z.B. Milleniumpark Chicago). Die Unterstützer werden ab einer gewissen Höhe namentlich in Stein gemeiselt :-). Ich bin sicher, dass sich auch Leipziger in den Zeiten leerer Staatskassen für ein privates, bürgerschaftliches Engagement zunehmend begeistern würden.

    Ich würde nicht unbedingt sagen, dass 38 Fotos von einem Strassenabschnitt mit Gleisen zu viel sind. Interessant wäre für michjedoch , ob es dort Besonderheiten oder Abweichungen vom "Normalen" gibt? Fahrradstreifen breiter? Lärmschutz der Strassenbahngleise?

    Dass auf Autoebene für Fußgänger nichts Interessantes ist, ist der jetzige Zustand, das stimmt.

    Solange aber Fußgänger einfach nur eine Ebene nach unten in den "Glastrog" verbannt sind, werden sie die an den Riebeckplatz angrenzenden Gebäude nicht als platzbildend wahrnehmen. Statt dessen bleibt die wahrnehmbare Begrenzung lediglich diese unattraktive Souterrain-Glasschüssel.

    Das Dorinthotel bleibt aus dieser Untersicht- Perspektive des Fussgängers gefühlt ausserhalb des "Platzes", vermutlich trift das auch für das Zukunftszentrum zu.

    Ich glaube, dass ein jetzt schon mitgeplanter Fussgängerring auf Platzniveau -langfristig- den wirklichen Platz wieder mit klaren Raumkanten erlebbar und städtebaulich attraktiv macht. Das setzt natürlich voraus, dass zukünftig weitere Gebäude an diesem Ring entstehen. Aber dafür könnte der Fussgängerring ein Trigger sein.

    Sobald jemand Wohnungseigentum erworben hat, ändert sich schlagartig auch die Haltung der ehemaligen Grafittibeführworter- so meine begrenzte Erfahrung.

    Darüber hinaus gibt es aber auch Zerstörungswut, die nicht so leicht zu erklären ist. An der neuen Turnhalle an den Tierkliniken wurden mehrere grosse, frisch eingesetzte Fensterscheiben durch Steinwürfe zerstört.

    Die Häuser, die jetzt am Riebeck-Platz entstehen, formen keine Raumsituation, sondern sie erscheinen wie zufällig vom Himmel gefallen.

    Ein runder, von Gebäuden gesäumtr Platz entsteht dort nicht. Denn dazu hätte man wohl das Zukunftszentrum und das Papenburg -Hotel dichter an den Verkehrskreisel setzten müssen und es hätte jeweils eine konvex Stirnseite zum Platz hin gebraucht. Nur dann werden diese Randgebäude auch aus der Fussgängerperspektive als Begrenzung eines Platzes wahrgenommen werden. Und spätere Bauten hätten sich diesem Ductus vielleicht sogar angeschlossen?

    Dekoratives Anführungszeichen

    Insgesamt ist das Objekt zu groß geraten und die Auskragungen verengen die ohnehin schmale Straße noch mehr, im Detail sind die Rundungen dann doch nicht rund und die versetzten Fensterachsen nerven einfach nur noch... nunja.

    Dass ein Bauherr den Mut hat, an einer bisher sehr unwirtlichen, und eher dunlen Straßenecke einen kostspieligen Bau zu realisieren - und damit einen Straßenzug in der Innenstadt wieder herzustellen- finde ich Klasse. Über ein Stockwerk weniger hätte ich mich auch gefreut. Aber mutig finde ich auch die Architektur. Eben kein Kasten, sondern ein Rundling, den man in Erinnerung behält :-).