Autofahrer (so wie ich) können durchaus lern- und anpassungsfähig sein. Vom Heller kommend (Hansastraße) bin ich früher immer über die Carolabrücke, Pirnaischer Platz und Grunaer Straße zum Straßburger Platz gefahren. Nach dem Einsturz des Brückenzuges C war es zugegebenermaßen etwas chaotisch. Mittlerweile hat sich die Verkehrssituation und der Verkehrsfluss m.E. verbessert, auch wenn ich etwas mehr Zeit benötige, weil ich durch Wohngebiete fahre, durch die ich mit Carolabrücke nicht fahren müsste. Ich nutze nun die Albertbrücke. Zunächst auch hier Chaos, aber mit dem Wegfall der Linksabbiegerspur in die Glacisstraße geht es flüssiger. Und auch der Wegfall jeweils einer Fahrspur zugunsten von Radwegen waren anfangs problematisch. Mittlerweile funktioniert das Einfädeln ziemlich gut und führt zu keinem Chaos mehr.
Ebenso funktioniert auch die Verkehrsänderung auf der Hainstraße sehr gut. Vielleicht könnte man auch bereits stadteinwärts die rechte Fahrspur unterhalb der Gleisbrücke als Rechtsabbiegerspur deklarieren und die linke Spur als reine Geradeausspur auf die Hainstraße. Hier dann mit Hilfe einer Verkehrsinsel eine extra Abbiegespur nach links in die Theresienstraße machen.
Bevor ich detailverliebt abschweife: Der Wegfall der Carolabrücke ist natürlich ein Desaster. Dennoch ist das absolute Verkehrschaos ausgeblieben. Verkehrstechnisch besteht somit kein Zwang, dass die Carolabrücke entsprechend groß geplant werden muss. Zumal bereits auf Neustädter Seite die Albertstraße eine Spur verloren hat. Und auch hier ist das angekündigte Verkehrschaos bzw. der prophezeite Verkehrskollaps ausgeblieben.
Obwohl ich zur Autofahrerfraktion gehöre, wünsche ich mir für die Dresdner Altstadt ein großes autofreies Gebiet, in dem die Menschen im Mittelpunkt stehen. Hierzu gibt es bereits tolle Ideen. Und manche bisherigen Phantasien der Stadtplanung könnten nun Realität werden. Vorher sind sie immer an dem Argument "Carolabrücke und Sankt Petersburger Straße" gescheitert. Endlich funktioniert dieses Argument nicht mehr und man sollte hier wirklich die Gelegenheit am Schopfe packen und zukunftsweisend planen. Auch wenn es länger dauern sollte. Ich als Autofahrer (individueller Eindruck und Einzelerfahrung) habe mich entsprechend angepasst und erlebe kaum bzw. selten Chaos.
Die Dresdner Altstadt sollte kein Durchfahrtzentrum sein, sondern ein Aufenthaltszentrum für Menschen. Mehr Grün und Menschen.
Der 26er-Ring müsste mal neu definiert werden und als Hauptstraße um das Zentrum auch optimiert werden. Gleichzeiutig sollten die altstadtdurchschneidenden Verkehrsachsen Wilsdruffer Straße und der Verkehrszug Dr.-Külz-Ring/Waisenhausstraße unterbrochen bzw. stark zurückgebaut werden. Sie sollten als Zufahrtsstraßen und nicht als Durchquerungsstraßen fungieren.
Damit würden sich ganz neue stadtplanerische Möglichkeiten ergeben.
Als verkehrstechnischen Ausgleich sollte hierbei aber eine "Pieschener Brücke" geplant werden, die vom Alexander-Puschkin-Platz über die Elbe auf die Pieschener Allee im Ostragehege führt und von dort auf die Weißeritzstraße. Hierbei muss natürlich eine Straßenbahntrasse mitgebaut werden. Zunächst könnte die Linie 10 ab Messering geteilt werden. Zu Messeveranstaltungen wird die Endstation Messe angefahren. Ansonsten führt die Linie weiter über die Pieschener Brücke zur Haltestelle Marina Garden und dann zum Alexander-Puschkin-Platz. Von hier aus geht es weiter bis zum Riegelplatz (Kaditz) --> Taktverdichtung und verbesserter Anschluss an die Messe und das Ostragehege/Sportpark Ostra.
Langfristig könnte hier dann eine neue Straßenbahnlinie entstehen, die nach dem Messering (von Kaditz aus kommend) über den verlängerten Rudolf-Harbig-Weg (Haltestelle Sportpark Ostra), Yenidze und Bahnhof Mitte weiter führt.