Eine Möglichkeit ist auch, dass die Firma derlei an die Presse lanciert, um die Verhandlungsbasis ggü. der Stadt zu stärken. Ich kenne aber keine Interna.
Ansonsten gebe ich Kreuzviertel recht, das ist ein ganz normaler Vorgang im Ruhrgebiet. Knauf Interfer ist gerade von Essen nach Duisburg gewechselt, Standardkessel wird Ende des Jahres von Duisburg nach Mülheim ziehen, Pitstop wird von Essen nach Mülheim wechseln usw.
Die andere viel größere Frage ist die nach der politischen Einheit im Ruhrgebiet und die Entwicklung hin zu einer Ruhrstadt mit gemeinsamen Flächenpool, Gewerbesteuerausgleich und der bereits eigenhändig durchgeführten Regionalplanung, ausgeübt durch den Regionalverband Ruhr. DIese verzögert sich aber seit Jahren, zuletzt musste der Planungsdezernent im Oktober 2020 zugeben “eine zeitliche Prognose kann man seriöser Weise nicht abgeben” wann denn der Regionalplan komme. Und das obwohl die Regionalpläne aus den Regierungsbezirken Münster, Arnsberg und Düsseldorf schon vorliegen.
Ich persönlich glaube nicht mehr daran, dass in absehbarer Zeit engere Kooperation zwischen den Ruhrgebietsstädten kommen wird und man das Kirchturmdenken überwindet. Die einzelnen Teile (Städte) haben sich nach dem Ende der Kohle und dem massiven Schrumpfen der Stahlindustrie ökonomisch auseinander entwickelt, die letzte große wirtschaftliche Klammer ThyssenKrupp zerfällt gerade in ihre EInzelteile und man hat die Begeisterung um das Kulturhauptstadtjahr 2010 nicht genutzt, um ein gemeinsames neues Ruhrgebiet zu schmieden.
Ein empfehlenswertes Buch zu dem Thema: "Versemmelt - Das Ruhrgebiet ist am Ende" von Journalisten Stefan Laurin, der sich seit Jahrzehnten publizistisch mit der Region auseinandersetzt und einer der wenigen ist, die überregional (z.B. für die Welt am Sonntag) über das Ruhrgebiet schreiben.