Der ganze Potsdamer Platz ist doch für'n Ar***. Er ist und bleibt ein Retortenbaby. Man wird den Platz wohl über die Jahrzehnte integrieren müssen. Also mal hier und da etwas abreißen und verändern, damit er halbwegs in der Stadt ankommt und als normal wahrgenommen wird.
Der Name "The Playce" hilft da nicht gerade. Ähnlich intelligent wie "The Mynd" am Alex. Das mit September als Eröffnungstermin scheint aber schon länger klar zu sein.
Eine der größten Schwachstellen des Potsdamer Platzes ist die Gabriele-Tergit-Promenade, die ich immer scherzhaft "Hitlers Westwall" nenne. Dort könnte man mit wenig Mitteln viel erreichen. Das Grundkonzept als Chillout-Zone ist gar nicht mal so schlecht. Aber weg mit dem Westwall. Dafür eine fußgängerfreundliche Grünanlage und zwei bis drei Gastro-Pavillions über die ganze Strecke verteilt, wo man es sich gemütlich machen kann. Und noch ein kleiner Spielplatz für Kinder. Die Wippen kommen weg. Warum sind die eigentlich kein Fanal für die Einheitswippe?
Man muß sich schon fragen, was sich die Stadtplaner bei dieser Promenade gedacht haben. Ein bißchen herrichten und schon ist der Potsdamer Platz viel besser inszeniert.
Warum hat man dazumalen den Platz nicht geschlossen? Warum hat man diese Lücke am früheren Bahnhof freigelassen? Der Potsdamer Platz ist ein typisches Beispiel für die Hirngespinste moderner Architekten. Ein Stadtviertel ist eben kein Event oder Marketing, sondern funktioniert gewissermaßen nach ehernen Gesetzen. Das Haus von David Chipperfield nahe dem Tiergarten ist eines der wenigen, wo man das Gefühl hat, in einem normalen Stadtviertel zu sein. Man hätte auf dem gesamten Areal ein paar mehr Vertreter der klassischen Moderne hinpflanzen sollen. Dann würde der Platz auch legitimer wirken. Und die drei vorhandenen Vertreter direkt am Platz hätten etwas weniger amerikanisch ausfallen können.
So schön diese Architektur auch ist, in Berlin wirkt sie irgendwie fremd und exotisch.