Das wären dann die Wohnungen der Genossenschaften, von denen ja auch ein paar gebaut werden. Ich wette, Investorenwohnungen bekommt man in ein paar Jahren auch wieder zu dem Preis. Leerstand über Jahre werden die sich auch nicht leisten wollen. Ich fahre täglich über den Postplatz. Die Vermietung dort geht schon sehr schleppend. Da ist die Schmerzgrenze offenbar überschritten. An der Cottaer hat die CG Gruppe die Mieten auch wieder gesenkt, als dort für 14 € pro m² keiner rein wollte. Jetzt sind es je nach Größe zwischen 8 und 12 €. Und nach 2 Jahren ist immer noch nicht alles vermietet, 10 Wohnungen gibt es bei Immoscout.
So nehme ich es auch wahr. Aber die mittelfristige Folge wird sein, dass viel weniger gebaut wird. Denn Bauen ist trotz Niedrigzinsen und Steuervorteilen in Deutschland immer noch unglaublich teuer und irgendjemand muss es bezahlen. Und sobald sich herumspricht, dass trotz Wachstum der letzten Jahre eigentlich kaum einer bereit ist, 15€ zu zahlen, auch aufgrund der vergleichsweise mickrigen Netto-Lohnentwicklung hierzulande, dann hat das ungemütliche Folgen für Investoren bzw. Anleger. Für Dresden im Speziellen spielen auch falsche Bewertungsmaßstäbe eine Rolle. Wir haben kein Banken-/Büroviertel. Die touristisch geprägte Altstadt wird nie die Löhne abwerfen, die man für das Wohnen am Neumarkt oder Postplatz bräuchte. Im Gegenzug werden die wenigsten Ingenieure bei GF oder Bosch Lust darauf haben, jeden Morgen aus der Altstadt heraus zum Flughafen zu gondeln. Die Lingnerstadt wird genau das gleiche Problem bekommen. Und irgendwie habe ich nicht das Gefühl, dass sich die Stadt über potente Arbeitgeber in der Innenstadt Gedanken macht, eher kümmert man sich darum, dass die Riegel in der Wilsdruffer Vorstadt noch hundert Jahre halten, um bloß niemanden zu "vertreiben".
Insofern ist es gut für Dresden, in den letzten Boomjahren so viele Brachen geschlossen zuhaben, wenngleich mit ziemlich unterirdischer Architektur.