Beiträge von Joseph

    Wahnsinn wie schön das Haus einmal war. Würde mich freuen, wenn sich ein Käufer / Liebhaber für das Objekt findet und es wieder in den Ursprungszustand versetzt wird.

    War das ein kleiner Festsaal der da links angebaut ist? Ich glaube sowas würde an der Ecke gut gehen, der Konditor einige Meter weiter ist ja am Wochenende IMMER überrannt.... :D:daumen:

    Dekoratives Anführungszeichen


    Ich möchte Folgendes anmerken: Anbauten an bzw. Neubauten neben denkmalgeschützten Häusern müssen sich optisch abheben (Man soll gleich "Neu" und "Alt" erkennen können.). Der Kontrast ist also gewünscht.

    Okay, es kam bei dir nicht an was ich meinte...

    Sicherlich sind Kontraste gewünscht und die halte ich auch für nicht verwerflich. Nur leider gibt es in Chemnitz dafür keine gelungenen Beispiele. Ich beschrieb ja deutlich was ich meinte, hier mal ein Link zu einer (aus meiner Sicht) gelungenen Lückenschließung:

    https://www.competitionline.com/de/projekte/49464

    Das Haus ist modern, hebt sich gut sichtbar von der Bestandsbebbauung ab - fügt sich aber gleichzeitig wunderbar in die Reihe ein. Es tanzt trotz der klaren Formen nicht "laut schreiend" aus der Reihe und buhlt damit auch nicht um Aufmerksamkeit. Ein sachlicher und zurückgenommener Bau, der sich im großen und Ganzen demütig einfügt. Einziger Makel aus meiner Sicht: den übertriebenen Fensterrahmen hätte es nicht gebraucht.

    Solche Beispiele findet man andernorts sehr viel häufiger, in Wismar sind mir mehrere solcher Bauten aufgefallen, aber nicht zu allen finde ich Links im Netz. Da gibts im Hafen noch ein weitaus besseres Beispiel.

    @Realis

    Du fragtest danach, welche Bauten man gelungen findet.

    Ich habe nicht das Gefühl, dass die meisten Neubauten von der Architektur her schlecht bewertet werden, sondern eher, dass nicht alles auf dem Prüfstand steht. Es sind halt meist die Negativbeispiele über die geredet wird.

    Generell ist festzustellen, dass heutzutage zu wenig im Bestand geplant / entworfen wird. Mir fallen spontan keine gelungenen Anbauten oder Lückenschließungen in Chemnitz ein. Irgendwie hat man den Eindruck, dass jedes neue Haus sich irgendwie "vordrängeln" will - und das passt nunmal nicht in ein Gründerzeitviertel wo alle "gleich an gleich" sich einreihen. Die Architektur in Chemnitz ist entweder schreiend oder monoton klotzend und so gut wie nie fügt sich ein neues Haus in eine bestehende Situation ein. Ich würde mir oftmals eine sehr viel demütigere Architektur wünschen - klar und modern, aber eben demütig und mit Verzicht auf Effekthascherei. Sowas gibt es, allerdings habe ich solche Bauten häufiger in Polen angetroffen als in Deutschland. Spontan fällt mir in Wismar eine sehr gelungene Lückenschließung im Hafen ein, aber hier...? *kopfkratz*

    Mein persönlicher "Höhepunkt" war der kürzlich vorgestellte Entwurf des Neubaus der neben der Zimmermannvilla entstehen soll. Das Haus, in welchem die Spolie des Verbindungsbaus geparkt werden soll, dieser monotone Klotz mit Mansarddach und ums noch etwas hochwertiger anzustreichen sollen noch Natursteinplatten rangepappt werden... Sorry, aber mir blutet bei sowas einfach das Herz, zumal das Haus ja nicht nur in einer Reihe sehr schöner Altbauten (darunter eine landesweit bekannte Villa) entstehen soll, sondern ausgerechnet auch am "Eingang" der Stadt, also direkt ggü. des Hauptbahnhofs. Da finde ich so manchen DDR Bau ansprechender...

    Aber du fragtest ja nach positiven Beispielen :lach:

    Ich kenne ein paar sehr schöne Villen aus dem Hause Studio2 - wenn die dürfen, können die richtig tolle Sachen leisten, da bin ich jedes Mal begeistert. Was ich auch recht gelungen finde, ist der neue Eigenheimstandort rund um den alten Ziegelofen in der Waldenburger Straße. Auch wenn ich nicht jedes Haus richtig gut finde, so gibt es dort schon ein paar Highlights zu sehen und es ist ein Baugebiet, was relativ "sauber" ist, also man hat dort nicht den sonst üblichen Mischmasch wie in anderen Baugebieten, sondern ist zumindest stilistisch ziemlich einheitlich unterwegs. Wobei das ganze Gebiet auch mit dem Ziegelofen steht und fällt - es wird spannend was daraus vielleicht mal wird, denn der steht ja unter Denkmalschutz.

    Ich bin ansonsten kein Freund dieser seltsamen Eigenheimsiedlungen die hier und anderswo entstehen und bin auch der Ansicht, dass man diesen Bedarf erheblich reduzieren könnte. Zum Beispiel mit gelungenen Lückenschließungen mit großen Wohnungen, wenigen Parteien und ausreichend Grün dahinter.

    Es gibt in Chemnitz hier und da wirklich richtig gute Sachen, aber meist gut versteckt - warum auch immer... :)

    chemnitzer

    Danke für deinen Beitrag. Die Idee mit dem Uferstrand möchte ich zwar so nicht mittragen (weil die an der Stelle sicherlich erhebliche Einbußen an Gästen in Kauf nehmen müssten) - ist aber dennoch ein Ansatz der gar nicht schlecht ist - auch, weil das ja am aktuellen Standort nur temporär angedacht ist.

    Viel wichtiger ist aber die Verknüpfung mit bereits gesagtem zur CWE. Ich glaube große Firmen haben Bestandsimmobilien einfach nicht auf dem Schirm. Die wollen neu und auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten bauen - und das auch in einem zeitlich abschätzbaren Rahmen.

    Trotzdem glaube ich, dass man zumindest das ein oder andere größere Unternehmen auch mit sowas locken könnte - unter der Voraussetzung, dass zum Beispiel Fördermittel zur Verfügung gestellt werden. Gerade das Wandererareal könnte ja auch ein Fördergebiet wie zum Beispiel der Brühl werden - nur eben für Gewerbe- u. Industrieansiedlung. Wobei ich nicht weiß, ob man sowas einfach so einrichten kann, ich gehe jetzt aber einfach mal davon aus, dass das geht - sofern man will.

    Man wird nicht alle schönen Brachen retten können in Chemnitz, aber ich bin sicher, dass man die ein oder andere durch sowas retten kann.

    Zur IBUG: Beide letztgenutzten Gebäude stehen nicht zum Abriss - ganz im gegenteil... :lach:

    Der Herr KMS hat wohl meinen Beitrag nicht richtig gelesen...?:D


    Nochmal:

    Keine Frage, das Areal kann und sollte aufgewertet werden, da bin ich auch dafür.

    ABER! Das muss ja nicht zwangsläufig damit einhergehen, dass das Gewerbe weg muss. Ich verwies auf die letzten 200 Jahre Baukultur im Industriebereich und erst kürzlich haben wir ja mit dem Intenta-Bau wieder ein hübsches Kleinod dazubekommen - warum also nicht auch unter der Brücke dafür sorgen, dass aus den Wellblechhütten was schöneres werden kann?

    Zum Thema Grünfläche:

    Wer sich die Grünflächen in Chemnitz ansieht weiß, dass diese sehr oft nur noch extensiv gepflegt werden. Damit wäre meines Erachtens nach auch unter der Brücke zu rechnen, da dort ja keine Aufenthaltsqualität wie zum Beispiel im Stadthallenpark oder in anderen Parks nötig wäre und auch mit wenig Besuchern dort zu rechnen ist.

    Am Ende hätte man also eine hübsch sanierte Brücke mit optischem Wildwuchs darunter - so unter einer Brücke überaupt was wächst. :)


    Wie dem auch sei, ich finde es einfach ein Unding, dass es in Chemnitz Sitte geworden ist unliebsame Dinge immer gleich abreissen oder verlagern zu wollen, wo man doch im Bestand wirklich viel tolles erreichen kann (siehe zum Beispiel die ehemalige Brache Haase).

    Wieso Wohnen übrigens wirtschaftlicher sein soll, erschließt sich mir nicht. Ein Fokus darauf ist jedenfalls für eine Stadtentwicklung nicht gut, denn kein Mensch will in einer Stadt nur wohnen - irgendwo wollen / müssen die Leute auch ihre Brötchen verdienen und kein Mensch freut sich über die täglichen Staus und den vielen Verkehr, was ja im direkten Zusammenhang steht mit den Flächen an denen gearbeitet / gehandelt wird.

    Chemnitz hat einen akuten Mangel an kleinen Gewerbeflächen - und das schon seit Jahren. Ja, es gibt neue Gewerbegebiete, aber für Neugründer / Startups / normale Handwerker ist sowas nicht attraktiv, weil nicht bezahlbar. Mit dem geplanten Abbruch der Güterbahnhofschuppen ggü. der Sachsenallee (Produktenbahnhof) gehen hier Flächen verloren, die gerade für junge Startups / Gründer / Handwerksbetriebe wirklich gut geeignet und attraktiv wären. Hier hätte ich mir wenigstens den teilweisen Erhalt gewünscht um ein Gebiet zu etablieren, wo verschiedene kleine und große Gewerbe dann eben gemeinsam so einen Standort bewirtschaften - die einen dann eben in den Güterschuppen und die anderen in einem Neubau nebendran. Da dort ja aber eh seit Jahren nichts losgeht und noch nicht mal richtig geklärt ist WAS die dort ansiedeln wollen, braucht man darüber ja auch nicht weiter diskutieren. Die werden sich schon wieder irgend einen Blödsinn einfallen lassen und die Abbruchbagger werden weiter rollen... :D

    Du hast völlig Recht - natürlich bin ich in der Angelegenheit befangen. Allerdings auch nicht erst seit Altendorf, das reicht schon knapp 9 Jahre zurück...

    Das Problem: Die Möglichkeiten in einem Mischgebiet sind sehr begrenzt, nicht so in einem normalen Gewerbegebiet.

    Ich habe es bei der Suche nach einem eigenen Standort jedenfalls sehr häufig erlebt, dass ursprüngliche Gewerbegebiete keine mehr sein dürfen, weil auf dem Nachbargrundstück Wohnbebauung entstanden ist oder entsprechend umgenutzt wurde.

    Sowas streut immer auch sehr stark in die Umgebung, daher mein Einwand.

    Sowas kann auch bei Bestandsgewerbe sehr negative Folgen haben. Mir ist ein Fall bekannt, wo auf dem Kassberg ein Betrieb nicht mal mehr neue Maschinen anschaffen kann ohne alles genauestens auf den Prüfstand stellen zu lassen - allerdings ist das erst so, seit KPM nebenan ein MFH gebaut hat. Sowas schränkt Betriebe sehr ein und ich finde, wir haben genügend Flächen in Chemnitz wo Wohnbebauung möglich ist und auch geeignetere Altstandorte zur Umnutzung.


    Für mich wäre der Fall anders, wenn geklärt wäre was mit Wanderer und Co. in Zukunft werden wird. Aber solange da so viel noch im Unklaren liegt, sollte man da schon arg aufpassen nicht für die Nachbarschaft die Zukunft gänzlich zu versauen.

    @lguenth:

    Gib mir bitte mal Bescheid wenn du das machst, denn dann schreibe ich was dagegen an den Stadtrat. ;)

    Ich bin froh, dass die Stadt darauf genau SO reagiert. Eine Wohnnutzung hat nämlich IMMER auch Auswirkungen auf die Areale drumherum - und das wäre sicherlich das Aus für eine gewerbliche Nutzung in der direkten Umgebung. Zumindest würde es zu sehr großen Einschränkungen führen.

    Das Problem ist aus meiner Sicht, dass die Stadt Gewerbestandorte allzuoft verteufelt. Gerade in dieser Woche gab es einen Artikel über das Gewerbe unter dem Viadukt - das soll ja bestenfalls weg um die Ansicht der Brücke "aufzuwerten". Dabei handelt es sich gerade bei diesen Standorten um sehr wertvolle Gewerbestandorte, da sehr innenstadtnah und kaum bedrängt von Wohnbebauung - sicherlich auch in Zukunft nicht.

    Solche Flächen sind rar geworden und mal abgesehen davon, dass unter Brücken historisch schon immer Gewerbe gerne angesiedelt wurde, haben wir in Chemnitz aus nahezu ALLEN Bauepochen der letzten 200 Jahre Gewerbebauten, die durchaus auch ansprechend sind.

    Sicherlich kann / muss man die Standorte dort aufwerten - dann aber im ersten Schritt doch bitte gemeinsam mit dem Gewerbe - und da ist vieles möglich, wenn man will (und Ahnung davon hat)

    Was die Stadt unter "behutsamer Neustrukturierung" von Bestandsgewerbe versteht, kann man am Güterbahnhof Altendorf sehr gut live erleben. Eine Ratsanfrage hierzu wurde bis heute nicht beantwortet - und wird auch nach Auskunft wohl nicht beantwortet werden. Der erste Betrieb wurde bereits mangels Alternativen geschlossen und alle Mitarbeiter entlassen. Weder der neue Eigentümer noch die Stadt und auch nicht die CWE fühlen sich veranlasst auf Schreiben zu reagieren oder der im Rahmenplan festgelegten "behutsamen Neustrukturierung" mal Taten folgen zu lassen. Offensichtlich hat man hier etwas festgelegt, was man gar nicht im Stande ist umzusetzen - nur eingestehen will man das nicht.

    In Chemnitz wurden in den letzten Jahren genügend Standorte für Wohnen geopfert und es werden auch noch genügend Altstandorte umgewidmet - was sicherlich in vielen Fällen auch ok sein mag.

    Ja, es ist mutig an der Stelle den Wünschen des Eigentümers nicht ganz und gar zu entsprechen - aber es ist. wenn vielleicht auch unbewusst, eine (noch etwas undeutliche) JA-Stimme für die hiesigen Belange und vor allem die Zukunft der Stadt. Immerhin - gegen eine Büronutzung wurde ja nichts eingewendet und ich finde es völlig ok, wenn man den Investoren endlich auch mal was abverlangt. Wohnen ist halt schnelles Geld und aktuell findet ja selbst der schlechteste Ramsch reißenden Absatz. Für alles andere brauchts halt bissl mehr Konzept, Grips und Ideen - aber das müsste eigentlich von der Stadt oder der CWE kommen oder zumindest unterstützt werden.

    Schöner für alle Beteiligten wäre es sicherlich, wenn die Stadt sagen würde:

    "Pass mal auf lieber Investor, das mit dem Wohnen wollen wir hier eher nicht so, aber wir hätten einen Bedarf an... oder könnten uns vorstellen dass..."

    Aus meiner Sicht die ureigenste Aufgabe der CWE.... eigentlich.... aber man schippert ja lieber mit nem ICE durchs Land :lach:

    Ich finde sowas gut und es macht mir Hoffnung, dass endlich mal etwas Mut aufkeimt und man nicht mehr alles mit sich machen lässt. :daumen:

    kleine Update

    Zur Zschopauer Straße:

    Dort wird schon seit Jahren gewerkelt, aber wer weiß, vielleicht gehen Sie dort jetzt mal die Fassadensanierung an. Würde mich freuen - vor allem wenn diese professionell ausgeführt wird.


    Zur Zimmermannvilla:

    Auf der Suche nach ganz anderen Bildern bin ich über Fotos gestolpert, die einen nicht wieder eingebauten Kopf einer Fiale zeigen, wie sie dort i.B. der Giebel verbaut waren. Ich dachte ich zeige den hier einfach mal noch ergänzend, auch weil die Köpfe bemerkenswert simpel gestaltet sind - fast schon grobschlächtig, wenn man den Rest des Hauses kennt. :lach:


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    Schade, dass das nicht verständlicher visualisiert wurde.

    So wie es für mich aussieht, geht es aber wohl eher um eine neue Konstruktion oberhalb der Bahnbögen. Zumindest sieht man in dem Plan, dass es dort Unterschiede gibt. Wieso auf die Lärmschutzwand dann verzichtet werden kann ist mir zwar schleierhaft, aber vielleicht bekommen die das ja mit der Variante irgendwie "entkoppelt"?

    Einen Tod wird man sterben müssen und sofern man auf Lärmschutzwände verzichten kann, die beiden äußeren und die untere Ansicht erhalten kann, ist das doch schon ein super Ergebnis.

    Vielleicht werden die Herren Ingenieure ja durch die Beschäftigung mit der Altsubstanz ja auch inspiriert und die neue Lösung wird richtig gut? Hoffen darf man ja... :lach:

    Kapitalismus? :)

    Ich nenne das eher beim direkten Namen: Spekulation. Nicht mehr, nicht weniger.

    Da aktuell sehr viele Bauvorhaben genau darauf basieren und Chemnitz ja weder wächst noch die Einkommen deutlich steigen, kann sich jeder ausmalen auf welche Situation wir da zusteuern - ohne Sinn und Verstand.

    Aber es ist korrekt: Viele Baufirmen aus dem Umland "geiern" jetzt hier in Chemnitz rum und bringen ihre gewohnten Preise mit. Dass der Markt hier dazu nicht wirklich passt ist solange wurscht, wie es "Kapitalanleger" gibt die meinen in "Betongold" flüchten zu müssen...

    So eine Phase hatten wir schon mal - und die endete um die 2000er Jahre ziemlich mies für Beteiligte auf allen Ebenen: Hausbesitzer stellten fest, dass die Buden nicht so viel wert waren wie sie glaubten bzw. zahlten, Mieter konnten die hohen Mieten nicht mehr zahlen, viele Firmen gingen pleite und damit ging fast eine ganze Generation auf "Wanderschaft".

    Heute fehlt diese Generation nach wie vor, ich erlebe das täglich auf den Baustellen:
    Es gibt viele die sehr nahe am Rentenalter stehen oder bereits in Rente sind und ganz wenige junge Leute - und dazwischen fast gähnende Leere. Kann man auch in fast jedem Supermarkt bzw. generell im Handel erleben.

    Wenn Chemnitz es also weiterhin nicht schafft massiv junge Leute anzuziehen und die Wirtschaft anzukurbeln (und damit meine ich nicht die Industrie sondern alle Gewerbetreibenden), dann wirds schwierig werden - und zwar für alle, nicht nur die Chemnitzer.

    Eine zu stark frequentierte Nutzung würde dem Haus mit all dem Stuck, der Bemalung und den wunderschönen Details überhaupt nicht gut tun und eine Touristeninformation halte ich in einem ordentlich sanierten und aufgehübschten Bahnhofsgebäude sehr viel besser untergebracht - meinetwegen auch in dem Turm rechts neben des Bahnhofs.

    Ich hoffe ja, dass der Bahnhof in dem Zuge auch mal mit angegangen wird. Wenn man in Chemnitz als Bahnreisender ankommt hat man zumindest an vielen Gleisen den Eindruck einen Zeitsprung in tiefste Zonenzeiten zu wagen... :nono:

    Ich nehme mal stark an, dass es dort keine oder sehr wenig klassische Büronutzung geben wird, sondern vielmehr Konferenzräume und ähnliches entstehen werden. Alles andere würde die Struktur des Hauses nur schwer hergeben - und ich kann euch versichern: Die Zimmermannvilla ist eines der herausragendsten Denkmäler Sachsens, da haben also auch ganz andere Kompetenzen mitzureden und ich glaube nicht, dass da zu große Eingriffe zugelassen werden.


    Übrigens: Die Villa Körner in der Beyerstraße ist ja ebenfalls zu Bürozwecken umgenutzt worden und da funktioniert das einwandfrei. Besucher können im Grunde jederzeit das Haus betreten und im Foyer die schöne Glaskuppel ansehen und sich in nachgebauten Van-de-Velde Möbeln niederlassen und den Raum genießen. Auch der Park steht mehr oder weniger offen. Es gibt einen kleinen Schaukasten mit alten Fotos und Fundstücken und wer Fragen hat, kann auch mal ohne Probleme im Büro anklopfen.

    Das Konzept geht dort voll auf und wenn man das ähnlich mit der Zimmermannvilla hinbekommt, wäre das ein Traum. Dann wäre die Tür offen für interessierte Besucher und man muss nicht jeden Hans Dampf durch das Gebäude lotsen - denn eins ist auch klar: Nicht jeder Besucher einer Touri-Info ist an sowas interessiert und manche mögen die Gestaltung auch als sehr aufdringlich und "furchteinflößend" empfinden.
    Nicht ohne Grund wurde das Gebäude ja auch genau so gebaut. Es ging darum Macht zu demonstrieren, Besucher "klein" zu machen, zu Ehrfurcht zu nötigen usw. - alles Dinge die man in einer Touri Info oder in anderen öffentlichen Bereichen eigentlich nicht braucht bzw. eher kontraproduktiv sind.

    Ich empfehle an dieser Stelle mal, sich die in Stein gehauenen Spruchbänder am Erker genau durchzulesen...:lach:

    Zum Thema Hotel:

    Wer von euch würde sich heute in ein Luxushotel einmieten ohne eigenes Bad auf dem Zimmer? :lach: Spätestens mit diesem Hinweis (mal abgesehen von der Zimmergröße) müsste eigentlich jedem klar sein, dass sowas heutzutage nicht mehr umzusetzen ist. Meines Wissens nach waren da auch früher nur ganz wenige Hotelzimmer untergebracht, vielmehr waren es Aufenthaltsräume, Empfangsräume und der große Saal wurde sicherlich für Feiern o.ä. genutzt.

    Hotel würde sicherlich nur mit einem Neubau nebenan funktionieren - so wie das früher auch mal war.

    Ich denke die Planer sind was die Nutzung angeht schon auf dem richtigen Weg. Nur die Umsetzung, das wird spannend. :lach:

    Um Gottes Willen.... War ja schon schlimm genug was der Voreigentümer dem Gebäude angetan hat... nein, in diesem Fall finde ich eine Büronutzung tatsächlich als das verträglichste für das Gebäude. Nicht auszudenken, was Massentourismus für Folgeschäden dort hätte.

    Büros sind ja mehr oder weniger auch eine "öffentliche" Nutzung - zumindest in dem Sinne, dass dort Bürger weiterhin Zugang haben. Besser als bei privaten Wohnungen jedenfalls.

    Übrigens:

    Ich habe mich scheinbar etwas getäuscht. Heute hatte ich die Gelegenheit in die Bauakte von der damaligen Sanierung zu schauen und da lag die Kopie eines kriseligen Bildes bei. Man erkennt zumindest an den Ecken der Balustrade und auch auf den Fialen der großen Giebel, dass auf den Fialen mal was drauf war - allerdings wesentlich zarter als in der Visualisierung. Es könnte sich um einfache Knospen gehandelt haben, aber auch um sehr kleine Kreuzblumen.

    Interessanterweise waren auf der alten Bauzeichnung die Kreuzblumen in manchen Bereichen so dargestellt, als wären sie mal in Schmiedeisen angedacht gewesen.

    Beim Blick auf die Bauzeichnungen und alte Darstellungen fiel mir auch auf, dass auf der Treppenturmseite ebenfalls noch eine Veranda angebaut war. Wir sind also meilenweit von einer tatsächlichen und vollumfänglichen Wiederherstellung entfernt. Wäre auch gar nicht mehr in dem Umfang möglich, da scheinbar mal die Straße und oder der Gehweg zu Ungunsten des einstigen Garten erweitert wurde.

    Aber immerhin: Mit der Wiederherstellung einiger Fialen und Kreuzblumen und vor allem mit der Wiederherstellung der Balkonbrüstungen ist da für das Gesamtbild schon viel erreicht.

    Trotzdem: Ich kenne das Haus noch aus Zeiten VOR der letzten Sanierung und ich habe mitbekommen was dort alles rausgeflogen ist - die Bauzeit von zwei Jahren halte ich für utopisch, was ja per se nicht schlimm ist - im Gegenteil.

    Ich hoffe der Fokus liegt auf der Qualität und nicht woanders.


    Zum Neubau:

    Das Ding ist einfach nur erbärmlich. Ich frage mich wirklich wie man zwischen diese schönen Villen und Häuser so einen nichtssagenden Klotz mit so einem Dach reinpressen kann - und dann noch dieses Portal da so reinschiebt... Das ist weder modern, noch historischem nachempfunden und die Spolie wirkt da eher wie abgestellt, als integriert. In so einem Fall umso mehr ein Jammer, dass der Zwischenbau abgerissen werden soll.
    Da tuts mir selbst um den Naturstein leid, der da rangepappt wird - das hat das Material nicht verdient...:nono:

    Danke für den Nachtrag, das klärt einiges.

    Der Giebel auf der Rückseite ist im Entwurf nicht dargstellt, wird also offensichtlich nicht wieder aufgebaut. Dafür sieht man aber die Balustrade auf der ehemaligen Zufahrt (Vorbau Haupteingang). Hier sind meiner Erinnerung nach aktuell gemauerte Pfeiler und Füllungen aus Stahlgittern verbaut - original war die Balustrade aber aus Sandstein. Vorne, auf dem Erker ist heute ebenfalls ein Stahlgitter, auch hier war früher eine Balustrade - aber dazu gibts ja keine Entwurfszeichnung.

    Auch die Auffahrten werden offensichtlich nicht wiederhergestellt - der Vorbau diente nämlich einst dazu, dass der Herr Zimmermann von seiner Kutsche aus trockenen Fußes ins Heim kommen konnte - es gab also eine Auffahrt und eine Abfahrt in den Vorbau.

    Mit den Kreuzblumen haben die Leute es meiner Ansicht nach übertrieben - den Beleg dafür möchte ich gerne mal sehen. Die Fialen waren am oberen Abschluss lediglich pyramidenförmig zugespitzt und das war für meine Begriffe der originale Zustand. Wäre das nachträglich gemacht worden, hätte man wenigstens noch Bohrlöcher in der Spitze gefunden, das war aber nicht der Fall. Zudem gibt es zwei verschiedene Arten von Fialen: es gab sehr schlichte, die nur mit einer Art "Satteldach" gestaltet waren und es gab aufwendigere, die rundherum profiliert und zugespitzt waren.

    Auf den Wimpergen glaube ich das mit den Kreublumen, auf den Fialen die links und rechts der Wimperge saßen bzw. die auch in der Balustrade zu finden sind glaube ich es nicht - hier dichtet man meines Erachtens nach etwas hinzu was es so nie gab. Aber wie gesagt - vielleicht gibts ja wirklich einen Beleg dazu, würde mich aber wundern, denn es würde auch voll den Proportionen widersprechen.

    Da hätte man wohl mal vorher einen Steinmetzen fragen sollen... :lach:

    Zum Neubau:

    Ja, das ist enttäuschend, da gebe ich euch Recht.

    Man hätte die Fassade (vor allem in dem Kontext mit der restlichen Bebauung) durchaus etwas mehr gliedern können. Beispiele dazu gibt es in unmittelbarer Nachbarschaft zur Genüge. Modern gestaltete Gesimse oder auch einfache Spiegel im Bereich der Fenster hätten schon dazu beitragen können, dass sich der Bau erheblich von den anderen Neubauten dieser Stadt unterscheidet und der Bebauung drumherum in der Qualität auch gerecht wird.

    Ich sehe hier nur eine vorgeblendete schnöde Natursteinfassade, wie man sie zu Hauf findet. Offensichtlich reicht es heute schon zu ein paar gesägte Platten an einen Bau zu nageln um das dann "hochwertig" zu nennen...:lach:

    Naja... mal sehen was wirklich daraus wird. Ist halt heutzutage auch echt kompliziert, da solche Fassaden ja in der Regel nur noch vorgehängt werden um dahinter den Bau dämmen zu können. Zwar könnte man dennoch mit unterschiedlich starken Plattenformaten arbeiten und das Gebäude so etwas gliedern, aber dazu gehört dann halt auch etwas mehr - und das kann man von einem Architekten heutzutage auch wirklich nicht mehr erwarten. Dafür gibt es Fachplaner, die hier offensichtlich nicht hinzugezogen wurden.

    Aber das mit den Kreuzblumen fuchst mich ein wenig... vielleicht sollte ich wirklich mal Kontakt zu denen aufnehmen, der Beleg würde mich schon sehr interessieren. :daumen:

    Wo sieht man den neuen Entwurf denn? Im Artikel konnte ich nichts finden?

    Zur Sanierung der Villa:

    Soweit ich das mitbekommen habe, hat das Büro sehr lange und sehr intensiv geforscht und recherchiert für die Wiederherstellung. Dennoch hört sich das aus meiner Sicht erstmal spektakulär an wenn man von Fialen und Kreuzblumen spricht - so viele fehlen ja nun nicht. Auf den historischen Fialen (die wir samt Attika damals komplett neu aufgesetzt haben) waren jedenfalls keine Kreuzblumen drauf und ich vermute, dass Kreuzblumen höchstens als Abschluss auf den Wimpergen saßen.

    Die beiden Wimperge an der Carolastraße und der Bahnhofstraße wurden von uns neu hergestellt - die Zeichnungen habe ich damals 1:1 in 3 Tagen und 3 Nächten in meiner Küche aufgerissen. Leider hatte ich nur historische Fotos für die Rekonstruktion, aus denen ging aber aufgrund der Körnigkeit nicht gar so viel hervor. Wir konnten sehen aus wie vielen Schichten die Wimperge bestanden und konnten vor Ort die Schichtenhöhe messen / vergleichen. Das gab mir die gröbsten Anhaltpunkte.

    Wer sich noch dran erinnert: Der Giebel an der Carolastraße wurde bei der vorletzten Sanierung abgebaut, da stand jahrelang nur eine Bretterwand. Die Giebelteile selbst waren dilletantisch auf einer Wiese gelagert und hatten ziemlich gelitten. Der Sturzbereich fehlte allerdings komplett und wurde seinerzeit mit Beton neu hergestellt. Da der damalige Auftraggeber nicht viel ausgeben wollte, wurden die Zierelemente stark vernüchtert. Ohnehin waren nur die allernötigsten Arbeiten an der Fassade ausgeschrieben, daher weiß ich was da bei einer RICHTIGEN Sanierung auf einen zukommt. :lach:

    Kurz noch zu den Wimpergen:

    Vorher hat der AG dort Stahlteile aufgesetzt (die stehen jetzt im Hof) und die Denkmalpflege hat sich dagegen gewehrt. Eigentlich ist es nur denen zu verdanken, dass die Wimperge heute wieder stehen. Aus Geldgründen und weil keine Kreuzblume erhalten war (am Objekt) wurden einfache Knospen aufgesetzt.

    Es geht noch weiter: zwischen den eingelagerten Teilen auf der Wiese lagen auch noch die alten Schornsteinköpfe - denn auch die waren aus Sandstein gefertigt und aufwendig mit Blendmaßwerk und Profilierungen versehen.


    Meine Meinung dazu:

    Es ist verdammt cool, dass sich ein Investor gefunden hat, der das Gebäude wieder in den Ursprungszustand versetzen will - allerdings wird das sicherlich nur zu einem Teil geschehen. Es fehlt ja nicht nur die komplette Terrasse, sondern auch die Brüstungen der beiden Balkone, auf der Rückseite ein weiterer Giebel, die angesprochenen Schornsteinköpfe und auch die komplette Zaunanlage - die der Bau eigentlich auch wieder braucht. Da spreche ich jetzt nur von den Außenarbeiten die mir spontan einfallen...

    Innen geht es ja noch weiter. Da sind sämtliche Originaltüren wiederherzustellen / zu reataurieren, die gesamten Wandvertäfelungen, zahlreiche Stücksäulen, Gitter, Deckenstuck usw usf. - das ist wirklich ein gigantisch großes Vorhaben.

    Ist schön, wenn jemand so denkt, aber ich glaube nicht, dass man das (in guter Qualität!) in 2 Jahren umgesetzt bekommt und ich glaube auch nicht, dass die veranschlagte Summe für Sanierung und Neubau ausreichen wird, zumal ja einige Bauschäden hinzukommen die wieder saniert werden müssen.

    Bei dem Bau würde ich den Anspruch aber auch gar nicht allzu hoch ansetzen, denn die Villa ist auch im jetzigen Zustand schon ein Highlight. Viel wichtiger ist eigentlich, dass eine Nutzung absehbar ist und das freut mich ungemein.

    Wegen der Fenster und den anderen Dingen die wir damals aus dem Bauschutt gerettet haben ist die Denkmalpflege übrigens im Bilde. Die wissen das, da brauch ich mich nicht an das Büro wenden. Der Bau ist auch meines Wissens nach sehr gut dokumentiert.

    Ich bin gespannt, aber vor allem freue ich mich über die zukünftige Nutzung, denn das ist das beste was dem Bau passieren kann. :daumen:

    Ich verfolge das Vorhaben schon länger bzw. habe schon länger mitbekommen, dass da größeres geplant wird.

    Das mit dem Neubau ist aber auch mir neu und klingt ja erstmal ganz nett. Dass der Verbindungsbau abgerissen werden soll finde ich zwar schade - denn auch er "gehört" zum Areal dazu (wenn auch später errichtet), aber man wird ja sehen was dabei rauskommt.

    Du hast übrigens kein aktuelles Bild der Villa verlinkt - nur mal so als Info :lach:

    Was die Fassade angeht: Ich durfte als eines der ersten Projekte für mich in Chemnitz dort damals mitwirken und kenne die Fassade sehr gut. Was dort an Arbeiten noch ansteht ist gigantisch - sofern man wirklich wieder den originalen Zustand herstellen will. Einst war ja auch an der Carolastraße eine Terrasse angebaut, das ist auch heute noch gut zu erkennen, denn im Sockelbereich ist die Sandsteinfassade an der Stelle mit farblich angepasstem Zementputz ergänzt worden.

    Auch von der originalen Innenausstattung ist noch sehr vieles erhalten.

    Mein größter Wunsch: Die Wiederherstellung der originalen Fenster. Man hat damals "Löcher" eingebaut und sämtliche historischen Kastenfenster (aus Eiche!!!) entsorgt. Wir haben noch einige Teile der Fenster geborgen und gesichert - mal sehen, vielleicht kann man damit ja weiterhelfen?

    Auf jeden Fall begrüßenswert, dass dort neues Leben eingehaucht werden soll.:daumen:

    Ich glaube das hast du etwas missverstanden. Ich will Gablenz nicht schlechtreden, nur: eine supertolle Wohngegend ist es auch nicht. Ja, es ruhig und vermutlich auch günstig (?) aber gerade die Clausstraße ist ja nun wirklich kein Highlight - trotz der größeren Anzahl bereits sanierter Häuser.

    Die untere Zietenstraße bzw. die Zietenstraße generell hat halt noch weitestgehend geschlossene Viertel zu bieten, an der Clausstraße hingegen sind doch viele und unschöne Lücken und zum Teil auch gruselige Neubauten - und die Sanierungen dort.... naja. Da befindet sich ja auch das Haus mit der kuriosen Wärmedämmung :nono:

    Ich finde den Preis für die Bruchbude dennoch extrem überzogen - auch wenn ich das Haus von der Fassade her eigentlich sehr mag.

    Wenn ich mir den Zustand im Inneren so ansehe, dann wird vom "alten Charme" mit dem hier geworben wird nicht mehr viel bleiben können - so sich überhaupt jemand die Mühe machen würde alte Türen aufzuarbeiten, ich beobachte bei den meisten Sanierungen, dass die Türen samt Zargen als allererstes rausfliegen.

    Ich vermute mal der hohe Kaufpreis liegt auch daran, dass das Gebäude im Sanierungsgebiet liegt. Habe das auf dem Brühl auch beobachten können, durch die Fördermöglichkeiten bei der Sanierung tut der hohe Kaufpreis am Ende nicht gar so weh.

    Trotzdem: Vor nicht mal 7 Jahren wurden solche Buden noch für 7-10.000€ versteigert. Klar, das war eine Ausnahmesituation, aber 89.000€ ist das Objekt beim besten Willen nicht wert.:nono: