Beiträge von Querbalken

    Der neue Koalitionsvertrag in der Hauptstadt hat auch eine Überraschung, was die (neue) Planung / B-Plan Verfahren zur 'Urbanen Mitte' angeht:


    'Ausschnitt Koalitionsvertrag zum Projekt „Urbane Mitte“, Seite 14

    'Es wird geprüft, ob und inwieweit der städtebauliche Vertrag zur Urbanen Mitte den aktuellen klimapolitischen Aufgaben und den Bedarfen vor Ort noch gerecht wird und eine Anpassung von Art und Maß der Bebauung ermöglicht wird.'

    Offensichtlich sind Argumente, die im Stadtentwicklungsausschuss im April diesen Jahres vorgetragen wurden, angekommen.

    Quelle: Gleisdreieckblog

    Einen Block hätte man als architektonische Missbildung durchaus erhalten können. Aber eine ganze Straße auf Ewigkeit entstellen und der Urbanität berauben?

    Es ging und geht in der öffentlichen Diskussion nie um Ästhetik hier, sondern um Machtpolitik im Reinkristall. Zum Erhalt der Privilegien aus dem Arbeiter und Bauern-Staat. Die SED Nachfolgepartei die Linke hat in Ost-Berlin extremst geschickt an den Narrativen gestrickt. Gut und sozial ist, was 'häßlich, monoton und grau aussieht'.

    In Kombination mit Geschichtsklitterung und eisenhartem Machtwillen der SED Nachfolge sind nach und nach fast alle Parteien dem Ost-Platten-Kult verfallen. Es sind des Kaisers neue Kleider. Es wird die monströse Monotonie und Hässlichkeit nun als Kult andachtsvoll verehrt und beklatscht.

    Der wahre Grund, warum die SED Nachfolgepartei so stark die Platte schützt sind die vielen Wählerstimmen, die sich darin finden. Jeder Neubau und Umzug gefährdet Direktmandate. Hat man gut an der Fischerinsel gesehen, wie die Linke flix den Neubau verhinderte und die WBM sofort in ihre Schranken verwies.

    Durch den Denkmalschutz, der sich gern als Instrument der Mächtigen missbrauchen lässt, wird dieser dysfunktionale Zustand jetzt noch auf längste Sicht konserviert und für eine Ewigkeit zementiert.

    Alles interessante Mutmassungen und Gedankengänge hier. Ich bin mittlerweile froh, dass überhaupt mal dort etwas gebaut wird und der Berliner Brachenkult, fast 80 Jahre nach dem Krieg, langsam ein Ende hat.

    Schon mit wohl gegliederten, proportionierten Blockrand wäre ich zufrieden, so gering sind mittlerweile meine Erwartungen an die Architektur unserer Hauptstadt.

    Ich befürchte aber Kostendruck, Zeitdruck und Bürokratenseele werden den am wenigsten interessanten Entwurf propagieren.

    Und, ganz allgemein, ich frage mich manchmal, ob auch teilnehmende Architekturbüros (zumindest deutschsprachige) unsere oft passionierten Debatten um Ästhetik hier mitverfolgen?

    Camondo ...


    es sieht nicht aus, als ob das Trabbi-Museum und Ballon von jener 'unsäglichen' Ecke verschwinden.

    Sehr gut erkennbar in dieser aktualisierten Vorschau der Morgenpost.

    Vielleicht ist es aber auch gut, wenn die Brache nicht vollständig von einem völlig monolithischem 'Finanz-Block' bebaut wird, und die Trabbi-Fläche viel später (Wenn eine gute Fee mit Geld die Berliner Muse küsst) mit einem interessanten Solitär bepflanzt wird?

    Übrigens schreibt die Morgenpost weiter, dass Anfang November schon erste Wettbewerbsergebnisse vorgelegt werden sollen. Wir dürfen hoffentlich gespannt sein.

    Naja, die Dimensionen des Gasometer sind wirklich recht gigantisch für Berliner Verhältnisse, mit 78m Höhe, 50m Durchmesser, gerade wenn man direkt davor steht. Sieht / Spürt man aber auf den Fotos nur immer sehr schlecht.

    Stummelgefahr sehe ich jetzt nicht so ganz, der Klopper wird die Umgebung rein durch die Masse schon überragen und seine Wirkung entfalten.

    Insofern wird es spannend, in vivo. Bebauung nur bis zum zweitletzten Ring hätte ich aber auch sehr befürwortet.

    Nein, eine Grube gibt es noch nicht, aber da ich das Baufeld schon länger aufmerksam in der Presse verfolge, verdichten sich jetzt die Hinweise zu einer logischen Konsequenz. Das Baufeld ('Postblock') gegenüber dem Ministerium gehört der Bima. In verschiedenen Publikationen wurde schon immer darauf verwiesen, dass das Areal nach 'Zwischennutzung' dem Finanzministerium zugewiesen wird, viel mehr Details inklusive Kartierungen findet man in dieser (wenn auch veralteten) Ausschreibung.

    Die genannten finanziellen Volumina von hohen dreistelligen Millionenbeträgen an Baukosten benötigen ebenfalls ein Baufeld von entsprechender Größe, im Artikel des TSP wurden 13.300 qm genannt. Ich kenne nur diese eine Brache in der Umgebung des Ministeriums, die hier von der Größe genau Sinn ergibt.

    Auch die üblichen Forderungen Berlins an den Bund nach Schaffung von mehr Wohnraum auf dem Gelände passen wie Mosaiksteine in die im TSP veröffentlichten Details der zusätzlichen Wohnraumnutzung für Behördenmitarbeiter und Weiterbildungsteilnehmer. Da hat die Bima also aufgepasst und nach ihrer Façon interpretiert.

    Weiterhin gibt es vom Bundesamt für Bauwesen einen erhellenden Link, der die Brücke vom Postblock und Ministerium schlägt und auch einen seltenen Blick in den Innenhof des sanierten und teilweise noch existierenden Postblocks (aus der Kaiserzeit) erlaubt.

    In Berlin braucht man ein wahrlich langes Lebensalter, wenn man bedenkt, dass das Gelände 1939 frei geräumt wurde und voraussichtlich erst 2029, oder später zu neuer Funktion kommen wird. Also nicht weniger als 90 Jahre Brache, Parkplatz, mehr oder weniger Niemandsland, mitten in der Hauptstadt einer führenden Volkswirtschaft – ein skurriler Luxus, der fast an spätrömische Zeiten erinnert.

    Es ist, summa summarum, eine gute Nachricht für Berlin, finde ich.

    Denke ich an Lüscher, denke ich an sture Raster-Fassaden, gepaart mit anti-urbanen Raster-Fassaden. Quasi die Asche, fein verteilt auf die Hauptstadt gestreut.

    Das einzige was ich an ihr liebte, war ihr Schweizer Akzent und ihre ruhige Art, mit der sie andere sicher zur Weissglut treiben konnte und vielleicht ein oder andere Mal das Schlimmste verhinderte.

    Denke ich an Stimmann, denke ich an Traufhöhe, kritische Reko und den behutsamen Versuch, dem geschunden Stadtkörper Berlin ein Minimum an Würde wieder zu geben. Quasi ein 'Schümli-Kaffee', um im Lüscher-Idiom zu bleiben. Nichts weltbewegendes. Aber schmackhaft und die Sinne wieder erweckend.

    Was kommt jetzt? Eigentlich müsste nun, dem modischen Proporz sei Dank, eine diverse-bi-trans Persönlichkeit mal ran.
    Und, ich meine das durchaus wohlwollend, rein architektonisch – befürchte aber, der Senat wird, nach ganz anderen politischen Kriterien, eine geradezu groteske Auswahl treffen.

    Sehr interessant @Gorki1968 was da in Philadelphia zumindest versucht wird.

    Es sieht zumindest kleinteiliger aus, als diese monolithischen Blöcke in der Europacity.

    Kann es ironischerweise sein, dass die europäische Baukultur hinter dem großen Teich mittlerweile mehr umgesetzt wird als bei uns?

    Wann kommen eigentlich die Windräder aufs Feld?

    Mit den Schafen kann dann der Großberliner ganz authentisch die Landluft wie auf dem Deich der Nordküsten schnuppern, und der Horizont würde dann endlich durch sich drehende und nachts blinkende Radspiele verzückt.

    Abstandsflächen wären bei mittiger Anordnung zumindest gegeben.

    Archäologisches Zentrum in Berlin:

    Einfach gruselig. Hier wünschte ich mir mal den berühmten

    #Aufschrei !

    Spricht für die Nicht-Qualität der Entscheider und bestätigt meine schlimmsten Befürchtungen.

    Kann man das noch irgendwie verhindern?

    Nicht, um mich wichtig zu machen. Aber das Gebot der Nachhaltigkeit bedeutet auch, dass ein Bau für Generationen erhaltenswert bleibt, und auch einen ästhetischen Anspruch vermitteln sollte, gerade bei einem wichtigen Gebäude, das der Öffentlichkeit und Kultur dienen soll.

    Und ja, nachhaltig ist der Schraubenzieher meines Urgroßvaters. Den benutze ich noch heute, 100 Jahre später.

    Mal sehen ob unser antikapitalistisch agierender Senat überhaupt noch in Zukunft Fluggäste aus dem Nicht-EU-Ausland auf Berliner Gemarkung einreisen lässt?

    Die Berliner Regierungen hatten schon immer eine schrecklich große Klappe zur Industrie-Ansiedlung ohne wirtschaftlich wirklich attraktive Konzepte.

    Das ICC wird weiter gammeln, und der Estrel Tower wird die geplanten CO2 Steuern spätestens bei Fertigstellung spüren, weil dann zB Warschau oder Budapest für unsere zahlenden Gäste aus Singapore, Manila, Mumbai und Dubai viel interessanter als Kongressort sein wird. (Glaube keiner, Warschau oder Budapest werden nicht genug Abgaben-Schlupflöcher finden, ihre weltweiten Fluggäste gehörig über EU-Struktur-Ausgleichsmaßnahmen zu subventionieren).

    Dekoratives Anführungszeichen

    ... wenn die Menschen dort nicht leben und erst mit den öffentlichen anreisen müssen um in ein Restaurant zu gehen.

    Es leben durchaus Menschen am PP und auch in unmittelbarer Umgebung, und zwar aus aller Mischung an Herkunft und Schichtung. Am Hafenplatz gibt es gar heruntergekommene Sozialwohnungen, die eher an das Marzahn der 90er erinnern als an die funkelnde Mitte.

    Der PP dient schon jetzt der Nahversorgung. Etwas dichtere Wohnbebauung könnte ich mir durchaus vorstellen, auch der extrem hässliche und unpraktisch verkopfte Tilla-Durieux-Park würde eine grundlegende Neugestaltung vertragen (auch wenn mit diese erbärmliche Copyright-Diskussion der Urheber-Mafia bekannt ist), evtl. auch mit einer offenen (Teil-)Bebauung im Süden, wo jetzt nur eine Art Kieswüste herrscht.

    In den letzten Monaten sind wieder ein paar News zum WoHo-Projekt in Kreuzberg ans Licht gekommen. Dabei meine ich nicht die hunderten PR-Meldungen, in denen das Holzhochhaus, copy-und-paste aus der PR-Mitteilung, mit der üblichen Immo-Prosa abgefeiert wurden, sondern eher die kritische Töne, was den Projektträger und das Baufeld selbst angehen.

    Wie es in Berlin-Kreuzberg üblich ist, wird jedes Projekt, das größer als eine Scheune ist, politisch moralisch aufgeladen, dass sich nach den ersten, üblichen Freudentänzen nun auch die Kritiker melden. Das liegt ganz besonders an dem aktivistischen Baustadtrat, der Projekte entweder komplett killt oder eher ungewöhnlich, wie hier, himmelhoch jauchzend hyped.

    In verschiedenen Presseberichten wurde die auffällige Nähe des Baustadtrats mit dem Investor Thomas Bestgen von der UTB Berlin schon hervorgehoben. Neu ist allerdings eine enge Verquickung mit einem noch viel größeren Bau-Löwen, der Konzern DVI, der wohl die UTB aufgekauft hat und ganz geschickt nutzt, um sich ökologisch-sozial-korrekt Baugenehmigungen zu forcieren. Die DVI war allerdings wohl in der Vergangenheit selbst nicht so zimperlich, ein klassischer Profitmaximierer eben.

    Der FOCUS hat kürzlich ausführlich über die 'Doppelmoral' berichtet, welche der DVI nun über den ökologisch-korrekten Anstrich die Aussicht gibt, endlich ihr brach liegendes Grundstück durch maximale Verdichtung vergolden lassen zu können.

    https://www.focus.de/politik/deutsc…d_13100199.html

    Mich wundert das alles nicht, weil für ein Hochhaus, gerade in Berlin, schon immer viel Geld und Gerangel im Spiel war. Aber hier geht die Dimension noch weiter, da die DVI wohl nach Eigenaussage auch den Großteil der Grundstücke am Gartenfeld Spandau hält. Entwickler ist auch dort wieder, man staune, die UTB, im Spiel mit den gleichen copy-paste ökologisch-innovativ Floskeln, welche jeden Profitgedanken schön vor der Öffentlichkeit fernhalten möchten.

    Auch wenn dies ein Architektur-Forum ist, jedes Bauwerk hat auch immer politische (Macht)-Dimension. Hier eben als Alternativ-Leuchtturm, der aber, so scheint es mir, nur durch Subvention fremder bis unbekannter Geldgeber so richtig leuchten kann.

    Und gerade in dieser Angelegenheit wird es geradezu sommerlich heiß, weil jetzt wohl auch gegen den Bauträger UTB wegen schwerwiegender Pflichtverletzung und Geldzahlungen in Millionenhöhe ermittelt wird. (Den WELT-Artikel dazu verlinke ich nicht, da hinter Bezahlschranke)

    Meine Vermutung ist, dass dieser Turm schon immer irgendwie eine Art Deal war. Allerdings ist es fraglich, ob dieser Turm, mit all dieser politisch-ökologischen Aufladung jemals noch realisiert oder finanzierbar wäre, oder zu guter letzt doch eher als ein extraordinär teurer, von anderen Bezirken / Bundesländern bezuschusster, BER-2 endet? Von den derzeitigen Holzpreisen mal ganz zu schweigen ...

    Klar, Schmidt hat sich auf Signa eingeschossen. Die anderen Immobilien-Konzerne sind aber auch nicht nur goldene Engel. Und, wie Recherchen ergeben scheint sich Schmidt an andere Stelle, am westlichsten Zipfel des Bezirkes, nicht zu schade, für den gerade bei Mietern umstrittenen DVI Investor und dessen WoHo zu trommeln, ein äusserst seltsames Projekt, was die Quer-Finanzierung, die Liegenschaft, Verstrickung und den verschleiernden Filz dahinter angeht.

    Kurz, viel Doppelmoral, Spaltpilz und wenig Substanz bei Schmidts Argumentationsketten.

    Quelle Focus (März 2021)

    https://www.focus.de/politik/deutsc…d_13100199.html

    Bei aller Begeisterung hier im Forum, und auch mancher SPD-Kader aus Berlin und Neukölln: die Fläche ist in 'grüner Hand' und die wohl zukünftige grüne Regierende wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aus reiner Partei-Raison und ideologischer Verbohrtheit auch diesen ökologisch wunder-korrekten Vorschlag borniert ablehnen.
    Jeder potentielle Stimmenverlust, welcher dem linksradikal aufgeladenen Protest-Milieu durch den Bau dieses Projektes abhanden kommen könnte wird sinnigerweise als Kriegserklärung interpretiert. Darunter geht im Bezirk des bigotten Klassenkampfes nichts mehr.
    Mein Tipp ist, es werden 10 weitere Jahre vergehen, bis Signa pleite oder aufgekauft ist, und nochmal 10 weitere Jahre bis der Behelfs-Bau gesprengt und durch ein politisch korrektes Windrad, als 'Leuchtturmprojekt' vermarktet, ersetzt wird.

    Innerhalb der Grünen Berlins waren die Kreuzberger Grünen waren schon immer der Primus inter Pares, gleicher als gleich. Insofern ist es Schmidt durchaus zuzutrauen, Senator werden zu können. Seine Affinität bundesweite Schlagzeilen zu generieren ist ja nicht letztlich ohne Grund: Als Aktivist fühlt er sich nicht unbedingt dem Gesetz unterworfen, und für höhere Weihen fühlt sich schon länger berufen, wenn man seinen Visionen und Verlautbarungen folgt.
    Schmidt hat sicher interne Feinde, aber solange er den Linken Stimmvieh abkauft wird er in Nibelungentreue gedeckt werden.

    Vieles wird davon abhängen ob die Grünen in der nächsten Legislatur den Bausenator(m/d/w) stellen.

    Falls ja, könnte die Personalie durchaus Florian Schmidt heissen, Ambitionen hat er ja. Und was für die meisten Investoren wohl Einfrieren der Mittel bedeutet. Und selbst hinter Schmidts Lieblingsinvestor UTB tuen sich jetzt seltsame Verbindungen auf, wie ein aktueller Tweet hier berichtet. Mal sehen wie sich die politische Gemengelage entwickelt, aber ich befürchte eher einen sozialistischen Mehltau für absehbare Zeit.

    https://twitter.com/andreass2904/s…3329853445?s=21