Beiträge von PhilippLE

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    Ich hoffe, es sind entsprechenden Ausgleichsmaßnahmen geplant.

    Laut L-IZ in Mockau, also in einiger Entfernung. Da haben Vögel und Co., die in den Altbäumen leben, nicht wirklich was von. Ganz zu schweigen von den Jahrzehnten, die Neupflanzungen brauchen, bis sie die Funktion abgeräumter Altpflanzungen übernehmen können.

    Zur Artenvielfalt: Die ist mittlerweile ja gerade in den Städten höher als in weiten Teilen der Umlandes:"Städte zeigen heute einen höheren Artenreichtum als viele Flächen außerhalb der Stadt, gerade im Vergleich zur modernen Agrarlandschaft, weil in der Stadt viele unterschiedliche „Nischen“ verfügbar sind, die unterschiedliche Arten nutzen können."

    https://www.bpb.de/themen/stadt-l…n%20k%C3%B6nnen.
    Das alte Bild - wir verdichten die Stadt maximal, weil wir außerhalb unberührte Natur haben, passt nicht mehr. Sicher ist es herausfordernd, Artenvielfalt als zusätzlichen Aspekt in der städtischen Planung/Entwicklung zu berücksichtigen - aber eigentlich gibt es dafür ja etablierte Verfahren.

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    Wenn wir nun bei jeder Fläche die Biotop-Frage stellen, oder als neuer Klassiker eine Frischluftschneise definieren, kommen wir in der Stadt und intelligenten Wachstum nicht weiter.

    Als Bürger möchte ich mich erstmal darauf verlassen können, dass die Ämter bei Erteilung von Baugenehmigungen zuverlässig und sauber arbeiten - und das Bauherren sich dann auch an Vorgaben halten.

    Und als Gesellschaft müssen wir natürlich ausdiskutieren, wo wir Prioritäten setzen und Kompromisse eingehen wollen. Natürlich kann man sich einfach hinstellen und argumentieren: Ok, wir haben in der Ecke den Friedenspark, den Botanischen Garten und die Grünflächen an der Str. des 18. Oktobers - das muss an Natur reichen, der Rest kann weg und die Fläche muss dann auch maximal zugebaut werden ( "7-geschossiges Gebäudeensemble aus sechs Mehrfamilienhäusern sowie drei Wohn- und Geschäftshäusern"). Aber vielleicht würden sich bei einer bewussteren Planung auch Kompromisse anbieten. Warum nicht mal schauen, dass man vorrangig die alten Parkplatzflächen bebaut und möglichst viele der vorhandenen Bäume erhält? Die meisten zukünftigen Bewohner dürften den Blick in einem Baum wohl auch dem auf die nächste Hauswand vorziehen.

    Die LVZ berichtet ausführlicher über die Hintergründe der Baumfällung. Demnach muss es dort ein massives Versagen im Zusammenspiel von Ämtern und LWB gegeben haben. Die LWB waren davon ausgegangen, dass ihre Baugenehmigung vollständig ist. Die Stadt meint, dass die Naturschutzbehörde noch hätte eingebunden werden müssen - wobei wohl nur ",ggf.‘ erforderliche Einbindung“ ausformuliert war.

    Jetzt geht es um bis zu 0,5 Millionen Bußgeld gegen die LWB - die haben einfach mal so ein besonders geschütztes Biotop zermatscht. Einschätzung der Stadt besagen zudem, dass das Gelände nach Bundesnaturschutzgesetzt wohl höchstwahrscheinlich eine geschützte Ruhestätte sei - und dort sind Eingriffe generell verboten. Insgesamt scheint das ein hochgradig peinlicher und vor allem ärgerlicher Vorgang (besonders mit Blick auf die (Teil-)Zerstörung eines geschützten Biotops durch ein kommunales Wohnungsunternehmen mit scheinbarem vorhergehendem Bürokratieversagen) zu sein.

    https://www.lvz.de/lokales/leipzi…YQ7B2QSCWA.html

    Mir war nur im Hinterkopf, dass es da schon ursprünglich eine Auto-Nutzung gab. Ein paar Informationen gibt es hier:

    https://www.leipziger-industriekultur.de/autohaus-johannisplatz/

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    1923 bis 1931 wurde am Johannisplatz ein Gebäude für die „Autohaus am Johannisplatz GmbH“ errichtet. Für damalige Verhältnisse ein hochmoderner Stahlbeton-Skelett-Bau mit großzügiger Verglasung. Mit einem Aufzug konnten die Wagen in die einzelnen Etagen gebracht werden. Eine Tiefgarage und eine eigene Waschanlage gehörten zum Gebäude. Die Gesamtnutzfläche betrug 7500 m². Auf dem Dach gab es unter einer Glaskuppel sogar einen Tennisplatz. Vor dem Gebäude befand sich eine öffentlich nutzbare Tankstelle, eine der wenigen Tankstellen in der DDR-Zeit, die auch nachts geöffnet waren. Zu Ferienzeiten bildeten sich lange Warteschlangen bis zurück in die Talstraße.

    Zu DDR-Zeiten befand sich in dem Gebäude die Zentrale des VEB Taxi. Nach 1990 übernahm wieder ein Opel-Händler die Einrichtung. Die Tankstelle wurde geschlossen, in einem Gebäude der Tankstelle befindet sich heute ein Imbiss.

    Ende August 2017 hat der Opel-Händler die Einrichtung verlassen, weil sie nicht mehr den heutigen Ansprüchen genügt. Künftig sollen Wohn- und Geschäftsräume in das Gebäude kommen.

    Das zweite Beispiel ist ganz klar viel zu farbenfroh. Schulen müssen grau und trostlos gestaltet werden. Am besten auch innen mit Sichtbeton, der auf keinen Fall bunt übergestaltet werden darf, weil das sonst dem kreativen Genie des Architekten zuwider ist (so sinngemäß kürzlich der Kommentar einer Lehrerin, als ich meine alte, zwischenzeitlich erweiterte Schule besichtigt habe). 8o

    Im Ernst: Ich habe es mal von einer Architekturstudentin mitbekommen, dass sie für eine Studienarbeit tatsächlich Kinder gefragt hat, wie sie sich eine Schule vorstellen würden. Wenn man auch nur einen Bruchteil davon umsetzen würde, wären banale Würfelschulen Geschichte.

    Macht ja irgendwie auch Sinn, die Hauptnutzer einzubeziehen. Aber von den Schulbauverantwortlichen scheint da keine auf so eine naheliegende Idee zu kommen. Man könnte ja mal beim Farbkonzept anfangen und die Einbeziehung von Schülern und Lehrern dann peu à peu ausweiten.

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    Möglicherweise lässt sich aber beides kombinieren: reichlich Bäume wie sie französische Boulevards säumen (das kann auch sehr "geordnet" bspw. in Doppelreihe rings um den länglichen Platz erfolgen) und eine sonnige Fläche für Veranstaltungen und Sonnenanbeter im Winter in der Mitte.

    Die Phasen, in denen wir in Leipzig eher mediterranes Wetter haben, dürften in Zukunft zunehmen - also ist es wirklich naheliegend, sich an den Erfahrungen von Mittelmeerländern zu orientieren. Ich war im Juli für ein paar Tage in Barcelona. Große, unbeschattete Plätze will man da lieber nicht betreten. Am angenehmsten war es in der eng bebauten, verwinkelten Altstadt - oder eben unter Bäumen. Nach ein paar Stunden am Strand war der Rückweg durch die platanenbeflanzte Straße im Bild ein Segen. Ganz nebenbei lassen die Bäume die baulich schlichte Straßen auch optisch gleich viel angenehmer wirken - ein Effekt, der sicher auch am Wilhelm-Leuschner-Platz nützlich sein dürfte... .

    Mindestens einige schattige Baumachsen würden in Zukunft jedenfalls für deutlich mehr Aufenthaltsqualität auf dem Platz sorgen. Und die sollte man besser jetzt schon anlegen - die Bäumchen brauchen schließlich ihre Zeit, bis sie ein nützliches Format erreichen.

    Platanen-Barcelona.jpg

    Aktuelle Zahlen zu Leipzig: Die LVZ berichtet über die Immowelt-Daten zu Immobilien in Ostdeutschland - konkret zu den Angebotspreisen von Bestandswohnungen (die wirklichen Kaufpreise können natürlich von den Angebotspreisen abweichen und Bestandswohnungen sind natürlich nur ein Marktsegment). In allen 32 untersuchten Stadt- und Landkreisen Ostdeutschlands sind die Kaufpreise im Vergleich zum Vorjahr (jeweils mit Blick auf Juni) gesunken, und zwar in den Städten tendenziell stärker als auf dem Land. In Schwerin um über 14 Prozent, in Erfurt um über 12 Prozent und in Dresden um über 10 Prozent. In Leipzig war der Rückgang moderater, hier gaben die Preise um 6,3 Prozent nach - von 2.651 auf 2.484 Euro pro m².


    https://www.lvz.de/lokales/leipzi…P2G6FDMGVA.html

    https://www.immowelt-group.com/presse/pressem…-zu-14-prozent/

    Das statistische Bundesamt hat heute über die Entwicklung der Preise für Wohnimmobilien im 1. Quartal 2023 informiert. Demnach gab es bundesweit den stärksten Rückgang seit Beginn der Zeitreihe (immerhin im Jahr 2000). Gegenüber dem Vorjahresquartal ein Rückgang um 6,8 Prozent, allein -3,1 Prozent im Vergleich zum Vorquartal.

    In den Städten gingen die Preise dabei sogar stärker zurück als auf dem Land, mit den größten Preisrückgängen in den Top-7-Metropole. Die Hauspreise (Ein- und Zweifamilienhäuser) gingen da zweistellig um 10,4 % zurück. Separate Zahlen für Leipzig (keine Top-7-Metropole) habe ich allerdings nicht gefunden.

    https://www.destatis.de/DE/Presse/Pres…_245_61262.html

    Gestiegene Finanzierungskosten und Inflation schlagen bundesweit betrachtet also sehr deutlich zu - wenn auch wie es zu erwarten war mit einer gewissen Verzögerung. Bei absehbar weiter steigenden Zinsen wäre es überraschend, wenn sich dieser Trend schnell umkehren würde.

    Die Stadt hat heute mitgeteilt, dass der Bebauungsplan für den Leuschnerplatz steht. Der OB hat ihn bestätigt, im Juli ist noch der Stadtrat dran.
    https://www.leipzig.de/presse/medieni…50b5065e1d12077
    Verwiesen wird darauf auch noch auf eine Extra-Seite zum Platz, die aber wohl schon länger online ist:

    https://www.leipzig.de/bauen-und-wohn…leuschner-platz

    Auch die LVZ berichtet heute zum Thema:

    https://www.lvz.de/lokales/leipzi…HYP3KJVGPQ.html

    Dabei kommt auch der OB zu Wort: Ihm zufolge wird die weitere Entwicklung des Platzes sich noch etwa "zehn, zwölf Jahre" hinziehen. 20 Prozent der Geschossfläche sollen Wohnraum werden, bei den KFZ-Stellplätzen visiert man 25 Prozent der sonst üblichen Stellplätze an. Der westliche Teil bleibt wie bekannt unbebaut als mindestens 3000 m² große "Klimainsel". Max. 3.500 m² gibt es für das Freiheits-und Einheitsdenkmal - der künstlerische Wettbewerb dafür ist für Q1 2024 geplant. Im besten Fall könnte es zum 9. Oktober 2024 das Wettbewerbsergebnis geben.

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    Vielmehr sollte darüber nachgedacht werden (und das wird es sicher auch), welche Personen für welche Situationen einen PKW benötigen.

    Wer soll das und nach welchen Kriterien festlegen? Es wird da immer Grenzfälle geben. Wir haben z.B. in der Familie eine Person, die eigentlich jung und fit ist, nach einem Wirbelbruch aber nur noch max. 10 kg tragen darf. Da wird der Wocheneinkauf dann eben mit dem Auto erledigt - und die Fahrt zur Arbeit, bei der oft auch einiges an Arbeitsmaterialien transportiert wird, genauso.

    Man darf imho auch nicht zu sehr aus der eigenen Bubble denken und das Konfliktpotenzial unterschätzen (und das sage ich als jemand, der für sich ganz klar die autofreie Stadt befürwortet - mir ist aber eben klar, dass das meine subjektive Perspektive ist).
    Dieser LVZ-Artikel zum "Superblock" (https://www.lvz.de/lokales/leipzi…KZAYXXVNC4.html) hat das imho ganz gut exemplarisch ausgeleuchtet. Da gab es zwar eine Initiative vor Ort, ein beachtlicher Teil der Bevölkerung wurde aber vor vollendete Tatsachen gestellt und entsprechend kommt es nun zu Konflikten - z.B. weil Händler Probleme mit Belieferung haben oder um einen Teil ihrer Kunden bangen. Wobei hier auch die Verwaltung eine Mitverantwortung trägt, die das ganze Vorhaben erst auf Eis zu legen schien und dann regelrecht über Nacht doch genehmigt hat. Zeigt imho deutlich, wie wichtig es ist, möglichst große Teile der Bevölkerung einzubeziehen und mitzunehmen.

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    Ich wiederhole es nur, vielleicht fällt den Vieren dann noch auf, dass wir die letzten Jahre sehr niedrige Zinsen hatten und sie auch aktuell niedriger sind als in noch früheren Zeiten.

    Ja, natürlich waren die Zinsen die letzten Jahre extrem (eigentlich absurd) niedrig. Aber genauso klar ist doch auch, dass sich die Bauwirtschaft daran gewöhnt hat und diese nun überholte Zinssituation auch als Grundlage für Kalkulationen genutzt hat. Mit "Verzocken" hat das weniger zu tun - zumal der Zinsanstieg gerade in dieser Schnelligkeit schon ungewöhnlich ist. Dass daraus mindestens Anpassungsprobleme entstehen, liegt auf der Hand.

    Gilt genauso für private Häuslebauer, deren Finanzierung jetzt platzt bzw. die bei laufender Finanzierung Probleme bekommen, wenn die Zinsbindung endet (wobei es für mich nicht sehr weitblickend wirkt, wenn man sich die Zinsen in einer Niedrigzinsphase nicht möglichst für die gesamte Rückzahlzeit sichert).


    Dass Gröner natürlich in eigener Sache argumentiert und die Lage wohl auch zugespitzt beschreibt, sollte klar sein. Klappern gehört halt zum Handwerk. Größere Teile seiner Argumentation finde ich aber durchaus nachvollziehbar und zumindest bedenkenswert. Die Frage, die sich mir stellt, ist dann eher, wie notwendig es für die Gesellschaft ist, Wohnungsbau zu forcieren (mit entsprechendem finanziellem Engagement des Staates/Steuerzahlers) oder ob man nachlassende Bauaktivitäten nicht doch hinnehmen sollte und darauf setzt, dass sich so das Leerstandsproblem in Kleinstädten/im ländlichen Raum abschwächen könnte.

    Mit Blick auf das Grundstückthema: Wer als Investor dafür einen (zu) hohen Preis bezahlt hat, wird vermutlich erst einmal abwarten, ob bzw. wann Bauen wieder attraktiver wird. Was diese Grundstücke in Zeiten des (lokalen) Wohnungsmangels längerfristig dem Markt entzieht und damit zum Problem werden kann. Der Staat kann dann versuchen, Bauen attraktiver zu machen - oder aber den Besitz von unbebauten Baugrundstücken so zu verteuern, dass ein Verkauf regelrecht erzwungen wird. Wobei sich auch danach erst einmal jemand finden muss, der dann wirklich baut.

    Auf LVZ.de gibt es einen Gastbeitrag von Christoph Gröner, dem CEO der Gröner Group AG, zur Bau und Immobilienwirtschaft. Er zeichnet darin ein düsteres Bild und geht auf eine ganze Reihe von Problemfeldern ein (zu teure Finanzierung, übertriebene Grundstückspreise, politische Rahmenbedingungen, mangelnde Innovation z.B. bei Vorfertigung).

    Sein Fazit für Leipzig - in den nächsten Jahren um bis zu 70 Prozent sinkende Bauaktivitäten. Bereits laufende Projekte würden meist noch beendet, stagnierende Problemprojekte wie das frühere technische Rathaus und Großprojekte wie Bayerischer Bahnhof und Freiladebahnhof sieht er hingegen als ziemlich chancenlos an.

    Es müssten alle Seiten Verantwortung übernehmen, um eine tiefe Krise der Bauwirtschaft mit dauerhaften Schäden (z.B. durch den dauerhaften Verlust von von Mitarbeitern) abzuwenden - so fordert er günstige Darlehen für Immobilien (2 % Zins werden konkret benannt) - das würde seiner Meinung nach auch günstigere Mietpreise ermöglichen.
    https://www.lvz.de/mitteldeutschl…2SCWFOCBGQ.html

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    - damit sollte die Kaufkraft für Mieten und Immobilien sich in naher Zukunft wieder auf einer Quote bewegen, wie sie auch vorher existierte, halt auf einem etwas höheren Level

    Das berücksichtigt mit Blick auf Käufe imho nicht ausreichend, wie stark die Zinsen gestiegen sind. Wenn man sich mal durchrechnet, wie sehr sich das gerade auf längerlaufende Finanzierungen auswirkt, muss es fast verwundern, dass sich überhaupt noch Käufer finden. Der bereits zu beobachtende Rückgang bei den Kauffällen (RE: Leipzig: Immobilienmarkt und -wirtschaft) wird sich sicherlich noch intensivieren - zumindest, solange sich die Preise nicht den neuen Finanzierungsrealitäten anpassen.

    Die LVZ titelt: Leipzigs Immobilienmarkt stürzt ab – trübe Aussichten für Wohnungsbau.
    https://www.lvz.de/bauen-und-wohn…NA2OWBITRU.html

    Der Artikel versteckt sich hinter der Bezahlschranke, lässt aber erkennen, dass er sich auf den Bericht des Gutachterausschusses bezieht. Und den gibt es wiederum auf der Stadtseite:

    https://www.leipzig.de/presse/medieni…cd4218865f874a5

    Es gäbe demnach eine Trendwende, Kaufpreise stagnieren (allerdings nicht in allen Marktsegmenten) und Kauffälle gehen deutlich zurück. Im Vergleich 2021 auf 2022 gingen Kauffälle und Umsätze um 18 Prozent zurück. Kauffälle sind sogar auf dem niedrigsten Level seit zehn Jahren. Die LVZ-Überschrift sollte also nicht in die Irre führen - es finden zwar deutlich weniger Käufe statt, die Preise sind dabei aber bisher keineswegs abgestürzt. Bleibt abzuwarten, ob sich das noch ändern wird. Der Immobilienmarkt reagiert schließlich bekanntlich träge und Herausforderungen wie das veränderte Zinsumfeld bleiben bestehen bzw. verschärfen sich weiter.

    In Stötteritz sind innerhalb kurzer Zeit gleich zwei Nahversorger verschwunden - also nicht nur ausgezogen, sondern dem Boden gleich gemacht worden. Einmal der Nahkauf Thiemestraße und jetzt auch der Aldi an der Holzhäuser Str. Ist bekannt, was an beiden Standorten geplant ist?

    Am Aldi-Standort sieht es gerade so aus:

    pxl_20230219_16334370j5e83.jpg

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    Ich verstehe nicht, wie sowas passieren kann. Da müssen doch Kapitalgeber dahinter stehen, deren Einsatz jetzt komplett in den Sand gesetzt wird.

    Das Unternehmen hat wohl dermaßen fragwürdig gewirtschaftet und sich intransparent verhalten, dass die bestellten Wirtschaftsprüfer das Prüfungsurteil für die Geschäftszahlen 2021 verweigert haben - und sich auch kein anderes Prüfunternehmen das mehr antun wollte. Die BaFin findet derweilen scheibchenweise weitere Ungereimtheiten - wozu der Adler Group nichts besseres einfällt, als Rechtsmittel einzulegen.

    Das Ganze zieht sich ja auch schon länger hin. Schon 2021 gab es Vorwürfe, dass die Adler Group ihre Bilanzen künstlich aufgeblasen und so die eigenen Aktionäre getäuscht habe.
    https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unt…-bafin-101.html
    https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unt…bilanz-101.html

    Passend zur Diskussion: Laut LVZ soll die Prager Straße auf Höhe des Völkis (zwischen An der Tabaksmühle und Friedhofsgärtnerei) einspurig werden - was viele Pendler betreffen dürfte. Begründet wird das mit Anpassungen der Straßenbahnschienen für breiter Wagen. Zudem soll es je Richtung neben dem PKW-Fahrstreifen einen Radweg auf der Fahrbahn geben - der jetzt kombinierte, aber stellenweise arg schmale Rad-/Fußweg würde dann zum reinen Fußweg.

    Kostenpunkt 7,3 Millionen Euro - wobei ich die LVZ-Rechnung nicht verstehe, dass die Stadt davon neun Millionen und die LVB weitere 4,4 Millionen trägt. Das Vorhaben kommt aber noch in den Stadtrat, Umsetzung wäre für 2024/25 anvisiert.

    https://www.lvz.de/lokales/leipzi…2QQODNARJM.html

    Laut LVZ und der Immobilien-Datenbank GeoMap sind die Immobilienpreise in Leipzig in den letzten beiden Quartalen "erstmals" (seit wann, wird leider nicht erwähnt) gefallen - von durchschnittlich 3881 €/m² im ersten Quartal 2022 über 3.805 €/m² in Q2 auf zuletzt 3.595 Euro in Q3 - und damit um immerhin über 7 Prozent in einem halben Jahr (im Vergleich zum Vorjahresquartal zumindest noch um 3 Prozent).
    Erklärt wird das u.a. mit einem deutlichen Sprung bei den Angeboten um über 70 Prozent (Q3 2021 auf Q3 2022). Gleichzeitig sorgen die steigenden Zinsen dafür, dass Käufer mit geringeren Kreditsummen auskommen müssen - im Schnitt sank die leistbare Kreditsumme um 81.000 €, Die Nachfrage scheint aber bisher hoch zu bleiben, die durchschnittliche Angebotsdauer ist im Vergleich zum Vorjahresquartal von 170 auf 74 Tage gesunken.
    Die Preisangaben beziehen sich rein auf die Preise in den Annoncen, die gezahlten Preise können abweichen. Es wird auch nicht in Erstbezug/Bestandsimmobilien unterschieden.


    Bei den Mietpreisen sieht man übrigens anders als im zuletzt verlinkten Artikel keine Entspannung - die Angaben da führt man auf Sondereffekte wie die Mietpreisbremse zurück - tatsächlich würde die Situation am Mietmarkt eher schwieriger (weniger Angebote, kürzere Verweildauer).
    https://www.lvz.de/lokales/leipzi…I2KFHTTJMA.html

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    Man kann nicht einen Teil der Bevölkerung (hier: junge Fahrradfahrer:Innen mit intellektuellem Hintergrund ohne reguläre 40-Stunden-SV-pflichtige Beschäftigung) über alle anderen stellen und insbesondere den durchschnittlichen Leistungsträger, der ggf sogar aufs Auto angewiesen ist, mit immer weiteren Einschränkungen belegen.

    Das ist mir alles zu klischeehaft. Als mittlerweile nicht mehr ganz junger, SV-pflichtiger Beschäftigter (mit vorhandenem Führerschein + Kfz) würde ich z.B. sehr gerne das Fahrrad in der Stadt nutzen. Es ist mir (erst recht mit Kindern) in Leipzig aber schlicht zu gefährlich. Einfach weil MIV immer noch massiv bevorzugt ist und es an vielen Stellen nach wie vor kein ausgebautes und erst recht kein sicheres Radwegenetz gibt.

    Und ja, in einer dicht besiedelten Stadt lässt sich eine fairere Behandlung der unterschiedlichen Verkehrsformen nur erreichen, wenn vorhandener Verkehrsraum auch mal umverteilt wird.