Beiträge von Kardinal

    kann ich erwartungsgemäß leider auch nicht. Alle Befürchtungen seinerzeit werden nun bestätigt.
    Es ist wirklich noch schlimmer als der alte Klotz.


    Wenn ich daran denke, dass sogar im Wettbewerb eine weitestgehende Rekonstruktion des gesamten Bereiches angetreten war, die ein vollständig funktionierendes Museumskonzept mit kompletter Barrierefreiheit vorsah und durch die Fachwerkhäuser noch zusätzlichen Wohnraum gebracht hätte.
    Beim nun gebauten Entwurf wurde im Ausschuss deutlich, dass dort die Barrierefreiheit komplett vergessen wurde und dann etwas sehr bemüht im Nachgang ncoh unzureichend reingeschmuggelt.


    Der Altstadtbezug mit Treppen und Klinker war ja auch etwas, was nur bei denen funktioniert, die von Baugeschichte so gar keine Ahnung haben und so viel Respekt vor dem Professorentitel hatten, dass sie diese Aussage staunend und nickend zur Kenntnis nahmen und nie nachprüften (eine bei Stadtverordneten leider sehr verbreitete Krankheit).

    Die Art und Weise, wie die Spolien bei Markt 7 eingesetzt werden, ist auch beschämend. Warum nicht so, wie sie ursprünglich verbaut waren? Aus demselben Grund, weshalb die Holzkonstruktionen unter Putz einfach nur dahingepfuscht werden als Holzrahmenbau, anstatt wirklich, wie von den Stadtverordneten verlangt, so nah wie möglich an das Original heran zu kommen.
    Es gibt dort tätige Architekten, die der Aufgabe ncht gewachsen sind. Und jetzt will man nicht zugeben, daß man aufgrund dieser Inkompetenz nicht in der Lage ist, dem Auftrag gerecht zu werden. Also wird gepfuscht, weil "man sieht es doch eh nicht hinterher".
    Allerdings war schon bei der damaligen Altstadt-Sanierung beschlossen, daß das Rote Haus (Markt 15 + 17!) beide wieder fachwerksichtig freigelegt werden sollen. Dazu kam es wegen dem Krieg aber eben leider nicht mehr. Und nun stellt man einen nostalischen B-Zustand (1900) wieder her, weil man letztendlich eben doch nicht weiß, was man da eigentlich für viele Millionen Honorar macht. Anstatt eben Leute mit einzubezeihen, die nicht nur profitable Verbrauchs-Großprojekte in einem Jahr aus dem Boden stemmen (und sich dann als die großen Macher präsentieren können), sondern wirklich mit Liebe und Sachverstand an die Sache rangehen.
    Die Projektentwickler-Mentalität fügt dieser Aufgabe unglaublichen Schaden zu. Und nur wegen dieser verkorksten Pfusch-Einstellung werden weitere Häuser nicht rekonstruiert (wäre ja nur mehr Aufwand fürs gleiche Geld), obwohl beim Beispiel Markt 30 gerade aus der Konstruktion unbedingt erforderlich.
    Das wirklich Schlimme ist, dass diese Fehler bereits seit Jahren bekannt und benannt sind und man aus falschem Stolz einfach nicht darauf eingeht (oder aus Angst, sich zu blamieren, weil die hochbezahlten Ingenieure und Architekten sich mit diesen lästigen Details nicht rechtzeitig auseinandergesetzt haben, oder es eben diese mitlerweile vorgegebene Fachkenntnis dort gar nicht gibt).


    Das Glanzlicht aber stellt zum Glück Herr Jourdan mit seinen wirklich außerordentlich detaillierten Untersuchungen dar. Die Goldenen Waage wird wirklich herausragend und auf die kann man sich mit Sicherheit freuen. An dieser sieht man dann auch, was möglich gewesen wäre, wenn man sich mit dieser Ernsthaftigkeit allen Häusern angenommen hätte, anstatt das Geld für Events, Logo-Apfelweingläser und unnötigen Werbebroschüren rauszufeuern (ist doch alles angeblich schon verkauft und muss sogar gelost werden).

    Das war das Gelände, das seitens der CDU-Fraktion und anderer Leute als besser geeignet für die Grundschule benannt wurde.


    Gestern war ja Stadtverordnetenversammlung. Die Koalition hat dem Städtebaulichen Vertrag zur Berliner Straße 160 leider wie erwartet zugestimmt. Der Hammer war, dass die SPD-Vertreter gestern gesagt haben, daß die Ästhetik der Architektur nichts wäre, was die Stadtverordneten etwas anginge...
    solange es keinen Gestaltungsbeirat gibt und der Masterplan-Prozess (dem dieser Bau nun vollständig zuwider läuft) nicht abgeschlossen ist, sollte man sehr wohl als Stadtverordneter so weit reichende Entscheidungen diskutieren.
    Es wurde auch noch auf die zeitliche Frage hingewiesen. Man müsse das Grundstück verkaufen, bevor die Grunderwerbssteuer erhöht wird (zum August). Dieses Argument verliert seine Wirkung, wenn man weiß, daß die Koalition sich vorher wochenlang um eben diese Gestaltung gestritten hat. Letztendlich hat sich eine kleine Gruppe SPDler gegen die große Mehrheit der Stadtverordneten durchgesetzt, nur weil diese blind der Vorlage des OB folgen.
    Dem Investor ist die Art der Bebauung übrigens nach dessen eigener Aussage egal. Der hätte auch Blockrandbebauung gemacht, wenn man ihm das angeboten hätte...

    Es stimmt, dass das "Gesamtgemälbe" schon ganz schön viel Schaden und "falsche Reparaturen" aufweist. Aber das ist doch kein Grund, so weiter zu machen. Dieses Durcheinander, das dort herrscht, wird sicherlich besonders für die, die mal wieder unbedingt dort eine schnelle Bebauung haben wollen, gern als Ausrede aufgenommen.
    Wenn man Angst vor dem ersten Schritt hat, ist jede Reise unmöglich... :nono:

    Ja, sicher. Aber so etwas ist halt nur ein Anlass.
    Der Aspekt der Veränderung ist schließlich nicht automatisch gleichzusetzen mit gelungener Stadtplanung. Hier ist die Möglichkeit gegeben, aber die Stadtplanung setzt doch an diesem Punkt erst ein. Leider bestätigt sich wieder die neulich in einem anderen Strang von mir erwähnte Studie der Bauhaus-Uni, dass Stadtplanung in Offenbach faktisch nicht stattfindet.


    Für mich ist das so (wie auch beim Luisenhof), dass man im Gesamtgemälde Offenbach ein größeres Loch in der Leinwand hat. Jetzt wird es entweder restauriert, also das Gemälde geschlossen (aktive Stadtplanung, am Besten eingebunde in einen Masterplan, der halt gerade erst auf Betreiben der IHK entwickelt wird, oder um in der Metapher zu bleiben, einem Gesamtbild) und auch die Farben an den ausgerissenen Enden sinnvoll fortgeführt.
    Oder, und so sieht das für mich hier jetzt in der Planung oder vollendet am Luisenhof aus, es wird einfach ein neuer Lainwandflicken eingesetzt und eine gleichbleibende Schicht Farbe draufgelegt.
    Das Loch ist zu, es reisst nicht weiter aus. Aber schön ist es nicht.

    Ich möchte wirklich nicht immer meckern, aber architektonisch ist das voll für'n A...
    Ich habe gestern Abend den Architekten gefragt, wie es denn mit Dächern wäre und warum man so hoch bauen will, dass die Gründerzeitgebäude der Bahnhofstraße weit überragt werden.
    Er meinte, sie (die Architekten) fänden das eben so schön und sie hätten sich an dem Bürogebäude am westlichen Ende des Platzes orientiert.


    Ist leider wieder Standard-3D-CAD-Kram mit dem, was die Teilepalette des jeweiligen Programms eben so hergibt.


    Das ist leider genauso wie beim KOMM. Da hat man sich mit der Traufhöhe auch an der hässlichsten Bausünde am Platz orientiert statt ein Gesamtbild zu schließen.
    Ich hätte es lieber gesehen, wenn man mit der Bebauung entweder kleinteilig gegangen wäre, oder, orientiert an der dort früher bestehenden Bahnhofsbebauung einen flacheren Gebäudekomplex mit gestalterischer Öffnung zur Berliner Straße hin, damit der das Gebiet von Domstraße bis zur Bahnhofstraße weiter, vielleicht sogar besser als einheitliches Ensemble wahrgenommen wird.

    Lichtblick

    Zwischen all dem dilettantischen Vorgehen seitens der GmbH und den bisher vorgestellten mehr als mangelhaften Planungen für die Rekonstruktionen, was bei diesem Projekt in für mich unfassbarer Weise zusammenkommt, ist die Goldene Waage der große, herausragende Lichtblick. Der Maßstab, der eigentlich für alle Rekonstruktionen hätte gelten müssen, würde man den Stadtverordnetenbeschluss wirklich ernst nehmen!


    An Prof. Jourdan ist hier wirklich ein großer Dank zu richten für die herausragende Arbeit, die er geleistet hat. Ich finde das um so herausragender, da ja auch er, wie sich einige ältere Forumsteilnehmer sicher erinnern können, zu den erbitterten Gegnern von Rekonstruktionen auf diesem Gebiet gehörte und dies auch immer deutlich machte. Ob er nun seine Ansicht änderte oder gar ein so professioneller Architekt ist, daß er zwischen eigener Ansicht und der Aufgabe, wie der Bauherr (in dem Fall eindeutig entgegen der Formalia mal genannt die Stadtverordnetenversammlung und nicht die diese sehr schlecht vertretende GmbH) sie formuliert hat, unterscheidet, ist mit hinsichtlich der Qualität seiner Arbeit auch schlicht egal. Es würde ihn nur zu einem noch besseren Architekten im Sinne seines Berufsethos machen.


    Auf die Goldene Waage werden wir uns alle freuen können.

    Der Kernpunkt, den ich hier immer wieder deutlich machen möchte, ist, dass in Offenbach keine Stadtplanung stattfindet.
    Die Kritik am Luisenhof ist dementsprechend, dass die Grundlage, dort etwas zu machen, keine Analyse des Bedarfs, keine Untersuchung über die bestmögliche Einbindung etc. stattfand. Es wurde einfach nur gesagt: da soll was gebaut werden, alles andere, sogar die Frage ob man da etwas einnimmt, war vollkommen egal.
    Wenn das nun angenommen wird, ok. Aber es ist immer noch vollkommen ungeklärt in wie weit es sich in ein Gesamtkonzept einfügt, welches jetzt dankenswerterweise von der IHK angestoßen wird.
    Die SPD wollte kurz vor der Vertragsabstimmung wieder weitere große Forderungen in das Masterplankonzept schreiben und war dagegen, dass die Ansiedlung wohlhabender Anwohner reingeschireben würde, weil es diskreminierend sei und man sich auch um sozail schwierigere Fälle kümmern sollte (kein Witz!).
    Ich finde die Kritik an dem Masterplankonzept der IHK auch überzogen, weil man froh sein muss, dass die IHK diese Aufgabe übernimmt, die eigentlich die Stadt bewältigen sollte.
    Bzw. wäre das schon vor Jahren die Aufgabe des OB gewesen. Aber sein (in der Stadtverordnetenversammlung selbst formulierter) Masterplan beinhaltet die Deichabsenkung, den Umbau des Marktplatzes und andere Punkte, die aber alle im Prinzip nur unwichtige Detailbetrachtungen sind. Der auch wieder nicht ansatzweise durchdachte Marktplatzumbau ist noch das mit Abstand umfangreichste Vorhaben. Einen richtigen Masterplan gab es noch nie und deshalb, vielleicht einfach aus Angst, aus Unkenntnis Möglichkeiten leichtfertig zu vergeben, wäre es mir lieber, wenn erstmal nichts geschieht.
    Ich habe nichts gegen die Bebauung an sich, wenn ich wüsste, dass dahinter eine Gesamtplanung steckt, die auch im Interesse des Investors sein müsste.
    Und da komme ich eben zum zentralen Punkt und auch der zentralen Aussage der Studie: Stadtplanung findet in Offenbach nicht statt.
    Der Ausverkauf der Stadt führt dauerhaft sicher nicht zur finanziellen Verbesserung. Siehe Mietzahlungen der Kickers mittels Rechtevergabe...

    Wenn es nach mir ginge in Anbetracht der Situation der Stadt wäre da wohl immer noch Parkplatz, weil ich nicht die Zollgebäude überteuert dem Land abgekauft und in der Frage der Nutzung auf das Stadtplanungsamt, die stadteigenen Gesellschaften und andere gehört hätte, anstatt auf Teufel-komm-raus dort was hinstellen zu wollen.


    Die Absprungmöglichkeiten waren Vertragsbestandteil und waren Teil eines Wahlkampfversprechens. Deshalb war die Rentabilität auch gar nicht Ziel des Projektes.


    Das ist vielleicht nicht schön, aber das Gelände wäre für eine sinnvollere Nutzung (vielleicht doch irgendwann mal wieder Gewerbe?) noch in der Hand der Stadt. Nun ist ohne nenneswerte Einnahmen der Eigentümer ein anderer.


    Definitiv sollte der Qualitätsanspruch an die Gebäude und das damit verbundene Stadtbild höher sein.


    Einfach nur noch mehr Einwohner bringt der Stadt nur höheres Defizit.
    Aber da ich schon sehr oft versucht habe, die weiteren Zusammenhänge zu erklären und nach wie vor mit "ach wie schön, da steht was Neues" dagegengehalten wird, bringt das auch nichts mehr.


    Gegenfrage: Wie bringt man den Anreiz zur Sanierung, wenn überall Ausweichmöglichkeiten geschaffen werden und die be- oder eher verbaute Fläche sich immer weiter ausbreitet? Wer kauft jetzt in Bürgel-Ost? Weitere Leute , die aus anderen Teilen der Innenstadt wegziehen.


    Es war jetzt in der Rundschau ein Artikel über ein Forschungsvorhaben der Fakultät Stadtplanung der Bauhaus-Universität. Ich hatte die Gelegenheit, das Ergebnis dieses Forschungsprojekt lesen zu dürfen.
    Darin stadt nahezu alles erwähnt, was ich hier an Problematiken angeführt habe. Das Fazit: Eine Stadtplanung findet in Offenbach nicht statt. Was hier gemacht wird ist ausschließlich unkoordinierte Reaktion auf Investorenangebote.

    Das Projekt profitiert von einer Kostenexplosion, die gerade in Frankfurt von Statten ging, sowie von einer außerordentlich niedrigen Zinslage.
    Das ändert allerdings NICHTS daran, dass dieses Projekt keinen Mehrwert und keine stadtplanerische Fortentwicklung für Offenbach bildet. Es ist wichtig zu erkennen, dass hier keine eigene Qualität zu Grunde liegt! Sonbdern man ausschließlich durch außen entstandene Faktoren profitiert. Der Oberbürgermeister hat das Grundstück nahezu verschenkt, indem er bewusst die Stadtverordnetenversammlung hintergangen und die Einnahmen dem Land Hessen versprochen hat.


    Das Problem ist, dass nach wie vor überall in der Stadt ein Sanierungsstau besteht und die Lösung nicht sein kann, erst die eine Wiese zu versauen und dann einfach auf die nächste zu ziehen, während der hinterlassenen Müllhaufen vor sich hin stinkt.
    Zudem schafft sich im eigenen Haus die Konkurrenz, während die stadteigene Gesellschaft in anderen Bereichen die Grundstücke nicht losbekommt.
    Ein neu rausgestampftes Retortenviertel mit 08/15-CAD-Standard-Architektur ist für mich immer noch kein Grund zu jubeln. Ganz besonders, weil, wie erwähnt, städtisches Grundeigentum nun für diese bestenfalls stadtbildneutrale Füllmasse verschenkt wurde.

    Das wissen die wohl selbst noch nicht genau. Im Ausschuss wurde ja der Farbverlauf durch Witterung schon dargestellt.
    In der Animation war dann ein goldenes Dach ohne Witterungsspuren zu sehen. Aber da scheinte die Sonne auch von Norden...:lach:

    Prinzipiell will ich ja niemanden hier irgendwie zurechtweisen, nur, dass das nicht falsch verstanden wird.
    Ich sehe hier halt noch weitere Verflechtungen und vor allem die Entwicklungen im Vorfeld, die anderen leider verborgen bleiben, weil sie diese Einblicke nicht haban können.


    Definitiv ist es leider so, dass wirklich Stadtplanung in Offenbach NICHT stattfindet, sondern man NUR Investorenangeboten hinterher rennt. Dies auch bedingt durch die Struktur, die (da darf man sich auch nichts vormachen) durch jahrzehntelange Fehlplanung und fast durchweg falsche politische Entscheidungen selbt verursacht wurde. Dies setzt sich bis heute dahingehend fort, als daß bei der Frage der Haushaltskonsolidierung niemand der Verantwortlichen in Magistrat und Koalition mal fragt, was man selbst tun kann (die Begründung der aktuellen Nichtgenehmigung des Haushalts durch den Regierungspräsidenten sagt alles), sondern immer nur nach Landeshilfe geschrieen wird, obwohl gerade Offenbach schon verhältnismäßig viel mehr als andere Kommunen bekommen hat.
    Allein mit Verzicht auf eindeutig verzichtbare Maßnahmen könnten auf einen Schlag jedes ein sehr guter zweistelliger Millinenbetrag eingespart werden.


    Der Wilhelmsplatz wurde mit dem Bundeskonjunkturprogramm finanziert. Die Stadt hätte das selbst niemals gekonnt. Dementsprechend wurde leider die Vorplanung mit EInbeziehung des Bestands faktisch nicht gemacht. Statt dessen "tabula rasa" und nun eine Neugestaltung, die eine unnötige und teure Aufschüttung des Platzes beinhaltet, die historische Pflasterung komplett rausgerissen (bis auf ein paar Parkplätze), um neues Pflaster zu verlegen. Nun ist die Qualität dieses Pflasters mangelhaft (viele Beschwerden, gerade älterer Leute), die Einteilung für die Marktbeschicker "suboptimal" (von ca. 80 hat sich die Zahl derer auf etwa 60 reduziert, so bekommt man auch den "schönsten Markt im Rhein-Main-Gebiet" kaputt) und nicht zuletzt wurden die Hilfseinrichtungen für seh- und gehbehinderte einfach mal komplett vergessen... bzw. nach aktueller Berichterstattung geht ja für das Stadtplanungsamt die Ästhetik vor barrierefreiheit.


    Es ist mittlerweile in politischen Kreisen ziemlich weit bekannt, daß die Stadt erhebliche Probleme hat, überhaupt noch Darlehen von Banken zu bekommen. Also nochmal, weil das ist "neu" und bisher wohl einmalig: die Stadt als Kommune bekommt in naher Zukunft nicht mehr so einfach wie bisher Kredite, weder von Helaba, noch von private Banken. Deshalb kann in Waldhof trotz Investitionsfreigabe des Regierungspräsidenten die Schule nicht weitergebaut werden. Faktisch ist die Stadt finanziell vollständig ruiniert.
    In dieser Situation sind städtebauliche Entwicklungen, die eher aus der Hand geschüttelt werden und nicht genau kalkulierte werden (Zuzug bedeutet VERGRÖSSERUNG des Defizits) nicht mehr verantwortbar.
    Das finanzielle Desaster, das der Hafen darstellt (auch hier 08/15-Architektur, mehr Mühe wäre eigentlich unabdingbar gewesen) ist nicht nur "schade", es kann den Ruin der stadteigenen Geseellschaft bedeuten. Die Stadt kann sich Planungen, die an anderer Stelle akzeptabel scheinen ("hauptsache es passiert etwas") schlicht nicht leisten, unter keinen Umständen.


    Weshalb ich hier nun immer so abweisend reagiere, liegt auch an dem Entstehungsprozess dieser "Projekte", den ich immer miterlebe. Ich kann hier nur jedem, der sich dafür interessiert, raten, an der Bauausschusssitzungen teilzunehmen, am jeweiligen Donnerstag vor der Stadtverordnetenversammlung um 17.45 Uhr. Die Sitzungen sind öffenlich, am Anfang steht sogar eine Bürgerfragestunde.
    Wenn man da erlebt, mit welcher Abwesenheit von Kenntnissen und teilweise auch Interesse der OB "glänzt", wundert sich über NICHTS mehr. Fragen der Stadtverordneten richten sich Nach Gemeindeordnung an den Magistratsvertreter (also hier bei Baufragen der OB), die von diesem auch zu beantworten sind. Im Zweifelsfall kann ein Mitarbeiter der Verwaltung für Detailfragen hinzugezogen werden.
    In der Sitzung ist es aber immer so, das GLEICH an die Verwaltung "weitergegeben" wird oder die Stadtverordneten (aller Fraktionen!) direkt die Verwaltung fragen, weil jeder weiß, der OB hat seine Visionen, aber eigentlich keine Ahnung, was gerade gemacht wird.
    Beispiel: Das berühmte, 49-seitige Gutachten zu Innenstadtneugestaltung (mit dem Hochhaus an Stelle des C&A). Nur Allgemeinplätze. Fast jeder Forumsteilnehmer, der hier in diesem Strang geschrieben hat, kann detaillierte Erkenntnisse vorbringen als dort geschrieben wurden und mit Sicherheit auch sinnvollere Vorschläge. Der OB hat in der Diskussion mit einem Stadtverordneten nach Abstimmung des zugehörigen Antrags (!) einräumen müssen, dass er dieses Gutachten noch nie gelesen hat.


    Auf diesem Niveau läuft in Offenbach die Stadtplanung.
    Der Masterplan ist ein längst überfälliger Schritt.Aber auch von der IHK initiiert und jetzt fast wieder von etablierten politischen Kräften (die schon lange in Verantwortung sind) kaputt diskutiert.


    Vielleicht kann man mal einen Stammtisch einrichten. Ich hätte großes Interesse, mal mit anderen "Offenbachern" ausführlicher zu diskutieren.

    Weil es sicherlich qualitativ besser wäre, das alte Fabrikgebäude aufzuwerten und in wirkliche Loft-Wohnungen umzuwandeln, die eben auch durch das unperfekte einen echten Charme entwicklen statt die Standard-CAD-Massenarchitektur.


    Das Beispiel TSG ist gerade herausragend. Der erste Bauabschnitt auf einer früheren Müllgrube errichtet. Gerade mal 70 Meter vom Neubaugebiet Bürgel-Ost entfernt. Dort wird die Stadt die teuer eingekauften Grundstücke nun nicht los.


    Seitens der Stadt werden frei stehende Einfamilienhäuser nur noch im ehemaligen Lohwald zugelassen. Architektonische Qualität beim Neubau ist somit neben einem seltenen Lückenschluss sonst fast nicht mehr möglich. Selbst da ist immer wieder Standardbau mit Standard-Werbefloskeln zu beobachten. Der Abriss Ecke Berliner/Ludwigstraße spricht Bände.
    Über die Qualität eines Stadtbild mit mehr und mehr immer gleich aussehender Reihenhäuser (sogar die aufgesetzten Farbfelder sind immer wieder gleich) brauchen wir doch wirklich nicht zu diskutieren.


    Neu hinzuziehende Familien bingen finanziell der Stadt gar nichts, denn das wenige an Einkommenssteuer reicht lange nicht, um die zusätzlichen Kosten für KiTa-Plätze usw. zu refinanzieren. Aber das ist auch fast gar nicht das Problem, weil zum großen Teil die gut verdienenden Interessenten eben aus genannten Vierteln kommen und von dort tatsächlich fliehen, also Verschiebungen innerhalb Offenbachs. Eben eine soziale Entmischung.
    Stadtplanung in Offenbach hat eben keine Linie sondern erfolgt auf Investorenzuruf und unter einer kollosal fehlerhaften Einschätzung der finanziellen Verhältnisse seitens des Reihenhaussiedlungsfanatischen OB.


    Der Luisenhof hat der Stadt ja auch nichts gebracht, weil der OB einen Großteil der Grundstückserlöse dem Land versprochen hat(aber bei Beschlussfassung bewusst verschwiegen), damit die nun vorzeitig aus dem Zollgebäude rausgehen, welches er den rausgeworfenen Künstler der MATO (von wegen vor sich hingammeln...das war sinnvoll genutzt) andrehen wollte. Die Miete ist aber nun so hoch, daß schon Künstler nach Frankfurt abwandern!


    Einfach nur was "neues" ist das architektonische Niveau, mit dem Reese die größtenteils erhaltene Altstadt zerstört udn eigentlich alle Bausünden, nicht nur in Offenbach, begründet wurden.

    Es werden halt wieder billige "Scheiben-Villen" verhökert. Vergleichbar mit dem früheren Möhring-Gelände, da passiert leider dasselbe.
    Der Verkaufserfolg ist aber eindeutig nur der Druck der Umgebung. Frankfurt ist mittlerweile schlicht so teuer, dass sogar der billige Massenhaus-Müll vollkommen überteuert an den Mann gebracht wird. Davon profitiert jetzt eben auch der Luisenhof und nicht zuletzt der Hafen (der aber trotzdem sein unter Grandke formuliertes Ziel von 20 Mio. Profit aus Grundstückserlösen nie erreichen wird, wenn man es überhaupt kostendeckend hinbekommt...aber auch das ist mittlerweile in weite Ferne).
    Leider macht das alles das Stadtbild kaputt, neben der sozialen Folgen. Man müsste den Bestand soweit aufwerten, dass die besser gestellten sozialen Schichten in der Innenstadt verbleiben und so das Niveau noch zumindest erhalten bleibt.
    Unser Thema ist ja aber die Architektur, die eben mit den Reihenhäuser auch auf der Strecke bleibt. Zumal die Massenhäuser nur dann billiger sind, wenn man wirklich so überhaupt keine Ansprüche hat.

    Ich denke, daß allen klar ist, daß gewisse Dinge in alten Konstruktionen nicht gehen. Schlimm finde ich das Stadthaus an sich auch nicht, es wären sicherlich andere Möglichkeiten in der Gestaltung. Die Erinnerung an die Königshalle finde ich in Ordnung, aber etwas zu hoch gegriffen und zu stark in Szene gesetzt, wenn man bedenkt, daß mindestens bereits im ausgehenden 12. Jhdt. die Gasse Tuchgaden bestand und somit das Alte Rote Haus (und eben nicht mehr diese Königspfalz, die dann vom Saalhof abgelöst wurde).
    Das dreiseitig massiv gebaute, spätromanische Alte Rote Haus (Tuchgaden 9) bestand hier also mehr als 700 Jahre und war somit wohl auch in diesem Bereich das Zeichen für zeitliche Beständigkeit.
    Doch eben nicht nur das. Dieses Haus war 1. der architektonische Grund und 2. der statische Ankerpunkt für das berühmte Neue Rote Haus auf den 4 Säulen (inkl. der mit den drei Säulen identischen Eckstütze unter dem seitlichen Anbau). Daß man auf diesen integralen Bestandteil des seitlichen Anbaus verzichtet und somit nur einen Teil des Roten Hauses baut ist ein massiver Fehler in bautechnischer Hinsicht, in der an die GmbH gestellten Aufgabe der möglichst orginalgetreuen Rekonstruktion (man hätte ja bei der Vollendung des Kölner Doms auch einfach mal die Seitenschiffe oder das Querhaus weglassen können...wäre billiger gewesen und das Westwerk wäre immer noch so imposant...und keine Seitenschiffe wären auch statisch so fatal) und nicht zuletzt meiner Meinung nach auch im Hinblick auf die historische Darstellung. Ews wird ja mittlerweile sogar von der GmbH zugegeben, daß es ein Fehler war. Die letzten Jahre hat man es halt immer alles Detailplanung abgetan und viel zu verfrüht. Jetzt steht man vor vollendeten Tatsachen und wird nciht mal ansatzweise mehr der Aufgabe gerecht, für die man nun schon jahrelang ziemlich üppig bezahlt wird.


    Der bessere Weg wäre gewesen, den Übergang von neu zu "alt" einfach am historischen Verlauf von Tuchgaden anzusetzen und das eben zum Teil massiv erbaute Alte Rote Haus in das Stadthaus mit einzubinden, von mir aus auch mit einer dem jetzt ausgeführten entsprechenden modernen Erweiterung zur Langen Schirn hin. Oder wenigstens die für das Neue Rote Haus statisch notwendige Wand des Alten Roten Hauses als Übergangspunkt zu nehmen.
    Die immer wieder zu vernehmende Argumentation mit dem Platzangebot und der Nutzbarkeit im Stadthaus ist angesichts der lange Diskussion erst nach der Planung und immer noch nicht ganz klaren Nutzungsfrage einfach nur vorgeschoben und ziemlich lächerlich.
    Da frage ich mich wirklich ob die man meint, die Stadtverordneten so leicht für dumm verkaufen zu können.


    Bitte nicht verwirren lassen von der Unterscheidung Altes Rotes Haus (Tuchgaden 9) und Neues Rotes Haus (Markt 17), sowei Rotes Haus (Markt 15) und Rotes Haus (Lange Schirn 10, ebenfalls dreiseitig massiv, allerdings gotisch und zur Hofseite hin ebenfalls eine hölzerne Achteckstütze, allerdings um einiges kleiner als die des Neuen Roten Hauses). Daß die Dom-Römer GmbH es bis heute nicht schafft, die Hausnamen korrekt zuzuordnen, kann man ruhig als Beleg dafür nehmen, wie oberflächlich und desinteressiert dort im Hinblick auf die Rekonstruktionen gearbeitet wird.

    Da ist sie. Die bündig aufsteigende Wand, an die die rückwärtige Giebelseite des Roten Hauses eingestellt werden soll.
    Nachdem jetzt jahrelang im Ausschuss darauf hingewiesen wurde, daß dieser Teil des Roten Hauses auch nach hinten auskragte, hat Guntersdorf zwar mittlerweile eingeräumt, daß es ein Fehler war, nicht auch den rechten Teil des Roten Hauses zu rekonstruieren und somit aufgezeigt, daß eine richtige Rekonstruktion durch eigene Unwissenheit, Bequemlichkeit, Desinteresse usw. so nicht durchführbar ist. Und die Folge? Merkt doch keiner, es wird weiter gemacht. Es sei mal daran erinnert, daß die Stadt Frankfurt hier für extrem viel Geld "Spezialisten" bezahlt, die sich jedoch tatsächlich einen D... um den Stadtverordnetenbeschluss der genauen Rekonstruktionen kümmern und bis heute sich ebenso wenig für die historischen Konstruktionen interessieren. Zu behaupten, daß es technisch nciht möglich sei, genau so zu bauen, ist etwas gewagt, wenn man gar keinen blassen Schimmer hat, wie damals denn gebaut wurde.


    Mal ganz abgesehen davon, wie sich eine Holzwand verhält, die an den Außenseiten komplett mit Betonwänden zugestellt ist...:nono:

    Das ist nun rausgekommen...
    Dafür hat man den Gründerzeitbau mit den vielen aufwändigen Sandsteinverzierungen abgerissen, anstatt ihn zu integrieren. Offenbach will gegen schlechtes Image ankämpfen und tut alles dafür, daß sich das schlechte Image bestätigt.
    Man musste übrigens Mietern des Gründerzeitbaus Entschädigungen für den Auszug bezahlen...also die Mär, die dann zwischenzeitlich vom OB (der das Ganze mit Gewalt und dem Einducken seiner Koalition durchgesetzt hat) verbreitet wurde, das Gebäude sei heruntergekommen und nicht mehr zu sanieren gewesen, ist eben nur eine Mär...

    Junge Eiche, maschinell getrocknet. Viel Spaß mit Kernfäule!!
    Brettschichtbinder für die Deckenbalken? Laut Guntersdorf sei das doch nur ein böses Gerücht, daß Leimbinder verwendet werden sollen. In keiner Ausschreibung seien jemals solche Leimbinder erwähnt worden, hat er im Ausschuss gesagt (standen aber genau so in der Ausschreibung zur Goldenen Waage, sogar für die Innenpfosten).
    Ich hoffe daß der Zimmerer weiß, daß die Fachwerksichtseite im Süden liegt und somit an der mit am Stärksten bewitterten Seite (sog. Wetterseite). Wenn er das nicht entsprechend berücksichtigt (Fugen zwischen den Balken bei max. 0,1 mm, jawohl: mm!) und dann noch eine einwandfreie Ausführung der Ausfachungen mit schadenfreier Abflussmöglichkeit des in die seitlichen Fugen eindringenden Schlagregens vorsdieht, haben wir in fünf Jahren gerade wieder eine Sanierung. Gerade in meiner Nachbarschaft so erlebt.:nono:


    Und übrigens: das Bild zeigt das Erdgeschoss von Esslinger, also Hinter dem Lämmchen 2 und nicht 4. Das Foto zeigt also den Innenraum des Nachbarhauses.

    Nach der Vorstellungen der Ausführungsplanungen zu den Rekonstruktionen Esslinger und Rotes Haus bei der letzten Ausschusssitzung am 7.11. wundert mich auch NICHTS mehr. :nono:
    Ich wurde nicht nur in allen Befürchtungen bestätigt, man hat diese sogar in Sachen Dilletantismus noch bei Weitem übertroffen! Schade, daß bei der Bürgerrunde nur wenig Zuschauer und keine Presse mehr anwesend waren.