zu Frankreich:
Die dortigen Neubaunetze aus den 1990er und 2000er Jahren setzen in vielerlei Hinsicht Maßstäbe. Waren unter anderem Anlass, die anbieterseitigen Systemlösungen zu entwickelt. Gleisbau ist verdammt komplex, muss aus vielen Gründen für jeden Betrieb neu adaptiert werden.
Lange Zeit waren alle französischen Netze zusammen so lang wie das Leipziger Netz. Das zeigt die Dimension der Umbauaufgaben Leipzigs.
Von den 90ern bis Anfang 2010 wurde Unterguss-Rahmengleis verbaut, billig, leidlich gut, passte zu den großen Aufgaben und dem schmalen Budget. Deren Fugenverguss wurde im Leistungsverzeichnis als "dauerlastische Fugenvergussmasse" bezeichnet. Hatte schon immer Sommerprobleme mit Aufquellungen, Rissbildungen und danach entsprechenden Undichtigkeiten mit Frostschäden im Folgewinter. Bis vor kurzem am Leihhaus zu bewundern. (also Bereiche OHNE Kfz!, Kfz walze die Würste meistens wieder in die Fuge). Dresden hatte schon seit Anfang 00er Jahre mit einbetonierter Zweiblockschwelle Erfahrungen gesammelt, daraus wurde das System Rheda City. Die Fuge muss die unterschiedlichen Einfederungen Fahrbahn und Gleisbereich aushalten, wird im Querschnitt gesehen ständig vom Rechteck zu einem Parallelogramm verzerrt. Bei Rheda City-Gleisbauten wird die Fuge unter größter Sauberkeit mit einem hochelastischen Polymer verklebt, der Radiergummikonsistenz hat. Die Klebeflächen halten diese Kräfte langjährig aus. Gleise bleiben wasserdicht, weniger Frostschäden senken die Kosten drastisch. Dafür kostet die Bauweise mehr. Das Fugenzeug kostet ein Vielfaches. Bis zu Umwandlung der Regierungspräsidien in Landesdirektionen und generell anderen Zuständigkeiten und Zuschnitten wurde seitens der Fördermittelentscheider dort stark darauf geachtet, dass nur die Anteile der jeweilig billigsten Materialien gefördert werden. z.B. Beton statt Granitborde usw. Das Budget reichte jahrelang nicht aus, um aus eigener Tasche die optisch ansprechenden und langlebigen Lösungen zu finanzieren. Heute teilen sich die Reparaturen in Grundhaften Ausbau, oft mit Gleisachsaufweitungen und ganzem Straßenraum (Dieskaustraße, Rosa-Luxemburg-Str. usw usw) und Reparaturen (aktuell Bereich Wahren). Letztere macht die hauseigene IFTEC und die kann technologisch nur die billigen Bauweisen. Die geringe Haltbarkeit ist ein Systemfehler in dieser Konstallation.
Vorwürfe kann man hier keinem machen. Hitzebelastungen gab es schon immer, das ist bei den Materialentwicklern bekannt und beachtet. Aber in Zeiten des Klimawandels fallen Hitzephasen stärker und länger aus. NIcht umsonst gibt es jedes Jahr Temperaturrekorde einschließlich fehlender Nachtabkühlung. DAS hatte niemand aus dem Schirm. Politisch gewollt, von Bund via Land herunter kaskadiert, ist das Festhalten am Verschlimmern der Klimaprobleme. Debatten um das Aus vom Verbrenneraus zeigen das, Gas-Kathi ist das Gesicht für diese ignorante Politik.
Was kann man machen?
Kühlen.
Durch Verschatten. Leider wachsen Alleebäume nicht schnell genug, sind nicht großkronig genug.
Durch Färben. Weiß-Färben könnte einige Grad C weniger Oberflächentemperatur bewirken, dürfte jedoch zu schnell verschmutzen. Ob es erlaubt ist, wegen Irrtumsgefahr zu Markierungen hin, die behördliche Verkehrszeichen sind, ist auch ein Problem
Durch Flüssigkeitskühlung. Wenn (so ein Gedanke...) jede Bahn nachgerüstet wird, beim Fahren über solche Bereiche einen feinen Wassernebel auf das Gleisprofil zu sprühen, hilft das vielleicht ein bis zwei Minuten, die Temperatur zu senken. Wenn dann schon die nächste Bahn kommt (im Zentrum...), könnte das leidlich helfen, extreme Aufheizungen zu mildern, zu verzögern. Wie viel Wasser dazu nötig ist und wie aufwändig ein Tankeinbau nebst Düsen ist, ist angesichts der Totaleinstellung zwar eine Frage, aber eine lösbare. Die Politik kann gern zeigen, dass Bürokratieabbau auch mal pragmatisch sein kann.