Die Fußabtreter-Gitter sind sehr unschön, da bin ich d'accord. Ansonsten kenne ich einige, die sich in den Wohnungen sehr wohl fühlen würden. Mein Vater als alter Mies van Rohe Fan z.B.. Der würde sich seine minimalistischen, weißen Möbel da rein stellen, mit zig Lampen alles Fabrikhallen hell ausleuchten und auf der Terrasse mit Wasserblick jeden Morgen seine Übungen machen.
Beiträge von Berlinier
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^ Genau das "4-5 WDVS-Fassaden in mausgrau oder steingrau mit bunten Klecksen an den Fenstern und Eingängen" wird Frau Kahlfeldt verhindern bzw. hier Vorgaben machen. Ich glaube sogar, dass dies mit der Hauptgrund ist, warum sie ernannt wurde. Aber wir werden sehen.
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Hier fehlt die mittige Rückversetzung nach vorne hin. Dadurch wirkt die Front klobig und unzulänglich definiert. Statt dass sich subtil zwei "Turmecken" abzeichnen, wirkt das Gebäude wie ein Riegel, der sich unnatürlich nach hinten raus verlängert.
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Ich finds leicht besser als erwartet, bzw. weniger schlimm. Der Stein sieht angenehm aus und je näher man dem Haus kommt, desto besser wirds. Auch die Fernwirkung a la Kallax Regal haben sie ein wenig in den Griff bekommen, bzw. durch die angedeuteten vertikalen "Türmchen" in der Fassade entschärft. In der Summe ist das aber immer noch ein zu langer Riegel. Hier hätte man zwei Gebäude bauen- oder ein Gebäude mit zwei Fassaden errichten müssen.
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Es wird so dargestellt, als wäre da ein Investor aufgetaucht, der den armen, gebeutelten Kreuzbergern wie aus dem nichts ein riesiges "Gentrifizierungs-Ufo" vor die Füße setzten will. So als würde hier eine friedliche, beschauliche Kleinstadt mit einem riesigen Einkaufszentrum "erschlagen". Ich muss da immer an die Anfangsszene aus "Otto - der Außerfriesische" denken, als ein Investorenkonsortium auftaucht, um ihn aus seinem Leuchtturm zu vertreiben, damit sie auf seiner einsamen Düne in Ostfrießland eine riesige Neubausiedlung, -wenn ich mich richtig erinnere sogar mit Hochhäusern hochziehen können.

Der Hermannplatz ist aber keine Düne mit Leuchtturm und keine friedliche, beschauliche Kleinstadt und das "Kommerz-Ufo" ist ein historisch gewachsener Teil des Hermannplatzes, der verloren ging und als klaffende Wunde notdürftig mit einem städtebaulich disfunktionalen Interimsbau "versiegelt" (Geisels neues Lieblingswort) wurde. Und die Nutzung, bzw. der Hauptmieter ist freaking Karstadt und nicht der Ceasars Palace in Las Vegas. Wer in den letzten Jahren mal eines betreten hat, kann doch eigtl. nur Mitleid mit den Mitarbeitern empfunden haben. Genauso, wie mit den Menschen, die die Tristesse am Hermannplatz tagtäglich ertragen. Hat der RBB eigtl. mal eine Straßenumfrage dort gemacht? Ich bin mir ziemlich sicher, dass viele dort das Projekt goutieren, insbesondere unter den zugewanderten Berlinern aus dem muslimischen Raum, die mondäner bis opulenter Architektur meiner Erfahrung nach grundsätzlich weniger "bedenkelnd" entgegentreten. Das neu-alte Karstadt ist aber weder "Dubai" noch "Heidegger". Es ist opulent genug, um entzücken zu können und nahbar&nachhaltig genug, um diese Opulenz nicht auf Kosten anderer tragen zu müssen. Kein einziger Kaufhaus- oder "Mall-Bau" in den letzten Jahrzehnten kann unter diesen Gesichtspunkten mithalten. Ich kann mich nicht erinnern, dass um die Schloss-Mall in Steglitz so ein Wind gemacht wurde oder um das vergleichsweise furchtbare Boulevard Berlin oder den städtebaulich gar noch deutlich großformatigeren und überaus bemüht wirkenden Konsumtempel der Durchschnittlichkeit namens "Mall of Berlin". An diesen Orten wäre Kritik angebracht gewesen. Da wäre ich sogar teils (Boulevard Berlin) mit auf Seiten der Kritiker gewesen. Hier gehts einigen darum das politisch richtige Fähnchen in den Wind gehalten zu haben und zwar so, dass es auch alle Parteigenossen mitbekommen. Es geht nicht wirklich um den Hermannplatz.
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So wie es mein "Recht&Pflicht" als Souverän darstellt, ihn in seiner Funktion als Abgeordneter kritisieren und "den Finger in die Wunde legen" zu dürfen. Wer kritisiert, soll keine Kritik aushalten müssen? Und "Meinungsverschiedenheiten" sind die Wurzel von Kritik, ja. Natürlich entsteht meine Motivation zur Kritik ursächlich daraus, woraus sonst? Über den Stil können wir gerne streiten, aber wer offenbar nicht die geringsten Probleme damit hat, Menschen anderer politischer Meinung als "Nazis, Leugner und co." auf seinem Twitteraccount zu diffamieren, kann ja wohl kaum zimperlich und ehrverletzt regieren, wenn man ihm polemisch "dauerndes dagegen-sein" vorwirft. Das ist ja albern, jemanden der so austeilt in Schutz nehmen zu müssen.
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Das hat mit Verachtung nichts zu tun. Der Mann tritt ja öffentlichkeitswirksam als Kritiker auf und stellt sich ins Rampenlicht. Da ist es legitim darauf hinzuweisen, dass er -zumindest seinem Twitteraccount nach- eine art "notorischer Kritiker" ist und damit, zumindest für mich, die Glaubwürdigkeit seiner Motivation im Zweifel steht.
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Leute wie dieser Herr Schulze beziehen ihren Selbstwert aus dem Abgleich mit einer Checkliste an Positionen. Wenn man sich seine Twitter-Seite anschaut, findet man beinahe ausschließlich(!) "Gegen-Positionen", bzw. Aufrufe zu "Gegen-Aktionen". Chronologisch absteigend: ->Gegen Verschwörungsideologen, gegen Afd, gegen Rechte, gegen Coronaleugner, gegen Geisel, gegen Entwicklung des Hermannplatzes, gegen Atomkraft, gegen Tempelhofer Bebauung, gegen A100.. gegen, gegen, gegen. Vermutlich wäre er auch gegen seine Geburt gewesen, wenn man ihn gefragt hätte. "Ah ich weiß nicht, ob ich der Welt meinen CO2 Abdruck zumuten möchte, aber jemand muss die Welt doch vor Coronaleugnern und Kaufhäusern retten, bevor es zu spät ist". Ich kann Leute, die sich vor allem und primär durch "virtue signalling" in ihrer "Anti-Bubble" generieren, nicht ernst nehmen. Das hat in seinem Kern mindestens ebenso viel mit Mitläufertum gemein, als mit dem Wunsch nach Aufklärung und bürgerlicher Partizipation.
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-Sie verdient nur 3000€ als Professorin an der Beuth
-Von work life balance hält sie nichts, Arbeit ist Leben, Leben ist Arbeit
-Wenn einer anruft, eine alte Villa angucken, dann ist das wie koksen für sie
-Chefinnen schmeißen keine Ordner durch Büros und sind deshalb besser als Chefs
Zitate:
"Rom, die Mutter aller Städte, dem Haupt der Welt"
"von Freitag Abends bis Montag morgens hab ich ne bomben Rekreationsphase"
Find die symphatisch, die Kahlfeldt!
Bei Lüscher-Interviews wär ich schon drei mal an der Kaffeemaschine gewesen. Lüscher gegen Kahlfeldt ist aber wie rhätische Bahn gegen Transrapid. Esprit, Humor, Coolness, alles vorhanden. Sie plaudert hier aus dem Nähkästchen über das Leben als Architektin, die Wettbewerbe ect. pp. Sehr interessant und zu empfehlen und das kann ich guten Gewissens tun, obwohl es eine reine Frauenrunde ist.
https://www.youtube.com/watch?v=Zzl02G2cc8o (ab min. 27:30)
*gefunden von dubaibobby im SCC forum
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^^
Eichinger war der letzte deutsche Filmproduzent, der internationales Format hatte. Der Untergang und Baader Meinhof Komplex waren beispielsweise auch außerhalb Deutschlands von Kritikern anerkannte Werke. Heute sind die größten Filmproduzenten hierzulande scheinbar Schweiger und Schweighöfer. Nicht unbedingt eine Zierde für die Filmkunst die Beiden, das stimmt schon. Darüber hinaus haben es aber so einige deutsche Regisseure und Produzenten geschafft, sich durch Arbeiten in Hollywood einen Namen zu machen. Zumindest kann man nicht behaupten, die deutsche Filmindustrie würde keine Talente hervorbringen, die außerhalb Deutschlands wahrgenommen werden, denn das stimmt überhaupt nicht.
Was du dann aufzählst, ist aber ein ziemlich unlogischer Mix von Internetfirmen, Luxusgütermarken, Unterhaltungselektronikherstellern, Architekturbüros und ..den Beatles. Bis auf die Beatles hat all das weit mehr mit Ingenieurswesen und Marketing zu tun, als mit "Kunst". Anschließend zählst du dann "adidas und "Hugo Boss" auf der Deutschen Seite auf, so als wäre das ein relevanter Unterschied zu "Gucci" und "Luis Vuitton".
Wenn wir bei Kunst&Kultur bleiben wollen, dann darf man auch nicht vergessen, dass wir eine Sprache sprechen, die nur etwas über 100Mio. Menschen auf der Welt verstehen und die der Rest nicht unbedingt als besonders "klangvoll" empfindet. Dazu kommt, dass wir keine völlig abgefahrenen, originär-eigenen Traditionen haben, wie sie Völker entwickeln, die allein auf Inseln groß geworden sind, wie die Briten oder Japaner. Da wir in der Mitte Europas liegen, ist unsere Kultur letztlich auch ein Mischmasch, in den viele Einflüsse aus den Kulturen unserer Nachbarn eingeflossen sind, vor allem der Franzosen. Die haben aber international mehr "sexappeal" und werden eher wahrgenommen, was aber auch ehrlich zugegeben daran liegt, dass sie ihr Kulturleben mehr wertschätzen und deshalb auch ein größeres haben.
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Vielleicht weiß Sauerbruch ja etwas, was wir nicht wissen, aber seine Bemerkung "Sie denke in Kategorien von Einfamilienhäusern" ist schon reichlich anmaßend, eigtl. beinahe unverschämt, weil sie allein auf das Portfolio ihre Büros abzielt, das sie mit ihrem Mann zusammen erarbeitet hat und daraus eine "Denke" ableitet, was überhaupt keinen Bezug zu ihrem Wirken im Amt haben kann, weil sie meines Wissens nach noch überhaupt keine Aussagen getätigt hat, die man so deuten kann. Ich finde, da könnte der feine Herr Sauerbruch, der mit Lüschers architektonischem Duktus harmoniert- und dank ihrer Beihilfe in der Jury so einige nette Aufträge an Land ziehen konnte, auch mal ein paar Wochen abwarten mit solchen Gedankensezierungen.
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Für die alten und neueren Künstler, Comedians, Moderatoren usw. die dort Verträge bekommen, die teils höher dotiert sind, als das was im Fernsehen früher bezahlt wurde (als sie auf dem Höhepunkt ihrer Karriere waren), ist das natürlich super, das ist überhaupt keine Frage. Den Begriff "trash" verwende ich hier eher inflationär. Für mich fallen jegliche arten von Unterhaltungsshows im Prinzip darunter. Also Sackhüpfen, Grimassen schneiden, Ostereier lackieren, Länder raten, Songs erkennen, beidhändig klatschen, Buchstabenlegen und andere Maßnahmen aus der Kinder&Behindertentherapie, die im deutschen Fernsehen regelmäßig von wechselnden Prominenten unter Anleitung durchgeführt werden.
Evtl. könnte auch Babelsberg davon profitieren, wenn dort auch für Streaming produziert wird, klar, aber das ändert alles nichts daran, dass nun jederzeit eine US-Amerikanische Hand den Daumen nach unten drehen kann, wenn ihm oder ihr irgendein Drehbuch nicht gefällt und jemand Deutsches um Finanzierung bittet. Ich sehe darin jetzt auch kein unmittelbar die Kulturnation gefährdendes Katastrophenszenario, halte es aber für erwähnenswert.
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Es stimmt natürlich, dass der Begriff "Enteignung" nicht passend ist, aber das ist auch nicht was Arty Deco meint. Er spielt auf eine schleichende Übernahme von Teilen der privaten, deutschen Kulturlandschaft durch US-Investoren an und da könnte meinem Gefühl nach schon ein wahrer Kern drin sein.
Ich schaue ja so gut wie kein Fernsehen mehr und auch keine Streaming Dienste, aber ist euch mal aufgefallen, dass verdammt viele "TV-Stars", die man früher, Ende der 90er bis 2010 herum so geschaut hat heute bei Netflix, Amazon prime oder youtube sind? Engelke, Pflaume, Pastewka, Lück, Barth, Schröder, und was weiß ich wer noch alles. Die haben fast das ganze alte, ich sag mal liebevoll "Deutsche-Trash-TV-lineup" des vorletzten Jahrzehnts unter Vertrag genommen. Warum eigtl.? Warum geben die sich Mühe Leute unter Vertrag zu nehmen, die vor 15 Jahren mal "en vogue" waren und jetzt nicht unbedingt für Hochglanzcontent stehen? Ich denke, weil diese Gesichter enorm bekannt sind und mit Heiterkeit und seichter Unterhaltung in Verbindung gebracht werden. Das reicht im Prinzip schon um die stimulus response der Zielgruppe im Sinne der Firma zu triggern und mit der eigenen Marke zu primen. Die müssen nicht mal groß gehypt werden, es ist ausreichend, wenn sich im Rezipienten unbewusst manifestiert, dass "die gute alte TV-Stube" heute bei Netflix/Amazon/youtube zu sehen ist. Natürlich geht es da um Marktanteile, nicht darum, Beschäftigungstherapie für ausgediente deutsche TV-Moderatoren zu finanzieren.
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Stimmann war der richtige Mann zur falschen Zeit.
Lüscher war die falsche Frau zur richtigen Zeit.
Kahlfeldt wird hoffentlich die richtige Frau zur richtigen Zeit sein.
Stimmann hat Berlin verwaltet wie Paris, als es aussah wie Essen.
Lüscher hat Berlin verwaltet wie Essen, als investiert wurde wie in Paris.
Kahlfeldt wird wohl einen eigenen Stil finden, der irgendwo dazwischen, aber in der Summe wohl näher bei Stimmann liegt.
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Aber was Du hier machst, ist Vergangenheits-Verklärung. Raunende Heideggerei über die "Seins-Vergessenheit" heutiger Architektur.
Nein. Ich habe den Versuch unternommen diese Gegensätze herauszuarbeiten und metaphorisch darzustellen. Die Kritik zielt darauf ab, auf einen Wunsch nach "revitionistischer Nostalgik" zu reduzieren. Um das zu erreichen, "entführst" du meine Aussagen auf einen rhetorischen Nebenschauplatz, den du nach deinen Regeln vorbereitest und mit moralistischen whataboutismen anreicherst, um meinen Inhalt unter der Wirkmacht deiner Sprachbilder relativistisch dekonstruieren zu können, siehe:
"Die eigenen vier Wände" waren bis vor wenigen Jahrzehnten kein Massenphänomen, sondern etwas für Minderheiten – während das Gros der Leute in winzigen, verschimmelten Wohnungen ohne Strom, Heizung und fließend Wasser hauste. [..]Was war das romantisch, sein Wasser von den Straßenbrunnen zapfen zu dürfen, die Du in Deiner Kindheit so geliebt hast (und die vollen Blech-Eimer danach in den 3. Hinterhof, 4. Stock zu tragen). Sehr identitätsstiftend. Leider tödlich mit im Schnitt 50, 60 Jahren.
So als wüsste ich nicht, dass es früher härter war. So als würde es mir darum gehen die Wasserversorgung zu entmodernisieren oder das bäuerliche Leben auf dem geerbten Familiengut wieder zum gesellschaftlichen Standart machen zu wollen. Es geht auch nicht um die Bedeutung des Spruchs an dem Haus oder das Giebeldach, sondern darum, dass da überhaupt etwas dran steht, das mal jemand wichtig genug fand, um es an der Fassade zu verewigen und jemand anderes wichtig genug fand, um es zu erinnern. Es geht darum, dass ich an dem Gebäude selbst etwas erleben kann, so wie ich an dem alten Drachenbrunnen etwas erleben kann, das über die Funktion hinaus geht. Wenn ich ein Plädoyer abgebe, dann dafür Gebäuden wieder Mermale zu verpassen, die mit dem Leben korrespondieren. Das muss und soll kein altmodischer Spruch sein, sondern kann z.B. auch eine Uhr darstellen,- Gebäude, die keine Lebensräume und Sichtachsen verstellen, sondern selbst neue herstellen,-oder prinzipiell auch, vermutlich mehr nach deinem Gusto, Reliefe oder Wandmalerei. Im Prinzip zählen auch Gedenktafeln oder die Stolpersteine dazu, weil sie erlebbare Bezüge an Gebäuden herstellen, die sich im Alltag manifestieren und nicht erst durch aktiven Besuch einer Stätte Wirkung entfalten, auch wenn ich die Ausführung als Tretsteine unglücklich finde. Nichts davon ist "revitionistische Nostalgik", sondern trägt zur lebendigen, erlebbaren Stadt bei.
Das ist Unfug. Der Höhepunkt der nummerierten Wohnblöcke war 40 Jahre vor Erfindung des Smartphones erreicht. Und Atrien waren immer eine Angelegenheit für die oberen Zehntausend. Schon im alten Rom. Aber Hauptsache, es klingt tiefsinnig.
Ich habe nicht behauptet, das Smartphone wäre verantwortlich für "architektonische-Tristesse", sondern dass uns "architektonische-Tristesse" durch das Smartphone weniger juckt, weil sich der Erlebenshorizont mehr ins Digitale verlagert. Stichwort: "Schmucklose Miniappartments mit Breitbandverbindung für virtuell verheiratete Junggesellen". Stichwort: "Sterbende Ladenzeilen wegen Versandhandel". Wenn der digitale Raum interessanter wird, muss der Stadtraum ebenfalls interessanter werden. Wenn das in der Konsequenz bedeutet, dass der Stadtraum u.U. auch "schriller, bunter, greller, effektvoller oder höher" werden muss, um erlebbarer zu werden, dann kommen wir mit Putz&Lochrasterfassaden und dem "großformatig-kubisch-industriellen" Stadtraumverständnis einer Lüscher, a la -der Stadtraum als Burgmauer mit Zinnen oder die Brücke als betonierter Traglastaufnehmer nicht weiter.
Was die Atrien angeht, lässt du außer Acht, dass das Atrium nicht nur ein "Prestigegarten der Reichen" war, sondern der Mittelpunkt des sozialen Lebens. Eine art "sozialer Marktplatz der Familie" an dem Gäste und Bedienstete empfangen und umsorgt wurden, gespeist wurde, sowie der allgemeine Klatsch&Tratsch abgehalten wurde. Unter der Prämisse, dass Teile des/dieses sozialen Lebens ins Digitale überwandern, ist diese Analogie zum Smartphone treffend. Zuckerberg sprach selbst von einem digitalen Atrium im Zusammenhang mit dem konfigurierbaren "home room" im virtuellen Meta. Das ist weder im speziellen "tiefsinnig", noch blanker "Unfug".
Du unterstellst mir Eindimensionalität und pickst dir aus Triggerbegriffen wie "Mystik" und "Altdeutsch" deine Vor-Wertung auf der Heidegger-Skala zurecht, um meine Worte auf deinem rhetorischen Spielfeld zu durchleuchten und dich darin zu sonnen, einen "Vergangenheits-Verklärer" entlarvt zu haben. Dir selbst gestehst du aber vorher noch großzügig zu eine "klassisch-romantische Ader" zu besitzen und für den "einfachen Nöfer" einzutreten, um prophylaktisch eine "Reko-Willi-Grenze" eingezogen zu haben, die du noch gefahrlos tangiert haben darfst, bevor ich rhetorisch drüber gezogen werde.

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Aber tatsache ist doch, dass der Lebensraum Stadt komplett rationalisiert wurde und dies vor 100 Jahren und den tausenden Jahren davor eben nicht so war.
"Schmucklos und funktionell" hat man früher nur für den Pöbel gebaut. Der Pöbel stieg zur bürgerlichen Mitte auf. Die bürgerliche Mitte kopierte anschließend die Krone (siehe), um sie später wieder ächten zu können (u.a. Bauhaus). Das politische Grundrauschen in den Gesellschaften hat den größten Anteil an den Veränderungen der Architektur. Die ökonomische Rationalisierung hat ihren Teil beigetragen, aber es ist auch ein kultureller Wandel eingetreten, der die eigenen vier Wände in ihrer Bedeutung für die eigene Biographie entmystifiziert hat und denke ich der moderne Arbeitswelt und damit einhergehend der gestiegenen Mobilität zugrunde liegt. Wir kaufen Eier aus Freilandhaltung, befreien Hühner aus Legebatterien, -haben aber kein Problem damit in nummerierten Wohnblöcken zu leben, in denen sich Wohnungen, Türen, Fenster, Klingelschilder und Hausfassaden gleichen, wie ein Brutkasten dem anderen. Warum? Weil unsere Wände schmucklos sein dürfen. Weil unser Inneres nicht mehr an ihnen reflektiert. Weil unser Inneres heute digital stattfindet. Das Smartphone ist das Atrium des modernen Menschen.
An dem Holzhaus mit Giebeldach aus Ziegeln, in dem meine Oma gelebt hat steht in altdeutscher Schrift: "Was du geerbt hast, erwerbe, um es zu besitzen". Mir ist der Spruch als Kind nie aufgefallen, wahrscheinlich weil er teilweise von Efeu überdeckt war, welches vor einigen Jahren erst entfernt wurde, aber hier spiegelt es sich noch, das alte Denken, das Gebäude mit der eigenen Biographie in Verbindung bringt und einen emotionalen Bezug herstellt. Erinnert sich noch jemand an die alten Berliner Straßenbrunnen? Ich habe diese Brunnen geliebt als Kind. Ich denke heute noch manchmal an diese Brunnen. Ich frage mich, ob sich Kinder in ein paar Jahrzehnten noch liebevoll an sowas erinnern.
Diese Form von Pathos ist verloren gegangen. In der modernen Architekturwelt wird (fast) nur noch Logos angeboten und daran kann man sich nicht wärmen. Welcher Teil von mir soll sich in glatten, weißen Putzwänden spiegeln? Welche Erinnerung aus meiner Kindheit soll empor schießen können bei dem Anblick massengefertigter Vorhängefassaden?
Die Rationalisierung der Architektur ist gleichzeitig ihre Entemotionalisierung und in der Konsequenz ihre Entmenschlichung, weil sich kein Ausdruck mehr darin finden lässt, der mit unseren Träumen, Wünschen, Ängsten und Hoffnungen korrespondiert. Das ist aber alles keine Ursache von Bauhaus. Bauhaus ist nur ein Ausdruck dieser Entwicklung.
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Unter "Weltkultur" verstehe ich auch bedeutenderes, als die KMA, welche doch blos eine mehr oder minder Kopie der ehemals sowietischen Paradestraßen darstellt, die nur in der Summe etwas weniger "Zuckerbäcker/Russenesque" und eher "bauhausiger/minimalistischer/deutscher" ausfiel, weil die DDR so pleite war und ständig knapsen musste. Eine aus politischer Anbiederung an den großen Bruderstaat motivierte Kopie, die aufgrund der notgedrungenen Knappheit eine spezielle art "Ramschigkeit" bekam, die man als regionaltypischen Hybrid klassifizieren kann, soll als Vertreter einer eigenen Kulturepoche in die Menschheitskultur eingehen? Auch der militärische Nebenzweck der KMA, nicht nur als Paradestraße, sondern auch als Landebahn im Kriegsfall, läuft einer Würdigung als Weltkultur eher entgegen, da müsste man die ex. sowietischen Paradestraßen auf denen Putin heute regelmäßig sein ballistisches Arsenal präsentiert, ebenfalls würdigen.
In Peking werden ähnliche Argumente bemüht, wie in Berlin.
Ich hoffe, dass die UNESCO in beiden Fällen stur bleibt, aber zumindest der pekinger Arm dürfte weit reichen.
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*Der MT-Wohnturm wird 157m, nicht 100m.
*Der "Beyond" Skyline-Plaza mit 175m ist reine Fiktion. Das wird nie gebaut.
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Grauenhaft nichtssagend und städebaulich fatal. Vier uniforme Schuhkartons, die an der Gegend stehen wie Fahrkartenkontrolleure. Ich hoffe sehr, dass dieser Blödsinn von der neuen Senatsbaudirektorin kassiert wird.
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Für mich ist das alles ein rückwärtsgewandter Architekturstil, der vielleicht dem Reko-Willi beglückt, aber keine Antwort auf die Fragen der Zeit darstellt.
Du hast dir nur die ersten paar Villen durchgeschaut, den Ekel bekommen und nicht runtergescrollt.
https://www.kahlfeldt-architekten.de/projekt/rhinstrasse/
https://www.kahlfeldt-architekten.de/projekt/inselstrasse/
https://www.kahlfeldt-architekten.de/projekt/beuthhoefe/
https://www.kahlfeldt-architekten.de/projekt/arnulfpark/
https://www.kahlfeldt-architekten.de/projekt/rosmarin-karree/
Das sollen alles "Reko-Willi-Projekte" sein, die keine Antworten auf die Fragen der Zeit haben?!