^ Es ist geradezu grotesk, dass derzeit im Zentrum für Baukultur eine Ausstellung über den Umbau der St. Petersburger Straße läuft und es ebenso schon grobe Pläne zum Umbau / zur Verschmälerung der Großen Meißner Straße gibt – und CDU + Team Zastrow dennoch rein auto-ideologisch auf vier Spuren beharren. Wozu sollen die nötig sein, wenn mit der Großen Meißner, der St. Petersburger und der Albertstraße perspektivisch sämtliche angeschlossenen Straßen nur noch zwei (bzw. die Albertstraße drei) Spuren haben? Ich mag es selbst kaum glauben, das zu schreiben – aber da ist ja selbst die Dresdner AfD weniger ideologisch und stellt die Vierspurigkeit infrage. Und das macht mir Hoffnung mit Blick auf eine Abstimmung im Stadtrat.
Es gibt kaum ein rationales Argument, bei der Carolabrücke auf vier Spuren zu beharren. Die Autonutzung und Kfz-Zahlen in Dresden sinken seit Jahren und werden das auch weiterhin, vor allem wenn künftig mit der Umverlegung der Bundesstraße zusätzlicher Durchgangsverkehr um das Zentrum geleitet wird. Eine schmalere Brücke fügt sich – unabhängig vom tatsächlichen Aussehen – harmonischer ins Elbtal ein und wird weniger kosten. Und schließlich hat man während der Sanierung der Brückenzüge A und B bereits gesehen, dass der Verkehr auch nur mit einer Spur je Richtung füssig rollte. Es ist daher gut und wichtig, dass zunehmend Druck aus der Stadtgesellschaft und von Verbänden kommt – nicht nur vom BUND, sondern auch z.B. von der Neumarkt Gesellschaft und der Initiative Carolabrücke. Es kann und darf bei einer so gravierenden Entscheidung, die auf Jahrzehnte das Stadtbild prägt, keinen Stadtrats-Schnellschuss mit irgendwelchen Zufallsmehrheiten geben.