Beiträge von Tobschi

    Fröbelhöfe II - CTR schließt weitere Lücke

    Das tschechische Unternehmen CTR, das gegenwärtig schon die Ecke Löbtauer/Fröbelstraße bebaut, wird in unmittelbarer Nachbarschaft auch die Ecke Wölfnitz-/Floßhofstraße bebauen. Die DNN berichten (€).

    fr-bel.jpg

    Quelle: Noack Planung und Projektentwicklung & Werck

    Auf fast 5000 Quadratmetern sollen hier rund 60 Eigentumswohnungen entstehen. Für die Planung zuständig ist das Dresdner Büro Noack Planung und Projektentwicklung. Im kommenden März soll mit dem Aushub der Baugrube begonnen, der Komplex in der ersten Jahreshälfte 2029 fertiggestellt werden.

    Gestalterisch orientiere sich das Architekturbüro am denkmalgeschützten Gebäude an der Wölfnitzstraße 17 und an der „industriellen Baukultur“ des nahegelegenen Kraftwerk-Mitte-Areals, heißt es im Artikel.

    Narrenhäusel - Baustart wohl nächstes Jahr

    Investor Frank Wießner hat sich gegenüber Radio Dresden geäußert.

    Dekoratives Anführungszeichen

    „Ich will den Kaufvertrag bis Ende September 2025 annehmen. Da ist noch eine kleine technische Voraussetzung zu diskutieren mit dem Liegenschafts- bzw. Straßen- und Tiefbauamt. Und dann könnte prinzipiell der Bau nächstes Jahr los gehen.“

    Die Baugenehmigung liegt bereits seit fast zwei Jahren vor. Wegen diverser Verzögerungen brach Wießner allerdings die Finanzierung weg. Er habe nun aber „ausreichend Kapital zur Verfügung, sodass das Bauwerk auf jeden Fall errichtet werden kann“, versichert er.

    Der Stadtrat hatte ja die Umgestaltung beschlossen – und es bestand nach meiner Erinnerung auch Einigkeit, dass der Status Quo hier nicht haltbar ist und die Straße dringend aufgewertet werden sollte. Von daher: Ja, es hängt nun erst mal am Geld.

    ^ Wenn ich mich recht erinnere (ich finde leider auf die Schnelle die damaligen Artikel der Lokalpresse nicht) war der Knackpunkt die Finanzierung. Die Umgestaltung der Kreuzstraße sollte aus einem Topf finanziert werden, der wohl eher für Straßensanierungen/-reparaturen gedacht war. Die CDU lehnte das ab, weil sie das Geld lieber in den Ortschaften für Reparaturen/Ausbesserungen von Straßen investieren wollte statt in "grüne Prestigeprojekte".

    EDIT: Nun habe ich es gefunden: CDU-PM. Aus diesem Schwarzdecken-Programm ist die Kreuzstraße demnach "dank" der CDU herausgefallen.

    ^ Auf diesen Vorplatz hat Frau Pohl laut SZ-Artikel besonders Wert gelegt. Er soll eine "kleine Oase" an der Bautzner Straße werden. „Dafür haben wir auch auf viel Fläche verzichtet, die wir sonst bebauen könnten. Es geht uns gerade nicht darum, nur Gewinnmaximierung zu betreiben, sondern wir wollen, dass sich das Gebäude sinnvoll in die Neustadt einfügt.“ Dieser Einschub fügt sich ja gerade nicht in die Straße ein und auch ansonsten teile ich deine Einsicht – wer soll sich da aufhalten wollen bei all dem Verkehrslärm? Wobei: Vielleicht kommt ja auch Dresden verkehrspolitisch irgendwann mal im 21. Jahrhundert an und wird Tempo 30 zur Regel machen. Dann lässt es sich vielleicht auch hier an der Bautzner Straße verweilen.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Ich bin hin- und hergerissen. Einerseits finde ich es bedenklich, dass man sich unnötigerweise bei klammen Kassen finanziellem Mehraufwand und bei beteuerter Eile Unwägbarkeiten im Verfahren hingegeben hat und dann auch noch einen solchen Oschi ins Stadtbild knallen will. Andererseits müssen die Kfz-Fahrstreifen auch nicht für immer Kfz-Fahrstreifen bleiben - man hätte „Platz“ für das, was kommen mag...

    Aber was soll denn da kommen? Da hab ich nichts gehört vom Rechtsblock – außer eine CDU-Dame, die von „Spuren für autonomes Fahren“ sprach, die man in ferner Zukunft vielleicht brauche. Aha. Und was sollten die nützen, wenn es diese Spuren auf allen an die Brücke anschließenden Straßen nicht gibt? Oder droht nun schon die nächste CDU-Initiative, die Große Meißner Straße auf sechs Spuren zu verbreitern?

    Wenn Dresden gerade im Geld schwimmen würde, könnte man da ja noch mitgehen, dass man die Spuren irgendwann „anders“ umwidmet (unabhängig vom Gestaltungs- und Ästhetik-Aspekt). Aber Dresden hat gerade einen Haushalt mit harten Einschnitten verabschiedet: massive Kürzungen im sozialen Bereich, beim DVB-Angebot und so weiter. Für viele Sachen, z.B. neue Schwimmhallen in Klotzsche und Pieschen, ist kein Geld da. Auch die Verlängerung der Straßenbahn-Linie 8 ist, wie ich schon schrieb, mangels Finanzierung unklar. Wieso spielt nun beim Brückenbau Geld anscheinend keine Rolle mehr? Das ist einfach nicht zu vermitteln.

    Unzählige europäische Metropolen sperren konsequent den Autoverkehr (weitgehend) aus ihren Zentren raus. Aber Dresden klotzt dank einer unsäglichen Koalition aus CDU, AfD, BSW und dem Zastrowtrupp 'ne neue Monsterbrücke vor die Altstadt und ist noch stolz drauf - gegen jede Vernunft, gegen die einhellige Meinung von Experten. Was für eine riesige Chance hier verspielt wird, lässt mich fassungslos zurück. Und dann argumentiert dieser Rechtsblock noch mit der wachsenden Stadt und der Chipindustrie im Norden: Es war doch genau dieser Rechtsblock (bzw. Teile davon), der in den Haushaltsverhandlungen Geld für die Verlängerung der Straßenbahnlinie 8 zu den Chipwerken gestrichen hat! Ich kann das alles nicht mehr. Was gibt es nun noch für Möglichkeiten, dass dieser Irrsinn verhindert wird?

    Dekoratives Anführungszeichen

    hallo, weiß eigentlich jemand was mit dem Gelände zwischen Lößnitzstr. und Hansastr. wird? Da ist ja seit der "Rodung" nichts mehr passiert.

    Dazu berichtete gestern das Neustadt-Geflüster. Quarterback hält demnach an dem Vorhaben fest. „Nach wie vor gestaltet sich das Umfeld für Wohnungsneubau schwierig, insbesondere hohe Kosten für Bau und Finanzierung machen Neubauprojekte derzeit unwirtschaftlich“, sagt ein Sprecher des Unternehmens. Man wartet hier offensichtlich ab, was für Impulse für den Wohnungsbau von der neuen Bundesregierung kommen.

    Umbau C&A Seestraße

    Nach dem Auszug von C&A soll das 90er-Jahre-Karree an der Seestraße / An der Mauer / Kramer-/Schreibergasse umgebaut werden. SZ berichtet (+) mit ansprechender Visualisierung.

    Das Büro tchoban voss ist für den Umbau verantwortlich und hat die Pläne in der Gestaltungskommission vorgestellt. Dort kamen die Pläne sehr gut an. Im EG bleibt demnach Verkaufsfläche. An der Mauer (die südliche Gebäudeseite) soll ein neuer Eingang für mehr Leben in der Gasse sorgen – hier übernimmt eine Krankenkasse zwei Etagen der Fläche für ein Kundenzentrum. In den Obergeschossen sollen Büros oder – eher unwahrscheinlich – ein Hotel einziehen. Im Dachgeschoss sind auch künftig Wohnungen. Das zurückgesetzte 5. OG + Dachgeschoss an der Seestraße (hier gut zu sehen) wird an die unteren Geschosse angepasst. Damit solle das Bild des Hauses klarer werden. Auch in der Schreibergasse sei ein neuer Eingang geplant. Laut Stadtplanungsamtsleiter Matthias Lerm werde über eine Begrünung der Nebengassen nachgedacht, um diese zu beleben.

    DNN berichten ebenso – weitgehend gleicher Inhalt, aber ohne Visu.

    Leider keine Aussagen zu einem möglichen Baustart, aber ein vielversprechendes Projekt und möglicher Auftakt, die wirklich schreckliche Ödnis zwischen Seestraße und Kreuzkirche zu beseitigen.

    Die Gesellschaft Historischer Neumarkt (GHND) hat im Übrigen heute Morgen eine Pressemitteilung verschickt und führt noch ein ganz anderes Argument gegen eine vierspurige und damit noch breitere Brücke an: den möglichen Wiederaufbau des Venezianischen Hauses am Terrassenufer.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Das ursprünglich von Heinrich Hermann Bothen entworfene und gebaute Gebäude wäre am ehemaligen Originalstandort nicht mehr möglich. Als einziges ehemaliges Grundstück ist das Grundstück in der Nähe der Carolabrücke noch mit der Grundstücksnummer 1008 im Grundstückskataster ausgewiesen.

    Die GHND plädiert daher dafür, dass die künftige Brücke die Breite der bisherigen Carolabrücke von 32 Metern nicht überschreiten dürfe. Die neue Brücke müsse "die städtebaulichen Entwicklungen berücksichtigen, um nicht zukünftige Entwicklungsperspektiven der Stadt vorzeitig zu verhindern". Weiter heißt es: "Gemäß den Prognosen der Verkehrsentwicklung ergibt sich keine Notwendigkeit einer breiteren Brücke."

    Dass die GHND sich klar gegen eine vierspurige und damit noch breitere Brücke ausspricht, dürfte hoffentlich auch der CDU zu denken geben, die mit der GHND nach meiner Erinnerung recht eng verbunden ist.

    ^ Es ist geradezu grotesk, dass derzeit im Zentrum für Baukultur eine Ausstellung über den Umbau der St. Petersburger Straße läuft und es ebenso schon grobe Pläne zum Umbau / zur Verschmälerung der Großen Meißner Straße gibt – und CDU + Team Zastrow dennoch rein auto-ideologisch auf vier Spuren beharren. Wozu sollen die nötig sein, wenn mit der Großen Meißner, der St. Petersburger und der Albertstraße perspektivisch sämtliche angeschlossenen Straßen nur noch zwei (bzw. die Albertstraße drei) Spuren haben? Ich mag es selbst kaum glauben, das zu schreiben – aber da ist ja selbst die Dresdner AfD weniger ideologisch und stellt die Vierspurigkeit infrage. Und das macht mir Hoffnung mit Blick auf eine Abstimmung im Stadtrat.

    Es gibt kaum ein rationales Argument, bei der Carolabrücke auf vier Spuren zu beharren. Die Autonutzung und Kfz-Zahlen in Dresden sinken seit Jahren und werden das auch weiterhin, vor allem wenn künftig mit der Umverlegung der Bundesstraße zusätzlicher Durchgangsverkehr um das Zentrum geleitet wird. Eine schmalere Brücke fügt sich – unabhängig vom tatsächlichen Aussehen – harmonischer ins Elbtal ein und wird weniger kosten. Und schließlich hat man während der Sanierung der Brückenzüge A und B bereits gesehen, dass der Verkehr auch nur mit einer Spur je Richtung füssig rollte. Es ist daher gut und wichtig, dass zunehmend Druck aus der Stadtgesellschaft und von Verbänden kommt – nicht nur vom BUND, sondern auch z.B. von der Neumarkt Gesellschaft und der Initiative Carolabrücke. Es kann und darf bei einer so gravierenden Entscheidung, die auf Jahrzehnte das Stadtbild prägt, keinen Stadtrats-Schnellschuss mit irgendwelchen Zufallsmehrheiten geben.

    ^ Die Enttrümmerung des Turmrestes soll noch diesen Monat beendet sein. Die Gesamtkosten des Wiederaufbaus werden auf eine Million Euro geschätzt. Das Geld soll über Spenden gesammelt werden. Wann es losgehen und wie der Turm überhaupt aufgebaut werden könnte, ist unklar. Denkbar seien eine historische Rekonstruktion, aber auch ein "Erlwein 2.0" - historische Form mit modernen Materialien. Der Verein plädiert für ersteres, also die historische Rekonstruktion mit den auch damals verwendeten Materialien.

    Tatsächlich hatte es der Tunnel auch ins jüngste Kommunalwahlprogramm der CDU geschafft:

    Dekoratives Anführungszeichen

    Die CDU Dresden möchte den Neustädter Markt als zentralen, verkehrsberuhigten Platzweiterentwickeln [...]. Das soll erreicht werden, indem der Kfz-Verkehr vom Neustädter Markt heruntergenommen und zwischen dem Palais- und dem Carolaplatz durch einen Tunnel in Ost-West-Richtung geführt wird. [...] Ein Ost-West-Tunnel für den Kfz-Verkehr ist technisch möglich, und auch die Gestaltung der Tunnelein- und -ausfahrten ist in verträglicher und ansprechender Art und Weise lösbar.

    Jede Wette: Sobald es wieder um die Umgestaltung (=Verschmälerung) der Großen Meißner/Köpckestraße geht, kommen sie damit wieder um die Ecke. Aber ja, wenn die CDU schon städtebaulich keine Vernunft erkennen lässt, so dürfte immerhin die höchst angespannte Finanzlage der Stadt ihre millionenschwere Tunnelträumerei hoffentlich beenden.

    Weil es ohne die CDU als zweitgrößte Fraktion wohl keine Stadtratsmehrheit für diesen konsequenten Umbau geben wird. Man kann davon ausgehen, dass SPD, Grüne, PVP (Piraten-Volt-Partei) und der fraktionslose Dissident diese Pläne unterstützen, was gerade mal 21 von 70 Sitzen im Rat entspricht. Selbst mit Linken (5 Sitze) und BSW (5) würde es nicht zu einer Mehrheit reichen, wobei erstere teils unberechenbar abstimmen und letztere stadtplanungstechnisch noch eine Black Box sind. Der CDU (13 Sitze) kommt daher eine Schlüsselrolle zu, sofern man eine "demokratische" Mehrheit möchte und die AfD ausklammert. Wie die sich hier positioniert, ist schwer abzuschätzen - einerseits hat sie in den vergangenen Jahren rigoros mit dem "Autoblock" gestimmt, andererseits vernahm man nun Töne, dass die Schneise Petersburger Straße verschmälert werden sollte. Von der dahinsiechenden FDP sollte man eher keine Zustimmung erwarten und von der rigoros destruktiv-populistisch agierenden Zastrow-Truppe gleich gar nicht.