Beiträge von m.Ro80

    ^

    Die "Turbo-Gentrifizierung" in Warschau hat mMn vor allem einen staatsorganisatorisch-strukturellen Hintergrund:

    Polen ist mindestens so stark zentralisiert wie Frankreich.

    Auf den Großraum Paris entfallen rund 25 % der Französischen Wirtschaftskraft.

    Ich habe mal gelesen, dass Warschau sogar rund 1/3 der polnischen Wirtschaftskraft an sich bindet.

    Es ist weniger eine Frage der "Gentrifizierung", Es ist mMn ein Problem was man als "Zentralismus" besser ansprechen sollte.

    Da lobe ich mir den deutschen Föderalismus oder auch die Dezentralität Italiens, wo es solche enormen Verwerfungen in der (einzigen) "Hauptstadt-Metropole" dann doch nicht gibt.

    Bezüglich der "Struktur" der Fassade finde ich den Entwurf gut.

    Die Färbungen wurde ich aber anders gestalten: Nicht "bräunlich" sondern eher schwarz / anthrazit (wenn es "sachlich" bleiben soll).

    Wenn man es "lebendiger" haben möchte, dann würde auch eine Art "british green" oder gar "knallblau" bestimmt gut passen.

    Bzgl. "couleur" einfach mal Verschiedenes ausprobieren. Könnte gerade bei diesem Projekt gut funktionieren.

    ^

    Die Frage, ob sich der CBT "meisterhaft" einfügt, werden wir erst im "Rohbau" gut beurteilen können.

    Auf jeden Fall ist der CBT ein Gewinn für die City.

    Die Höhe, die Kubatur, die tendenziell monumentale Anmutung / Masse: Genau so stelle ich mir ein tendenziell weltstädtisches HH vor, welches genau so auch in London, Paris oder Warschau stehen könnte. Ich freue mich sehr !

    Es bleibt meine grundsätzliche städtebauliche Kritik an zu viel Dichte in diesem Stadt-Bereich.

    So viel zum Aspekt "meisterhaft einfügen". Diese Kritik würde ich aber eher gegen einige schon bestehende Hochhäuser dort in diesem Bereich richten. Aber gut. Jetzt soll der CBT erst mal "ordentlich wachsen" !.

    Vielleicht habe ich etwas Entscheidendes nicht mitbekommen, aber kurz meine Gedanken dazu wie folgt:

    a.) Erst einmal "Gratulation" nach HH, dass es mit dem Bau ggf. doch weitergehen kann.

    b.) Die 199 Meter sind natürlich nicht optimal, aber immer noch besser als "nix".

    c.) Selbst wenn man nur auf die 199 Meter baut: Der ganze jetzt schon stehende "Unterbau" ist doch statisch auf die volle Gebäudehöhe (rund 250 Meter) ausgelegt !?

    Was spricht denn (aus technischer Sicht) gegen die Möglichkeit, wenn "irgendwann später" in der Zukunft dann doch noch auf die volle Höhe (250 Meter) aufgestockt wird ?. Wenn die Stadt HH nun Teileigentum für das Museum erwerben möchte, dann wird man die TE nach WEG eben dergestalt formulieren können, dass eine spätere Aufstockung des Tower zur vollen Höhe möglich sein könnte - mit allen WEG-rechtlichen Implikationen, die das mit sich bringt. Gute RAe bekommen das formuliert.

    Bauplanungsrechlich liesse sich die "Aufstockungs-Option" durch einen vorhabenbezogenen B-Blan absichern.

    Wo steckt mein Denkfehler ?

    ^

    Ich kann und möchte mich nicht in "konkreten Zahlen" verlieren, aber grundsätzlich ist es wie folgt:

    Speziell beim EV wäre die "Tunnel-Deckel-Bauweise" sehr einfach möglich gewesen, indem man in die weite Flur des geplanten EV (noch vor Errichtung der ersten Baugruben) eben eine rund zwei Km lange "Rinne" gräbt in der man den Schacht für die neue U-Bahn- Linie hätte hinein-betonieren können (Technik: "Tagebau" nicht "bergmännisch"). Den Aushub des Erdreiches hätte man nicht einmal abfahren / entsorgen müssen sondern für die spätere Neuprofilierung des Geländes zunächst räumlich nah lagern können. Weiterer Vorteil der Tunnel-Deckel-Bauweise: Man hätte bei der Tiefe der Rinne sogar einen gewissen "Spielraum" gehabt, da die Oberkante des U-Bahn-Tunnels die Höhe des späteren Strassenaufbaus mit bestimmt. Anders ausgedrückt: Je höher man diese Oberkante definiert, desto tendenziell höher hätte man auch die KG-Ausschachtung für die angrenzenden Gebäude im Bereich der Euro-Alle machen können. Das hätte insgesamt tendenziell Aushub sparen können und hätte obendrein noch die Möglichkeit eröffnet den Baukörper der Europaallee leicht zu "erhöhen" - eine sicherlich reizvolle Profilierung des Strassenraumes in Bezug zu die angrenzenden Seitenstrassen (wie man es im Ergebnis eben haben möchte - man denke auch an die erleichterte Abführung von Regenwasser durch eine dergestalt geringfügig "erhöhte" Europa-Alle und das dadurch erzeugte Gefälle zu den Seiten hin).

    Kurzum: Eine enorme Chance wurde hier vertan, die - selbst bei vertretbaren Mehrkosten - einiges an gestalterischem Spielraum eröffnet hätte und der Europaallee zudem das gegeben hätte, was ihr städtebaulich gebührt: Eine "echte" unterirdische U-Bahn-Trasse !

    ^

    Der Widerspruch mMn besteht darin, dass das Konzept der "Verdichtung" (hier meine ich die FUNKTIONLAE Verdichtung im Städtebau - O-Ton: "15-Minuten-Stadt") nicht zu der Vorstellung passt, den mutmaßlich "peripheren" Fernsehturm zu einer neuen Art von "Erlebnisbereich" zu entwickeln. Ein solcher "Erlebnisbereich" würde mMn auch nur dann gut funktinieren, wenn man für den ganzen Nahbereich dort oben ein höheres Maß an Zentralität anstreben würde. In diesem Sinne hatte ich hier mal die Idee vorgetragen, den direkten Nahbereich des Fernsehturm auch für Oper / Schauspiel in die Erwägungen einzubeziehen (die U-Bahn in dieser Gegend ist im Übrigen auch in Planung). Aber das wurde von vornherein als "Peripherie" von einigen Wortführeren hier abgetan. In der Branche gibt es nicht nur den Spruch "Lage, Lage, Lage !". Es gibt auch den umgekehrten Ansatz: "Lage MACHEN !".

    Der tendenzielle Abschied der BuBa aus diesem Bereich würde die FUNKTIONALE Verdichtung in Ffm. weiter beschleunigen. Es entstehen dann eben dort vor allem Wohnungen, die der Idee eines eventuellen "Erlebnisbereich" im direkten Umfeld des Fernsehturm (man denke an die Geräusch- und Verlehrsbelstungen) auch nicht unbedingt zuträglich sind.

    Stichwort "hohe Kosten":

    In Anbetracht der Summen, die für die sog. "Kulturmeile" im Bereich CBD im Gespräch sind, sehe ich den Kosten-Punkt speziell beim Fernsehturm eher gelassen. Entweder man will das Thema ernsthaft angehen (wofür ich keinerlei Anzeichen sehe) oder man lässt die Sache eher treiben. Letzteres ist mMn nach der Fall, denn es fehlt schlichtweg an einem "grösseren Konzept" um einen revitalisierten Fernsehturm in den Nahbereich dort oben schlüssig zu integrieren. "Peripherie" eben.

    ^

    50 Mio. Euro (selbst wenn es 100 Mio. Euro wären !) sind - gemessen an der Fernwirkung und dem auch identitätsstiftenden Charakter dieses durchaus ikonischen Bauwerkes - wahrlich "nicht viel Geld". Hinzu kommt, dass der Bund offenbar auch zu einem beträchtlichen Beitrag bereit ist.

    Das Problem mit dem Fernsehturm liegt mMn. aber tiefer.

    Nicht wenige der "Planenden" in Ffm. sehen diesen Bereich dort als "Peripherie". Mittlerweile kursieren sogar Überlegungen (auch hier im Forum), auf dem benachbarten BuBa-Gelände (teilweise) Wohnungen zu bauen, falls das Sanierungs-Projekt der BuBa radikal abgespeckt werden sollte.

    Da sieht man doch klar: Nicht unbedeutende politische Kräfte in der Stadt haben doch gar kein Interesse daran, in diesem Bereich der Stadt ein "Highlight" mit einem revitalisierten Fernsehtum zu bekommen. Ich unterstelle manchen von diesen "Verdichtern" gar: Am liebsten wären sie den Fernsehturm komplett los.

    Ich möchte mich nicht aktiv in diese Debatte einschalten aber Folgendes zu bedenken geben:

    Sofern etwas "Modernes" in Ergänzung zur "historischen" Paulskirche entstehen sollte, so würde ein solches "Nebeneinander" eine zeitliche Brücke zwischen der "Historie" der Paulskirche und der "Moderne" der zeitgenössischen Demokratie schlagen. Thematisch wäre das mMn völlig in Ordnung.

    Städtebaulich wird man den Kritikern von "Modernismus" in diesem Bereich der Innenstadt allerdings schwerlich widersprechen können.

    Mod: Bezieht sich auf diesen Beitrag.


    Kommentierung zu Adama (auszugsweise):

    Zitat:

    "Hier geht es in die letzten Züge, doch Begeisterung will sich nicht so recht einstellen" [...]

    "In den sozialen Medien ist die Kritik längst laut."

    Ich hatte zu keiner Zeit "Begeisterung" für dieses Projekt und Dein Statement bzw. die mutmaßlichen Meinungen von anderen Personen bestätigt meine schon vor vielen Jahren hier kommunizierten Bedenken speziell bzgl. des "FOUR".

    Zitat:

    "Eine Skulptur, eine Installation, irgendetwas mit Charakter, nichts davon hat man vorgesehen (obwohl ursprünglich einmal angedacht). Dabei wäre gerade hier die Chance gewesen, dem Areal ein Herz und eine Identität zu geben". [...] "Aber wenn man dort nicht mehr Kreativität zeigt als am Hauptplatz, dann gute Nacht".

    Du glaubst doch bitte nicht im Ernst, dass ein wenig "Deko" der von Dir beschriebenen Art dort irgendwas herausreissen würde:

    Der Bereich zwischen den Baukörpern ist einfach viel zu eng als dass man dort etwas gestalten bzw. verbessern könnte.

    Es ist ein unfassbar unwirtlicher Unort, dessen "städtebauliche DNA" nicht stimmt: Die Räumlichkeiten sind schlichtweg zu eng !.


    Zitat:

    "So viel Potenzial, so wenig daraus gemacht.

    Die Frage bleibt: warum?"

    Ich stimme Dir zu:

    Die Idee des "FOUR" hatte sehr grosses Potenzial.

    Aber schon der Standort genau dort war mMn für solch ein Möchtegern-Landmark-Projekt ungeeignet.

    Ca. 200-300 Meter weiter "abseits" an anderer Stelle hätte ein solches Projekt sogar ein eigenes HH-Cluster bilden können mit ernorm positivem optischem Impact auf das gesamte Stadtbild.

    Vielleicht hätte man auch auf einen der vier Türme verzichten sollen (und die gewünschte Baumasse auf sodann maximal drei HH verteilen). Das hätte ggf. die Räumlichkeit am Boden schon mal deutlich verbessert und damit auch die Aufenthaltsqualität zwischen den Baukörpern.

    Am meisten ärgert mich, dass die Kritik sich jetzt erst Bahn bricht, nachdem das Projekt quasi fertig ist.

    Die jetzt beschriebenen Unzuträglichkeiten hätte man sich von vorn herein DENKEN KÖNNEN.


    nochmals Zitat:

    "So viel Potenzial, so wenig daraus gemacht.

    Die Frage bleibt: warum?"

    Meine Antwort:

    Frankfurt wird kaputt-verdichtet.

    Es muss endlich Schluss gemacht werden mit dieser ideenlosen HH-Clusterei, speziell im CBD !

    London, Warschau und Berlin z.B. machen das ja auch nicht.

    Zitat von Adama:

    "...und eine regelrechte gleich hohe "Skyline Mauer" entsteht. Mehr Abwechslung in der Höhe ist geboten bei der Stadtkomposition!".

    Diese Kritik kann ich nachvollziehen.

    Noch kritikwürdiger als die "einheitliche Höhe" finde ich persönlich, dass sich die Baumassen immer mehr in den beiden Clustern ballen (vor allem im CBD).

    Mindestens ein weiteres echtes drittes Cluster würde diesen monotonen Trend positiv ändern - was derzeit für das Ostend angedacht ist, taugt bzgl. der Höhe mMn. nicht zu einem dritten Cluster.

    Auch gegen einzelne Solitäre (z.B. von der Art des einstigen "Campanile") hätte ich überhaupt nichts. Aber so etwas scheint politisch (derzeit) in Ffm. nicht mehrheitsfähig.

    PS:

    Das "Shard" in London ist solch ein Solitär (ähnlich "Campanile").

    Das "Shard" steht südlich der Themse deutlich abseits der London-City. Das ist etwa so, als würde man in Ffm. den "Campanile" irgendwo an die Sachsenhäuser Kennedyallee bauen. Bei uns schon planerisch / politisch ein "Ding der Unmöglichkeit".

    Zitat Megaxel:

    "Das Gelände würde sich - auch unter Erhalt des Hauptgebäudes - gut für eine verdichtete Bebauung (Wohnen und Büros) eignen".

    Eine derart "banale" Zukunft des BuBa-Geländes wäre mMn so ziemlich die schlimmste Konsequenz für dieses historisch-ikonische Bauwerk der Bundesbank.

    Das wird mMn auch nicht geschehen. Der Reputationsverlust für die Bundesbank wäre immens. Hier spielen auch "ideelle" Aspekte eine wichtige Rolle. Eine so bedeutende Institution benötigt eben auch einen "sichtbaren" Hauptsitz - idealerweise mit einer gewissen "Tradition". Beide Voraussetzungen erfüllt der heutige Stammsitz absolut.

    Zitat Megaxel:

    "Spannend bleibt aber die Frage, wohin die Bundesbank (und ihr Gold) alternativ ziehen könnten".

    Die Frage nach einem alternativen Hauptsitz finde ich nicht "spannend". Unter Berücksichtigung der o.g. Kriterien und Gegebenheiten ist das mMn ein NOGO.

    Die BYD-Ansiedlung ist mMn eine der wichtigsten Wirtschafts-Nachrichten des Jahres 2025 für die ganze Region Rhein/Main.

    Diese Ansiedlung unterstreicht das Potenzial, das "Rhein/ Main" als Standort für global agierende (Industrie-)Unternehmen auch jenseits des reinen "Banking/ Business" hat.

    Dieser Vorgang sollte alle Beteiligten ermuntern, die ganze Region künftig noch deutlich selbstbewusster als "Headquarter-Standort" für Deutschland bzw. Central-Europe zu bewerben.

    Zur Erinnerung:

    Hyundai ist seit einigen Jahren auch bereits mit der Deutschland-Zentrale am Kaiserlei.

    Die Marke "Kia" ist bereits seit den 2000er-Jahren mit dem Deutschland-Sitz in der Theodor-Heuss-Allee in Ffm. in einem grossen eigenen Gebäude-Hochpunkt.

    Im Übrigen ist mir persönlich völlig egal, ob diese Zentralen in Ffm. oder auf Offenbacher Grund stehen. Hauptsache, sie kommen hier her und bleiben. Der Region als Ganzes tut es gut !.

    Mein Glückwunsch speziell im Fall BYD an Offenbach - aus Ffm.!

    ^^

    Gleichgültig wie man das neue Stadtbild in diesem Bereich wahrnehmen bzw. bezeichnen möchte [Zitat: "...nimmt man die kleine Dreierkette aus dem ibc-Turm, dem Torhaus und dem Sparda-Turm als Mini-Cluster wahr"] .

    Ich kann auch nur absolut Positives dem Ganzen abgewinnen.

    Ein sehr interessantes Panorama, was sich in diesem Bereich entwickelt und die Skyline insgesamt nach Westen dehnt.

    Das Ganze lässt Ffm. aus der Ferne tendenziell grösser und urbaner erscheinen.

    Der Sparda-Tower ist v.a. aus diesem Grunde mMn einer der besten HH-Neuzugänge der letzten Jahre !

    Zitat: "Der neue Turm ist aus vielen Perspektiven präsent."

    Korrekt !

    Diese "Präsenz" ergibt sich v.a. aus dem Umstand, dass dieser Turm gerade nicht Teil eines sog. "Clusters" ist, sondern eine starke Solitär-Wirkung entfaltet.

    Dieser sehr positive optische Effekt sollte mMn einen Anstoss zum planerischen Umdenken geben wie folgt:

    Vielleicht doch in Zukunft auch den einen oder anderen "HH-Solitär" im Stadtbild ermöglichen - zusätzlich zu den etablierten Clustern.

    Einzelne HH-Solitäre würden optisch weitere Vielfalt in das Stadtbild bringen.

    Ich hätte da rund ein halbes Dutzend mMn potenziell geeigneter Standorte zum Vorschlagen ... .

    ^

    Keine Sorge: HH gehört defintiv zu den TOP-Standorten Deutschlands dazu.

    Gerade Dein Verweis auf den hohen Büroflächenbestand ist absolut treffend.

    Nach meiner Kenntnis: München (je nach Umland-Berücksichtigung) und Berlin: je ca. 20 Mio qm;; HH hat ca. 15 Mio. qm;; Ffm gar "nur" 12 Mio.

    Düsseldorf rund 9 Mio qm. Köln rund 8 Mio (beide zusammengerechnet sind ebenfalls ein Schwergewicht).

    Zum Vergleich:

    Paris: ca. 50 Mio. qm.

    Lyon: ca. 6 Mio qm. (also nur rund ein Achtel von Paris und Lyon gilt als die zweite Stadt in F.). Das sind Unterschiede.

    In Deutschland ist es hingegen ziemlich gut verteilt.

    Diese Zahlen hier auf die Schnelle aus meiner langjährigen Erinnerung. Wen es interessiert kann gerne "detaillieren".

    Zitat:

    "...obwohl mich der Siegerentwurf mit seiner in meinen Augen sehr misslungenen Formensprache und Proportion nur wenig anspricht."

    Das sehe ich ganz genau so.

    In der Zeit danach habe ich mich gefragt, woran es liegen könnte, dass dieser Entwurf (nach Meinung vieler anderer Betrachter) der vermeintlich beste Entwurf sein soll. Meine persönliche Erklärung: Es liegt eine Kategorien-Verwechslung vor.

    Als "Design" mag der Sieger-Entwurf gut und spektakulär wirken (z.B. als Möbelstück). Als "Architektur" taugt er mMn nicht.

    "Design" und "Architektur" mögen in manchen Aspekten "Geschwister" sein. In vielen Punkten sind sie aber auch grundverschieden.

    Das ist mMn der Punkt hier.

    ^

    Sorry, aber diese HH-Kubaturen (v.a. ihren scheiben-ähnlichen Charakter aus mancher Perspektive) fand ich sehr, sehr gut. Sie hatten eine tolle räumliche Wirkung. Man konnte sie sogar von den Mainbrücken in Ffm. aus sehen. Zusammen mit der mächtigen EZB im Vordergrund gaben diese HH-Kubaturen beim Blick nach Osten einen markanten Schlusspunkt am Horizont. Eine beeindruckende räumliche Wirkung baute sich auf - fast schon weltstädtisch.

    Ich trauere diesen Hochpunkten schon jetzt nach. Zumindest zum Teil hätte ich mir eine Sanierung gewünscht (gerne bei ergänzender Verdichtung mit Blockrand dann im unteren Bereich um die Strassenzüge besser zu arrondieren).

    Ich hoffe sehr, dass die neu geplanten Hochpunkte eine ähnliche Markanz haben werden, was ich stark bezweifele.

    Hier werden eher "Punkte", statt "Scheiben" als HH entstehen. "Scheiben" baut man heute kaum mehr als HH. Das war in den 1960ern. - leider.

    ... und der Standort "Kaiserlei" wäre in vieler Hinsicht (v.a. auch städtebaulich) die ungleich bessere Variante gewesen als diese unsägliche Autobahn-Zubringer-Lage dort am Waldstadion.

    Dort fährt man nur "hin und wieder weg" aber man hält sich nicht danach (zumindest einige der Besucher) noch in einer irgendwie städtisch anmutenden Umgebung auf (z.B. Gastronomie / Hotel etc.). Diesbezüglich hätte das Kaiserlei-Gebiet längerfristig definitiv mehr Potenzial gehabt.

    Geschmäcker sind nun mal verschieden.

    Vor diesem Hintergrund muss ich sagen: Mit dem Sieger-Entwurf bin ich ganz und gar nicht einverstanden.

    Ich persönlich hätte den Sieger nicht einmal unter den "TOP 3" gesehen.

    Meine Favoriten (ohne eine Reihenfolge geben zu wollen - alle drei haben ihre Vorzüge):

    Dietz Joppien (der "2. Platz"); Cyrus Architekten ("Anerkennung") und Snohetta.

    Grund:

    Alle drei wirken etwas ruhig-"monumentaler" als der Siegerentwurf und haben - jeder für sich - auch eine individuellere Formensprache.

    Verglichen dazu wirkt der Sieger fast schon fade und im Übrigen (in den gestalterischen Details) auch unnötig "unruhig".

    Besonders schlimm: Im unteren Bereich entwickelt der Sieger (ja nach Standort der Betrachtung) optische Obertöne die irgendwo zwischen "zugebundenem Sack" und "umgekehrt stehender Presswurst" liegen.

    Die optische Reminiszenz an das alte WTC im Dachbereich rundet mMn die Disqualifizierung ab.

    Je länger ich mir das Ding ansehe: Daumen runter !

    Zitat (Rohne): "Und sollte das Finanzsystem zusammenbrechen, dann wars das erstmal sowieso auch mit der Weltwirtschaft".

    Der Goldpreis ist seit 2001 um mittlerweile knapp Faktor zehn (!) gestiegen (von rund 300,00 € pro Unze auf mittlerweile rund 2.800,00 € pro Unze).

    Das kann man als deutliches Zeichen verstehen, dass sich die Finanzwelt auf sehr sehr schwerwiegende Umwälzungen einstellt.

    Und Gold ist das älteste Investment / Krisen-Barometer überhaupt - nicht so ein Mode-Ding wie Bitcoin etc.

    Das nur in Ergänzung zu Rohne falls sich mal wieder einige Foristen über seine (teilweise angeblich kruden) Äusserungen aufregen.

    Nix "krude" - absolut zutreffend ! - und speziell dieser Einwand durchaus von Relevanz für den Finanzplatz Ffm.