Beiträge von Blogrand

    TSMC-Entscheidung für Dresden?

    Zwei Jahre nach den ersten Diskussionen gibt es nun offenbar eine Entscheidung: Laut Handelsblatt wird morgen die Ansiedlung von TSMC verkündet. Abgesehen von einigen Herausforderungen wie Wasserversorgung und Fachkräftemangel ist es für Dresden erst einmal eine gute Nachricht, denke ich. Spannend wird nun, wo das Werk genau gebaut wird. In den Pressemeldungen hieß es "bei Dresden", der Spiegel schreibt, dass ein Grundstück in Dresden erworben worden sei.

    ^ Ich finde die Nutzung und Umsetzung des Logistikstandorts an der Hirschfelder/Freiberger bei aller berechtigten Kritik nicht ganz schlecht. Die Baukörper haben eine angemessene Höhe und begleiten die Straßenführung. Klar, das Vorrücken an die Straße und weniger Versiegelung wären wünschenswert. Wie Chris1988 finde ich die fehlende bauliche Fassung auf der gegenüberliegenden Seite viel schlimmer.

    Die Sache mit der Senke sehe ich nicht ganz so. Wäre doch eigentlich nett, solche Besonderheiten zu erhalten und nicht alles immer gleich einzuebnen. Zumal es dort ja eine schöne alte Eisen-Fachwerk-Brücke gab, wenn ich mich recht erinnere, die eventuell noch nebenan im Grün liegt. Ist vielleicht nicht besonders realistisch, aber könnte man darüber nicht einen Fahrradweg-Zubringer aus der Oederaner Straße in Richtung Weißeritz-Grünzug führen?

    Neubau Muslimisches Kulturzentum

    Wie die SäZ und die DNN (paywall) berichten, nimmt das Marwa Elsherbiny Kultur- und Bildungszentrum einen neuen Anlauf für den Bau eines muslimischen Kulturhauses. Statt einer reinen Moschee, wie vor 3 Jahren diskutiert, soll es ein muslimisches "Kulturhaus mit Gebetsraum" werden. Erste vage Entwürfe wurden in der Gestaltungskommission vorgestellt und mit Wohlwollen besprochen. Die Bauaufgabe scheint auf dem kleinen Grundstück und im fragmentierten Umfeld nicht einfach zu sein. Hinderungsgründe durch Bebauungsplan und Veränderungssperre gibt es möglicherweise nicht mehr, da diese keine Rechtskraft erlangt bzw. ihre Wirkung verloren hätten. Wir dürfen gespannt sein.

    Geplanter Neubau am Nürnberger Platz

    Im neuen Immo Magazin der SäZ (S. 20) ist zu lesen, dass basisd an der Ecke Münchner Straße/Hettnerstraße auf 10.000 qm einen Neubau mit einer Mischung aus Eigentumswohnungen, Gewerbe und sozialer Einrichtung plant (z.B. Betreutes Wohnen). Es gab dort 2018 ja ein Werkstattverfahren mit einer tollen Planung von Müller Reimann Architekten, die eine geschlossene Bebauung und an den vier Platzkanten jeweils Hochpunkte vorsieht. Auch einen Bebauungsplan gibt es. Insofern müsste basid dem ja auch folgen. Wäre toll, wenn das hier so kommen und sich der Nürnberger Platzes weiter schließen würde.

    ^^ Es ist ja ganz nett, dass das Projekt "Löbtauer Tor" jetzt offenbar kommt. Allerdings sehe ich hier einen deutlichen architektonischen Abstieg gegenüber dem bekannten Entwurf von Seidel Architekten. Zum Vergleich hier der neue Entwurf von Stellwerk Architekten, der auch in der SäZ gezeigt wird (aufs Bild klicken zum Vergrößern). Nichts mehr mit geschwungenen Formen und Stil, stattdessen eine architektonische Kopie des Friedrichstädter Lyra Quartiers vom gleichen Projektentwickler in recht freudlosen Farben.

    Beim Lyra-Quartier zwischen Schäfer- und Berliner Straße wird gerade die Fassade gedämmt (zuletzt #1.647)

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    In der Berliner Straße ist der Rohbau im Dachgeschoss angelangt:

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    Das künftige Prizeotel vorn an der Weißeritzstraße (zuletzt ebenfalls #1.647). Da wird der Koreanische Platz überhaupt erstmal als Platz erlebbar. Der Neubau sieht bislang ganz annehmbar aus.

    sam_3162wcive.jpg


    Und noch ein Abstecher zur Fröbelstraße 6+8 (bevor es fürs Fotografieren zu dunkel wurde). Hier wird gerade das Erdgeschoss hochgezogen:

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    Update Schützengärten (zuletzt ^^^^)

    Für die Raumwirkung ist es toll, wenn sich das Quartier füllt. Allerdings scheinen die Etagen hier arg gestapelt zu werden.. niedrige Geschosshöhen und ein gequetschtes Erdgeschoss, in dem Geschäfte nicht gut zur Geltung kommen. Aber vielleicht täuscht der Eindruck und es sieht am Ende doch passabel aus. Schauen wir mal.

    Vom Wettiner Platz:

    Aus der Schützengasse:

    Vom Schützenplatz:

    Hier kann der Verlauf der neuen Quartiersstraße - Amely-Bölte-Str. - schon nachvollzogen werden:

    An der Ecke zur Laurinstraße gibt es ein kleines Ladengeschäft, erkennbar am ebenerdigen Erdgeschoss:

    Von der Könneritzstraße und den Hochgleisen:

    Ich kann mir nicht helfen, aber mit einer Bebauung anstelle des Brunnenplatzes vor den MaryAnn-Apartments hätte der Postplatz geschlossener und besser gewirkt. Abhilfe könnten große Bäume als grüne Begrenzung des Platzraums schaffen. Allerdings wurden hier nur durchschnittlich große Bäume gepflanzt, die erst in vielen Jahren den Platz an der Stelle fassen werden.

    Auch sonst kann ich dem Brunnenplatz optisch nicht viel abgewinnen (Entwurf siehe #871)

    Wieder eine herzerfrischende Wortmeldung. "Spannend" ist in der Tat ein bisschen überstrapaziert aber für mich stimmt die Vokabel hier, denn ich bin gespannt darauf ob das neu entstehende Viertel am Ende funktioniert, ob es da Leute auf den Straßen geben wird, sich Cafés ansiedeln usw. Dafür bietet das Gebiet recht gute Voraussetzungen. Ich finde man kann die Bemühungen in Richtung Urbanität hier auch mal anerkennen, jedenfalls ist das was ich da bisher sehe deutlich besser als die zuhauf entstehenden Würfelhaussiedlungen. Hier gibt es eine Trennung zwischen öffentlich und privat, Erdgeschosse auch mal als Hochparterre statt der üblichen gedrungenen Etagen auf Straßenniveau und immerhin der Versuch, die Fassaden abwechslungs- und detailreich zu gestalten. Die Häuser haben unterschiedliche Fensterformate, teils hervorgehobene Sockelgeschosse und profilierte Fassaden, Klinker in unterschiedlichen Farbtönen, Art und Farbe der Geländer variieren. Man gelangt fußläufig zum Elbepark und zur Naherholung, es gibt die Straßenbahn vor der Tür, großzügige Abstellanlagen für Fahrräder, eine DVB Mobilitätsstation - also insofern auch noch gut integriert und ökologisch besser als die meisten anderen Neubaugebiete. Mir ist natürlich klar, dass auch noch deutlich mehr ginge, etwa gestaffelte Höhen, unterschiedliche Dachformen, parzellierte Baukörper (wobei die ja selbst am Neumarkt nur vorgetäuscht sind). Vielleicht kann man sich auch mal die Mühe zum Differenzieren machen und nicht schlechtgelaunt alles rundweg ablehnen.

    Ah, danke für die Bilder. Dass C1 auch schon so weit in der Planung ist, wusste ich noch nicht. Prinzipiell finde ich die Entwicklung dort ganz spannend. Jetzt hat man da ja noch einzelne Bebauungsinseln in einer weiten Grassteppe. Wenn sich das Gebiet mit den weiteren Quartieren füllt, wird es da richtig städtisch. Da bin ich in erster Linie froh, dass auch die neuen Carrés wieder den Blockrand aufnehmen und auf Abstandsgrün zu den Fußwegen verzichten. Hier und da gibt es noch ein paar Läden, die Bahn fährt auch noch durchs Gebiet. Könnte doch ganz schön werden... zumindest wenn die neu entstehenden Fassaden nicht zu monoton werden. Hier hätte ich mir, bei dem was man erkennen kann, weniger Wiederholung und vor allem eine stärkere Betonung der Eckgebäude gewünscht.

    So wünschenswert mehr Schienennahverkehr wäre, man kann sicher nicht jedes Dorf damit anbinden. Und an der Stelle werden P+R-Plätze wichtig: Leute die auf der letzten Meile keinen geeigneten ÖPNV haben, können so trotzdem wenigstens ein (großes) Stück des Weges mit den Öffentlichen fahren. Außerdem finde ich P+R nur für Autos verkürzt. Da braucht es auch überdachte und sichere Fahrradabstellanlagen und die brauchen schon deutlich weniger Platz. Wir reden hier von Multimodalität, die zumindest bei der jüngeren Generation funktioniert. Dass P+R-Plätze nicht angenommen werden, kann ich aus eigener Anschauung im Übrigen nicht bestätigen. An meiner Arbeitsstelle vor den Toren Berlins stapeln sich die Autos und Räder an den P+R-Plätzen. Aber dort ist die Autofahrt in die Stadt auch weit weniger angenehm als in Dresden. Für einen Wandel muss daher die Autofahrt nach Dresden rein unattraktiver werden, z.B. durch mehr Tempo 30, hohe Parkgebühren und weniger Parkplätze.