Beiträge von stormcloak

    Rüttenscheid ist noch ein Beispiel für Gründerzeitarchitektur im Ruhrgebiet. Die Gebäude sind auch weitgehend gut in Schuss und drumherum gibt es einige Villengegenden aus derselben Zeit (Moltkeviertel, Bredeney).

    Aber insgesamt ist das Ruhrgebiet wesentlich "bunter" als Leipzig, was den Architekturmix angeht. In Rüttenscheid z.B. finden sich zwischen den Gründerzeitgebäuden jede Menge (passable) Nachkriegsbauten. Ein Schleußig findet man dort eher nicht.
    Dazu kommt die Siedlungstruktur: Die Ruhrpottstädte sind zu beträchtlichen Teilen um die Zechengelände gewachsen. Letztere sind heute oft Gewerbegebiete, darum verstreut liegen ehemalige Arbeitersiedlungen (die teilweise mindestens so attraktiv sind wie Gründerzeitviertel - Beispiel Margarethenhöhe). Dazu kommen Straßen und Bahntrassen, die die Siedlungsgebiete viel mehr zerschneiden als das hier der Fall ist.

    In Leipzig gibt es keine innerstädtische Autobahn, wenig Bahntrassen, kaum innerstädtische Gewerbegebiete, und man kann kilometerweit laufen ohne irgendwas anderes als Wohnhäuser und Bäume zu sehen.

    Gefällt mir richtig gut - auf deinem ersten Bild kann man erkennen, dass die Neubauten der Segerothstraße eine Fassung geben, wodurch die Ecke zukünftig nach Innenstadt aussehen wird. Hoffentlich geht es westlich der Segerothstraße auch irgendwann weiter.

    Mittlerweile war ich seit rund 3 Jahren nicht mehr in Essen. Mit Abschluss von Grüner Mitte und Kreuzeskirchenareal wird sich seitdem einiges getan haben in der nördlichen Hälfte des Zentrums.

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    Naja - das städtebauliche Konzept basiert auf einer Vermittlungswirkung zwischen umgebender Stadtstruktur und abstrahiert-idealisiertem Kern (MuBiKü).


    Mich erinnert das Museum mit seinen Winkeln am ehesten an das Straßburger Münster - das ist auf drei Seiten von sehr eng stehenden, hohen Gebäuden umgeben, was dazu führt, dass man durch die Gassen laufend sehr plötzlich vor dem riesigen Kirchenbau steht. Das funktioniert hervorragend und ich finde, dass das Leipziger Museum diesen Effekt ganz gut kopiert. Natürlich hat der einfach gehaltene Museumsbau nicht den gewaltigen Effekt des Straßbürger Münsters (insbesondere der Westfassade), aber das Prinzip ist jetzt mit den bebauten Winkeln durchaus erkennbar.

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    Es gibt in Deutschland keinen Fraktionszwang.

    Natürlich gibt es trotzdem Druck, mit der Fraktion abzustimmen - das kann man im Einzelfall frustrierend finden, es ist für eine stabile Demokratie aber wichtig.

    An der Denkmaldebatte zeigt sich wieder wunderbar, wie naiv und prähistorisch das Demokratieverständnis erschreckend vieler Menschen ist. Da geht's dann nur noch um Buzzwords wie "Freiheit" und "Mehrheit" - dass unsere repräsentative Demokratie aber so funktioniert wie sie funktioniert, weil da die Erfahrung von Jahrtausenden (wir sollten mindestens bei Platon anfangen) drinsteckt, interessiert kaum jemanden.

    Ich mag das Denkmal nicht wirklich, aber als Aufhänger für Demkratieklagen taugt es nicht. Besser wäre es, mal ein paar Bücher zum Thema zu lesen. Vielleicht Platons Politeia oder Poppers Offene Gesellschaft.

    Bitte nicht sinnlos den Vorbeitrag zitieren. Danke.
    Bato

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    Daher finde ich den AFD-Vergleich komisch


    Dabei ging es mir nicht um deine Einschätzungen zu Architektur und Städtebau, sondern um deine von meinem Vorredner angesprochene aggressive Art, andere Meinungen runterzumachen oder gar als Ideologie abzutun. Wenn du deine Kritik sachlich verpacken und etwas demütiger auftreten würdest, hätte ich nichts zu meckern. Deine Meinungen zum Thema sind schließlich genauso relevant wie anderer Leute Meinungen auch.

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    Toleranz predigen, aber selbst keine haben - das ist mal wieder typisch für Linke und Grüne.


    Damit zeigst du nur, dass du das Konzept "Toleranz" nicht verstanden hast. Ein weit verbreitetes Leiden. "Linke und Grüne" haben eine andere Meinung als du und vertreten diese öffentlich - deswegen sind sie nicht intolerant. :nono:

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    Dass sogar der Zentralrat der Muslime für das Kreuz ist, sollte den beiden Parteien eigentlich zu denken geben.


    Dass der Zentralrat der Muslime kein Freund von Säkularität ist, überrascht auch nur Menschen, die sich über denselben noch nie Gedanken gemacht haben.

    Wohlgemerkt hab' ich nix gegen irgendwelche Kreuze, auch nicht gegen dieses. Aber dein Beitrag ist Ausweis galoppierender Vorurteile. Dagegen solltest du was tun!

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    Es gibt wie man sieht einfach wichtigere Architektonische Probleme in Leipzig, die umgehender Bearbeitung bedürfen ...


    Der Klassiker unter den Nicht-Argumenten! Mag ja sein, dass es drängendere architektonische Probleme gibt*, aber wir sind keine mittelalterlichen Fürsten, die nach Gutdünken in der Bausubstanz rumfuhrwerken dürfen. Beim Matthäiviertel bietet sich nun eben die Gelegenheit der Verbesserung, die sollte man nutzen - statt mit dem Verweis darauf, dass es den Kindern in Afrika ja noch schlimmer gehe, nichts zu tun.

    *eine Einschätzung, die ich im übrigen nich teile!

    Danke für den FAZ-Link - sehr interessanter Artikel.

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    „Es ist weniger ein Stil, der sich da abzeichnet“, findet Architekt und Real-Estate-Manager Paul van der Kuil aus Berlin, „sondern vielmehr ein Prozess. Er ergibt sich daraus, dass sich die Auftraggeber und die Nutzer solcher Gebäude mehr und mehr voneinander entkoppeln.“


    Wie die Autorin des Artikels am Ende schreibt, sind die auch heute noch als schön empfundenen Gründerzeitbauten selbst schon Investorenarchitektur gewesen. Allerdings waren die Investoren damals oft "näher dran" an den Bewohnern, etwa wenn die Krupps Viertel wie die Margarethenhöhe in Essen gebaut haben. Es ist eine Ironie der Geschichte, dass Großkapitalisten im Kaiserreich sich um ein ansprechendes Stadtbild bemüht haben, während der demokratische Kapitalismus von heute (die Investoren sind ja oft Fonds) sich darum einen feuchten Kehricht schert.

    Käme darauf an, wie eine Neuinterpretation ausfiele.

    Das Schöne an Rekonstruktionen ist ja nicht, dass sie alt sind oder aus einer bestimmten Epoche stammen - sondern, dass sie von vielen Menschen als ästhetisch ansprechender empfunden werden und/oder Gefühle von Nostalgie oder Verbundenheit mit der Stadtgeschichte wecken. Das sollte man beim Städtebau beachten, zumal an diesem zentralen und historisch doch recht aufgeladenen Ort.

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    ^ Da sieht man doch gleich, welch einen optischen Unterschied Rasengleis für's städtebauliche Umfeld macht, es sollte allerdings auch gepflegt werden. Interessant, dass man wie bei der Haltestelle Bushof Lindenau das Rasengleis auch im Haltestellenbereich weiterführt, in Berlin wird aufgrund der Vermüllung mit Kippen etc. darauf ja verzichtet.


    Kürzlich ist mir dieses Problem an der Haltestelle Am Vorwerk auf der Heiterblickallee aufgefallen - die Haltestelle und der ganze Straßenraum drumherum sind sehr ansprechend gestaltet, ich habe mich beim Warten sogar mit einer Katze unterhalten. Aber noch nie in meinem Leben habe ich derart viele Kippen auf einem Haufen gesehen, absolut widerwärtig.

    An der neugestalteten Haltestelle Stieglitzstraße in Schleußig ist das auch zu beobachten, wenn auch weniger extrem. Man versteht dadurch den Sinn der Sieb-artigen Metall-Abdeckungen (die haben bestimmt einen Namen?), die man an manchen Haltestellen sieht.

    Die beste Lösung wäre es natürlich, Raucher zu anständigen Menschen umzuerziehen, aber bleiben wir realistisch. :glubsch2:

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    Ein Armutszeugnis für die Diskussionskultur in diesem Forum. Zum Glück ist die Beteiligung freiwillig, hör einfach auf mit deinem Kindergarten der Seitenhiebe gegen alles und alle, was dir nicht passt und schreib sachliche Argumente, die man ernst nehmen kann. Dann macht es vielleicht noch Sinn, darauf einzugehen.


    Ich bitte dich... Cowboys Hinweis zeigt doch gerade, dass du keinerlei Interesse hast, auf irgendetwas einzugehen. Du willst nicht diskutieren, sondern nur rumjammern. Das ist auch ok, nur musst du dann damit rechnen, dass andere User entsprechend reagieren.

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    Wenn man bei einem Denkmal für das Volk nicht mal mehr vom Volk sprechen darf, läuft hier mE massiv was schief.


    Ich teile zwar Architektenkinds Meinung nicht, dass sich "Volk" nicht mehr sinnvoll verwenden ließe, bin aber der Auffassung, dass etwas Vorsicht mit dem Begriff nicht schaden kann.

    Erstens ist deine Verwendung - Capslock plus Politikerschelte - arg populistisch.
    Zweitens neigen Menschen, die von "Volk" sprechen, leider dazu, keinerlei Gedanken an die Bedeutung des Begriffes verschwendet zu haben. "Volk" ist eine Metapher. Was es wirklich gibt sind Individuen, die sich in einzelnen Fragen zu Mehrheiten und Minderheiten zusammenfinden. So gibt es auch zum fraglichen Denkmal Mehrheiten und Minderheiten, die gemeinsam als Volk bezeichnet werden. Eine bestimmte Gruppe, und sei es eine Minderheit, als Gegner des Volkes darzustellen, ist undemokratischer Unfug.