Magenza - jüdisches Mainz: Architektur, Gedenkstätten, UNESCO-Weltkulturerbe

  • Veranlasst durch die Aufnahme der sogenannten Schum-Städte Mainz, Worms und Speyer und der historischen Stätten der jüdischen Kultur am Rhein mache ich hier einen neuen Thread auf, der sich mit den baulichen Spuren des jüdischen Lebens in Mainz beschäftigt. Hier soll nicht nur der eigentliche Kern des UNESCO-Weltkulturerbes in Mainz, der jüdische Friedhof, sondern auch darüber hinaus Synagogen, Gedenkstätten und weitere architektonische Zeugnisse dokumentiert werden. Einen eigenen Thread in einem Architekturforum halte ich für angemessen, da von der UNESCO explizit das architektonische Erbe mit seinen europaweiten Einflüssen als Begründung für die Aufnahme genannt wurde.

    Zum jüdischen Friedhof: Dieser gilt als der älteste und größte jüdische Friedhof Mitteluropas. Nicht nur das Alter und die Größe sind hier für seine Bedeutung entscheidend, sondern auch die Persönlichkeiten jüdischen Lebens in Mainz, die durch Grabsteine geehrt wurden. Die Inschriften der Grabsteine zeigen als architektonisches Erbe die Entwicklung jüdischer Kultur und erzählen gleichzeitig die Geschichte(n) jüdischen Lebens in Mainz und Mitteleuropa. Bedeutende jüdische Rabbiner wurden hier beerdigt.

    Zu diesem Teil des Welterbes konnte ich noch keine Bilder machen. An diesem Teil des Welterbes soll ein Besucherzentrum entstehen und der teilweise Zugang ermöglicht werden.

    Ein schönes Video findet sich hier: Video

    Die Seite der Schum-Städte ist hier zu finden: Schum-Städte

  • Ich beginne zunächst mit Synagogen. Die erhaltene Synagoge in Weisenau konnte ich (mit ihrer Mikwe, dem erhaltenen Ritualbad) leider noch nicht besuchen.

    Im frühen jüdischen Viertel in der Nähe der Großen Bleiche sind diese Spuren einer alten Synagoge zu finden. Die Grundmauern sind in Teilen erhalten. Darüber ist das Eingangsportal in Glas dargestellt.

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    Nach dem Holocaust hatte sich in der Nachkriegszeit in Mainz eine kleine Gemeinde wieder gegründet, die in der alten Turnhalle der Feldbergschule eine erste provisorische Synagoge einrichtete. Die Turnhalle wurde mit Deckenmalereien ausgestaltet, die lange vergessen und durch eine abgehängte Decke versteckt waren. Diese wurden in den 2000er-Jahren wiederentdeckt. Hierzu suche ich noch nach Bildern.

    Diese besondere Gedenkstätte ist leider durch Container-Architektur auf dem Pausenhof der Feldbergschule auf unwürdige Art und Weise eingeschnürt, daher zunächst nur der Blick von der Straße aus. Während des Nationalsozialismus wurden in der Halle Menschen jüdischen Glaubens vor der Deportation festgehalten.

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    *** alle Fotos von mir ***

  • Dies ist eine weitere Nachkriegssynagoge. Diese ist äußerst unscheinbar und (bis heute) nur an kleinen Details zu erkennen. Die Synagoge wurde in den 90er-Jahren durch den Zuzug aus der früheren Sowjetunion zu klein, was dann zum Bau der neuen Synagoge führte.

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    *** Bilder von mir ***

  • Die neue Synagoge am Synagogenplatz in der Neustadt ist ja durchaus bekannt. Der Architekt Manuel Herz war ursprünglich Schüler von Libeskind. In diesem Zusammenhang wurde häufig die Mainzer Synagoge als Variation des jüdischen Museums in Berlin gesehen. Dies ist aber aus einem bestimmten Grund nicht passend:

    Das Museum ist einem zerstörten Davidsstern nachempfunden, damit steht die Architektur für den Dekonstruktivismus. Die Mainzer Synagoge von Herz folgt dagegen nicht dem Dekonstruktivismus sondern konstruiert sogar im Gegenteil etwas und das ganz explizit. Die Synagoge schreibt das Wort Kedusha, das in etwa Heiligung bedeutet, in die Stadt, in den Himmel. Der eigentlich Synagogenraum befindet sich in dem "Turm", der einem Widderhorn (Schofar) nachempfunden ist. An der Tür lässt sich auch ein Bezug zum Welterbe feststellen: Hier steht "Leuchte des Exils", das ist der Beiname/Ehrenname des Mainzer Rabbiners Gershom Ben Jehuda, der einer der größten Gelehrten der Schumstädte war. Die Säulen und der Fries stammen von der alten Synagoge, die an gleicher Stelle stand. Diese wurde durch die Nazis zerstört.

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    *** alle Bilder von mir ***