Beiträge von chemnitz_er

    Ich habe das gar nicht bewertet, ich sage nur, dass es so wird (s. z.B. https://nachhaltigkeit.deutschebahn.com/de/massnahmen/shuttle-bus) und dass dann ein gewichtiges Argument für Straßenbahn - Beförderung von mehr Personen pro Fahrer - wegfällt. Busse sind flexibler, sowohl temporär, als auch was Streckenverlegungen angeht. Nochmal: Ich hätte ehrlich gern ein paar Argumente pro Straßenbahn. Ich sehe nicht ausreichend, um neue Trassen in den Größenordnungen zu rechtfertigen, lasse mich aber gern umstimmen.

    Aktuell muss ich sagen, dass die Stadt es beispielsweise bis jetzt (für immer?) versäumt hat, eine Citybahn-Haltestelle auf Höhe der Sachsenallee und damit als Anschluss Sachsenallee, Stadion, nordöstl. Sonnenberg bzw. westl. Hilbersdorf zu realisieren, obwohl sich das geradezu aufdrängt.

    Danke Waldkauz, dazu schrieb ich andernorts schon. In dem Jahrzehnt, in dem wir mit Nichtverbrennerbussen anfangen und auch noch autonome Busse erleben werden, die sicher im nächsten Jahrzehnt flächendeckender kommen, ist mir der ganz große Vorspung der Straßenbahnen nicht mehr klar. Aber vielleicht kann mir da jemand helfen.

    Neue Chemnitzer Schule zu teuer: Bund der Steuerzahler beklagt Verschwendung

    Die gerade fertiggestellte Oberschule am Richard-Hartmann-Platz ist mit Baukosten von etwa 36 Millionen Euro deutlich teurer als vergleichbare Schulneubauten. Diese Einschätzung vertritt der Bund der Steuerzahler und setzt das Projekt im jetzt veröffentlichten Ranking um den Negativpreis für Steuerverschwendung "Schleudersachse" auf Rang 3.

    Eventuell hätte man für das Geld auch ein Bestands(z.B. Industrie-)gebäude herrichten, zumindest aber nicht den Festplatz bebauen können.

    Arwed Dann deute ich dein "Ich liebe alte europäische Städte mit vielfältigen Plätzen und Straßen, sowie tollen Gebäuden aus allen Epochen. Die Frage ist für mich nur, ob es durch die Entwicklungen in Chemnitz in den letzten 120 Jahren eine Chance dafür in dieser Stadt gab." sicher falsch. Es klingt, als gäbe es keine oder deutlich schlechtere Chancen für die Entwicklung von "vielfältigen Plätzen und Straßen" wegen der Entwicklungen in Chemnitz. Und da halte ich gegen: Schade, dass es wenige "wirklich alte" Gebäude gibt, schöne Plätze und Straßen hätte man trotzdem entwickeln können... müssen. Und wenn das vorm SMAC nicht möglich war (warum eigentlich, so wenig Platz ist da gar nicht), dann hätte man es nicht Platz nennen und ihm dann auch noch einen so recht wichtigen Namen geben sollen. Dazu kommt die Nutzung: Das SMAC hat jetzt scheinbar das Betreiben (lassen) einer Gastro ganz aufgegeben, man kann da also im Landesmuseum für Archäologie keinen Kaffee mehr trinken (oder?), sich dann noch damit auf den Platz direkt davor zu setzen, wie in anderen Städten ganz üblich, scheint niemandem in den Sinn zu kommen. Der Campusplatz ist nichts als eine riesige geteerte Fläche mit wenigen Sitzelementen in ähnlicher Farbe. Die Bäume brauchen noch Jahr(zehnt)e und auch dann ersetzen sie nicht etwas Grün und andere Materialien und Farben, als Teer und Beton. Beim Erfurter Platz (der nur ein Beispiel ist) geht es mir weniger um das Drumherum. Die Platzgestaltung ist einfach schön und Wasserzugänge hätten wir auch, wir nutzen sie nur nicht. Warst du in den letzten Jahren einmal am Seeberplatz?

    Ich sehe den Marx-Kopf auch als das Wahrzeichen und selbstverständlich sollte aus meiner Sicht gerade in einer Stadt mit etwas schwierigeren Bedingungen auch die Stadt selbst versuchen, zu bestimmten Entwicklungen zu motivieren und im konkreten Fall z.B. einen Betreiber für eine Gastro suchen und notfalls hofieren. Unabhängig davon ist auch am Umfeld allgemein Luft nach oben - es sieht oft schmuddelig aus, die Rampe neben den Stufen ist ein Schotterberg, es fehlen Auflockerungen und Sitzmöglichkeiten, überall wächst Unkraut. Es ist wie vielerorts: Es wird sich mit dem Bild abgegeben.

    Unabhängig davon könnten wir aber auch mehr Wahrzeichen etablieren und in ein anderes Licht rücken. Vielleicht fällt uns an/zur/mit der Essen mehr ein, unsere Markthalle ist toll, ein Pfad der Brunnen vielleicht, die erste (?) Innenstadt mit Stand Up Paddles auf dem Schloßteich, vielleicht doch eine Drahtseilbahn auf den Kaßberg,... . Leider wird in Chemnitz das Naheliegende zu selten getan und visionär geht scheinbar gar niemand ran.

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    chemnitz_er, Deine Worte teile ich durchaus. Ich liebe alte europäische Städte mit vielfältigen Plätzen und Straßen, sowie tollen Gebäuden aus allen Epochen. Die Frage ist für mich nur, ob es durch die Entwicklungen in Chemnitz in den letzten 120 Jahren eine Chance dafür in dieser Stadt gab. Schon vor dem Krieg stand fast nichts vorgründerzeitliches mehr in der Stadt. Nach den Kriegszerstörungen und der Entwicklung hin zur Bezirkshauptstadt blieben wirklich nur ganz kleine Reste der alten Stadtstruktur übrig. Chemnitz habe ich zum ersten Mal nach der Wende bewusst gesehen und war schockiert über diese öde und leere Innenstadt. Ich sehe es als Fehler an, dass die Wiedergewinnung des alten Stadtkerns innerhalb der Wallanlagen primär mit großmaßstäblichen Einkaufszentren erfolgte. Gleiches erfolgte aber quasi in allen Städten im Osten, was es nicht besser macht. Es ist bezeichnend, dass Schließungspläne für das Kaufhaus der Stadtverwaltung den Angstschweiß ins Gesicht treiben. Hier wurden zwar schon einmal 2 Kaufhäuser öffentlich umgewidmet, aber wieviele Nutzungen fallen einem da noch ein?

    Was ich bei meiner Schilderung über meinen ersten Eindruck von Chemnitz aus den 90ern nicht vergessen möchte, ist, dass ich vieles von den Gebäuden und dem Städtebau in Chemnitz seitdem kennen und wirklich schätzen gelernt habe. Das betrifft in erster Linie die Bauten der klassischen Moderne (wisst Ihr Chemnitzer eigentlich, wie großartig das Schocken ist, oder das Schwimmbad, die Sparkasse, …?), aber auch viele Bauten aus der DDR. Dazu zähle ich in erster Linie das Ensemble aus Stadthalle mit umliegendem Park und der Bebauung an der Brückenstraße, aber auch die Straße der Nationen mit den Kammgebäuden aus der DDR. Es gibt vieles was in Chemnitz (genauso wie anderswo) gar nicht, viel zu schleppend oder ganz einfach falsch läuft. Doch wünsche ich mir hier in der Diskussion etwas mehr Wertschätzung für das was in Chemnitz in den letzten Jahren, aber auch Jahrzehnten erreicht wurde.

    Hier muss ich nochmal ran. Ich schätze jegliche Bemühungen, sehe sie aber selten, vielleicht bin ich auch einfach nicht informiert genug. Warum es wegen der traurigen Zerstörung der Innenstadt heute nicht die Möglichkeit für Plätze mit Aufenthaltsqualität geben soll, erschließt sich mir nicht. Ich habe sie an anderer Stelle benannt: Was genau ist denn z.B. beim Düsseldorfer (https://upload.wikimedia.org/wikipedia/comm…itz%2C_2015.jpg), Dresdner (https://upload.wikimedia.org/wikipedia/comm…sdner-Platz.jpg), Campus- (https://maps.app.goo.gl/wSbmqKwHTGvdnVMCA), Bahnhofsvor- (https://media.tag24.de/951x634/6/1/61…vid4gubnnlm.jpg) oder Stefan-Heym-Platz (https://upload.wikimedia.org/wikipedia/comm…-Heym-Platz.jpg) alles schief gelaufen, damit man das als "gute Arbeit" empfinden kann? Als Düsseldorf, Dresden oder Nachfahre von Stefan Heym würde ich die Stadt wahrscheinlich auf Umbenennung verklagen. Ich war dieser Tage z.B. in Erfurt, dort gibt es soetwas: https://www.rehwaldt.de/0_img/projekte…_9489_bearb.jpg. Und es gibt unzählige Beispiele, wie man heutzutage Plätze und Wege gestalten kann, um Aufenthaltsqualität zu erzeugen. Die Chance hätten wir an sovielen Stellen, sie wird aber nicht genutzt.

    In einem anderen Beitrag schreibst du "Das absolute Wahrzeichen der heutigen Stadt in der überregionalen Wahrnehmung ist der Marx-Kopf und das Schriftfeld dahinter. Das denke ich mir doch nicht aus!" - und gerade dann: Warum hat es die Stadt in 30 (!) Jahren nicht geschafft, dort das Umfeld (https://cdn.amber-hotels.de/wp-content/upl…s_141415148.jpg) maßgeblich zu verschönern und eine Cafébar "Marx" anzusiedeln, die das Umfeld des Nischels nutzt und einbindet? Warum ist dort drumherum nichts, außer temporärer Nutzung für selten geöffnete Kulturthemen?

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    Interessant, in Chemnitz kommen die Entwicklungen nicht an oder es passiert sogar das Gegenteil, Anwohnerstraßen werden ungehindert zu besonders schnellen Abkürzungen, unter Denkmalschutz stehende Häuser und Laternen werden abgerissen, auch bei Neugestaltung von Straßenräumen entstehen nicht etwa beruhigte geteilte Bereiche, oder zumindest auch Fahrradinfrastruktur, sondern alles bleibt weitestgehend "beim Alten". Das Maximum in Chemnitz scheint ein Wildwuchs an Verkehrsinseln zu sein; diese sind aber zu schmal für beispielsweise Lastenräder und zwingen nicht etwa die Autos, langsamer zu fahren, sondern Fußgänger und Radfahrer, erst in die Mitte zu rennen oder fahren, dann auf den Inseln mitten im Verkehr zu stoppen, um sich dann neu zu orientieren und weiterzuhuschen. Besonders für die Radfahrer wird's dafür an den Engstellen auf der Straße extragefährlich. Soviele Städte sind da soviel weiter als Chemnitz.

    Um hier mal noch einen Aspekt reinzubringen: Ich höre über Chemnitz immer wieder, dass alles zu groß und weit ist, einige Beiträge über mir wird das fast gefeiert. Mit Johannisvorstadt und eins/Hotel hätte man das wieder einmal ändern und an der Bahnhofstr. näher zusammenrücken können, ebenso gab es Pläne für einen Einbahnstraßenring und/oder Bebauung auf der Theaterstraße, um die Riesenmagistralen etwas aufzubrechen. Gemacht wird das Gegenteil, die Weite wird mit weiteren Klötzen (über deren Gestalt man streiten kann, aber nicht muss) zementiert, der Ring wirkt wie eine Stadtautobahn und bleibt auch so. Da sitzt dann auch niemand im Café oder schlendert locker drüber weg und versteht Bereiche direkt außerhalb des Rings (Bereich Schmidtbank-Passage/Markthalle, Uferstrand/Gunzenhauser/Falkeplatz, Moritzhof, Johannisvorstadt, Parteifalte,... also eigentlich reihum) noch als Kerninnenstadt.

    Zu den Innenstadtarchitekten und Schlossteichpavillonrettern: Das finde ich alles gleichermaßen wertvoll, alles, was unsere Stadt verdichtet, lebenwerter macht, ist gern gesehen.

    Insgesamt fehlt mir, dass in der Stadt jemand sagt: Für die Ecke sollten wir mal einen Gastronomen suchen, hier passt ein kleiner Spielplatz hin, hier braucht es eine längere Fußgängerampelphase, hier die drei Parkplätze stören, hier passen ohne Schmerz acht neue Parkplätze hin, die Brandwand hier könnte gestaltet werden,... ,... . In dieser Stadt wirkt es, als würde alles durch Zufall oder rein privates Engagement passieren, teilweise sogar mit starker Gegenwehr durch die Stadt. Das Gegenteil wäre wichtig. Gebt dem Betreiber der Gondelstation entweder Geld um diese herzurichten, oder jagt ihn vom Hof und sucht einen neuen Betreiber aber lasst es nicht einfach passieren.

    Gleiches am Moritzhof: Gespräche mit Bauherr: Unter diesen Bedingungen kein Spatenstich vorm 1.1.2026, halbwegs einebnen, Gras drauf, wenige Schotterwege, Pavillion in die Mitte, "Caipirinha und Cappuccino", Verleih von Strandstühlen, Lenkdrachen, Wikingerschach. Wenn das schon beim Stadthallenpark und beim Schloßteich keiner hinbekommt, dann zumindest da temporär für die KuHa. Bitte, darf so verwendet werden. Meinetwegen pflanzt einen Irrgarten oder macht eine Gokartbahn aber lasst es nicht wieder einfach nur passieren.

    P.S.: Ich befürche, die Stadt (gemeint: Handelnde und Entscheidende) tut den Megaerfolg KuHa bis auf die recht elitären unmittelbar involvierten Kreise ziemlich ab. Ich sehe keine übermäßigen Bemühungen um ein Fahrradverleihsystem, Hostels, allgemein Infrastruktur, Ansprache und Einbindung der Gewerbetreibenden und "Nichtkulturakteure" der Stadt...

    Ich kann und möchte hier nicht zu tief in die Gestaltung für Aufenthaltsqualität DDR vs. Nachwende einsteigen, dazu habe ich die DDR-Zeit auch zu wenig bewusst erlebt. Aber: Wenn wir jetzt hier so tun, als wären all die neu geschaffenen Straßen und Plätze zwischen all den Klötzern der große Wurf und müssten verteidigt werden, dann finde ich das schon reichlich befremdlich.

    Ich kann also arnolds Aussage dazu und die aktuell fünf Daumen nicht so recht verstehen. Ich lasse mich aber über die Schönheit und Aufenthaltsqualität der ersten 300 Meter Straße der Nationen (und sowieso der weiteren), des Düsseldorfer, Dresdner, Hauptbahnhofsvor-, Campus- und Stefan-Heym-Platzes, der Innenstadtwege und -straßen und noch mehr derer in den Gebieten um die Innenstadt, gern aufklären.

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    Im Grunde liegen da mehrere Entwicklungen parallel, die man aber eben nicht zeitgleich "abarbeiten kann". Es ist ja quasi ein Henne-Ei-Problem: Warum nutzen viele Menschen nicht den ÖPNV in die Stadt? Weil er unattraktiv ist, weil zu lange dauert, weil er zu teuer ist, weil er unflexibel ist? Wenn es bessere Verbindungen gibt, nutzen auch mehr Menschen den ÖPNV. Wenn es schwerer ist, im Zentrum einen Parkplatz zu finden, steige ich stattdessen auf die Bahn um. Warum soll ich mit der Bahn fahren, wenn ich mein Auto eh überall in der Stadt abwerfen kann?

    Jetzt hat Chemnitz das Problem der zahlreichen "Satelliten"-Shopping-Center am Stadtrand, auf die man als Autofahrer ausweichen kann, wenn es in der Innenstadt keine Parkplätze gibt und man nicht mit der Bahn fahren möchte. Das sind Fehlentwicklungen der 90er-Jahre. Mittels Einzelhandelskonzepte kann eine derartige Entwicklung zukünftig verhindert werden. Früher oder später wird es auch den aktuell vorhandenen Shopping-Centern an den Kragen gehen. So begonnen schon mit dem ACC. Aus einem "klassischen" Shopping-Center ist ein Gewerbepark entstanden. Eine derartige Entwicklung kann ich als Stadt steuern: Ich kann bspw. den Umbau oder die Sanierung von vorhandenen Shopping-Centern am Stadtrand nicht genehmigen - eben auf Grundlage der Einzelhandelskonzepte.

    Der Ausbau des ÖPNV ist also eine enorm wichtige Voraussetzung: Gibt es ein gutes, flexibles und günstiges Angebot von den Stadtteilen und vom Umland, wie es das Chemnitzer Modell vorsieht, besteht weniger Not mit dem Auto in die Stadt zu fahren. Funktioniert der ÖPNV, kann irgendwann auch auf Parkplätze im Zentrum verzichtet werden - vorausgesetzt die Shopping-Center sind keine Konkurrenz mehr zur Innenstadt. Hier sehe ich leider noch immer des Haupt-Problem. Die Chemnitzer Innenstadt wird selbst noch immer zu sehr als Shopping-Center gesehen und entwickelt. Im Grunde braucht es eine neue städtebauliche Idee für die Innenstadt in der die Themen Wohnen, Kultur und Gastronomie eine deutlich größere Rolle spielen als bisher. Der städtebauliche Status Quo mit den zahlreichen Plattenbauten erlaubt das aber nur in sehr geringem Maße.

    Ich teile diese Sicht der Dinge leider nicht, der Reihe nach: Der Chemnitzer ÖPNV ist auch im Städtevergleich nicht seltener getaktet, zu unflexibel oder in anderer Sicht deutlich schlechter, als anderswo. Was ÖPNV allgemein kosten sollte oder darf, darüber kann man streiten aber auch das fällt nicht aus dem Rahmen gerade auch im Vergleich mit den sonst anfallenden Parkgebühren. Da muss es also (noch) andere Gründe geben. Und ebenso, wie in Chemnitz unterdurchschnittlich wenige Menschen über 35 hochfrequent abends oder nachts Gastro oder Tanzlokale nutzen, scheint die Region sehr am Auto zu hängen. Das Autofahren noch mehr zu erschweren führt zum Ausweichen auf die Center oder in andere Städte. Das vielbeschworene Chemnitzer Modell ist übrigens nett, in vielen anderen Städten mit S-Bahn aber seit Jahrzehnten Standard. Auch da ändert sich aber nichts daran, dass man sehr nah - möglichst in Laufweite - der Citybahn wohnen sollte, damit es effizient ist. Mit Umsteigen dauert es ewig und viele Orte sind auch einfach nicht ausreichend erschlossen.

    Was du mit der Umwandlung in einen Gewerbepark meinst, erschließt sich mir nicht. Das ACC steht so gut da, wie nie: Apotheke, Optiker, Reisebüro, Blumenladen, Technikladen, 2 Supermärkte, 6 (!) Kleidungsgeschäfte, Drogerie, 2 Möbelläden, ... ... ... . Sogar einen Orion gibt es. Das ACC steht besser da, als die "Kerninnenstadt". Also nochmal: Was meinst du?

    Und nochmal zu den Trassen: Ich kenne mich da wahrlich zu wenig aus, drei Punkte lassen mich aber daran zweifeln, dass das alles die beste oder gar alleinige Idee ist:

    - Es ist in hohem Maße unflexibel. Die Stadt entwickelt sich, nahe dem Hbf entstehen z.B. gerade in einem Gelände 180 neue Wohnungen. Eine Straßenbahn verlegt man nicht einfach mal 300 Meter um, selbst neue Haltestellen sind schwierig(er), auch temporäre Flexibilität ist nicht. Die Gleise liegen, Brückenstraße für Fest oder Demo oder was auch immer voll sperren geht nicht.

    - Es kostet sehr viel Geld und keiner weiß, ob nicht schon in 10 Jahren Busse wirtschaftlicher, autonom und mit Strom oder Wasserstoff fahren können.

    - So, wie es in Chemnitz umgesetzt wird, anders, als z.B. in Erfurt, trennt die Trasse Laufwege eher, als dass sie diese befördert. Schaut euch doch einfach mal die StraNa auf Höhe der Haltestelle vorm Rawemahaus an - Abtrennungen, mehrere verschiedene Höhen, Bodenbeläge, unklare Vorrangregelung usw.

    Also: Wo ist der Riesenvorteil, der das alles rechtfertigt? Es interessiert mich wirklich.

    Ein aus meiner Sicht noch wichtiger Aspekt zu Straßenbahnen und allgemein ÖPNV: Volle Zustimmung, dass Gleise, Busse etc., wenn alles halbwegs richtig läuft, viel besser sind, als Parkplätze. Nun ist es in Chemnitz aber leider so, dass nur vergleichsweise wenige Menschen aus der Mitte der Gesellschaft "ohne Not" den ÖPNV nutzen. Ob das durch noch eine Trasse hier und da (meistens auch nur Ersatz für Busse) deutlich anders wird, ist diskutierbar. Ebenso gehen viele aus der Mitte der Gesellschaft (inzwischen) selten bis gar nicht in die Innenstadt und wenn, dann direkt ins Kino, Opernhaus oder zum Weinfest oder Weihnachtsmarkt. Jeder kann die beiden Punkte ja einmal bei sich selbst prüfen.

    Und schon jetzt schreien viele aus anderen Vierteln oder den Gebieten um Chemnitz, dass sie die Stadt noch mehr meiden, "weil es keine Parkplätze mehr gibt", was zwar nicht stimmt, aber so wahrgenommen wird.

    Zu dieser Realität kommt eine unterdurchschnittliche Fahrradinfrastruktur, kein Leihfahrradsystem, kein sicheres Fahrradparkhaus, kein ausreichendes Taxiangebot, eine ausgesprochen schmuddelige und zeitweise gruselige Zentralhaltestelle.

    Nun kann man sich das alles anders wünschen, so ist aber aus meiner Sicht aktuell die Realität, die man bedenken muss, wenn man die insgesamt sicher richtigen und wichtigen Konzepte voranbringen möchte. Also: Innenstadt attraktiver machen, Park & Ride und Leihfahrradsystem einrichten, ÖPNV attraktiver machen, erst dann oder höchstens gleichzeitig gern Parkplätze durch ÖPNV-Infrastruktur ersetzen.

    Ich war der Auslöser der Hartmannfabrik-trist-Debatte, deswegen nochmal ergänzend: Ich bin "nur" interessierter Laie bezüglich Architektur und Design, empfinde aber die Visualisierungen mit Strukturierungen im verglasten Teil und auch in den grauen Flächen als ansprechender, als die großen strukturlosen grauen Flächen, die dünne rosafarbene (?) Fläche unten und das "günstig" wirkende feuerverzinkte Blech als oberer Abschluss. Wenn dort nie historische Wand war, hätte man meinetwegen sogar gut gestaltet und Ton in Ton z.B. ein 2025 über die ganze Fassade klatschen können.

    Der Platz davor ist leider ein typischer Chemnitzer Platz, wie man ihn vielerorts sieht und ertragen muss. Irgendwann werden da dann bestenfalls wieder (zu) kleine Bänke und evtl. Beete draufgestellt werden.

    Vielleicht tröstet die Fans des Stadtgrüns, dass inzwischen quasi alle gepflasterten oder mit Platten versehenen Plätze (zuletzt kopfschüttelnd gesehen: Stadthalleneingangsbereich und Seeberplatz) bewuchert sind mit Unkraut und allgemein Gras.

    Also gern mehr Bäume, dann aber auch mehr Pflegebudget.

    ... volle Zustimmung, das ganze Gebiet in der Ecke sollte neu gedacht und gemacht werden. Auch mit dem Auszug des Fahrrad XXL bietet sich eine einmalige Chance, das gesamte Gebiet zwischen (mindestens) Pfortensteg und Seeberplatz neu zu denken. Da gehören Wohnungen, kleinteilige (gern aber auch größere) Geschäfte und Gastro hin, bestenfalls mit viel Nähe zum Fluss. Der Seeberplatz ist bei genauerem Blick optisch leider nur noch zum Heulen, davon konnte man sich am Wochenende überzeugen.

    Mit weniger Dogmatismus in der Stadt hätte man die Straße "An der Markthalle" + Verlängerung z.B. auch zu einer "echten Kneipenmeile" entwickeln können.

    Zum Fernbus"terminal", dem Regiobusbahnhof und den Wegebeziehungen habe ich schon mehrfach sehr umfangreich und emotional geschrieben, den Ausflug erspare ich euch und mir diesmal. ;) Die Rettung sehe ich dadurch nicht.

    Mit Fahrradverleih meinte ich keinen "klassischen", sondern das in allen anderen größeren Städten und Regionen vorhandene Sharing-System. Aber das muss nicht unter ein Dach. Tatsächlich fände ich sowas wie ein nicht zwingend dauerhaftes Popup-Hostel für die KH spannend. Sicher fallen einem auch andere Dinge ein, gerade mit Blick auf viele erstmalige Gäste übernächstes Jahr.

    Die Haupthalle des Chemnitzer Hauptbahnhofs ist verloren. Läden haben sich zurückgezogen, der kleine Supermarkt wird jetzt von der DB direkt betrieben und ist preislich auf Tankstellenniveau, einzig McGeiz lockt noch das entsprechende Publikum, der Burger King ist der schlechteste, den ich je erlebt habe; dadurch, dass die City- und Straßenbahnen jetzt im Bahnhof fahren und das Anfahren des Bahnhofs zum Aussteigenlassen oder Einsammeln durch sinnlose Poller und den Verzicht auf kostenloses Kurzzeitparken auf dem (zu weit entfernten) Parkplatz verleidet wird, ist die Frequenz in der Halle noch geringer. "Mein Einkaufsbahnhof" (so der Slogan) ist es zumindest nicht.

    Vielleicht sollte man also ganz oder teilweise umnutzen - zeitgemäßes Hostel, Gokart-Bahn, ein Aldi, Fahrradhändler oder bestenfalls -verleiher... . Irgendsoetwas.

    Das Bild von Rebel Art ist schön, möge es eine Weile erhalten bleiben.