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^ Natürlich ist da überall auch Geld von Chemnitzer Steuerzahlern dabei - aber eben auch von allen anderen Europäern auch. Für die Stadt und die Steuerzahler hier vor Ort also ein sehr gutes Geschäft. Im Grunde so, als bekomme ich meine Garten-Sanierung von den Anwohnern meiner gesamten Straße mitfinanziert. Ich selbst zahle nur einen kleinen Teil für Maßnahmen, die meine eigene Scholle positiv verändern. Ich sehe darin absolut keinen Nachteil. Die Alternative wären Investitionen in eine andere Kulturhauptstadt, die Chemnitzerinnen und Chemnitzer mit ihren Steuergeldern gleichstark bezuschussen aber ohne die positiven Effekte der Veranstaltung. Grundsätzlich kann man sich als Steuerzahler nicht aussuchen, wohin seine Steuern fließen (und das ist auch gut so). Mit meinen Steuergeldern finanziere ich beispielsweise auch den Bau von Autobahnen - finde ich auch blöd aber so ist das nun mal. Wenn nun Nürnberg Kulturhauptstadt geworden wäre, hätten die Chemnitzer und Chemnitzerinnen die Projekte dort ebenfalls mit finanziert, die geschätzten zwei Millionen Besucher hätten aber ihr Geld dann auch in Nürnberg und nicht in Chemnitz ausgegeben.
Was die Sanierung des Schillerplatzes angeht: Eine Sanierung der Parkanlage war früher oder später notwendig. Die gesamte Anlage selbst ist nicht im besten Zustand und war schon durch einen DDR-mief geprägt. Als Interventionsfläche der Kuha ist die Sanierung für die Stadt (und den Chemnitzer Steuerzahler) günstiger, als wenn die Stadt das über ein Förderprogramm selbst gemacht hätte. Die fehlende Gastronomie sehe ich hier nicht als Problem an - zumal es Gastronomie in Chemnitz generell nicht leicht hat. Gleich um die Ecke liegt der Brühl. Die wenigen Gastro-Einrichtungen dort kämpfen regelmäßig ums Überleben. Selbst in bester Innenstadtlage überleben die meisten Restaurants in Chemnitz nicht lang. Das Café im Schocken findet keinen Betreiber und das bei noch nie gesehenen Besucherzahlen im Haus. Ich habe lieber keine Gastronomie im Park als einen nach wenigen Monaten leerstehenden Café-Pavillon. Davon abgesehen kann eine Verwaltung schlecht Gastronomie "planen". Da sind wirtschaftliche Abwägungen der Gastronomen entscheidend. Sollte die Bebauung an der Liebknecht-Straße saniert werden, würde sich am Eckgebäude zur Georgstraße zudem ein Café gut anbieten. Dort könnte also in Zukunft nachgerüstet werden.
Dass es in Chemnitz zu wenig öffentliche Toiletten gibt ist durchaus ein Problem - aber das würde ich sagen, zieht sich durch ganz Europa und ist kein Chemnitzer Problem (Berlin, Wien, Paris,...) . Die nächstgelegene öffentliche Toilette liegt in kurzer fußläufiger Entfernung am Bahnhof (gegen Bezahlung; kostenfreie Toiletten kenne ich persönlich überhaupt nicht mehr). Die Nachrüstung einer Toilette im Park wäre sicher auch im Nachgang jederzeit ohne große Probleme möglich. Sollte der Pavillon des Busbahnhofes in einer zukünftigen Schillerplatz-Erweiterung aufgehen (und so sind ja die Pläne) hätte man dort zudem einen Pavillon mit WC-Anlage. Dass der Busbahnhof noch dort ist und der Pavillon nun noch immer ein Schatten-Dasein fristet, ist der städtischen CDU zu verdanken, die den Umzug des Busbahnhofes blockiert hat. Inwieweit man als Gast die Toiletten der Museen bzw. der neuen Bibliothek nutzen kann, weiß ich nicht. Aber vielleicht kann man als Verwaltung hier auch ansetzen.
Was Uber und Bolt angeht: Was kann die Stadt Chemnitz da machen? Ähnlich wie bei Airbnb braucht es Menschen, die den Dienst auch anbieten. Wenn kein Bewohner in Chemnitz Fahrten über Uber anbietet, so kann es demzufolge auch keine Fahrten geben. Ich wüsste nicht, wie die Stadt da gegensteuern kann. Ich glaube dass die Taxi-Unternehmen der Stadt sowie der näheren Umgebung ausreichen sollten. Jedes Taxi-Unternehmen ist zudem ein wirtschaftliches Privat-Unternehmen und verdient damit sein Geld: Hier sollten in allererster Linie die Taxi-Unternehmen selbst Interesse daran haben, zumal die nicht mal die Konkurrenz von Uber und Co. fürchten müssen. Da sehe ich die Unternehmen selbst in der Verantwortung. Dass es keine Leihräder gibt ist in der Tat ein Problem. Ein einfaches Leihradsystem mit mehreren Stationen über die Stadt verteilt ist in vielen Städten beim ÖPNV angesiedelt. Hier wäre es spannend, ob die CVAG Pläne in der Schublade hat. Bis zur Kulturhauptstadt wird sich das freilich nicht mehr ausgehen, aber auch für die Zeit danach, wäre das definitiv ein notwendiges Mobilitäts-Angebot.
Die Hotel-Landschaft hat sich in den letzten Jahren merklich gebessert. Es gibt für jeden Geldbeutel etwas, hier sehe ich keine größeren Probleme. Einige Airbnb-Angebote gibt es auch. Ein 5*-Hotel halte ich in Chemnitz generell für nicht überlebensfähig... Aber ich glaube kaum, dass jemand am Fehlen eines 5*-Hauses den Erfolg der Kulturhauptstadt ausmachen wird
Hallo arnold, ich stimme dir da - wieder einmal - weitestgehend zu. Allerdings hast du die eher unwichtigen Teile meines Beitrags ziemlich aufgepustet und manche Punkte komplett weggelassen. Warum "stadtfremde" Fördergelder besonders gut sind, ist mir bewusst und ich sehe das auch so. Trotzdem, oder gerade deswegen, ist es wichtig, mit dem Geld viele Dinge zu tun und diese auch zu kommunizieren, die für den "normalen Bürger dieser Stadt" auch längerfristig einen Wert haben.
Ich war und bin für die Schillerplatz-Sanierung (schrieb ich hier auch), aber den Großteil der Bürgeranmerkungen abzutun (https://www.chemnitz.de/chemnitz/media…ranstaltung.pdf) und das Naheliegende (nochmal: Sport-/Spielgerät, besser ausgebaute Diagonale, ...) nicht zu tun, ist einfach wieder eine vergebene Chance und erzeugt ein Gefühl von "die machen etwas für viel Geld, aber nicht für uns". Über den Gastro-Pavillion, über Gründe, warum es Gastro schwer hat, über den Willen der Stadt, aktive Gastronomen für Derartiges zu gewinnen, kann man diskutieren, muss man aber nicht. Ich würde die Variante in der Glocke oder im Altbau, Straße für Durchgangsverkehr ganz dicht oder beruhigt, Außengastro in der Parkecke, bevorzugen. Auch dafür hätte man jetzt die Grundlagen schaffen können.
Ob die Menschen (die sich laut Konzept durch die Neugestaltung mehr im Park aufhalten werden) dann regelmäßig zum Bahnhof laufen, um dort für 1€ zu pi***** und eben nicht wieder mehrheitlich die Hecken nutzen, wird man sehen, ich habe eine Vermutung. Ich habe einen pragmatischen Vorschlag: Eine zweite WC-Litfaßsäule wie am Brühleingang (die gibt es auch noch) oder diese verlegen an die Parkecke.
Uber schaut schon nach Chemnitz (https://www.tag24.de/chemnitz/lokal…teresse-3088952) die Taxigenossenschaft ist aber recht meinungsstark (und sich keiner Schuld bewusst). Dass wir auf dem Papier vielleicht ausreichend Taxifahrer haben, diese aber mit Kranken- und Schülerfahrten ausreichend ausgelastet sind, also zu wenig für andere Fahrten zur Verfügung stehen, ist bekannt. Die CVAG hat sehr wahrscheinlich nichts in der Schublade, vielleicht sieht sie ein funktionierendes Fahrradverleihsystem sogar eher als Konkurrenz. Leider wirkt die Stadt auch nicht übermäßig interessiert daran, Fahrradfahrer und damit auch Anbieter für Verleihsysteme "glücklich zu machen". Zum Parkleitsystem schreibst du nichts, aber auch da nochmal: Das ist eine besondere Herangehensweise.
Und zu guter Letzt: Nein, die Kulturhauptstadt wird nicht am fehlenden 5*-Hotel scheitern, das wird sie aber auch nicht an teilweise etwas meckerigen Chemnitzern. Dass wir aber weder den 8-Betten-Schlafsaal für 15€, noch eine 5*- oder irgendwie wirklich besondere Unterkunft haben, ist auffällig und schade. Zum Zustand im öffentlichen Raum schreibst du nichts, was zumindest kein Widerspruch ist. Mal schauen, ob Laub, Müll und Verunreinigungen aus 2023 es bis ins Kulturhauptstadtjahr schaffen.
Noch kurz zur Abstimmung zum Ausstieg: Das wäre fatal. Gerade deswegen sollte dieses Jahr kommunikativ und mit spürbaren Maßnahmen das Mögliche getan werden, um die Bevölkerung zu begeistern und ein Gemeinsamkeitsgefühl zu erzeugen.