Beiträge von SLN-city

    Also es wird darüber beraten das Haus in der Johannisstraße 49 wegzureißen, am 15. Dezember soll der Beschluss fallen, es gibt wohl einen Kaufinteressenten, der Mitglied im Stadtforum ist und einen wunderschön denkmalschutzrechtlich sanierten Fachwerkvierseithof in Frohnsdorf besitzt, aber wieviel die Stadt haben will und ob sie überhaupt verkaufen will steht noch nicht fest ...

    Dann ist die private Sanierung des Hauses Gabelentzstraße 15 fast abgeschlossen, aber ich glaube das Gerüst steht noch.

    Und außerdem wurde jetzt endgültig beschlossen die Berggasse 16 und die Treppe daneben wegzureißen.

    Dann wurde noch ein Stück Stadtmauer gesichert, in der Friedrich-Ebert-Straße, wo vor zwei Jahren das Haus mit der Nummer 8 abgerissen wurde.

    Ach ja, Weißes Roß und Schwarzer Bär sollen wohl neue Eigentümer haben.

    Es gab vor kurzem mal in der Kulturbundgalerie eine Ausstellung zur Optimalen (touristischen) Nutzung der Roten Spitzen. Ein Student der Bauhaus-Uni Weimar wollte alle Häuser davor und unmittelbar daran anschließend (einschließlich der Bergstraße 16) abreißen lassen und da eine großzügigen Freitreppe zum neu entstehenden Augustinum anlegen (Entwurf). Dafür hat er einen Innovationspreis bekommen. Wer weiß, vielleicht ist da ja jetzt der erste Schritt dazu (nein das ist quatsch, könnte man aber erstmal denken).

    Dekoratives Anführungszeichen


    Ich finde, dass gerade hier eine Stärke Altenburgs liegt, es gibt viele interessante Angebote. Das Schloß, die Museen, der Inselzoo, viele Gaststätten, Behörden, mehrere Kirchen, den einzigartigen Friedhof, Parks usw. Na und welche Stadt dieser Größenordnung kann schon ein so renommiertes Theater sein Eigen nennen?
    Für eine Stadt dieser Größe ist Altenburg in diesen Dingen bestens ausgestattet. Die Einwohnerflucht muss demzufolge andere Ursachen haben...

    Nein, das ist ja das Problem, das ist alles Hochkultur und nichts für junge Leute, die nachts etwas erleben wollen (ich weiß nicht wann ich das letzte mal nachts auf dem Friedhof war xD). Das wird alles viel zu hoch subventioniert, aber wieso keine Disco staatlich fördern? Also mehr als einmal aller drei Monate kann ich mir keine Theaterkarte leisten, das ist einfach nicht drin, wohingegen man dafür schon 2 bis 3 mal ins Kino gehen kann.

    Dekoratives Anführungszeichen


    Niemandem tut der Abriß eines 80 Jahre alten Hauses weh.

    Bei Eigenheimen die in den 40er Jahren entstanden vlt, aber viele mögen Bauhausarchitektur, die auch in ABG zu finden ist und ich trauere auch etwas dem Meeraner Bahnhof nach, der aus der Nazizeit stammte.

    Ich war mal gut ein Jahr nicht in der Meeraner Innenstadt, weiß gar nicht mehr wann das war, ich glaube aber schon ein paar Jährchen her und ich hab mich verfahren weil ich mich sonst an den Fabriken orientiert habe, das muss bei der Achterbahn gewesen sein ...
    Gerade bei Fabriken muss man die Leute wirklich sensibilisieren, weil die gerade zum historischen Industriegebiet Südwestsachsen dazugehören. Vor kurzem gab es im Textilmuseum Crimmitschau eine Ausstellung zu Industriearchitektur in Sachsen, die zwar umfangsmäßig hinter meinen Erwartungen zurückblieb, aber wo man ein paar gute Beispiele zum Erhalt gesehen hat, gerade in Leipzig sind einige zu Wohnhäusern umgebaut worden.

    Nachtrag: Ach ja, vielleicht findet ihr hier ja auch mal was Schönes:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:…er_in_Altenburg

    Vielleicht mal etwas Soziologisches:
    Altenburg hat es wahrscheinlich versäumt rechtzeitig nach der Wende Gewerbegebiete auszuweisen. Ich weiß, dass das erste in Nobitz entstand, es folgten Oberlödla und Windischleuba - wohlgemerkt alle mehr oder weniger mit Einzelhandel, das schwächte die Stadt, deswegen jetzt auch die bereits zweijährige Diskussion zur Ansiedlung des Modeparkes Röther im GG Nordost (ABG). Trotzdem hat sich in der Stadt eine Art Einkaufskultur erhalten, die man in Meerane, Glauchau und eigentlich auch Crimmitschau vermisst ...
    Trotzdem hat das die Stadt geschwächt, z.B. ist expert Jäger vor ein paar Jahren auch ins GG Nordost umgezogen, der erst in der Innenstadt war, somit wird in der Stadt weniger auch von Gewerbetreibenden investiert und der Einzelhandel in den Umlandgemeinden bewirkt, dass weniger Leute auf der Stadtgebiet einkaufen also Geld in den Haushalt der Anrainerkommunen fließt - de facto weniger Geld für ABG.
    Der größte Arbeitgeber in ABG ist der öffentlich Dienst, ich glaube so ca 400 das LRA und ca 300 Stadtverwaltung, danach kommt lange nichts ... mit je 160 Mitarbeitern Südost Fleisch, Fräger Antriebstechnik und ASS Altenburger. Alle anderen Firmen haben unter 100 Mitarbeiter (und die sind auch nicht zahlreich), es gab (gibt) also für gut ausgebildete kaum Chancen hier Arbeit zu finden (die Thüringer sind wahrscheinlich die Pendlernation schlechthin und ABG führt sie an). Langsam brauchen die Firmen wieder Leute, aber die Jungen sind weg und kommen nicht wieder. Hinzukommt das die die noch da sind (so ungefähr meine Generation) wenig für Jugendliche zu bieten bekommt, gut Music Hall (obwohl da häufig Heavy Metal gespielt wird), Kino, ein paar coole Kneipen, obwohl ich gehört hab das eine auch bald wieder zu macht. Die Discos sind alle außerhalb z.B. in Kotteritz (Dorf 3 km sö der Innenstadt), Schmölln (10 sw) oder halt Leipzig (50 km) und da fahren auch die meisten Altenburger zum Einkaufen hin (wieder schlecht für die Gewerbesteuer). Es gab mal eine geile Location, das Kanonenhaus, es ist allerdings 2008 abgefackelt und nicht wieder irgendwo aufgemacht worden.

    Nun zum Gebäudebestand: Der Bürgermeister von Gößnitz hat es mal passend gesagt (sinngemäß): die Besucher unserer Stadt sollen einen positiven Eindruck haben, also bitte liebe Einwohner, saniert eure Häuser oder reißt sie ab!
    Genauso verhält es sich überall - und ich will jetzt nicht ausschweifend von Meerane anfangen, deren baukulturelles Erbe in hübschen recht großen Fabriken des 19. Jhd bestand, die letzte wurde es vor 2 Wochen plattgemacht. Und die letzte schöne Ecke am Teichplatz ist jetzt mit dem "Höhlermuseum" verschandelt.
    Naja wie dem auch sei, die Sache ist ja die, dass dort abgerissen wird wo Verkehr ist und in der Teichstraße ist das der gesamte Verkehr aus dem Süden, weitere betroffene innerstädtische Straßen sind Wallstraße, Burgstraße/Johannisstraße, vor allem auch Puschkinstraße und Luxemburg/Gabelentzstraße. Wer will an einer Hauptverkehrsader wohnen? Heute habe ich da erst mehrere Paradebeispiele gesehen, die Haupstraße schlechthin führt direkt über den Markt und zwar in Tetschen-Bodenbach, Bad Schandau und Gößnitz. Außerdem hör ich immerwieder von Leuten, die auf der Achse Leipzig-Zwickau verkehren, dass sie lieber durch die Innenstadt fahren als auf der Ortsumgehung. Geht mir auch so, aber weil ich nur ein Motorrad habe und die OU reizlos zum Überholen ist.
    Ach ja und noch so ein Zitat: Jede Generation soll sich verewigen und hat damit die Legitimation Neues zu bauen (finde ich in einer Innenstadt wie ABG zwar unpassend, aber das denken halt viele)

    Gut vielm Text, hoffe es hilft weiter und liebe Grüße an alle Mitdiskutierer und Mitleser.