Aber es gibt auch genug Leute, die es sich schön in der sozialen Hängematte eingerichtet haben. Ich bin sicherlich nicht der Einzige, der sich Gedanken über das Auswandern macht und ich verdiene nicht mal gut. Aber irgendwann ist man es halt leid...
Ja, Schmarotzer gibt es auch in den Sozialsystemen. Sie stellen aber mit Sicherheit nicht die Mehrheit der Empfänger von Sozialleistungen dar, sondern nur eine vergleichsweise kleine Minderheit. Und wie ich hier in einem alten Focus-Artikel von 1995 (also weit vor der Hartz4-Reform) lesen kann, gab es auch schon damals gutverdienende Leute, die sich Sozialleistungen erschlichen haben.
Also, bitte nicht alle Sozialhilfeempänger über einen Kamm scheren, sondern differenzierter an die Sache herangehen. Alles andere ist Stammtischniveau.
Und zum Thema Auswandern: Wenn du ein Problem mit der Sozialabgabenlast hast, und das der Grund wäre für dich zum auswandern, dann wanderst du wegen einem "Luxusproblem" aus (kleiner Tipp: wander dann nicht nach Italien aus
). Andere wandern aus, weil sie auf dem deutschen Arbeitsmarkt keine Chance bekommen, im Ausland einfach ein interessantes Angebot finden, sich einfach für das Zielland interessieren oder weil sie die Schnauze voll von der deutschen Neidgesellschaft haben, oder andere Gründe.
Aber was rede ich hier. Ist ja alles schon wieder sehr off-topic.
Jetzt wieder On-Topic: Das von NewUrban hervorgebrachte Wiener Modell klingt interessant. Soweit ich weiß, können sogar relativ wohlhabende Menschen in Wien unter bestimmten Voraussetzungen ganz legal eine Sozialwohnung beziehen und kaum einen juckt es. Offenbar hat man dort auch ein anderes Verständnis von dieser Thematik und ist vielleicht nicht so mit Stigmen und Klischees beladen. Man müsste aber untersuchen, inwieweit so ein System gutverdienende Klientel abschreckt. Wenn sie deswegen von Hamburg fernbleiben, bleiben ja auch deren Steuerabgaben für Hamburg weg.
Eine andere Idee habe ich auch bezüglich der Wohnungsnot: Die Stadt bietet temporäre Wohnungen (also Boardinghouses) verschiedener Preisklassen an zugezogene Arbeitnehmer an, wenn sie auf dem Wohnungsmarkt Probleme haben, eine Wohnung zu finden. So müssen Arbeitgeber nicht erst warten, bis der neue Arbeitnehmer sein Wohnungsproblem gelöst hat, sondern hat etwas Zeit, sich nach etwas passendem Umzusehen, während er aber schon in Hamburg arbeitet und entsprechend Steuern zahlt. Für Arbeitnehmer, die für einen längerfristigen Job (zu erwartendes Beschäftigungsverhältnis ist länger als die max. Nutzungszeit der temporären Wohnung) nach Hamburg kommen, oder die nicht genug Geld für Maklergebühren u.ä. haben, könnten diese Wohnungen günstiger angeboten werden, damit es dem Arbeitnehmer eher gelingt, ausreichend Geld für Maklergebühren, Genossenschaftsanteile usw. anzusparen und damit seine Erfolgsaussichten auf dem regulären Wohnungsmarkt erhöht.