Beiträge von DiggerD21

    Steve, das von dir gezeigte Viertel wird in Breslau auch "Bermuda-Dreieck" genannt. Es ist ein armes Viertel mit angeblich hoher Kriminalität. Offenbar will da einfach niemand investieren. Nördlich der Altstadt gibt es ähnliche Viertel (hier wohne ich). Aber hier tut sich was. Die Häuser werden nach und nach saniert (haupsächlich Fassade, Dach & Treppenhaus), meistens mit bis zu 60% Finanzierung aus EU-Fördertöpfen. Bis es aber durchsaniert ist, dauert es noch.

    Dann ist es für Polen wohl auch noch typisch, dass jeder Wohnungseigentümer in einem Mehrparteienhaus saniert und renoviert, wie er will. Ohne Absprache mit den anderen Eigentümern (bei den EU-geförderten Dingern ist es dagegen aus einem Guss). So kommt es dann mal häufiger vor, dass die neuen Fensterrahmen alle unterschiedliche Farben haben. Oder dass die Eigentümer ihre Balkone in unterschiedlichen Farben streichen. Oder dass nur die Fassade des Erdgeschosses durch das dort befindliche Geschäft saniert wurde, die darüber liegenden Stockwerke aber weiterhin dringend sanierungsbedürftig sind.

    Außerdem: wer in Breslau wohlhabend genug ist, kauft sich ne Wohnung in einem Neubau oder das Haus im Grünen. Altbauwohnungen sind recht verpönt hier.

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    ...denn erstens hört die Nachfrage nach Flügen nicht an der Landesgrenze auf...


    Passend dazu habe ich heute in einem Newsletter ("Polen am Morgen"), der die polnische Tagespresse zusammenfasst, gelesen, dass BER bis zu 2 Mio. polnische Passagiere anziehen könnte, was zu Lasten der westpolnischen Flughäfen gehen könnte. Bereits jetzt fertigen die Berliner Flughäfen rund 1,5 Mio. Polen ab, die per Auto, Zug, Bus oder Minibus anreisen.

    Auch Lodz ist von der Fahrzeit her zu weit weg von Breslau. Schlechte Schienen und Straßen.

    Was einen weiteren Ausbau von HAM angeht: Wo sollte der denn durchgeführt werden? Schließung der Werft und Umnutzung des Geländes als Terminal? Verlagerung des Frachtbereichs, damit dort der Pier verlängert werden kann?

    Da war das Abendblatt aber fleissig beim Kopieren der Pressemeldung vom Flughafen Hamburg. Da fragt man sich: Wozu dann noch das Abendblatt kaufen?

    Schade, dass keine neuen Verbindungen nach Polen hinzukommen, gerade im Zusammenhang mit der Euro2012. Es fehlt eine Verbindung Südpolen-Norddeutschland. Warschau und Danzig sind von Breslau zu weit weg. da kann ich ja auch gleich mit dem Auto, Bus oder Zug nach Hamburg fahren (7-9 Stunden). Und selbst die Verbindung Hamburg-Dresden fällt weg.

    Ich sehe da auch kein Problem. Zwischen City Nord und Alsterkrugchaussee (also 600 Meter vom Flughafenzaun entfernt) wohnen ja auch schon seit langem Menschen. Die Flugzeugmodelle werden auch immer leiser und deren An- und Abflugwinkel werden vielleicht auch noch steiler.

    Danke für die beiden Darstellungen. Ich würde eher die Nordvariante bevorzugen. Sie liegt näher an den Liegeplätzen, womit sämtlicher LKW-Verkehr schneller auf die Autobahnen kanalisiert wird. Die Wohngebiete in Alt-Wilhelmsburg kann man ja zusätzlich für den LKW-Durchgangsverkehr sperren, falls dies nicht schon so ist. Beim Bau der Nordvariante wäre es für den LKW-Fahrer eh attraktiver, über die HQS und dann weiter über die Wilhelmsburger Reichstrasse, A1 oder A7 weiterzufahren, statt durch Wohngebiete zu fahren.

    Das Problem mit der Lärmbelästigung der Wilhelmsburger sehe ich nicht so dramatisch. Der Hauptdeich entlang des Reiherstiegs und der Harburger Chaussee sollte einen großen Teil des Lärms und auch der Sicht auf die Trasse abschirmen. Der Rest wird durch die erste Häuserreihe abgeschirmt. Mit der Südvariante hätte man auch das gleiche Problem, da sie direkt neben der Großwohnsiedlung Kirchdorf Süd in die bestehende Autobahn einfädeln würde.

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    Könntest Du etwas näher erläutern, welche Flächen Du genau meinst?

    Die größten Freiflächen sind noch landwirtschaftlich genutzte Gebiete wie die Vierlande oder die Rissener Feldmark. Bauen ist dort - wie ich meine aus gutem Grund - i.d.R. aber nicht zugelassen. Denn eigentlich bräuchte man auf solche weit vom Zentrum entfernt liegenden, wertvollen naturnahen Gebiete nicht zuzugreifen, da in zentraler Lage noch genug Land verfügbar wäre, das sogar in städtischem Besitz ist. Womit wir wieder bei den Schrebergärten wären, und den Hafenbrachen.

    An diese Flächen habe ich gedacht, als das Argument kam, im Hamburger Umland Flächen (ebenfalls zumeist landwirtschaftliche Flächen) für den Wohnungsbau freizugeben.
    Natürlich bin ich auch für eine Nachverdichtung bestehender Wohngebiete, bevor neue Wohngebiete auf der grünen Wiese gebaut werden. Nur wenn schon neue Wohngebiete auf der grünen Wiese, dann können sie auch auf Hamburger Gebiet statt im Speckgürtel entstehen.

    Man könnte aber entlang bestehender Straßen in den Vierlanden Mehrfamilienhäuser bauen. Zwar wird das entsprechende Feld etwas kleiner, aber verschwindet nicht. Ich denke da z.B. an den Mittleren Landweg (wo ausnahmsweise eine S-Bahn-Station vorhanden ist)

    Die Eingemeindung umliegender Orte ist im Falle Hamburgs nicht gerade einfach, da es sich um eine Erweiterung einer Landesgrenze statt einer Stadtgrenze handelt. Außerdem gibt es auf Hamburger Gebiet theoretisch noch recht viel Platz zum Bauen, nur leider fährt dort keine S-Bahn hin.


    Midas redet doch gar nicht davon, alte Menschen aus ihrem Wohneigentum zu vergraulen, sondern darum, große MIETwohnungen für Familien verfügbar zu machen, indem die darin allein lebenden alten Mieter mittels guten Argumenten zu einem Umzug in eine seniorengerechte Mietwohnung bewogen werden.

    Im Prinzip ist das ja keine so schlechte Idee. Es muss aber auf Basis der Freiwilligkeit geschehen und die betreffenden Senioren dürfen nicht zu einer Entscheidung genötigt werden.

    Die durchschnittliche Größe an Wohnraum pro Person beträgt in Hamburg (soweit ich weiß) etwa 36qm. Ich hab während meines Studiums in einer 18qm-"Wohnung" gewohnt.

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    Aber es gibt auch genug Leute, die es sich schön in der sozialen Hängematte eingerichtet haben. Ich bin sicherlich nicht der Einzige, der sich Gedanken über das Auswandern macht und ich verdiene nicht mal gut. Aber irgendwann ist man es halt leid...

    Ja, Schmarotzer gibt es auch in den Sozialsystemen. Sie stellen aber mit Sicherheit nicht die Mehrheit der Empfänger von Sozialleistungen dar, sondern nur eine vergleichsweise kleine Minderheit. Und wie ich hier in einem alten Focus-Artikel von 1995 (also weit vor der Hartz4-Reform) lesen kann, gab es auch schon damals gutverdienende Leute, die sich Sozialleistungen erschlichen haben.
    Also, bitte nicht alle Sozialhilfeempänger über einen Kamm scheren, sondern differenzierter an die Sache herangehen. Alles andere ist Stammtischniveau.

    Und zum Thema Auswandern: Wenn du ein Problem mit der Sozialabgabenlast hast, und das der Grund wäre für dich zum auswandern, dann wanderst du wegen einem "Luxusproblem" aus (kleiner Tipp: wander dann nicht nach Italien aus ;) ). Andere wandern aus, weil sie auf dem deutschen Arbeitsmarkt keine Chance bekommen, im Ausland einfach ein interessantes Angebot finden, sich einfach für das Zielland interessieren oder weil sie die Schnauze voll von der deutschen Neidgesellschaft haben, oder andere Gründe.

    Aber was rede ich hier. Ist ja alles schon wieder sehr off-topic.


    Jetzt wieder On-Topic: Das von NewUrban hervorgebrachte Wiener Modell klingt interessant. Soweit ich weiß, können sogar relativ wohlhabende Menschen in Wien unter bestimmten Voraussetzungen ganz legal eine Sozialwohnung beziehen und kaum einen juckt es. Offenbar hat man dort auch ein anderes Verständnis von dieser Thematik und ist vielleicht nicht so mit Stigmen und Klischees beladen. Man müsste aber untersuchen, inwieweit so ein System gutverdienende Klientel abschreckt. Wenn sie deswegen von Hamburg fernbleiben, bleiben ja auch deren Steuerabgaben für Hamburg weg.

    Eine andere Idee habe ich auch bezüglich der Wohnungsnot: Die Stadt bietet temporäre Wohnungen (also Boardinghouses) verschiedener Preisklassen an zugezogene Arbeitnehmer an, wenn sie auf dem Wohnungsmarkt Probleme haben, eine Wohnung zu finden. So müssen Arbeitgeber nicht erst warten, bis der neue Arbeitnehmer sein Wohnungsproblem gelöst hat, sondern hat etwas Zeit, sich nach etwas passendem Umzusehen, während er aber schon in Hamburg arbeitet und entsprechend Steuern zahlt. Für Arbeitnehmer, die für einen längerfristigen Job (zu erwartendes Beschäftigungsverhältnis ist länger als die max. Nutzungszeit der temporären Wohnung) nach Hamburg kommen, oder die nicht genug Geld für Maklergebühren u.ä. haben, könnten diese Wohnungen günstiger angeboten werden, damit es dem Arbeitnehmer eher gelingt, ausreichend Geld für Maklergebühren, Genossenschaftsanteile usw. anzusparen und damit seine Erfolgsaussichten auf dem regulären Wohnungsmarkt erhöht.

    Würdest du auch so reden, wenn auf dem Gelände städtische Sozialwohnungen gebaut würden?

    Bezüglich Rückzugsraum für Tiere: Dann sollte man lieber gleich einen Teil eines Kleingartengeländes komplett für Menschen sperren und verwildern lassen. Auf den Rest kommen Wohnungen mit Grünflächen drumherum, wenn es der Platz hergibt.

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    Die Aussage ist schon ein wenig bizarr. Wieso sollte man das auch noch honorieren, wenn jemand sich eine Wohnung wählt, die völlig über seinen Verhältnissen liegt? Jeder Mensch muss schließlich normalerweise eine Wohnung wählen, die er auch mit seinem Einkommen bezahlen kann. Das ist ganz normal. Nur bei Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern ist dieses Prinzip leider ein wenig außer Kraft gesetzt.

    Wenn die Mietpreise stärker steigen als das Einkommen, dann ist es etwas schwierig, eine bezahlbare Wohnung in noch angemessener Distanz zur Arbeitstelle zu bekommen bzw. die aktuelle Wohnung halten zu können. -> Reichenghettos im Zentrum und Armenviertel am Stadtrand.

    PS: Warst du schonmal selber auf Sozialleistungen angewiesen? Wenn man gewohnt ist, für sein Einkommen zu arbeiten (oder zumindest diese Einstellung hat) ist das kein Zuckerschlecken mit der ganzen Behördenrennerei. Aber gut, das gehört jetzt nicht in diesen Thread.

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    Von den Sozialwohnungen rede ich nicht. Übrigens wird die Wohnung ja sowieso vom Amt bezahlt. So what?

    Das Amt bezahlt eben NICHT die ganze Miete. Das weiss ich aus eigener Erfahrung.

    Das Amt bezahlt für ALGII-Empfänger nur bis zu einer bestimmten Obergrenze. In Hamburg wird zur Bestimmung dieser Obergrenze derzeit der Mietenspiegel von 2007 herangezogen. Derzeit gilt noch eine Fachanweisung, die den Wohnraumbestand in Baualtersklassen unterteilt. Dadurch ergeben sich je nach Baualtersklasse Höchstwerte für Mietzuschuss von z.B. 277,00-382,50 Euro bei 1-Personen-Haushalten und und 332,40-459,00 Euro bei Zwei-Personen-Haushalten. Alles, was darüber geht, muss der ALGII-Empfänger von seinen derzeit 374 Euro ALGII selber tragen.

    Für Geringverdiener gibt es zwar das Wohngeld, aber es ist ein Mietzuschuss, und keine vollständige Übernahme der Mietkosten vom Amt. Da die Berechnung des Wohngelds von zu vielen Faktoren abhängt, habe ich mal folgende Beispiele genommen. Ich denke mal, 1000 Euro Brutto geht in Hamburg als geringes Einkommen durch:

    Beispiel 1 (durchaus realistisch): 1-Personen-Haushalt, 1000 Euro brutto monatlich (= etwa 780 Euro netto), 400 Euro Warmmiete. Monatlicher Mietzuschuss vom Amt: 107 Euro.

    Beispiel 2 (natürlich nicht real): 1-Personen-Haushalt, 1000 Euro brutto monatlich, 1000 Euro Warmmiete. Monatlicher Mietzuschuss vom Amt: 117 Euro.

    Die Grenze beim Wohngeldanspruch liegt übrigens bei knapp 1300 Euro monatlichem Bruttoeinkommen. Ab diesem Betrag gibt es selbst dann kein Wohngeld mehr, wenn die Miete bei utopischen 1000 Euro warm liegen würde.


    Ich glaube, ich brauche dir nicht zu sagen, dass die Behörden bei der Anpassung der Berechnungsgrundlagen an aktuelle Marktpreise immer hoffnungslos hinterher hinken. ;)

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    Dem ist ohne wenn und aber zuzustimmen. Das Selbe gilt übrigens auch für die Menschen, die von Saga GWG Wohnungen profitieren. Es gibt keine Begründung dafür, warum deren Mieten weniger stark steigen sollten als marktüblich. Dadurch, dass die Saga GWG ein städtisches Unternehmen ist subventionieren nämlich alle Menschen, die keine solche Wohnung haben die wenigen privilegierten Mieter, die eine solche Wohnung nutzen dürfen. Daher befürworte ich eine stärkere Ausrichtung der Mietanpassungen bei der Saga GWG am Markt, alles andere ist zutiefst unsozial und ungerecht.

    Die frei finanzierten Wohnungen von SAGA GWG sind auch nicht mehr so günstig. Und die Sozialwohnungen ($5-Schein usw.) sind ja gerade ein Privileg der Unterprivilegierten. Um so eine Wohnung zu bekommen, muss man nachweisen können, dass man sich keine Wohnung zu Marktpreisen leisten kann. Im übrigen ist die Qualität der meisten SAGA GWG-Wohnungen auch nicht das Gelbe vom Ei. Da ist man bei den meisten Baugenossenschaften in puncto Preis und Qualität besser bedient, sofern man denn eine Wohnung bekommt.

    Zu dem Argument mehr hochpreisige Wohnungen, um den Druck von billigem Wohnraum zu nehmen: Wenn es funktioniert, gerne. Aber damit es funktioniert, müssten solche Wohnungen aber auch gewisse Extras haben, die normale Wohnungen nicht bieten: z.B. intelligente Haustechnik, Wände, durch die kein Ton dringt (mein US-Kollege erzählte mir was von so einer Spezialpaste, die in den Zwischenraum von zwei Wänden verteilt wird und so extrem gute Schallisolierung ermöglicht). Anderenfalls wird der Preis nur über die Zentralität der Lage bestimmt -> weitere Segregation von ganzen Stadtteilen nach Arm und Reich.

    Ich finde 50 Interessenten für eine Wohnung schon viel! Ich hatte nach einer günstigen kleinen Wohnung (unter 400 Euro warm, mehr war nicht möglich mit meinem Einkommen) gesucht, und immer war der Andrang groß, egal ob Alt- oder Neubau. Das paradoxe: Auch in den am Stadtrand liegenden Stadtteilen ist es nicht günstiger, ja manchmal sogar teurer als in Barmbek oder Hamm.

    John Wayne. Es herrscht ein Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Ich war des öfteren auf Wohnungsbesichtigungen in diversen mehr oder weniger zentralen Stadtteilen (Barmbek, Wandsbek, Hamm, Veddel...), wo bis zu 50 Interessenten auftauchten.
    In Winterhude gibt es noch ein paar Kleingartenflächen, die man in Wohnraum umwandeln könnte.