Beiträge von Baufrosch

    ^

    Das lässt sich in dem von tunnelklick verlinkten Artikel nachlesen:

    Erst während des Baus wurde die Konstruktion der Techniketagen am Kopf des Omniturmes festgelegt. Dort mussten Wandscheiben angeordnet werden, die (als "Nebenwirkung") den Outrigger-Effekt bewirken, der in diesem Fall aber weder erforderlich, noch gewollt war. Er bewirkte aber, dass die schon gefertigten Stützen zusätzliche Lasten erhalten, für die sie vorher nicht bemessen worden waren und somit aufwändig nachgerechnet werden mussten. Das ist - wie man liest - mit einer Ausnutzung von 100% gerade noch mal gut gegangen.

    ^

    Wobei beim Omniturm der Outrigger-Effekt gar nicht gewollt war und Probleme gemacht hat.


    In Kurzform:

    Ohne Outrigger dient lediglich der Hochhauskern dem Abtrag von Horizontallasten (Wind, Erdbeben). Die (Fassaden-)Stützen tragen nur Vertikallasten (Eigengewicht, Nutzlast).

    Mit dem Outrigger werden jedoch die (Fassaden-)Stützen auch am Abtrag der Horizontallasten beteiligt. Das ist bei hohen Hochhäusern erforderlich, um die Steifigkeit zu erhöhen, also die Kopfverformungen zu reduzieren.

    Hier auf Seite 7 gibt es dazu eine Skizze.

    Neubau einer ICE-Abstell- und Behandlungsanlage in Darmstadt-Kranichstein

    Gestern war im Darmstädter Echo zu lesen (online hinter Bezahlschranke), dass die Bahn im Bereich des historischen Rangierbahnhofes in Darmstadt-Kranichstein (Eröffnung 1898) eine Abstell- und Reinigungsanlage für ICE-Züge bauen wird. Im Kommentar zu dem Artikel wird die Informationspolitik der Bahn kritisiert, denn das Ganze wurde wohl "nur" im Rahmen eines Dampflokfestes im dort beheimateten Eisenbahnmuseum sowie auf einer Internetseite vorgestellt. Breite, aktive Öffentlichkeitsarbeit sehe anders aus.


    Wie dem auch sei, es geht um ein Projekt mit dem Volumen von 55 Millionen €. Als mögliche Standorte waren noch Frankfurt-Griesheim, -Ost, -Nied und -Höchst in die Voruntersuchungen einbezogen worden. Kranichstein konnte sich durchsetzen, weil das 50000m² große Gelände schon der Bahn gehört und der Standort optimale Anbindung an Frankfurt, Darmstadt und Mainz bietet.

    Das Planrechtverfahren soll noch in diesem Herbst beginnen. Bis zum Bescheid sind 2 Jahre vorgesehen. Dazu 24 Monate Bauzeit. Somit ist Zeitpunkt für die früheste Inbetriebnahme der Sommer 2026.


    Hier geht's zur zugehörigen Internetseite mit ein paar interessanten Vorher-Nachher-Bildern.

    Mod: Näheres zur Plausibilität der Angaben im zweitletzten Absatz dieses Beitrags im CBT-Thread.



    Das steht da tatsächlich (das mit den 40m³ Beton je 50m-Stütze mit 1,80m Durchmesser).

    Seltsam, denn ich hätte dafür 127m³ gebraucht. Oder nur 15m statt 50m gefüllt. Aber vielleicht ist sie hohl ...


    Kann dann zu anderen wichtigen Statements in die "Ablage P"

    ^

    Ich gehe davon aus, dass das Holz NICHT gegen Brände "behandelt" wurde (vermutlich meinst Du damit eine Imprägnierung oder Ähnliches).

    Sofern an die Holzbauteile eine Anforderung bzgl. Feuerwiderstandsdauer gestellt wird (entsprechendes legen die zugehörigen Brandschutzkonzepte fest), wird diese im Regelfall durch Bekleidungen erfüllt (Gipskarton-Feuerschutzplatten o.ä.).

    Man sollte auch nicht der Vorstellung verfallen, dass Holz grundsätzlich "brennt wie Zunder". Diese massiven Holzbauteile können durchaus auch ungeschützt eine gewisse Feuerwiderstandsdauer erfüllen, da z.B. nur die Oberflächen verkohlen und diese Holzkohleschicht dann auf Grund der geringeren Wärmeleitfähigkeit als Schutzschicht fungiert.

    Mehr zu dem Thema kann man z.B. hier nachlesen.

    Auch die hessenschau berichtet heute ausführlich über den Lückenschluss - allerdings nichts Gutes:

    Das zur Zeit noch auf 477 Mio € veranschlagte Projekt verteuert sich weiter. Die Kosten werden derzeit neu ermittelt und auf über 600 Mio € steigen. Allgemeine Baukostensteigerungen, verunreinigter Baugrund und eine zusätzlich zu errichtende Grünbrücke werden als Gründe angegeben. Am Termin für die Fertigstellung im Jahr 2031 wird allerdings noch festgehalten.

    Es handelt sich um hochbelastete Decken-Stützen-Knoten, die vermutlich mit "herkömmlicher" Bauweise (vertikal durchgehende Stützenbewehrung, geschossweise gestoßen) gar nicht mehr herstellbar wären, weil die Summe aus erforderlicher Deckenbewehrung in zwei Richtungen und Stützenbewehrung in diesem Punkt einfach zu viel wäre, also nicht mehr baubar.

    "Einfach auf den Boden gestellt" werden sie aber mitnichten. Die Fertigteilstützen bringen diesen Decken-Stützen-Knoten quasi mit und haben am Kopf eine sehr dicke Stahlplatte. Die Deckenbewehrung wird per Schraubmuffe an den Kopf der Fertigteilstütze angeschlossen. Und die Stützen haben dann am Fuß ebensolche Einbauplatten, so dass hier tatsächlich Stütze auf Stütze (Stahl auf Stahl) steht, um die hohen vertikalen Lasten über Kontakt abzutragen, und die Decken seitlich angeschlossen sind.

    Für den Lastabtrag des gesamten Hochhauses ist das kein Problem, da die Stützen ohnehin nur für das Tragen der Vertikallasten (Eigengewicht und Nutzlast) zuständig sind und die Horizontallasten (Wind und ggf. Erdbeben) lediglich vom Kern aufgenommen werden.

    Ich hoffe, das beantwortet die Fragen.

    ^ Ist das schon fertig? Nur ein Dach? Nicht mal eine Schürze am oberen Rand? Da darf es jetzt aber nur bei Windstille regnen.

    Ob wenigstens eine Rinne das Wasser gezielt abführt, kann ich leider auf dem Foto nicht erkennen.

    Aber Hauptsache, ein Geländer auf dem Dach ...

    In der heutigen Informationsveranstaltung wurde zum Thema 3. Mainbrücke erläutert, dass diese auf dem Alten Bahnhof Niederrad ab Anfang 2024 vormontiert wird (Fertigstellung bis 2027). Dass die östliche bestehende Brücke "miterneuert" wird, wurde auch erwähnt. Ob es auch eine Stabbogenbrücke wird oder eine Fachwerkbrücke, ist noch nicht entschieden und noch mit dem Denkmalamt abzustimmen. Insofern wurde dazu nicht mehr gesagt; zum zeitlichen Ablauf aber soviel: Wegen der problematischen "Insellage" zwischen den beiden anderen Brücken, soll dieses Bauwerk schon "im Zuge des Neubaus der 3. Brücke" erneuert werden.

    Wenn ich das in der FAZ richtig verstehe, geht mit dem Farbwechsel in - nennen wir es freundlich terracotta statt Teewurst - eine Wandlung einher von "schockiert vom grauen Koloss" in "beruhigt" mit einem "sehr positiven Eindruck". Zumindest bei den zitierten Grünen. Geholfen hat sicherlich auch die veränderte Perspektive der Visualisierung von einem erhöhten Standpunkt (was den Klotz weniger wuchtig erscheinen lässt) sowie üppiges Grün. Abgewinnen kann ich diesem Baukörper allerdings immer noch wenig. Dafür müsste man seine Form ändern ("weniger ist mehr"). Die zitierte Äußerung "potthässlich und viel zu wuchtig" von Manfred Zieran (Ökolinx) hat somit auch noch ihre Berechtigung - finde ich.

    Weitere 4 Wochen später konnte ich eben bei der Vorbeifahrt mit dem Auto eine halbfertige Gerüstkonstruktion entdecken.

    Situationsbedingt hat es natürlich nicht für ein Foto gereicht.

    Ich denke, dass das Objekt spätestens in einer Woche verhüllt ist.

    ^ Ich möchte jetzt nicht auch noch zur Militärtaktik abschweifen, aber es sei noch kurz erwähnt: Zur Erreichung strategischer Ziele stehen heutzutage auch taktische Atomwaffen zur Verfügung (wer den Unterschied zu strategischen Atomwaffen nicht kennt, möge das bitte selbst googeln oder auch ecosieren). Und das gezielte Zerstören z.B. einer EZB lässt sich auch eine Nummer kleiner bewerkstelligen, also mit "herkömmlichen" Waffen. Da muss und wird man nicht eine ganze Stadt "plattmachen".

    Um trotzdem nochmal auf die Einstiegsfrage zurückzukommen:

    Spätestens mit dem Ende des kalten Krieges war es auch zu Ende mit den Planungen für einen solchen Fall. Schutzräume für "die Bevölkerung" hat es sowieso nie in ausreichendem Umfang gegeben. Entsprechende Anlagen im Osten Deutschlands wurden nach der Wiedervereinigung überhaupt nicht mehr in das Schutzraumkonzept übernommen. Notfallpläne waren/sind veraltet und allenfalls besondere Ereignisse (Golfkrieg, 11.9.2001 oder die Flutkatastrophen an der Elbe oder im Ahrtal) bringen das ganze immer mal wieder auf den Tisch. Viel weiter aber auch nicht. Inzwischen gibt es ja - wie auch die letzten Probealarme gezeigt haben - nicht mal mehr allerorten ein funktionierendes Sirenenwarnsystem. Auch Bunker, die für den Fortbetrieb der Regierung vorgesehen waren, sind zwischenzeitlich weitgehend außer Betrieb, umgewidmet oder längst verkauft worden. Im Jahr 2007 entschieden Bund und Länder einvernehmlich, die "Erhaltung der Funktionsfähigkeit der öffentlichen Schutzräume" aufzugeben und somit auch keine neuen Schutzräume mehr zu bauen.


    Die Frage treibt aktuell auch andere um. Einen auf gestern datierten (aber sehr kurzen) Artikel zu dem Thema fand ich hier.


    Wer dazu weiteren Lesestoff mag:


    Der Rhein Main Verlag zum Katastrophenschutz in Frankfurt aus dem Jahr 2021 hier.

    Die FAZ im Jahr 2010 zum Verkauf von Bunkern in Hessen hier (leider hinter der Bezahlschranke, aber zum Anlesen ausreichend).

    Dazu das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hier.

    Eine kleine Anfrage an die Bundesregierung zu diesem Thema aus dem Jahr 2019 hier.

    Ausführlich zum Konzept der zivilen Verteidigung (Deutschlandfunk, 2016) hier.

    "Im Fall eines Atomkrieges fehlen Deutschland die Schutzbunker" aus 2017 hier.