Beiträge von archo

    Die Bewohner werden dankbar sein, dass das laute "Holperpflaster" verschwunden und gleichzeitig die Parkplätze am Straßenrand erhalten geblieben sind. Dennoch kann man aus einen solchen Straßenzug sicher mehr rausholen und zumindest eine Baumreihe hätte der Atmosphäre der Straße sicher nicht geschadet. Sie wird doch nicht komplett durch Leitungstrassen unterminiert sein.

    Der Bau von Hans Richter an der Erlweinstraße wird im Katalog "Dresdner Moderne 1919-1933", der übrigens sehr zu empfehlen ist, recht ausführlich besprochen. Das Gebäude entstand 1929 für Hermann Garten als Stahlskelettbau mit einer Ausfachung aus Hohlziegeln und mit einer vorgehängten "Steinverblendung". Der Bau wurde 1945 schwer beschädigt und bis 1956 durch die TU wieder nutzbar gemacht. Nach 1990 wurde er saniert und mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen.

    Jedoch soll er bereits seit der Errichtung unter schweren Bauschäden leiden, die aus Bewegungen des Baugrundes resultieren. Bereits vor rund 10 Jahren konnte man eben diese Schäden in Form von großen Rissen in der Fassade sehen. Wahrscheinlich versucht man sich aktuell an einer umfassenden Behebung der Schäden.

    Zumal sich vor allem die Fußweg in diesem Bereich in einem erbarmungswürdigen Zustand befinden. Hier herrscht dringender Handlungsbedarf.

    Mittlerweile hoffe ich, dass die sich nebenan befindliche Robotron-Kantine dem Abrissbagger anheim fallen wird. Ich halte das Gebäude nicht für sonderlich erhaltungswürdig und sehe - gerade in Anbetracht der aktuellen finanziellen Belastungen für die Stadt - auch keine praktische Nutzung für das Gebäude. Zwar wäre ein zusätzliches Kunsthaus schön, aber ist es politisch mehrheitsfähig? Immerhin würde der Abriss auch den Park um das Hygienemuseum ordentlich abrunden.

    Der Neubau in der Görlitzer Straße 16 wirkt ordentlich proportioniert und passt sich insgesamt gut in den Straßenzug ein. Schön wäre es jedoch gewesen, wenn die Fenster eine gewisse Gliederung erfahren hätte, so z.B. eine vertikale Teilung in zwei separate Flügel.

    Ja was erwartest du denn?

    Die Lektüre des SZ-Artikels liefert eindeutige Informationen in Bezug auf den Plattenbaubestand. Die Granden der WGJ äußern klar und verständlich, dass sich der Bestand in sehr gutem Zustand befindet, durch Renovierungsmaßnahmen fortlaufend gepflegt wird und quasi vollvermietet ist. Von den Herren etwaige Gedanken an einen Abriss zu erwarten, erscheint in diesem Zusammenhang eher weltfremd.

    Insofern halte auch ich den Zeithorizont von 20 bis 30 Jahren für durchaus realistisch. Erst dann steht wieder eine Generalsanierung an und es wird sich weisen, ob die Sanierungskosten noch sinnvoll kalkulierbar bzw. die Wohnungsgrundrisse noch nachgefragt sind. Die SWGD setzt in dieser Hinsicht aktuell Zeichen und bricht ihr Hochhaus am WTC ab - freilich um es durch ein neues, wenn auch niedrigeres, zu ersetzen.

    Mittelfristig ist es also wichtig, neu entstehende Bauten am Vorkriegsbestand zu orierentieren und demnach neue Blockränder zu schaffen. Das dürfte inbesondere auf größeren Brachflächen (Plattenwerk) oder anknüpfend an den noch vorhandenen Bestand passieren (Pfotenhauer Straße, Fetscherplatz, Käthe-Kollwitz-Ufer).

    Ganz so verbissen würde ich das nicht sehen.

    Natürlich sind hier neue Flachbauten entstanden bzw. entstehen noch, die nicht gerade zur städtebaulichen Aufwertung der Johannstadt beitragen. Als besonders enttäuschend empfinde ich in dieser Hinsicht den Edeka-Neubau, der zwingend mehrgeschossig und als Wohn- und Geschäftsquartier hätte entstehen müssen. Nicht zuletzt befindet sich gleich nebenan der Fetscherplatz, dessen Hinterland in den nächsten Jahren ebenfalls reurbanisiert werden soll und somit eine direkte Verbindung zum Edeka-Areal hätte erhalten können.

    Dennoch gibt es auch positives zu berichten. Durch das Güntz-Quartier ist ein Wohn- und Geschäftsareal entstanden, das zwar architektonisch enttäuscht, aber aus städtebaulicher Sicht eine enorme Aufwertung darstellt. Daneben wird auch das Käthe-Kollwitz-Ufer durch den Bau der FLÜWO architektonisch hochwertig weiter gefasst. Gleiches entsteht durch den Bau der Immvest Wolf an der Hans-Grundig-Straße, für den die Müller-Reimann-Architekten verantwortlich zeichnen. Licht und Schatten liegen also nah beieinander bzw. das Glas in der Johannstadt ist halb voll.

    Aus funktionaler Sicht macht der Vorplatz an der "Schweriner" jedoch weit mehr Sinn, wird doch die Haupterschließung und damit der Haupteingang mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gerade hier liegen. An der Ehrlichstraße würde ein Vorplatz demnach keinen Sinn ergeben.

    Vielleicht überwindet sich die SWGD ja doch noch und reißt irgendwann, ähnlich wie zeitnah an der Ammonstraße, ihren Bestand an der Schweriner Straße ab und schafft damit Raum für neue Quartiere gegenüber des Ordinariats. Als Zielpunkt einer Stichstraße würde der Vorplatz gleich noch mehr Sinn ergeben. Man wird ja mal träumen dürften!

    Für den Entwurf des "Flex" zeichnet übrigens das Büro von Peter Kulka verantwortlich.

    https://www.peterkulka.de/woelfnitzstrasse

    Mir persönlich gefällt der Entwurf an dieser Ecke übrigens ausgesprochen gut. Städtebaulich fasst er durch seine starke Kubatur die städtebaulich arg zerfaserte Situation an der Löbtauer Straße sehr gut und vermittelt gleichzeitig in das rückwärtige Quartier. Die an einen Industriebau gemahnende Architektursprache passt ebenso, liegt doch der Komplex direkt an der Zufaht zum alten Güterbahnhof.

    Den Abriss von Wohnbauten halte ich mittelfristig ebenfalls für ausgeschlossen. Erst wenn wieder ein gewisser Überhang am Wohnungsmarkt vorhanden ist, der in den nächsten 10/20 Jahren kaum zu erwarten sein dürfte, wird ein gewisser Druck auf die Wohnzeilen mit ihrem kaum noch zeitgemäßen Standard entstehen.

    Bei Gewerbeobjekten können wir diese Entwicklung bereits beobachten (ABB-Zeile), die zu machen Überraschungen führt. Wer hätte immerhin gedacht, dass das Probst-Beier-Haus an der Schweriner Straße scheinbar abgerissen werden soll.

    Man beachte "Schön gescheitert":

    https://peterzirkel.de/meldungen/

    Annenhöfe - TLG Immobilien (in Planung)

    Die TLG hat die sogenannten Annenhöfe nun mit Projektbildern und einigen weiteren Informationen auf ihrer Seite veröffentlicht. Macht mit dem kleinen Vorplatz an der Freiberger- und der runden Ecke an der Schweriner Straße einen recht angenehmen Eindruck - zumal sich der Komplex in der zweiten Reihe befindet.

    https://www.tlg.de/de/portfolio/d…ekt-annenhoefe/

    Gerade angesichts der runden Ecke ist es meiner Ansicht nach schade, dass vis-à-vis nicht der Entwurf der Rohdecan-Architekten für den Revitalis-Bau umgesetzt wurde. Das hätte ein tolles Ensemble ergeben.

    https://www.rohdecan.de/de/02-PROJEKTE//181201-DD47

    Dekoratives Anführungszeichen
    Zitat von Elli Kny

    Also mE werden im Quartier 3.2-Hoym-Riesch ein oder zwei der Bürgerhäuser Rampische Strasse zur FK hin von Privat errichtet, bzw innerhalb der Großbaustelle für Privat.

    Meinem Kenntnsstand nach hatte Herr Gröner vor einigen Jahren bei einer Bürgerversammlung erwähnt, dass eines der Häuser in der Rampischen Straße nach dem Bau an die Stiftung Frauenkirche übergeben würde. Abgesehen davon ist einem älteren - aber recht informativen - SZ-Artikel zu entnehmen, dass die CG-Gruppe zwei Häuser an einen privaten Investor veräußern werde, dem einst auf dem Gelände Flächen versprochen wurden (wahrscheinlich Zeibig), und der nun den Innenausbau in Eigenregier übernehmen wird.

    https://www.saechsische.de/schmale-haeuse…kt-3282830.html

    Dekoratives Anführungszeichen
    Zitat von Arwed

    Ich kann ganz gut damit leben, dass die Keller erhalten aber nicht zugänglich sein werden.

    Hier wiederum kann ich mich an eine weitere Bürgerversammlung erinnern, auf der Herr Dietze lamentierte, welch Aufwand und vor allem Geld er in die Erhaltung und Nutzbarmachung von Bodendenkmälern investiert hätte (Frauentor, Schlosshotel), die nun kaum genutzt bzw. beachtet würden. In diesem Zusammenhang sprach er auch über das Quartier VII/1, wo er mit einem Rückzug seines Engagements bei weiteren Forderungen der Stadt in Bezug auf die Keller sprach. So gesehen muss man tatsächlich froh sein, dass sie versiegelt wurden.

    Tatsächlich hat sich am Behr'schen Haus bereits einiges getan. So wurde der Kellerboden abgesenkt und mit einer neuen Betonplatte versehen. Der zusätzliche Anbau steht im Erdgeschoss und es wurde alles für den Guss der Decke zwischen Erd- und erstem Obergeschoss vorbereitet. Wenn es so weiter geht, dürften die Rohbauarbeiten im zeitigen Frühjahr abgeschlossen sein.

    Hier noch einmal der Link zu den Planungen:

    https://tssb.de/portfolio/behrschevilla/

    Neubau Verwaltungszentrum am Ferdinandplatz

    So ich richtig liege, fließt die Entscheidung des Stadtrates für die Herabsetzung der Turmhöhe in den in Aufstellung befindlichen Bebauungsplan ein, auf dessen Grundlage ein weiterer Wettbewerb für die architektonische Gestaltung des Neubaus erfolgen wird. Wann es soweit ist, entzieht sich jedoch meiner Kenntnis.

    Dabei tu ich mit einem Diesel schon was ich kann, um Steine schwarz und Dächer grün zu bekommen.:lach:

    Aber mal im Ernst: die historischen Steine werden gewiss nicht "aufgehellt", da die natürliche Patina quasi eine eine natürliche Schutzschicht für den Stein bildet; jedoch könnte man sie, ähnlich den Zwingerbalustraden, sandfarben lasieren. Wir man aber nicht...

    Es war in der Tat ein gewaltiges Versäumnis der Stadtverwaltung, bisher keine Studien zu den Auswirkungen des Turmes auf das Stadtbild angefertigt zu haben. Nun entschieden sich die Stadträte gleichsam aus dem Bauch heraus, dass der Turm unbedingt niedriger werden muss. Die Auswirkungen auf die Kubatur des Gebäudes dürften hier keine Rolle gespielt haben.

    Man vergleiche einmal die nun festgelegte Höhe von 43 Metern mit anderen innerstädtischen Hochhäusern und ihren jeweiligen Auswirkunen auf das Stadtbild: das prominent am Pirnaischen Platz stehende Apartmenthaus misst ganze 48 Meter. Die anderen nach einem Entwurf von Joseph Kaiser errichteten innerstädtischen Hochhäuser (Grunaer Straße, Wiener Platz) hingegen haben eine Höhe von 57 Metern und kommen damit der ursprünglich geplanten Höhe des Verwaltungszentrums recht nahe.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Wenn wir wieder anfangen, solche "Plätze" fassen zu wollen, völlig die Altstadtsilhouette missachtend, können wir auch gleich die alten DDR Pläne rausholen (Hoffentlich kriegt das der Herr Wirtz nicht mit, sonst wird er noch zum Hochhausfan.)

    Du bist wohl noch ideologisch im Kalten Krieg verfangen. Anders kann ich diesen deinen Kommentar zumindest kaum nachvollziehen.

    Ist ja toll, dass du heute bereits einschätzen kannst, dass der Platz am Ende desolat sein wird. Ich wage deine These in Zweifel zu ziehen und denke, dass der eigentliche Platz - gemessen an anderen gerade in Deutschland entstehenden Platzräumen - nicht sonderlich schlecht und vergleichsweise positiv abschneiden dürfte.

    Es ist schon leicht lächerlich, wie einige diese Mauerreste hochjazzen, als handele es sich um Überreste des antiken Pompeji. Wie bitteschön hätte denn eine sinnvolle Integration dieser mannshohen Barrieren in einen Grünzug aussehen können? Meiner Ansicht nach verliert man durch ihre Beseitigung nichts - ganz im Gegenteil.

    Lustig auch, dass man 28 Jahre nach der Entscheidung des Stadtrates für den Schürmann-Plan die Lage des Ringes infrage stellt. Damals hat man sich bewusste für diesen Plan und damit auch die vor dem Krieg nicht gegebene Durchbindung des Ringes um die Altstadt entschieden. Alles andere wäre auch fatal gewesen.
    Dass man damals nicht die Plattenbauzeile opfern wollte, erscheint vor dem Hintergrund der zu dieser Zeit noch vorhandenen Wohnungsnot verständlich. Ob man sie heute beseitigen sollte, ist hingegen eine andere Frage. Aus städtebaulicher Sicht wäre es natürlich zu begrüßen; ökonomisch und ökologisch hingegen fatal. Ob dann jedoch etwas besseres käme, kann man in Anbetracht der "Residenz" auch infrage stellen.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Lustigerweise wird Linken-Stadtrat Tilo Wirtz von bunten Blättchen Tag24 mit dem Satz zitiert:"Hier darf nicht nach Art barocker Fürsten neu gebaut werden." Verkehrte Welt, wenn man bedenkt, dass seine Parteiahnen die Stadt ja einst mit Hochhäusern verunstaltet und beinahe noch einen Turm stalinscher Prägung in die Silhouette gerammt hätten.

    Ist es einem Architekturforum wie diesem angemessen, dass Herr Wirtz, der zwar linke Politik in der Linkspartei macht, in Geiselhaft für die Fehler/Verbrechen der SED in den 50er Jahre genommen wird? Das kann man vielleicht im APH machen, bringt die Diskussion aber in keinster Weise voran, denn immerhin will Herr Wirtz ja nichts anderes sagen, als dass sich der demokratisch gewählte Stadtrat über eine Vorgabe der Verwaltung hinweg gesetzt und für einen niedrigeren Turm votiert hat.

    Ob das richtig war, darüber lässt sich allerdings streiten. Auch ich hätte in Anbetracht der städtebaulichen Situation am Georgsplatz einen höheren Turm präferiert. Jedoch ging es hier nicht um den Platz, sondern vielmehr um die Auswirkungen auf die Stadtsilhouette - ein in Dresden äußerst sensibles Thema! Ob man das provinziell nennen mag, sei dahingestellt. Ich sehe es vielmehr als äußerst konservative Haltung, die der Bewohnerschaft dieser Stadt durchaus entspricht.