Beiträge von archo

    Die Sache mit den Herren wird ja nicht weniger skurril, der Standort macht heuer kaum Sinn, ich gehe mal davon aus daß sie in der DDR nicht im Touristengarten standen, ergo eigentlich Fremdkörper hier sind und den Touri-Garten samt dessen geplanter Sanierung somit konterkarieren. Naja, wer weiß.


    Oh doch, die Skulpturen wurden bereits in der DDR in den Touristengärten aufgestellt und sollten wahrscheinlich Internationalität und Traditionsbewusstsein gleichermaßen ausdrücken.


    Siehe hier:


    https://www.europeana.eu/en/it…J6UEX3IH27H322A4N2MGKX3MJ


    https://www.dnn.de/Dresden/Lok…met-sich-der-Gartenkultur


    Insofern gehe ich davon aus, dass die Aufstellung der Skulpturen ein allererster Schritt hin zur Wiederherstellung des letzten verbliebenen Touristengartens sein wird. Wahrscheinlich sind für die Anfertigung der Kopien Födermittel geflossen oder die Gelder kamen aus einem speziellen Fond. Es bleibt tatsächlich noch so einiges zu klären.

    Da dürfte so schnell nichts passieren. Aktuell wurde nämlich die Tragfähigkeit der Tiefgarage unter dem Wiener Platz untersucht, da man darauf Kräne für die Erneuerung des Bahnhofsdaches zu stellen gedenkt. Wenn diese in etwa fünf Jahren erfolgt sein wird, kann man entsprechend über eine Fertigstellung des Vorplatzes nachdenken.

    Diese Planungen sind wahrscheinlich seit knapp zehn Jahren im Stadtmodell enthalten. Man darf gespannt sein, ob sich hier in absehbarer Zeit etwas entwickelt. Als Wohnlage dürften insbesondere die Flächen an der Reitbahnstraße nicht schlecht sein.

    Mal ganz ohne Ironie: in der Mangelwirtschaft der DDR hat man es geschafft, eine Vielzahl künstlerisch wertvoller Brunnenanlagen zu schaffen, die noch heute die Stadt zieren. Was hingegen ist seit 1990 passiert? Abgesehen von natürlich notwendigen Sanierungen und einiger Rekonstruktionen eigentlich nichts. Was ein Armutszeugnis für eine Kunst-/Touristen-/Einkaufs-/Landeshauptstadt.

    WID-Neubau Käthe-Kollwitz-Ufer


    Das städtische Wohnungsbauunternehmen WID baut nun nicht nur in der Bundschuhstraße, sondern auch direkt am Käthe-Kollwitz-Ufer anschließend an den Neubau der Flüwo. Ab Ende 2022 entstehen 130 Wohnungen in einem L-förmigen Komplex. Für die Planungen zeichnet das Büro von Stefan Forster aus Frankfurt verantwortlich.


    https://www.sfa.de/aktuell


    Hier finden sich weiter Informationen auf der WID-Seite:


    https://www.wid-dresden.de/inf…kaethe-kollwitz-ufer.html


    Was soll ich sagen, das scheint richtig gut zu werden. Der Gebäudekomplex verfügt über einen ausgeprägten Sockel, eine gute Fassadengliederung und die Aufnahme der Dreieckserker, die am Kollwitz-Ufer durchaus prominent vertreten sind, ist eine ausgesprochen gute Idee. Der Straßenzug verspricht wieder richtig gut zu werden.

    Mit Sicherheit stellt es eine städtebauliche Aufwertung dar, wenn statt des freien Blicks in einen öden Innenhof eine straßenbegleitende Bebauung entsteht. Das ist doch keine Frage. Über die Architektur wird man sich sicher streiten können. Ich persönlich mag viele Projekte der Zander Architekten. Hier fallen mir spontan die Haydnstraße, die Bautzner Landstraße auf dem Weißen Hirsch oder das Eckhaus in der Hecht-/Erlenstraße ein, die sich jeweils gut in den Bestand einfügen und dennoch eine eigenständige Architektursprache zeigen. Geschmacksfrage...

    Städtebaulich ist das wirklich eine katastrophale Ecke, weshalb man sich über die schleppende Entwicklung am Hotel Stadt Leipzig auch nicht zu wundern braucht. Das kleine "Barockviertel" versteckt sich noch immer hinter unsanierten Plattenbauten, deren Abstandsgrün kaum ungepflegter sein könnte. Hier prallen zwei Welten aufeinander. Leider hat es die Stadt in den letzten 30 Jahren nicht bewerkstelligen können, zumindest für einen Durchbruch der Rähnitzgasse zum Neustädter Markt zu sorgen. Zwar wird die anstehende Sanierung der Plattenbauten einiges abmildern, aber leider substantiell kaum zu einer Verbesserung führen.

    Als ich heute am Postplatz vorbei kam, musste ich auch spontan an die hier bis vor wenigen Jahren vorherrschenden Brachen und Baracken denken. Die Bebauung des Platzes begann ja 2006, also vor ziemlich genau 15 Jahren und findet nunmehr langsam zu einem gewissen Abschluss. Ob die entstandenen Stadträume am Ende zu befriedigen wissen, weiß ich vor allem beim eigentlichen Postplatz nicht wirklich zu sagen.


    Insgesamt kann man jedoch feststellen, dass die letzten 15 Jahre mehr zur Entwicklung der Dresdner Innenstadt beigetragen haben, als die ersten 15 Nachwendejahre. Bis 2005 waren im Zentrum nur einige wenige Blöcke an der Seestraße, am Nordende der Prager Straße, ein paar Kisten am Wiener Platz und die Altmarktgalerie entstanden. Das war's in gewisser Weise. Um das Jahr 2000, als Dresden demografisch an einem Tiefpunkt angekommen war, herrschte eigentlich komplette Bauflaute und die Nachfrage nach neuen Räumen tendierte gegen Null. Damals war es kaum zu glauben, dass die unendlichen Weiten der Innenstadt in absehbarer Zeit gefüllt würden.

    Und was ist seitdem geschehen? Dresden ist um rund 80.000 Einwohner gewachsen, die Wirtschaft hat sich gut entwickelt und auch als touristisches Ziel hat die Stadt stark gewonnen. Städtebaulich ist nunmehr wieder eine Innenstadt entstanden, die diese Bezeichnung auch verdient. Der Neumarkt wurde fast vollständig bebaut, die Südseite des Altmarktes geschlossen und Post- und Wiener Platz in großen Teilen komplettiert. In den nächsten Jahren werden noch der Ferdinandplatz und Teile des Neustädter Marktes hinzu kommen. Das ist eine Entwicklung, die man sich immer mal wieder vergegenwärtigen sollte, gerade wenn man über die Qualität eines bestimmten Objektes meckert.


    Preview: Gorbitz-Hochhäuser: erste Sanierung fertig, zuletzt #571 und ff

    hier gabs ja Diskussion in der Gestaltungskommission (Herbst 2019), aber ein Verzicht auf Dämmung und Erhalt der tollen DDR-Fliesenfassaden war dann doch nicht darstellbar. Sollte man mal demnächst genauer anschauen, was draus wurde. Offenbar hat man aber auf die plastischen Spielereien an den Balkonen verzichtet. Also wohl doch ein gangbarer Kompromiss: das Eine nicht erhalten, um das Andere erst gar nicht zu bekommen.

    Bild: https://abload.de/img/p1360816cnjdk.jpg

    alle fotos ich


    Meiner Ansicht nach handelt es sich um ein typisches Vonovia-Vorhaben. Die Sanierung wirkt uninspiriert und scheinbar auf minimale Kosten hin kalkuliert. Allein hier wäre durch kräftigere Farben bzw. eine stärkere vertikale Gliederung der nicht sonderlich schönen Baumasse mehr drin gewesen. Wenigstens stehen die Hochhäuser in der Peripherie, wobei sie immerhin ein Wahrzeichen des Stadtteils Gorbitz darstellen, wo ich aufgewachsen bin.


    Auch wenn es erfreulich ist, dass der Bau nach Jahrzehnten der Vernachlässigung endlich saniert wurde, lässt die Umsetzung doch erhebliche Zweifel aufkommen. Leider wurde der neusachlich-expressionistische Bau aus den 20er Jahren gedämmt, was sich negativ auf die ehedem guten Proportionen des Gebäudes auswirkt. Ob diese Sanierung sehr nachhaltig sein wird, wage ich einmal zu bezweifeln. Und überhaupt die Farbe! Hier wäre ein Sandton das Mittel der Wahl gewesen.

    Während der Bauarbeiten hat der charmante Hutmodenladen aufgegeben. Die Inhaberin sprach u.a. von erheblichen Problemen mit dem Vermieter, der Vonovia. Damit ist der inhabergeführte Einzelhandel wieder ein Stück weit ärmer geworden. Machen wir uns nichts vor, in der Äußeren Neustadt existieren noch Geschäfte, die mit Herzblut, Sachverstand und Initiative geführt werden und die aktuell besonders unter der Pandemie leiden. Es steht zu befürchten, dass viele aufgeben werden. Die Läden in der Altstadt und der Prager Straße stellen dazu keine Alternive dar, da sie reine Filialisten und eigentlich komplett austauschbar sind.

    Nein, das löst tatsächlich keine Euphorie aus, bewegt sich aber auf einem Niveau mit dem ca. 20 Jahre früher entstandenem Bürohaus Wiener Platz 6. Wir müssen leider damit leben, dass die Anfang der 90er Jahre enstandenen hehren Blütenträume eines repräsentativen Stadteingangs am Wiener Platz nicht gereift sind. Statt guter Architektur, sind hier meist nur unambitionierte Baumassen abgeworfen worden, die den öffentlichen Räumen heute ihren dunklen Stempel aufdrücken. Das kleine Bahnhofsviertel ist leider ein Unort, dem man die einstmals vorhandenen Ambitionen an kaum einer Stelle ansieht.

    Unklar auch für mich, warum das kein Fall für die Gestaltungskommission war (mir zumindest nicht bekannt).


    Die Planungen für das Quartier stammen aus dem Jahr 2015. Die Gestaltungskommission hat sich hingegen erst im Jahr 2016 konstituiert. Ich wage einmal zu behaupten, dass das Quartier heute in dieser Form nicht mehr entstehen könnte.

    Ich habe sehr viel Verständnis für Denkmalpflege. In der Friedrichstadt ist leider sehr viel falsch gelaufen; ich vermute, dass es in keinem anderen Dresdner Stadtteil nach der Wende so viele "Abgänge" denkmalgeschützter Substanz gegeben hat wie hier.


    Das kann man so sagen; allein verwunderlich erscheint es nicht. Bis vor zehn Jahren war die Friedrichstadt ein heruntergekommenes Quartier mit viel schmutzigem Gewerbe, einer "speziellen Bevölkerungsstruktur" und entsprechend unterdurchschnittlichen Mieten. Investitionen fanden kaum statt.

    Demnach ist es nicht verwunderlich, dass die überaus maroden und schwer nutzbaren barocken Vorstadthäuser in der Friedrichstadt über viele Jahre verfallen sind und eine Rettung nicht mehr möglich war. Ohne privaten Investor keine Sanierung. Hier kann man höchstens der Stadt zum Vorwurf machen, dass sie sich nicht ausreichend um die Notsicherung gekümmert hat. Dennoch hätte es immer noch einen privaten Investor gebraucht, der mit viel Herzbluc an die Sache geht. Einen solchen zu finden ist aber eben nicht so einfach, wie wir z.B. bei der ungleich günstiger gelegenen Behr'schen Villa im Regierungsviertel gesehen haben, deren Räume heute für 15,00 €/qm vermietet werden. Diese Preise soll man mal in der Friedrichstraße aufrufen.

    An die Kubatur des Motel One werde ich mich allerdings nie gewöhnen können. Dieser komische Riegel, der in den Raum reinragt, ist für mich irgendwie zu geometrisch-verkopft.


    Der Riegel ist ein wichtiger Bestandteil des sogenannten Schürmann-Plans, auf dessen Grundlage die Bebauung des Postplatzes seit 2006 in großen Teilen erfolgt ist. Leider hat man einige Bestandteile, wie etwa die Durchbindung des Altstadtringes von der Marienstraße über den Platz zur Ostraallee oder etwa das ehedem geplante Wasserband nicht realisiert.


    Informationen zu diesem Plan kann man hier einsehen:


    http://www.j-schuermannarchitekten.de/index.php?id=40

    Man kann über die Arbeiten des Büros von Knerer&Lang sagen was man will, aber ihre Bauten zählen zu dem besten, was bisher am Postplatz entstanden ist/entsteht. Sowohl die Annenhöfe, als auch das Hotel "MotelOne" direkt am Platz verfügen über eine schön differenzierte und zeitlos anmutende Fassadengestaltung. Man merkt zwar, dass auch hier der Rotstift obwaltet hat, aber insgesamt wirken die Bauten sehr anprechend.


    Hier kann man sich weitere Bilder zu den Annenhöfen ansehen:


    https://www.knererlang.de/de/0…-Projekte/2021-025#switch

    Ich habe mir just gestern das Quartier angesehen und möchte meine Eindrücke beitragen.

    Aus architektonischer Sicht empfinde ich das Gebäudeensemble weder als störend, noch als komplett misslungen. Es ist einfach belanglos und damit Füllmasse, die zu einer Stadt gehört. Keine Großstadt besteht ausschließlich aus architektonischen Höhepunkten und insofern geht das - auch an dieser Stelle - in Ordnung.

    Aus städtebaulicher Sicht empfinde ich die Ballung von immerhin 213 Wohnungen in diesem kleinen Quartier als eher problematisch. Die Wohnungen ballen sich auf acht Etagen vom Erdgeschoss bis unters Dach. Den Lichtverhältnissen in den unteren - günstigen - Geschossen dürfte das kaum zuträglich sein. Außerdem sehe ich es als fraglich an, ob ein solch riesiger Komplex sich in dieser Preislage füllen wird. Aktuell wohnen die wenigen Mieter in einem Geisterhaus. Das ist beklemmend, was nicht zuletzt auf den engen Innenhof zutrifft, auf den hunderte enge Balkone ohne Ausblick gehen. Wer will so wohnen - und das bei sicher nicht geringen Mieten?

    Hier hätte sich doch eine starke Funktionsmischung, die sich auch in der Architektur abzeichnet, unbedingt angeboten. Im Erdgeschoss Gastronomie oder Geschäfte, darüber Büros und in den obersten drei bis vier Etagen Wohnraum. Das wäre in meinen Augen wesentlich nachhaltiger gewesen. Allein die Revitalis wird es kaum interessieren, da die Wohnungen bereits an institutionelle Investoren verscherbelt wurden, die damit zwar kein Geld verdienen, aber immerhin einen Wert in den Büchern stehen haben.

    Insofern wurde hier eine Chance vertan, die Dresdner Innenstadt weiter aufzuwerten, indem man sie als lebendigen Stadtorganismus mit einer starken Funktionsmischung weiter entwickelt.