Beiträge von Orakel

    Dekoratives Anführungszeichen

    Wobei meinem Empfinden nach die "verspielte" Dachstruktur sich als optisch nicht stark genug zeigt ...

    Interessant, da ist bei genauerer Betrachtung tatsächlich was dran. Vielleicht hätte der Entwurf nach einer Überarbeitung ja eine noch idealere Wirkung entfaltet. In meinen Augen dennoch schade drum. Aber Hauptsache die Frankfurter User sind mit der Wahl zufrieden.

    Nächstes mal wenn ich in Frankfurt bin, werde ich mir den Umbau anschauen. Bis dahin dürfte das vermutlich fertig sein.

    Ich kann schon verstehen wenn man den Entwurf der ABG Gruppe bevorzugt. Meiner Meinung nach wird das historische Bankgebäude durch diesen Dachabschluss allerdings optisch zu sehr der Hochhausgruppe Four unterworfen und damit zu einem niedlichen Anhängsel gemacht. Ist ja nicht so, dass die Innenstadt noch mit so vielen Altbauten wuchern könnte. Auch muss man bedenken, dass dieser Dachabschluss in Natura nicht so schön von innen heraus leuchten wird wie in der Visu dargestellt, sondern vermutlich eher Ton in Ton mit dem Four daher kommen wird.

    Der Tektonik-Entwurf hingegen setzt auf eine eigenständige Farbgebung, die die enorme optische Ausdehnung in Grau und Anthrazit des Four zum Roßmarkt hin begrenzt und zum Platz eine kleinteilige Wirkung bewahrt. Was einem besser gefällt ist vermutlich eine Glaubensfrage.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Der bisher beste Entwurf, finde ich.

    Sehe ich auch so. Wenn ich als Nicht-Frankfurter, der sich die Situation vor Ort aber erst kürzlich angeschaut hat, etwas zur Diskussion beitragen darf:

    Mir setzt der Siegerentwurf viel zu sehr auf Understatement, um bloß nichts verkehrt zu machen. Dabei halte ich das hier für die völlig falsche Herangehensweise. Ich vermute stark, dass man dieser Gestaltung ziemlich schnell überdrüssig wird.

    Ganz anders dieser Entwurf. Wenn man schon keine an den Originalzustand angelehnte Gestaltung wählt, dann muss es zumindest eine mit einer vertikalen Ausrichtung sein, die zu der Hochhausgruppe im Hintergrund einen optischen Kontrast bietet. Ich halte in diesem Fall allein das für eine langfristig befriedigende Lösung. Dazu dann noch diese mutige spacige Optik. Ich bin mir ziemlich sicher, dass man in beinahe jedem anderen Land diesen Entwurf ausgewählt hätte. Nur in Deutschland fehlt dazu mal wieder der Mut.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Wenn du sagst, man dürfe nicht kritisieren, weil der Bau noch nicht realisiert ist oder weil es „zu scharf“ formuliert ist, dann klingt das eher nach Einschränkung der Debatte als nach offener Diskussion.

    Mir geht es eher um das Überstülpen einer neuen Haut über einen bestehenden Entwurf. Du könntest auch reine Phantasiebauten generieren um deinen Standpunkt zu vertreten.

    Dazu kommt, dass Stefan Forster zu einer Sorte von Architekten gehört, die - bei aller Wiederholung - durchaus Dinge besser macht. Ich bin alles andere als überzeugt davon, dass eine historisierende Überarbeitung seines Entwurfs vorteilhaft wäre. Viel lieber würde ich mich auf seinen Bau einlassen und die Farbigkeit seines Entwurfs vor Ort auf mich wirken lassen. Vielleicht würde mir das gefallen, vielleicht aber auch nicht.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Kein einziger der hier gezeigten KI-Entwürfe wäre irgendwann in der Vergangenheit so gebaut worden, nicht im Jugenstil, Gründerzeit, Barock, etc.

    Das ist sicherlich richtig, ist aber ausschließlich modernen Zwängen geschuldet, wie z. B. geringeren Geschosshöhen aus energetischen Gründen und generischem Bauen um die Kosten zu senken.

    So wird bei Retrobauten z. B. immer auf ein Mezzaningeschoss verzichtet. Dadurch wirkt die Sockelzone bei vielen Entwürfen entweder zu gedrungen oder so, als hätte man sich die Hose bis zur Brust hochgezogen. Von der fehlenden Hochparterre gar nicht zu reden. Und dieses dilettantische architektonische Unvermögen scheint viele gar nicht zu stören, Hauptsache es gibt ein paar Säulen. Da darf man sich dann schon die Frage stellen, wie weit es denn mit der Geschmackssicherheit dieser Mitmenschen her ist.

    In Berlin gibt es sogar einen Retrobau wo man mit seinem Auto direkt durch das Hauptportal in die Tiefgarage fährt - Schinkel hätte nicht schlecht gestaunt. Hochwertige historisierende Bauten können für eine Stadt sicher bereichernd sein, sind in der Realität aber leider eher die Ausnahme. Im Notfall schaue ich dann halt doch lieber auf eine gesichtslose (aber nicht unbedingt störende) Kiste, als auf einen Bau, bei dem schon die grundlegendsten Prinzipien des Bauens nicht verstanden wurden. Sowas ist wirklich grausam.

    Das sicher 90 % aller Nachkriegsbauten hässlich sind liegt hauptsächlich an der Not in den direkten Nachkriegsjahren und dem ständigen Zwang zur Kostenminimierung. Aber es gibt sie ja durchaus, die gelungenen Neubauten - man muss nur mal richtig hinschauen.

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    KI zeigt uns heute schon gnadenlos, wie schwach viele aktuelle Entwürfe sind, einfach durch den direkten Vergleich mit generierten Alternativen.

    Genauer gesagt zeigt sie erst einmal dir, wie schwach viele aktuelle Entwürfe sind. Ich fühle mich hier nicht vorbehaltlos angesprochen, also kann von UNS schon mal keine Rede sein.

    Was mich besonders stört ist, dass du einfach einen Entwurf von Stefan Forster genommen hast, der bisher noch nicht einmal realisiert wurde. Man hat also nicht die Möglichkeit den Bau in Natura zu begutachten.

    Dem gegenüber stellst du KI-generierte Entwürfe mit denen du zeigen willst, dass du was besseres mit lediglich ein paar Klicks aus dem Hut zaubern kannst.

    Dabei bleiben die Qualitäten die Bauten von Stefan Forster häufig haben völlig auf der Strecke. Auch unterschlagen die KI-Bilder, dass Bauprojekte meist diversen alltäglichen Zwängen unterliegen, nicht zuletzt dem lieben Geld. Dinge die Herrn Forster garantiert bewusst sind, dir aber offenbar nicht.

    Auf jeden Fall zeigt uns KI schon heute gnadenlos was sie in den Händen von Menschen anrichten kann, die nicht hinreichend differenzieren können.

    Dekoratives Anführungszeichen

    ... dann visualisiert die KI lediglich meine Vorstellungen.

    Hast du den Eindruck, dass das die bevorzugte Anwendungsart von KI in unserer Gesellschaft ist? Oder geht es nicht meistens eher darum möglichst einfach möglichst viel Cortent im eigenen Sinne zu schaffen?

    Ich bin immer wieder erstaunt mit wie wenig Qualität viele Menschen häufig zufrieden sind, wenn ein Gebäude nur möglichst klassisch und zum Wohlfühlen daher kommt und wie wenig Bereitschaft manchmal besteht Qualität in manchen Gegenwartsbauten zu erkennen. Sicher hat die Moderne Fehler gemacht, aber eine reine Heilssuche in der Vergangenheit lässt mich schaudern. Etwas weniger Eifer und Inbrunst in der Diskussion täte mir gefallen. Die Welt ist nicht nur schwarz-weiß.

    Das ist wirklich ein ganz seltsames Plädoyer für klassische Architektur. Ich jedenfalls möchte nicht aus dem Fenster auf einen KI-generierten klassischen Block schauen, der aussieht wie aus dem Legoland. Dann ist die Architektur wirklich am Ende.

    Man kann Herrn Forster ja kritisieren, aber viele seiner Entwürfe haben durchaus Qualität. Und auch wenn die ewig gleichen Anleihen an die 1920er Jahre nicht zu übersehen sind, so haben seine Bauten, z. B. durch die Farbgebung, auch immer eine moderne Note. Kaum eines seiner Gebäude hätte man damals genau so gebaut.

    Das was Architektur doch vielfach ausmacht sind Konventionen und finanzielle Zwänge, denen auch Forster unterliegt. In späteren Zeiten wird man sich Forsters Bauten anschauen und sagen: "Schau mal, damals haben sie das so gemacht. Ein ganz typischer Bau für die 20er Jahre des 21sten Jahrhunderts." So entstehen die verschieden Schichten und die Historie einer Stadt.

    KI-generierte Entwürfe hingegen haben weder Seele noch schaffen sie Identität. Und sie sind kaum dafür geeignet zu zeigen wie es besser ginge. Alle historischen Stilelemente in eine Topf werfen, mal ordentlich umrühren und schon ist der KI-generierte Wohlfühl-Retortenbau fertig. Das ist genau wie beim Internet, das immer mehr von KI-generiertem Sondermüll überschwemmt wird. Sinnloser Content für die Tonne.

    Ich habe ja nichts gegen historisierende Architektur. Altbauten mögen wohl beinahe alle. Aber dann bitte mit Qualität. Du magst das ja alles ganz toll finden, aber mich schüttelt es.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Während des sogenannten Wiederaufbaus ist daher sogar noch mehr historische Bausubstanz platt gemacht worden als durch den britischen Bombenterror.

    Zumindest auf Hannover trifft das nicht zu, obwohl Hannover heute als Inbegriff der autogerechten Stadt gilt. Davon zeugen der Cityring und die verunstaltete Innenstadt, die im Krieg aber eh beinahe vollständig zerstört wurde.

    In den Wohnstadtteilen kam es im Zuge des Wiederaufbaus zu keinen nennenswerten Abrissen. Beschädigte Gebäude wurden wo möglich instand gesetzt, Kriegslücken meistens mit angepassten Putzbauten gefüllt. Dadurch fällt Hannover heute durch eine recht krasse Zweiteilung Wohnstadtteile/Innenstadt auf. Die Wohnstadtteile sind bis zum heutigen Tage über weite Strecken mehr oder weniger intakt.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll.

    Schon mal was von Zytanien gehört? Das war ursprünglich mal eine Hausbesetzer- und Aussteigerkolonie bei Lehrte in der Nähe von Hannover. Dann kam das Zytanien-Festival. In dessen Anfangsjahren wurde für ein paar Euro richtig Party gemacht. Dann kam jemand auf die Idee das mal vernünftig zu organisieren. Heute kann man Tickets für viel Geld auf der Zytanien-Website vorbestellen und im Winter gibt es auf dem Areal einen Weihnachtsmarkt mit Bratwurst und Stockbrot, auf dem Hausfrauen ihr Selbstgemachtes präsentieren.

    Man darf sich aber schon fragen, ob über 100 Millionen für einem Kulturbau vertretbar sind, wenn gleichzeitig Schulen, Bäder, Verkehrsinfrastruktur und was noch alles sanierungsbedürftig sind und es massenhaft an Wohnraum mangelt.

    Ich finde den Gedanken an ein "Haus der Musik" schon charmant, aber vielleicht sollte man da auch etwas die Verhältnismäßigkeit wahren.

    Immerhin hat die Stadt das Gebäude schont erworben und damit Zugriffsrecht. Das ist wahrlich nicht bei jeder Kaufhausruine im Land gegeben. Geeignet wäre der Klotz ja vielleicht auch für Wohnungen. Dann könnten auch die bisherigen Dimensionen gewahrt bleiben und man hätte nicht diesen unverhältnismäßigen Auswuchs nach oben. Ich finde den bestehenden Siegerentwurf durchaus nicht uninteressant, aber eine Garantie gibt es nicht, dass sich dieser Klotz mitten in der Altstadt vertretbar ausnehmen würde. Ich weiß, dass der Stillstand im Bausektor wenig erfreulich ist, aber manchmal will gut Ding Weile haben.

    Dekoratives Anführungszeichen

    In der Zeichnung geht das Schindelraster teilweise über die Fensterdarstellung.

    Ich vermute mal, dass du dich auf die Darstellungen auf der ADEPT-Website beziehst. in diesen Bereichen sind offenbar keine "Lappen" vorgesehen, sondern eine rein plane Schindelfassade mit Fenstern. Das legen die genannten Zeichnungen jedenfalls nahe. Hier würde ich mir eine Unterbrechung der Schindelfassade wünschen, z. B. eine Fassade aus Glas. Das würde das monolithische Erscheinungsbild enorm entschärfen. Allerdings erscheint es mir unwahrscheinlich, dass der Entwurf derart umfangreich überarbeitet werden würde.

    ich möchte noch anmerken, dass vermutlich alle Wettbewerbsteilnehmer eine vergleichbare Baumasse wie der Siegerentwurf auftürmen, und dass man das auf den bisher bekannten entsprechenden Visus teilweise einfach nur nicht sieht. Was anderes wird der Raumbedarf auch kaum zulassen.

    Seit dem Bau der Elbphilharmonie wünscht sich jede zweite Stadt ein Konzerthaus mit Pfiff, welches möglichst noch die bisherige Nutzung des Areals erkennen lässt. In Hamburg wurde das Wahrzeichen in/auf einem alten Speicher errichtet, in Braunschweig erinnern halt Schindeln an die ehemalige Nutzung. Mir gefällt das. Und der Bau stößt auch nicht so direkt auf den Altstadtmarkt, dass er dessen Erscheinungsbild nachhaltig negativ beeinflussen könnte. Ich hoffe sehr, dass das Konzept auf geht und man später, aufgrund der enormen Baumasse, nicht doch negativ überrascht wird.

    Da gab es in der Vergangenheit schon deutlich schlechtere Entwürfe für derartige Bauten. Spontan fällt mir da das schaurige Konzerthaus von Cukrowicz Nachbaur Architekten für München ein.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Gerne darf das Wettbewerbsergebnis hier ausführlicher vorgestellt werden, nicht nur mittels externem Link.

    Ich hatte leider nur mein Smartphone zur Hand. Eine ausführliche Vorstellung der Wettbewerbsergebnisse können gerne ortsverbundene User aus Braunschweig übernehmen. In den Schaufenstern der Karstadt-Ruine sollen in Kürze alle Wettbewerbs-Beiträge vorgestellt werden.

    Insgesamt bin ich von dem Entwurf doch ganz angetan. Gerade wenn man den Bestand von Gottfried Böhm kennt, kommt man kaum umhin, dem Entwurf einen gewissen Charme abzugewinnen. Einzig die Höhe der Planung bereitet mir etwas Kopfschmerzen.

    Schön, dass es Braunschweig offenbar gelingt einen seiner Kaufhausbunker loszuwerden. Interessant auch der Preis von 15 Millionen den die Stadt für den Bau bezahlt hat. Hannover hat nämlich auch versucht, ein Karstadt-Gebäude von Herrn Knapp zu erwerben (Karstadt Georgstraße). Aber die Preisvorstellung von 75 Millionen von Herrn Knapp war dann doch etwas zu hoch für die Baugesellschaft hanova. Mit seiner Heimatstadt war er offenbar nachsichtiger ...

    Dekoratives Anführungszeichen

    Die Bautätigkeit ist in Braunschweig quasi zum Erliegen gekommen.

    Falls es dich tröstet: damit befindet sich Braunschweig im Norden in bester Gesellschaft. Hannover hat vor der Krise gebrummt - beinahe auf dem Nivea von Düsseldorf und Stuttgart. Dann wurde eine Vollbremsung hingelegt und quasi nur noch die Projekte weiter verfolgt, die nicht mehr zu stoppen waren. Deren Fertigstellung schreitet teilweise nur im Schneckentempo voran. Immerhin konnten Bauruinen bisher vermieden werden. Und in der Innenstadt wurden bereits Flächen für neue Projekte leergeräumt, deren Baustart sich immer weiter verzögert.

    Derzeit gibt es nur ein größeres Projekt bei dem keinerlei Verzögerungen zu erkennen sind und wo die Bauarbeiter herum wuseln, dass es eine Freude ist. Keine Ahnung, vielleicht kann der Bauherr ja zaubern.

    Und dann stehen demnächst, mit dem Karstadt-Sporthaus, ganze drei Kaufhausbunker leer. Tragfähige Konzepte? - Fehlanzeige.

    Bremen hingegen scheint die Talsohle beinahe durchschritten zu haben und Hamburg ist aufgrund der größeren Prosperität eh nicht in vergleichbaren Umfang betroffen. Mal sehen wie lange das alles noch so weiter geht ...

    Dekoratives Anführungszeichen

    Die Celle Strecke ist interessant, denn dann könnte zeitgleich auch eine direkte Verbindung zum Hannover Flughafen geschaffen werden.

    Eine umsteigefreie Anbindung von Braunschweig an den Tiefbahnhof vom Flughafen Langenhagen wäre sicher eine sehr sinnvolle Sache. Eine Anbindung auf direktem Weg, über Peine und Lehrte, dürfte aber nicht ohne weiteres möglich sein, da zwischen H-Hauptbahnhof und H-Leinhausen ein entsprechendes Überwerfungsbauwerk fehlt. Und ein solches zu bauen wäre, auf diesem extrem stark ausgelasteten Schienenabschnitt, sicher eine enorme logistische Herausforderung. So enden denn auch alle von Osten kommenden S-Bahnen im Hauptbahnhof.

    Grund für die fehlende Infrastruktur ist sicherlich auch die ewige (sinnlose) Rivalität zwischen den beiden Städten.

    Stattdessen gibt es von Langenhagen eine Anbindung nach Paderborn. Vermutlich um dem dortigen Regionalflughafen Paderborn-Lippstadt das Wasser abzugraben.