Vielen Dank für die Bilder, Elli.
Für mich ist die Zwickauer Straße eine der spannendsten Gegenden der Stadt, zeugt sie doch auf recht kleinem Raum von der Blüte und dem Niedergang der einstigen Industriestadt gleichermaßen. Dass die Straße eine Menge Potential bietet ist unbestritten. Bisher hatte es zur Hebung des Potentials leider kaum Fördermöglichkeiten gegeben, was die Sanierung bzw. Umnutzung von Gebäuden betrifft. Das hat sich im letzten Jahr allerdings auch geändert. Die Zwickauer Straße wurde in eines der Förderprogramme von Bund und Land überführt, womit nun Sanierungen bzw. Sicherungen von Gebäuden mit einem Baujahr vor 1949 möglich sind. Dem vorausgegangen war ein Rahmenplan für das gesamte Gebiet im Jahr 2022. Das wirklich großartige Konzept zum Rahmenplan von Yellow Z findest du hier. Inwieweit die einzelnen Maßnahmen aus dem Konzept vom Stadtrat beschlossen wurden, weiß ich leider nicht. Dazu konnte ich im Internet nichts finden...
Was einige der Gebäude an der Zwickauer Straße betrifft:
Das Straßenbahn-Depot wird als Interventionsfläche der Kulturhauptstadt als Teil des Garagen-Campus revitalisiert und aktuell recht niederschwellig saniert. Ziel ist die Entwicklung des Areals zu einem Kulturort bzw. Stadtteil-Zentrum, das auch nach 2025 den Chemnitzer:innen zur Verfügung steht. Seit März letzten Jahres laufen die Sanierungen.
Das von dir als "palais-artig" bezeichnete Gebäude in der Zwickauer Straße 219 war Teil des VEB Robotron. Vorher war es laut Denkmalkarte Sachsen ein Kontor-Gebäude - es steht ebenfalls unter Denkmalschutz. An das Gebäude schließt sich ein großer Festsaal an, der leider komplett in sich zusammengestürzt ist. Offenbar ist für das Gebäude innerhalb des neuen Fördergebietes eine Sicherung geplant, wie man hier (Stand 2022) nachlesen kann. Dem Gebäude wird dabei eine hohe Priorität eingeräumt, als Umsetzungszeitraum wird das Jahr 2024 angegeben. Da es sich bei dem verlinkten Dokument um eine Entwurfsfassung handelt, weiß ich leider nicht, inwieweit hier ein Beschluss existiert bzw. ob der Stadtrat der Sicherung überhaupt zugestimmt hat.
Die ehemalige Tüllfabrik (Sächsische Stickmaschinenfabrik Kappel) an der Lützowstraße/Zwickauer Straße wird aktuell durch eine Gruppe junger Menschen um den Basketballer Malte Ziegnagen saniert. Unter dem Namen "die Fabrik" soll hier ein Ort zum Arbeiten, für Kultur, Sport, Events und Gastronomie entstehen. Highlight ist der Basketballplatz am Dach des Gebäudes. Es finden im Gebäude schon heute regelmäßig Events und Diskussionen statt.