Beiträge von arnold

    An den letzten beiden Beiträgen sieht man ganz gut, in welchem Spannungsfeld sich die Verwaltung befindet: wird nicht investiert, wird gemeckert (von mir); wird investiert, wird ebenfalls gemeckert (Sonnenberg). Ich freue mich, dass hier etwas passiert. Ich erhoffe mir dadurch weitere Investitionen im privaten Bereich sowie eine generelle Aufwertung des Sonnenbergs.


    Grundsätzlich finde ich, in Anbetracht des grundhaften Ausbaus der Straße, der Erneuerung der Beleuchtung, der Sanierung der Gehwege, dem Tausch von Kanälen und der Erneuerung fast aller Hausanschlüssen hier 13 Monate nicht allzulang. Da kenne ich aus meiner beruflichen Praxis andere Straßenbau-Maßnahmen, die länger gedauert haben. Hier wurde seit mindestens 30 Jahren nicht invertiert. Dass sich da ein gewisser Sanierungsstau gebildet hat, sollte man nicht aus den Augen lassen.

    Sehe ich genauso: hochwertige Wohnungen bietet die GGG nicht. Und auch sonst ist die Stadt nicht gesegnet damit. Wer es sich leisten kann zieht in den Speckgürtel und gibt sein Geld dann dort aus. Und hier handelt es sich noch nicht um eine richtige Visualisierung, sondern eher um eine Vorstudie.

    ^ Das gleiche Thema wie oben: Mittlerweile sind die Gebäude dort im Bereich fast alle saniert, teilweise auch schon zum zweiten Mal - es gibt nur wenige leerstehende Gebäude - aber der öffentliche Raum ist großteils in einem erbärmlichen Zustand. Worauf wartet die Stadt hier? Es gibt die an sich schöne Anlage der Verkehrsberuhigten Zone die aber komplett vernachlässigt ist und aufgrund des schon sehr verschlissenen Betonpflasters keinen wirklich einladenden Eindruck macht. Warum nimmt man hier nicht die Gestaltung des nördlichen Sonnenbergs mit Kleinpflaster, Schweinebäuchen, Baumscheiben und neuen Leuchten auf - und warum fängt man nicht endlich mal an?

    Architektur ist immer eine Geschmacksfrage. Mir gefällt der Bau sehr gut, besser als jeder sanierte Plattenbauturm in der Stadt, die selbst in zentralen Lagen nach biederer Vorstadt aussehen und keine architektonische Qualität besitzen. Magdeburg beispielsweise saniert seine Platten deutlich hochwertiger. Die GGG ist dazu aber nach wie vor nicht in der Lage.


    Ein wenig erinnert der Turm mich an den Stream-Turm in Berlin (https://www.signa.at/de/real-estate/stream/). Wir sehen hier auch gerade eine erste, sehr grobe Visualisierung des Turmes. Sollte das Projekt konkreter werden, wird sicher auch die Visualisierung Details stärker preisgeben. Vorstellen könnte ich mir hier zusätzlich auch eine stark begrünte Fassade über in die Fassade integrierte Pflanz-Elemente (https://de.endorphin.ch/2020/garden-tower/).


    Der Rückbau des Plattenbauturms ist in die Abriss-Welle des Stadtumbau-Ost-Programmes gefallen, als es massiv Fördermittel zum Rückbau von leerstehenden Plattenbauten gegeben hat. Aus der damaligen Situation der deutlich höheren Leerstands-Zahlen (im Vergleich zu heute) - auch in Anbetracht des schlechten Image des Gebäudes als "Mordhochhaus" und "Gruselturm" - war der Rückbau sicher folgerichtig. Zurückgeblieben ist halt eine weitere Lücke im Stadtbild, die aus meiner Sicht dringend wieder gefüllt werden muss. Im Übrigen: Da an dieser Stelle mal ein 15-Geschosser stand, wird auch jeder andere Bauherr dort wieder so hoch bauen dürfen.

    Da ja nun auch durch den Stadtrat für die Zwickauer Straße ein Fördergebiet für Städtebau-Mittel beschlossen wurde, kann bei einer zukünftigen Sanierung sicher auf Fördermittel zurückgegriffen werden. Im Grunde können damit alle "unrentierlichen" Kosten gefördert werden, sofern natürlich der Baubeginn nicht vor Inkrafttreten des Fördergebietes liegt. Beim Wirk-Bau werden laut Expose nur grundhaft sanierte Flächen für 3,50 Euro angeboten. Mit einer ähnlichen Miete könnte bei der großen Fläche der Schleifmaschinenfabrik schon eine recht große Förderung herausspringen.


    Schon erstaunlich: Da tut sich Jahrzehnte nichts auf der gesamten Straße, man diskutiert ewig über die Aufnahme in ein Programm der Städtebauförderung, streitet öffentlich im Stadtrat darüber und kurz nach Beschluss zur Bewerbung für ein Programm durch den Stadtrat wird die erste große Baumaßnahme durch einen Investor bekannt. Stellt sich natürlich schon auch ein wenig die Frage: Inwieweit ist die Verwahrlosung der Zwickauer Straße politisches Versagen des Stadtrates?

    Was den Neubau an der Zschopauer Straße angeht: Auch hier ein WOW! von mir. Ich frage mich, was gerade mit dem Immobilienmarkt der Stadt abgeht, dass gleich mehrere Großprojekte in bisher eher unterentwickelten Gegenden auf den Markt drängen. Versuchen die Entwickler noch ihr Geld in Immobilien anzulegen, bevor die Inflation alles auffrisst und setzen dabei eher auf C-Lagen (Sonnenberg/ Zwickauer Straße) aufgrund noch günstiger Grundstückspreise?


    Das Projekt selbst jedenfalls gefällt mir auch sehr gut, gibt es doch der städtebaulich arg verhunzten Ecke wieder eine Fassung. Das Alten- und Pflegeheim auf der gegenüberliegenden Seite hat diesen Eindruck der perforierten Kreuzung meiner Meinung nach nur verschlechtert. Ein Hochpunkt könnte hier durchaus Sinn machen - aus städtebaulicher Sicht. Ich persönlich habe ja auch das alte Hochhaus an dieser Ecke als wenig störend empfunden - anders als beispielsweise das Hochhaus am Bernsbachplatz, was eine sinnvolle Weiterentwicklung des Platzes komplett verhindert. Auch die Architektur des Projektes sagt mir zu. Auch wenn man das aus anderen Städten vielleicht schon in ähnlicher Form kennt - die Chemnitzer Wohnbau-Projekte erreichen ein derartiges gestalterisches Maß bisher nur selten. Die großen Fenster im EG deuten zudem eine gewerbliche Erdgeschossnutzung an.


    Im Grunde sehe ich es hier wie lguenth1 - der Wohnturm schafft eine weitere und direkte Konkurrenz zur GGG. Ein Investor baut nur, wenn er sich selbst eine Rendite verspricht. Sieht er diese Rendite nicht, so baut er auch nicht. Die GGG ohne erkennbares Entwicklungsgkonzept im eigenen Bestand bzw. im Bereich Neubau wird hier in die Röhre schauen - spätestens dann wenn auch in Zukunft weitere Konkurrenz am Wohnungsmarkt hinzukommt. Dass, was viele hier im Forum schon lange prophezeien, nämlich dass das Geschäftsmodell der GGG überhaupt nicht die Trends am Wohnungsmarkt abbildet, wird kommen - mit oder ohne diesen Wohnturm. Und wenn die GGG es nicht schafft, hier selbst als Entwickler in zentralen Bereichen der Stadt tätig zu werden, so wird die städtische Tochter eine schwere Zukunft haben. Ich jedenfalls drücke dem Turm die Daumen und hoffe auf eine Umsetzung.


    Zum Neubau an der Andreasstraße: Für mich ein solides Projekt. Am Google-Luftbild (schon sehr alt; das Haus Steinbachhof an der ZPer Straße steht auf den Luftbildern noch nicht) sind Aktivitäten auf dem Grundstück zu sehen - was ist da zum Zeitpunkt der Aufnahme des Luftbildes passiert? Weiß das noch jemand? Gerade die Andreasstraße ist arg geschunden. Im Bereich zwischen ZPer Straße und der Ossietzky-Straße steht nur mehr ein Gebäude, dabei ist das eigentlich eine Top-Wohnlage. Von daher begrüße ich jeden Neubau an dieser Stelle, sofern er den Blockrand achtet und ergänzt.

    Oh wow! Das gefällt mir tatsächlich richtig gut. Wenn man bedenkt, dass der Sonnenberg - und im Besonderen der Lessingplatz - kein einfaches Pflaster für Immobilienentwickler ist, bin ich auch bereit Abstriche bezüglich der abknickenden Rathenaustraße in Richtung Platz zu machen, zumal diese ja auch historisch nie existiert hat. Auch hoffe ich, dass der Neubau hier - Achtung böses Wort - die Gentrifitierung am Sonnenberg etwas vorantreibt. Der Sonnenberg braucht auch wohlhabende Menschen, die hier ihr Geld im Viertel ausgeben.


    Ein Kritikpunkt wäre dennoch die reine Fokussierung auf Wohnnutzung - auch im EG. Ich kann mir gut vorstellen, dass bspw. die Eckwohnung mit dem bodengleichen Balkon schlecht vermietbar ist. Eine Gastronomie könnte hier auch den Platz beleben und positiv auf die gesamte Nachbarschaft ausstrahlen.

    Das kann durchaus sein. Aber wenn man es damit schafft, für sein Projekt zu werben und Menschen in der Stadtgesellschaft damit vom Wert dieser Gebäude überzeugen kann, ist doch allen geholfen ;) Einen ähnlichen Ansatz fährt ja auch die KuHa2025 - mit Sportveranstaltungen, Weinfest und Co. und eben einem breiten kulturellem (Nischen-)Programm. Und auch da scheint es ja zu funktionieren.

    Es kann definitiv nur besser werden. Dennoch schade, dass man auf Betonpflaster ausweicht und sich nicht für Schweinebäuche und Kleinlaster an der Rändern entscheidet, wie eigentlich üblich in Chemnitz/ Sachsen. Wenn das ordentlich verlegt wird, ist das auch für geheinschränkte Personen die auf Gehhilfen angewiesen sind oder für Kinderkutschen geeignet.

    ^ Genau da liegt meiner Einschätzung nach auch ein Problem. Es gibt sehr dezentrale Gebiete der Stadt Chemnitz, die sich in einem deutlich besseren Zustand befinden als weite Teil der Innenstadt oder des Sonnenbergs. Das York Gebiet ist so ein Fall. Liegt es womöglich daran, dass ein Großteil der Stadträte selbst nicht aus den innerstädtischen Bezirken stammen, sondern aus Einsiedel oder sonstigen suburbanen Teilbereichen der Stadt?

    Eine sehr frühe Visualisierung zum Simmel-Neubau von vor paar Jahren war doch sehr vielversprechend (https://www.google.com/search?…pr=2#imgrc=ncI75vDZEFBHrM). Der Bau mit einem Natur- bzw. Kunststein als Fassade würde mir ausgezeichnet gefallen an der Ecke. Ist halt die Frage, inwieweit dieser Entwurf nur ein Platzhalter war und was stattdessen kommt. Der Simmel-Neubau in Dresden ist jedenfalls eine Katastrophe. Daran sollte man sich nicht orientieren. Grundsätzlich finde ich es sehr schade, dass hier die Hansa Real Estate nicht auch der Entwickler ist.


    Am 20. September findet in der Stadtbibliothek eine Veranstaltung zur Neuen Johannisvorstadt mit Bauherren und Baubürgermeister statt. Vielleicht schafft es ja jemand da teilzunehmen... Ich werde an dem Tag leider nicht in Chemnitz sein, sonst würde ich mir das an hören: https://www.chemnitz.de/chemni…itteilungen/2022/515.html

    Hier wären wir wieder beim leidigen Thema des öffentlichen Raumes. In Chemnitz sind weite Teile des öffentlichen Raumes noch immer nicht gemacht, ungepflegt und unattraktiv. Der Bereich der nördlichen Zietenstraße ab Kreuzung Fürstenstraße zeigt doch sehr schön, wie eine gestaltete Quartiersstraße aussehen kann. hier hat man schon recht früh auf eine hochwertige Pflasterung, Querungshilfen, Baumscheiben und neue Lampen gesetzt. Eine derartige Gestaltung wünsche ich mir für den gesamten Sonnenberg - egal wie der Zustand der Häuser erstmal ist. Investitionen in den öffentlichen Raum ziehen Folgeinvestitionen im privaten Bereich nach sich. Dieses Instrument nutzt man in Chemnitz gefühlt überhaupt nicht. Meistens werden - wenn überhaupt - die öffentlichen Bereiche erst dann gemacht, wenn die privaten schon saniert haben. Hier wünsche ich mir von der Stadt und insbesondere von den Stadträten, die die Gelder schließlich freigeben müssen, ein Umdenken.

    Ich finde es gut, dass es am Getreidemarkt endlich losgeht und Bauaktivitäten starten - die gesamte Fläche ist der Innenstadt einer europäischen Großstadt überhaupt nicht angemessen. Schade finde ich aber, dass man sich hier architektonisch mit dem nun im Bau befindlichen Gebäude zufrieden gibt. Die "Mittelstandsmeile" zu Beginn der 2000er-Jahre nebenan hat doch gezeigt, dass es möglich ist, ein attraktives, durchmischtes und lebendiges Viertel zu bauen, dass immerhin eine gewisse architektonische Qualität besitzt, wenn man denn möchte. Stattdessen entsteht ein architektonisch anspruchsloser Wohnbau mit einem weiteren REWE im Erdgeschoss. Die generellen Planungen zum Getreidemarkt finde ich sehr gut - und erwarte mir hier auch die Maximallösung mit Rückbau des Plattenbaus zur Theaterstraße, Neubebauung und besserer Verbindung zum Rosenhof. Architektonisch steht und fällt aber alles mit dem nun im Bau befindlichen Gebäude.


    Warum wurde hier nicht die GGG verpflichtet? Warum nicht die "Mittelstandsmeile" weiter denken? Warum nicht mal einen hochwertigen Neubau, ein architektonisches Highlight, mit entsprechend teuren Wohnungen? Oder genau das Gegenteil: kleine Stadthäuser mit kleinen Gewerbeflächen im EG und Wohnungen darüber? Was jetzt entsteht ist im Grunde das schlechteste von beiden: ein Großblock, architektonische Stangenware in einer eh von Baukultur armen Innenstadt.


    Was mir an dem von Elli Kny gezeigten Stadtmodell gefällt, ist die Dichte, die die damalige Planung noch hatte. Tut der Innenstadt sehr gut. Allerdings wäre eine Quartiersentwicklung in dieser Form wohl in Chemnitz nicht möglich.


    Ich finde der Brunnen bereichert die Innenstadt und schafft - zumindest bei diesen Temperaturen - schon fast ein mediterranes Flair. Mir gefällt er sehr gut. Wenn sich jetzt die Gastor-Meile vielleicht noch vor in Richtung Markt (Peter Pane bald am Neumarkt; spricht mich zwar nicht an, aber wird den Markt weiter beleben) entwickelt, kann die Innenstadt nur davon profitieren. Das Argument, dass man die Innenstadt nicht weiter attraktiveren müsse, weil es in der Stadt noch viele Ecken gibt, die es dringender nötig haben, erschließt sich mir nicht. Ein attraktives Zentrum kommt der gesamten Stadt zu Gute.

    Das wäre doch eine schöne Idee für das Chemnitz2025-Nimm-Platz-Projekt, was seit ein paar Jahren regelmäßig zweimal im Jahr stattfindet. Vielleicht gemeinsam mit einer größeren Kunstinstallation am Platz oder so....

    Der Gebäudeteil zur Straße zu ist in gar keinem so schlechten Zustand - das Dach ist dicht, im OG wurden schon von einem früheren Eigentümer neue Fenster verbaut und im Gebäude sind sämtliche Zwischenwände entfernt. Es sind im Grunde große leere Hallen, die sich für eine Gewerbenutzung leicht aufteilen lassen. In schlechtem Zustand befindet sich der Verbindungstrakt, der das Hauptgebäude mit dem im 90° anliegenden Seitentrakt verbindet. Hier sind bereits die Decken durchgebrochen. Bei diesem Teil muss es sich meiner Meinung nach auch um den ältesten Bauteil handeln.


    Besonders schön: Im EG sowie im 1. OG sind offenbar noch alte Detail der Auto-Union vorhanden. Zum einen die hinerleuchtete Decke unter der die Autos präsentiert wurden (https://chemnitz-gestern-heute…hauptverwaltung-chemnitz/) und zum anderen das Direktorenzimmer mit den alten wunderschönen Holzvertäfelungen.