Beiträge von aedificator

    Dekoratives Anführungszeichen

    Offensichtlich scheint der bisherige Plan, das Gebäude als Bürohaus weiterzunutzen, nicht aufzugehen. Nachvollziehbar, dass die Stadtbau dann das momentan wohl beliebteste Nutzungskonzept in Erwägung zieht, ich hoffe allerdings, dass die auch im Bild-Artikel erwähnten Projekte Museumswinkel und Ringmessehaus ein wenig schneller aus dem Knick kommen, damit eine gewisse Sättigung eintritt und der Plan scheitert. Dann bestünde m.E. wieder eine gewisse Chance auf Abriss und Neubau an dieser Stelle, was m.E. die wünschenswerteste Lösung wäre. Die Achillesferse des bisherigen Gebäudes ist ja die bedingte Nutzbarkeit für Einzelhandel und Gastronomie.

    Die Notwendigkeit eines Abgrisses will mir nicht wirklich einleuchten.
    Ich will jetzt keine großen Reden über das Für und Wieder von DDR-Architektur anstoßen, aber welche objektiven Faktoren sprechen denn gegen das Brühlpelz-Haus?
    Der städtebauliche Zusammenhang am Sachsenplatz ergibt sich aus dieser - vor einiger Zeit von raubbau geposteten Entwurfszeichnung - ganz gut: http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showpost…7&postcount=227 (Architerhistorisch würde dieses Ensemble denkmalcharakter verdienen - m.M. nach natürlich)

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    schön, dass Du hier aus irgendwelchen e-Mails zitierst, nur bringt das keinem etwas.. der Nutzwert ist m.E. nach gering. (Bewiesen hast Du imo auch nix.) Es hat nunmal keiner (mehr) etwas davon - außer vielleicht der ein oder andere eine seltsame Art von später Genugtuung?! Von Deinem Müller-Bashing bin ich übrigens arg befremdet. Klar ist inzwischen geworden, dass Dir die (leider!) kläglichen Reste der ursprünglichen Kaufhausfassade besser gefallen hätten als die Alu-Verkleidung. Aber Hr. Müller hat doch das volle Recht auf die Meinung, dass er seinen Fassadenentwurf gerne komplett und ohne Fenster auf die verbliebenen 15m Originalfassade sieht. Wie Du richtig bemerkt hast, würde sicher beinahe jeder Architekt derart entscheiden, wenn er nur gefragt werden würde.

    Zu Deinen "Beobachtungen":

    Dekoratives Anführungszeichen

    - zugänglich von außen nur Nordsee, McDonalds und die Bäckerei Heberer, alles andere ist dicht und es sieht auch nicht danach aus, dass sich daran etwas ändern wird. Die Türen sind ja vorhanden und die Schließanlage funktioniert mittlerweile garantiert!


    - Ich weiß nicht welches Einkaufszentrum Du Dir angeschaut hast, aber in den Höfen am Brühl befindet sich definitiv kein Nordsee-Restaurant.

    Dekoratives Anführungszeichen

    - innen teilweise manche Geschäfte total billig, ohne Decke... lose Kabel, selbst die Toilettenrohre sieht man wenn man nach oben guckt. Sowas habe ich noch in keinem Center erlebt. Lüftungsrohre nicht merh zu verkleiden kenne ich aus anderen Shoppingcentern bereits, aber dass man selbst lose Kabel (quasi sämtliche Technik) sieht, ist schon beachtlich-peinlich
    - seit meinem letzten Besuch wurden deutlich mehr Sitzgelegenheiten geschaffen, war also noch nicht fertig


    - Wenn es so bleibt, mit den Kabeln (irgendwelche lose herumhängende, die mich gestört hätten, habe ich allerdings auch nicht bemerkt), dann mag das Geschmackssache sein. Alternativ schlage ich Dir folgenden Gedankengang vor: "war also noch nicht fertig"

    Wie sich Die Kundenfrequenz entwickelt muss man tatsächlich beobachten. Die von vielen so befürchtete Verödung der Innenstadt zugunsten der neuen (immer gern so monströs beschriebenen) Shopping-Hölle scheint ja bisher ausgeblieben zu sein...

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    Nun spring endlich mal von deinem hohen Ross runter, lieber Herr Georgraph.

    Das übliche Brimborium politischer Akteure und die nicht verwerfliche (weil für Vermarktung notwendige) Eigen-PR der Betreiber muss man hier nicht zum Thema machen, weil es nichts mit dem Thema zu tun hat.

    Ich unternehme einen letzten Versuch das Thema und insbesondere Dich auf den Kernpunkt zurückzuführen, nämlich der Bauaufgabe. Die lässt sich (auch von Anfang an!) ganz klar mit "Einkaufszentrum" benennen. [Punkt!]
    Daran gab es nie einen Zweifel (wie kommst Du darauf, dass hier und andernorts anderes geglaubt worden wäre - ich fühle mich etwas veralbert!). Vielmehr hat die mfi (offenbar erfolgreich) versucht hier ein Einkaufszentrum durch a) ein positiveres und urbaneres Image und b) einer aufwändigeren architektonischen Gestaltung aufzuwerten. [Beides im Übrigen kein 'Geschenk' an die Leipziger sondern strategisches Kalkül zur besseren Vermarktung und zur Erwirtschaftung eines höheren Ertrages]
    Denn, um nochmals die Bauaufgabe zu betonen: Es ist absolut im Sinne eines Einkaufszentrums wirtschaftlichen Erfolg zu haben. Das darf man dem Betreiber doch nicht zum Vorwurf machen.

    Im folgenden Schritt kann man sich nun daran machen zu diskutieren, wie diese Bauaufgabe gelöst wurde. Städtebaulich, architektonisch, gestalterisch, ökonomisch usw.. Darüber zu diskutieren würde mir jedenfalls mehr Spaß bereiten als zum x-ten mal über denkmalgeschütze und inzwischen abgerissene Fassaden, umziehende Intersport-Läden (Dein Lieblingsthema?) oder sichtbaren Beton (Schreck lass nach - gib mir Klinker! ;-)) zu schwadronieren.

    Wie Dase auch shcon gesagt hat, ist es nicht Aufgabe des Konsums Aufwand dahingehend zu betreiben Bür-, Wohn- oder Ärztehäuser zu errichten oder sich dafür adäquate Partner zu suchen (wie auch immer Du Dir eine solche Kooperation auch wirtschaftlich und rechtlich vorstellen magst).

    Weiterhin finde ich einen niedriggeschossigen Bau in dieser Stelle städtebaulich auch gar nicht so schlimm. Der Block ist durch freistehende Bebauung unterschiedlicher Geschosshöhen bestimmt (Der nächste Bau in der Hauptmannstraße ist ein freistehender Zweigeschosser, der Nächste in der Sebastian-Bach Straße ein freistehender Dreigeschosser). Anders als in der Käthe-Kollwitz-Straße grenzt hier also kein 4-geschossiger Wohnbau an.

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    Wenn man sich über Dinge empört, die man nicht selbst nachvollzogen hat, darf man sich am Ende nicht darüber wundern, wenn es einem auf die Füße fällt.
    Aber mal zum Thema: lassen sich irgendwo die Ergebnisse dieser "Nachbesserungen" auftreiben, oder sind wir tatsächlich gezwungen darauf zu warten, bis vollendete Tatsachen entstanden sind?

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    Zur Nonnenstraße.
    Auf der anderen Seite hängt inzwischen eine Entwurfsplane ... leider war es zu dunkel zum Fotografieren... Farblich konnte ich allerdings ausmachen, dass der Neubau wohl in Rot- und Schwarztönen gehalten wird. Sah demnach eigentlich recht nett aus.

    Du musst da mal selbst durchlaufen ;) Tageslicht ist da keines verschwunden. Der Gastrobereich ist dort entstanden, wo früher Media-Markt und Woolworth waren. Dort gab es früher kein Tageslicht. Bild 3 ist übrigens aus der Richtung des neuen "Marktplatzes" und zeigt ganz gut, wie trotz dieser baulichen Ursprungssituation recht viel Tageslicht in diesen Bereich einfällt.

    Die neue Mall hingegen wird tatsächlich mit Ausnahme der Anfangs-/Endpunkte (mit der interessanten Dachkonstruktion) hauptsächlich durch künstliches Licht erhellt, soweit ich die Pläne und den bisher freigegeben Bereich einschätze. Die bisherige Mall behält ihre derzeitige Dachkonstruktion (die in einigen Bereichen allerdings einen neuen Anstrich erhält/erhalten hat) und somit den Tageslichteinfall .

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    Auf den Werbemonitor bin ich auch gespannt. Vielleicht lassen sich ja einige Gemüter beruhigen/einfangen, wenn man - solange diesbezüglich noch Unklarheit herrscht - die Sprüche "Willkommen in Leipzig" - "Mein Leipzig Lob ich mir" etc. auf dem Monitor anzeigt ;)

    @DASE
    Gott sei Dank. Der Fotobeweis, dass die Querwände (wie ich finde) vernünftig verkleidet werden hat mich gerade sehr beruhigt. Das war so einer der letzten Unsicherheitsfaktoren, der - aus den Entwürfen herkommend - den Gesamteindruck für mich hätte stören können, wenn dort der Beton sichtbar geblieben wäre.

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    Zu 99% geht es hier um billigen Populismus. Sowohl bei CDU, als auch bei den Linken. Die OB-Wahlen sind nicht mehr weit und ein solches Thema schreit förmlich danach, sich für die Wählergunst zu profilieren. Man hat gemerkt, dass die Ergebnisse des Wettbewerbs bei vielen Leipzigern auf Zurückhaltung oder Ablehnung treffen und schlägt sich deshalb flink auf diese Seite. Ob die eigenen Argumente dabei stichhaltig oder logisch sind, ist dabei doch zweitrangig, solange man damit das eigene Potential auf Wählerstimmen erhöhen könnte.


    Ich bin vor allem darauf gespannt, wie das ganze verfahrenstechnisch gelöst wird. Die Teilnehmer und Preisträger des ersten Wettbewerbs werden sich vermutlich nicht so nebenbei abspeisen lassen. Ein zweiter Wettbewerb kostet nochmal neues Geld (das in den Bundesmitteln garantiert nicht vorgesehen ist).

    @ Cowboy
    Da gibt es in Schleußig wirklich gute und schlechte Beispiele. Je jünger die Sanierung, umso besser auch die Qualität kann man hier als grob verallgemeinernden Maßstab nehmen.* Ich empfehle mal einen Spaziergang. Einige Eingangstüren haben Glasfenster und geben somit den Blick frei in bewundernswerte Treppenhäuser und Eingangsbereiche samt Ausmalung und rotem Teppich ^^
    Man darf auch nicht vergessen, dass Schleußig nicht schon immer "hip" war und viele Sanierungen noch aus einer Zeit vor dem großen Zuzugsboom stammen.
    Wie geograph schon sagte, werden mittlerweile an einigen Stellen in Zweitsanierungen die gröbsten Schnitzer beseitigt.

    Bedauerlich finde ich übrigens, dass man am Drogenhaus Hermes den Schriftzug abgeschlagen hat (intakt war der ja soweit). Der Name gehört meiner Meinung nach zur Geschichte des Hauses. Ein praktischer Grund dieses vorsätzlich zu entfernen will mir nicht einfallen.

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    * Allerdings gibt es, etwa in der Brockhausstraße oder Blümnerstraße durchaus auch ältere Beispiele hervorragender Sanierungen.

    Dekoratives Anführungszeichen

    jap, auf jeden Fall kommt die Willkommens- Reklame wieder drauf :daumen: , wo genau weiß ich aber auch nicht...

    ... oder auch nicht. Im LVZ-Artikel klingt es derzeit nach ganz-oder-garnicht und das Marriott stellt sich mit der Position "Die Leuchtreklame an sich finde ich toll, aber bitte nicht direkt vor unserem Hotel. Sie ist zu groß und zu hell. Sie muss einfach woanders hin." in spießbürgerlicher Manier stur und wird wohl klagen, sollte die Genehmigung endgültig erteilt werden.

    http://www.lvz-online.de/leipzig/cityne…s-a-152320.html

    ^ Lieber Geograph. Es ist zwar schon ein paar Postings her, aber das hast Du hier (http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showpost…&postcount=1274) doch schonmal fast genauso geschrieben. Der Thread strotzt ja so schon leider vor genügend Redundanzen, da muss man es doch nicht noch weiter auf die Spitze treiben. - Oder bist Du nicht darüber hinweg, dass Deine (voreilige) Kritik am Mieterspektrum doch unbegründet war? (http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showpost…&postcount=1224)

    Genug Off-Topic.

    Die von Stahlbauer gefundenen Luftbilder sind toll. Allerdings sticht die Teilung in zwei Karrees von der Straße aus betrachtet nicht so deutlich hervor. Da wirken die Höfe durch die Wiederholung der Fassaden doch einheitlicher.

    Vor kurzem habe ich brühlseitig beobachtet, dass an den Seitenflächen der fassadentragenden Baukörper Dämmplatten angepracht wurden. Besteht also doch Hoffnung, dass die hier (http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showpost…&postcount=1282) im ersten Bild sichtbaren Betonkanten doch vernünftig verblendet werden?

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    Das Intercity steht ja nicht direkt vor der Reklame. Ich käme gar nicht auf die Idee zu vermuten, dass sich jmd. an einer Werbetafel stören könnte die auf der anderen Seite eine vielbefahrenen (9-spurigen?) Straße samt Straßenbahnverkehr stehen wird.
    Das Merriot ist durch die schmale Straße Am Hallischen Tor da schon viel näher dran, da könnte die alte Leuchtreklame u.U. tatsächlich Hotelgäste stören.

    Die Aussparung habe ich heute auch bemerkt. Ich bin im Schätzen von Flächenmaßen nicht besonders gut, aber so groß wie sich die 48m² angehört haben, ist es dann ja auch nichtmal.

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    Hmm... Eine Werbetafel finde ich persönlich jetzt nicht weiter tragisch. Zu einem Einkaufszentrum ist das thematisch ja zweifelsfrei passend. Alles natürlich vorbehaltlich der Gestaltung und Integration in die Fassade! [Gibt es dazu Skizzen/Entwürfe?]

    Die Kreuzung hatte ja zudem auch seit längerer Zeit eine derartige digitale Werbetafel auf der anderen Seite am Robotron-Gebäude, die aber ja wohl nicht mehr intakt ist und spätestens mit dem Neubau des Intercity-Hotels und dann mit dem Abriss des Robotron-Gebäudes obsolet würde. Bedarf wird also nicht zwingend künstlich generiert, sondern besteht offensichtlich schon längere Zeit.

    Was mir aber beim besten Willen nicht einleuchten will ist die Begrenzung auf 12 Wochen im Jahr. Soll das dann heißen, dass 40 Wochen eines Jahres eine ausgeschaltete, 48m² große, Werbewand die Fassade "schmücken" würde? Wie soll das denn aussehen?

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    Lieber Geograph, ich verstehe Deine Aufregung nicht. Wie Du selbst sagst, ist hier nur Farbe an die Fassade gebracht worden. Was ist daran bitteschön schlimm? Es mag keine top-Sanierung sein, ABER herrgott: es ist auch nicht schlimmer geworden als vorher schon war. Hier wurde nix entstuckt oder abgerissen, sondern ein (sicherlich nicht optimaler) Zustand konserviert/leicht verbessert. Welche finanziellen Mittel der Eigentümer nun hatte, darüber kann sich keiner von uns ein Urteil anmaßen.

    Man kann auch manchmal eine nur geringe Verbesserung akzeptieren, ohne dass einem ein Zacken aus der Krone bricht.

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    Kann mir vielleicht jmd. erklären, was es mit dem Argument "beliebig austauschbar" auf sich hat? Auch der Vorgängerbau war ein Backsteinhaus mit etwas Stuck, das architektonisch nicht zwingend für genau auf diesen Platz gehören müsste, sondern genausogut in den meisten historistischen Quartieren der Stadt oder einer anderen Stadt hätte stehen können.

    Der Neubau nimmt immerhin mit den dunklen Klinkern Bezug auf das Nachbargebäude links und wirkt meiner Meinung nach deshalb nicht völlig beliebig oder bezuglos.

    Ich glaube, so mancher hat hier einen Leierkasten aufgestellt. Kaum werden wieder neue Bilder gepostet (Danke übrigens an die fleißigen Knipser!) kommen die gleichen Leute hervor und kritisieren das Gleiche auf die gleiche Art und Weise. Es ist nicht so, dass ich nicht gern auch kritische Stimmen lesen würde - denn beileibe nicht alles an den Höfen ist gelungen/optimal gelöst worden, aber wem hilft es denn, wenn zum 895. mal gesagt wird, dass die Gestaltung zu zu wenig kleinteilig ist oder ganz allgemein kritisiert wird, dass ein "Shoping-Center" entstehen würde?!!

    @Dave_LE: Soweit ich das in Erinnerung habe, hat das 5. Geschoss schon im ursprünglichen Zustand zurückgestanden. Insofern kann man die Arbeit beim Wiederaufbau diesbezüglich nur loben. An anderen Stellen, etwa am Ende der Blechfassade am Brühl (die Ecksituation am Schluss) wurden ja Veränderungen gegenüber des ursprünglichen Zustandes vorgenommen.

    Ich glaube hier sind einige einem Missverständnis aufgessen. Die glatten und fensterlosen Fassaden wären in der Tat befremdlich, wenn sie bündig zur restlichen Bebauung stehen würden. Sie sind aber im Hof, mit deutlichem Abstand zur Straße, gedacht. Die angesprochene Pergola übernimmt vielmehr die Funktion einer (provisorischen?) Hausfassade zur Straße hin. Ich finde, das könnte für schwierige Gegenden eine ganz brauchbare Lösung zum Schließen großflächiger Lücken sein.

    Aber zu den eher allgemein angesprochenen Themen:
    "Was soll denn das für eine Argumentation sein? Wer in der Stadt lebt, muss auch mit der Stadt leben, und dazu gehört eben Verkehr."
    So selbstverständlich das auch klingen mag, so unzutreffend ist es in diesem Fall und im Fall vieler Neubauprojekte. Während man in einem sanierten Altbau mit der städtebaulichen Lage und dem entstandenen Verkehrsaufkommen klarkommen muss, heißt das ja noch lange nicht, dass man sich bei einem Neubauprojekt keine Mittel und Wege einfallen lassen darf, welche eben gerade die negativen Effekte des Stadtlebens abmildern. Würde man behaupten wollen, dass der Städtebau der letzten hundert Jahre immer wieder versucht hätte gerade jenes, nämlich die Symbiose aus zentraler Lage und erholsamen Wohnumfeld, zu erreichen, läge man nicht ganz daneben. Man muss hier nur an die Gartenstädte des frühen 20. Jahrhunderts oder an die Sozialwohnungskomplexe der 20er & 30er Jahre mit ihren riesigen, parkähnlichen Innenhöfen erinnern.
    Man darf sich auch heute nicht den Versuchen verweigern, Wohnen auch in unattraktiven Gegegenden möglich zu machen. D.h. ja nicht, dass man städtebaulich alle Prinzipien über Bord werfen muss, aber im vorliegenden Fall kann man den Architekten nicht unterstellen, in irgendeiner Weise "dreist" und brachial das Gefüge des städtischen Raumes zugusten von "Privatsphäre" zerstören zu wollen.

    ^ Eben. Die Einkaufszentren auf der grünen Wiese ziehen vor allem Menschen aus dem sie umgebenden Umland an. Warum die Stadt nun die Höfe am Brühl befürwortet liegt am dadurch entstandenen Konkurrenzdruck. Der Plan ist also die Innenstadt so attraktiv wie nur möglich zu machen, um die Kaufkraft dort stärker zu binden. [Anderes Thema, das aber in die gleicher Kerbe schlägt ist der City-Tunnel und das mitteldeutsche S-Bahnnetz.]
    Idealerweise strebt man also eine Innenstadt an, die beides bieten kann: Flanieren unter freiem Himmel mit vielen unterschiedlichen Geschäften und das breite Angebot eines Einkaufzentrums mitsamt der starken Konzentration großer Ladenvielfalt auf kleinstem Raum. Für Leipzig bedeutet das in der nahen Zukunft, dass die Vielfalt an Geschäften und der dort angebotenen Waren in der Innenstadt die Konkurrenz der Einkaufszentren in Paunsdorf und Güntersdorf schlagen kann.

    @Georgraph
    Nicht alles immer so schwarz malen! Als wenn ab September, mit der Eröffnung der Höfe, plötzlich die Lichter in der Hainstraße ausgehen würden. Das Gegenteil wird der Fall sein. Seitdem Karstadt aus der Blechbüchse weggezogen ist, hat die Straße deutlich an Personenfrequenz verloren. Das wird sich durch die Höfe und im nächsten Jahr durch den Neubau auf der Hainspitze ändern. Die Hainstraße wird wieder eine Hauptverbindung der Fußgänger vom Brühl zum Markt. Die damit verbundene Erhöhung der Laufkundschaft wird auch entsprechende Mieter anlocken.

    Zu Deinen Beispielen:
    New Yorker ist schoneinmal innerhalb der City umgezogen. Das alte Objekt in der grimmaischen Straße ist inzwischen auch neu vermietet.
    Intersport hat eine ausgesprochene Vorliebe für Einkaufszentren. Schaut man sich die restlichen Filialen in Leipzig und Umgebung an, wird das deutlich: Allee-Center, Paunsdorf-Center, Nova Eventis. Keine große Überraschung, dass man auch in die Höfe am Brühl drängt. Das scheint Unternehmsensstrategie zu sein.

    Noch eine Anmerkung am Rande: Nur weil Dir keine Einzelhandelsketten mehr einfallen, heißt das noch lange nicht, dass es keine mehr gibt.