Siedlungsstruktur und Ressourcenverbrauch
In den letzten Tagen gab es im dafür nicht geeigneten Strang eine heftige Diskussion zum Thema wie darüber. Nach der Durchsicht aller Themen im Unterforum konnte ich keinen wirklich passenden Thread finden, daher lege ich diesen an. Ich möchte bitten, hier keine Fantasiezahlen aus dem Kopf, sondern nur anerkannte Forschungsergebnisse der Urbanistik zu zitieren.
In Deutschland betrug in den Jahren 1997 bis 2000 der Flächenverbrauch für Siedlungen und Verkehr 130 Hektar täglich, 2009 sank er wegen der Wirtschaftskrise auf 78 Hektar täglich. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, ihn bis 2020 auf 30 Hektar täglich zu senken. Im Jahr 2009 war der Bau der Einfamilienhäuser mit 14 Hektar täglich der 'größte Flächenfresser' des Wohnungsbaus, der insgesamt 20 Hektar täglich beanspruchte. Der Geschosswohnungsbau verbrauchte 2009 nur 1,6 Hektar täglich.
In Berlin werden für Siedlungs- und Verkehrsfläche unter 200m² pro Einwohner benötigt, während es in Mecklenburg-Vorpommern über 1000m² sind (1993 waren es dort noch ca. 750m²).
Quelle: www.umweltbundesamt.de: Zunahme der Siedlungs- und Verkehrsflächen vom Jahr 1993 bis zum Jahr 2009
In Österreich benötigte man in den Jahren 2007 bis 2010 20 Hektar zusätzlicher Fläche täglich. Das Ziel der Regierung ist eine Reduktion auf 2,5 Hektar täglich. Wie in Deutschland wird der Bau der Einfamilienhäuser als Hauptursache der Zersiedlung angesehen. Auf den drei Hektar, die täglich durch Umnutzung der frei gewordenen Industrieflächen wiedergewonnen werden, kann man 30 frei stehende Einfamilienhäuser, 60 bis 120 Reihenhäuser oder 300 bis 750 Geschoßwohnungen bauen.
Nach den Angaben des Umweltbundesamtes liegt der Energiebedarf der Geschoßwohnungen pro m² Wohnfläche 50% unter dem in frei stehenden Einfamilienhäusern, in Reihenhäusern 35% unter dem der Einfamilienhäuser.
Quelle: www.umweltbundesamt.at: Raumentwicklung - Planen für Generationen
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