Beiträge von Isek

    Schon seltsam. Eine Bessere Nutzung im Fall Einzelhandel als Saturn konnte sich doch das EKZ daneben gar nicht vorstellen. Kann sein, dass aus historischen Gründen die Mieten recht gering waren und der Eigentümer eher in Richtung Büroflächen gehen will. Fragt sich nur, wie groß der negative Impact aus dem Weggang von Saturn für die benachbarten Geschäfte sein wird. Ich glaube, das ist erheblich. Und das für ein EKZ, das jetzt nicht als Magnet bekannt ist.

    Sicher muss der ÖPNV zielstrebiger ausgebaut werden (was jetzt noch schwieriger wird, als es dies ohnehin schon war), im Bereich E-Mobilität sehe ich jedoch bereits große Anstrengungen (Busflotte bis 2030 zu 100 % auf Elektroantrieb umgestellt, bundesweit die meisten E-Ladesäulen (die aber natürlich Parkplätze erfordern)). Welche Anstrengungen sollten bzgl. E-Mobilität noch unternommen werden?


    Bzgl. Wetter: Amsterdam ist milder, kühlt weniger ab, heizt sich dafür aber auch weniger stark auf.

    hab vermutlich eine andere Vorstellung vom Begriff zielstrebig. Die Busse innerhalb von 10 Jahren auf Elektromotoren umzustellen ist doch keine rasche Umsetzung. Würde mich nicht wundern, wenn Busse in München im Mittel nur über 10 Jahre insgesamt betrieben werden. Zielstrebig wäre ein Horizont von 5 Jahren. E-Ladesäulen ok. Aber nur ein Baustein. Dampf machen würden finanzielle Kaufanreize oder Fahrverbote für Verbrenner. Im Übrigen zähle ich den Tram und U-Bahn Ausbau (Takt und Strecken) auch zur Emobilität. Und da steht es bekanntlich relativ schlecht.


    Wetter? München auf seinen 520 mNN ist nicht gerade für Aufheizen bekannt. Es gab z.B. in diesem Jahre, dem wiederum ein überdurchschnittlicher Sommer zugeschrieben wird, 11 Hitzetage (T_max > 30 Grad). Wenn sich etwas in Deutschland aufheizt, dann ist es vielleicht noch Karlsruhe oder Köln.

    Vermutlich die Steuerzahler. Warum können die Steuerzahler Steuern zahlen? Weil sie Arbeit haben. Warum haben sie Arbeit? Weil wir in einer einigermaßen funktionierenden Marktwirtschaft leben. Diese Marktwirtschaft steht auch auf dem Fundament, daß Autos produziert, hierzulande gekauft, exportiert und benutzt werden.

    Bei der Vorstellung an diese Argumentationskette wird mir übel. Ich hoffe doch sehr, dass unsere Existenz und das erreichte zivilisatorische Niveau von etwas anderem als von den Autoherstellern dieses Landes abhängen.

    Isek

    Das Projekt ist umgeben von Zeilenbau.

    Jein, aus Sicht eines Satellitenbildes dominiert sogar leicht der Blockrand, wenn man 2 bis 3 Straßen weiterschaut. Es gäbe aus städtebaulicher Sicht keinen Grund Zeilenbau weiterzuführen. Wobei egal ob Zeilen oder Punkt das Ergebnis relativ ähnlich schlecht sein wird. Warum kann man nicht einfach den Block in die Fläche bringen. Nur weil dort die nachteilhafte Zeile steht, muss nicht folgen, dass in den nächsten 200 Jahren weiter Zeile gebaut wird. Es sollte ja eher einen Trend hin zu städtischeren Strukturen geben.

    Die durchschnittliche Temperatur beträgt in München 11,1°C, in Amsterdam 9,8 °C die Niederschlagsmenge ist in München vor allem in den Sommermonaten höher, dafür gibt es bei uns deutlich weniger Regentage. Einen klimatischen Vorteil Amsterdams gibt es also in der Tat höchstens im Januar / Februar wenn es richtig unter null Grad geht.

    Dass Amsterdam im Jahresschnitt kälter ist als München bezweifle ich, auch wenn dafür die Daten so in Wiki hinterlegt sind. Dafür liegt die Stadt einfach zu nah am Meer, das aufgrund des Golfstroms gegenüber der Wärmestrahlung der Landmassen ins Weltall in unserern Bereiten deutlich mehr Wärme zuführt. Aber gut, sagen wir das Klima ist relativ gleich. Beim Klima in München habe ich mich auf https://upload.wikimedia.org/w…land-metrisch-deutsch.png bezogen. Die 11 Grad beziehen sich ziemlich sicher auf eine relativ innenstadtnahe Messung, da andere Klimastationen im Umland ähnliche Temperaturen je nach Betrachtungszeitraum zwischen 7 Grad und 9 Grad zeigen (z.B. Freising nach Wiki 8,4 Grad).

    ^


    In den letzten Jahren hast gerade du sehr oft von einem dringend notwendigen Ausbau des Radwegenetzes gesprochen. Dann gab es ein Bürgervotum zu Radwegen, dem nun Folge geleistet werden soll. Plötzlich soll deiner Meinung nach aber das Wetter nicht mehr gut genug sein :S

    Nun, das Radwegenetz muss grundlegend auf den Prüfstand und nach den bereits erkannten Defiziten stark verbessert werden. Die nun erfolgenden Arbeiten sind richtig. Nur sehe ich, dass das Thema Radwege inflationär von der Politik genutzt wird, die damit angibt entsprechend viel für die Verkehrswendung zu arbeiten. Klar, ist auch ein Problem der Medien. Die Verkehrswede wird nur durch einen vergleichsweise kleinen Anteil, den bessere Radwege haben, erreicht. Dazu gehört mit einer deutlich höheren Wirkung der Ausbau des ÖPNV, die E-Mobilität, Anreize durch Preis usw. usw. In diesen Themen sehe ich keine Innovation oder keine Anstrengungen, Dinge rasch zu bearbeiten.

    Welche Konsequenz ziehst du denn aus dieser Feststellung? Den Status Quo beibehalten oder Fahrräder mit Lenkerheizung und Faltdach (passend zum E-Bike natürlich vollelektrisiert)?

    Ja, das Thema fällt unter den Punkt E-Mobilität. Eine Sache, die natürlich nicht nur die Kommunen betrifft. Hier muss die Industrie mitarbeiten. Ggf. kann der Staat durch Anreize nachhelfen.

    Ja, am besten wir empören uns gleich auch noch darüber, mit welchem Selbstverständnis dem Fahrradbesitzer das Recht gewährt wird, sein Privateigentum auf öffentlichem Grund abzustellen oder gar an fremde Hauswände zu lehnen ;).

    Selbstverständlich befindet sich die Parkraumreduzierung längst auf der politischen Agenda, wie es sich z.B. zuletzt am Beispiel Fraunhoferstraße zeigt - und zugleich jede Menge Proteste verschiedenster Seiten provoziert. Mir scheint es fast mehr Gegenwind bei drohendem Entfall von Parkplätzen zu geben, als bei einer Fahrspurreduzierung.

    Ein Fahrrad nimmt 10 % des Platzes eines Autos. Daher ist ein Vergleich immer sehr asymmetrisch. Ja es gibt einzelne Projekte. In der Breite passiert aber noch zu wenig. Straßen in Wohnvierteln bzw. enge Straßen sollten z.B. maximal nur eine Straßenseite mit Parkplätzen aufweisen. Wenn man durch Neuhausen, Westend oder Schwabing radelt. Grauenhaft, was für Flächen dem privaten PKW Nutzer zur Verfügung gestellt werden. Wer zahlt diese Flächen eigentlich?

    ^^

    Bin ja gespannt, was von der Euphorie nach der 1. Woche mit T_max = 10 Grad und Regen übrig bleibt. Aus meiner Sicht wird das Wetter in München maßlos überschätzt bzw. dessen Einfluss auf das Verhalten der Menschen bei der Fahrradnutzung unterschätzt. Es herrschen hier im Jahresmittel bittere 7,6 Grad bei üppigen 1000 mm Regen. Ob das gute Randbedingungen sind, alle Schnellschüsse zur Mobilitätswende beim Fahrradverkehr zu setzen? Natürlich ist das Radwegenetz teils grottenschlecht in München. Aber selbst bei besten Radwegen wird es immer noch 1 Million Menschen geben, die eben an vielen vielen Tagen nicht auf das Fahrrad zu bringen sind. Was mich bei der ganzen Planerei auch stört ist der Umstand, dass am Parkraum an öffentlichen Straßen noch viel zu wenig reduziert wird. Das ist doch die größte Einschränkung im Bild vieler Straßen. Die rechts und links parkenden Autos. Und überhaupt: Mit welcher Selbstverständnis hier dem Autobesitzer das Recht gewährt wird, sein Privateigentum auf öffentlichem Grund abzustellen. Ein klares und noch nicht erkanntes Defizit in der Diskussion.

    So wirklich vergleichbar sind aber beide Städte nicht. Tel Aviv ist Zentrum eines Landes deutlich kleiner als Halb Bayern, was seine Bevölkerung innerhalb überschaubarer Zeiträume jeweils verdoppelt. Schon heute wird für ein 25 Millionen Israel geplant und gebaut mit einem Ballungsraum Tel Aviv bei 10 oder 15 Millionen Einwohner.

    Natürlich gibt es deutlich schlechtere Lagen. Wollte die Preise um 10 T€ in den Kontext rücken. Das ist ein absolut banales Wohnviertel mit für München unterdurchschnittlicher Mikrolage.


    Zur U-Bahn Harras sind es zu Fuß 400 m bis 500 m. Das ist ein positiver Aspekt der Mikrolage. Aber überlegt mal ernsthaft. 10.000 Euro? Das ist schon wirklich absurd teuer.

    Tunnel finde ich an dieser Stelle absurd. Woher kommt dieser Wahn, dass neue Straßen und Bahnlinien nur noch in Tunnels verlaufen dürfen? Sogar der Nordzulauf für den Brenner-Basis-Tunnel soll, nach der Forderung vieler, unterirdisch verlaufen (über dutzende Kilometer!) Ich versteh den ruf nach Tunnels in der Landshuter Alle, Tegernseer Landstraße, Chiemgaustraße und zwischen Daglfing und Johanneskrichen - aber hier?!

    Liegt einfach daran, dass die Trassierungsparameter einer Eisenbahnlinie nicht verhandelbar sind. Das hat einfach nachvollziebare technische Gründe. Eine Straßenbahn kann in München bis zu R = 25 m fahren, eine S-Bahn braucht leider schon R = 400 m oder besser 600 m. Und selbst dann, ginge das nur mit V_max = 60 km/h. Eine Regionalbahn ist dann nochmal anders.

    Dazu kommen eben sehr scharfe Vorgaben zum Schallschutz bei Neubau einer Eisenbahntrasse.

    ^^

    Die Trasse einer möglichen Pasinger Kurve ist im Flächennutzungsplan und den darunter liegenden Bebauungsplänen freigehalten. Eine Umsetzung ist ab Gleisvorfeld West des Pasinger Bahnhofes nur als Tunnel bis hinter den Bahnhof Berduxstraße möglich. Eine vergleichsweise komplexe Maßnahme, die jedoch für die Anbindung München Nord bis Flughafen aus Richtung Augsburg und den 4 S-Bahn Ästen ab Pasing extrem attraktiv ist. Ich glaube aber nicht so recht daran, da die Kosten sicherlich bei 200 oder 300 Millionen Euro liegen werden.

    U-Bahn? Dazu gibt es nichtmal eine Vision. Von Konzept und Planung 10 Jahre entfernt. Kann etwas ab 2040 werden.

    S-Bahn? Auf dem Nordring wird es S-Bahn-Verkehr geben. Es fehlt aber eine Station. Könnte vielleicht etwas ab 2027 oder 2028 werden. Die Frage hier wird sein, wie wird das Angebot (vorgesehen ist ja irgend ein Takt 20) für die Hauptrelation in Richtung Innenstadt genutzt?

    Tram? Wo soll die herkommen? Ein Inselbetrieb ist extrem unwahrscheinlich. Es müsste eine Strecke ab Dachauer Straße gebaut werden.


    Was kommen wird: Analog Berduxstraße im Takt 10 HVZ und 20 NVZ ein höchst attraktiver Pendelbus zum OEZ (U1) mit Fahrtzeit von je nach Verkehrslage zwischen 7 und 10 Minuten.


    Verkehrswende? Überall aber nicht in München.