Beiträge von LukaTonio

    Ausgehend davon, dass der alte Bebauungsplan nur Hotelnutzung vorsieht, ist ein neuer Bebauungsplan zu beschließen.

    In der planerischen Abwägung sind alle Belange nach § 1 Abs. 6 BauGB zu berücksichtigen, wobei die Aufzählung nicht abschließend ist.

    Typischer Bestandteil einer Bauleitplanung ist ein Verkehrsgutachten, wo die durch die Planung zusätzlich entstehenden Verkehrsströme zu bewerten sind.

    Teil der Bewertung ist eine Betrachtung der umliegenden Knotenpunkte nach den Bewertungskriterien der HBS15. Sind oder weder die Knotenpunkte überlastet, gilt die Entschließung für die durch den Plan zugelassenen Vorhaben nicht als gesichert.

    Da es sich um ein Innenbereichsgrundstück handelt, wird die Planung voraussichtlich nach § 13a BauGB erfolgen. Insoweit ist richtig, dass kein umfassender Umweltbericht (eine Überprüfung der Umweltverträglichkeit) erstellt werden muss. Gleichwohl wird unter Beachtung des Berliner Leitfadens für Lärm ein Immissionsgutachten erstellt werden, welches den Verkehrslärm und soweit er entsteht auch den Gewerbelärm, sowie den Umgebungslärm der auf das Projekt wirkt ordnungsgemäß zu ermitteln und den Belang der gesunden Wohn- und Arbeitsverhältnisse sowie die Umwelteinwirkungen auf Menschen zu überprüfen (§ 1 Abs. 6 Nr. 1 u. 7 c) BauGB).

    Der Denkmalschutz betrifft nicht nur das Gebäude selbst, sondern auch den Umgebungs- und Ensembleschutz umliegender Denkmäler, welche durch die Errichtung der baulichen Anlagen, welche der Bebauungsplan zulassen wird, gestört werden. Nach diesseitigem Kenntnisstand argumentieren einzelne politische Parteien bei dem Entstehen von Hochhäusern am Alexanderplatz mit Umgebungs- und Ensembleschutz für den Fernsehturm und bestehende Sichtachsen. Dieser Umstand ist in der Bauleitplanung zu berücksichtigen (§ 1 Abs. 6 Nr. 5 BauGB).

    Wenn der Bauherr dies verantworten kann und sich dies bei der Genehmigungsbehörde irgendwie darstellen lässt, würde ich den bestehenden Bebauungsplan nehmen, welcher soweit bekannt einen 115 m Turm zulässt und irgendwie versuchen, von der festgesetzten Art der Nutzung (Hotelnutzung) eine Befreiung gem. § 31 Abs. 2 u. 3 BauGB zu erhalten. Das wird schwierig, weil die Art der Nutzung ein absoluter Grundzug der Planung ist. Aber bezüglich planungsrechtlicher Anforderungen ist Gewerbe- und Hotelnutzung ähnlich. Bezüglich Wohnnutzung wird Ende des Jahres eine große Baurechtsnovelle beschlossen, die Befreiungen auch von der Art der Nutzung zugunsten von entstehender Wohnnutzung zulässt. Lässt sich die Genehmigungsbehörde zu einer Befreiung hinreißen, sind alle anderen Behörden an den Bestandsbebauungsplan gebunden. Sie werden zwar intern beteiligt, können das Vorhaben aber nicht verhindern. Und es geht deutlich schneller, als einen neuen Bebauungsplan aufzustellen.

    [mod]Die nachfolgenden Beiträge zum Thema Baukollegium usw. wurden in einen neuen Thread in der City-Lounge verschoben. [/mod]

    Der Standsicherheitsnachweis wird üblicherweise nicht für den Bestand, sondern im bzw. bis zum Ende vom Genehmigungsverfahren für das mit der Genehmigung in Stand zu setzende Vorhaben erbracht. Gutachter werden hierbei von den Bauherrn/Vorhabenträgern bezahlt. Soweit die technischen Regelungswerke Ermessensspielräume enthalten, können diese für den Geldgeber ausgenutzt werden. Ich könnte mir vorstellen, dass der Bauherr aufgrund der veränderten Bausituation am Markt Geld für den Erhalt und die aufwendige Sanierung sparen wollte. Der Erhalt des Altbaus hätte dem Quartier Charakter verliehen, wonach nicht nur neu gestaltete (flache) Fassaden vorhanden gewesen wären. Neben der städtebaulichen Anordnung und den unterschiedlichen Gebäudehöhen mit divergierenden Dachaufbauten war der Erhalt des Altbaus das Highlight des Projekts.

    Ich kann mich euch nicht uneingeschränkt anschließen.

    Schon den von Häuser verlinkten Weltartikel aus dem August 2023 finde ich deutlich differenzierter.

    Es verhält sich so, dass die Stadt und die BayHausbau die Bürgerbeteiligung solange gut fanden, wie gleichzeitig Bauboom herrschte.

    Denn zu dem Zeitpunkt waren ein wirklich ungewöhnliches und urbanes Projekt bei gleichzeitiger Rendite möglich.

    Wo die Baukosten plötzlich angestiegen sind, war ein solches Projekt nicht mehr darstellbar. Insoweit war es -jedenfalls nach Welt Artikel- nicht so, dass die Bürger das solide durchfinanzierte Projekt nur mit ihren Extrawünschen haben scheitern lassen.

    Die Bürger, welche gegebenenfalls viel Privatzeit investiert haben und die für sie sprechende Planbude fühlen, dass der ganze Aufwand umsonst geleistet worden ist und suchen nach Wegen, die Ergebnisse des langen Prozesses doch noch zu sichern.

    Ich kann hier alle Beteiligten verstehen. Es ist schade, weil am Ende werden es nun mutmaßlich weiße Plastikklötze. Dann haben wir alle verloren.

    Wäre schön, wenn der T3 trotz fehlender Auslastung voll in Betrieb genommen wird, um dann endlich die Eingangshalle des Terminal 1 mit seiner Warbenstruktur umzubauen und mit einer schönen Optik zu versehen und die toten Obergeschossbereiche zu beseitigen.

    Der Frankfurter Flughafen wird hässliches Stückwerk bleiben, solange nicht der T1 erneuert wird, wo die meisten Reisenden für den Abflug nach wie vor ankommen.

    Ich habe den BER genutzt und muss noch einmal sagen, dass der Übergang zwischen T1 und T2 sehr unglücklich gestaltet ist.

    Zunächst mussten wir unter einem Hallendach über eine große freie Fläche laufen, um dann ohne Dach draußen bis zum T2 weiterzugehen. Das T2 selbst ist qualitativ stark unterdurchschnittlich und erinnert an eine Sporthalle. Die Self Checkins haben nicht funktioniert und es gab kein Personal.

    Bevor wir das Flugzeug besteigen konnten, mussten wir erneut im Freien ohne Dach oder Schutz vom Gebäude eine Weile über das Rollfeld laufen.

    Sehe ich wie Camondo.

    Es spricht extrem viel für eine Hochhausentwicklung im Cluster.

    Frankfurt wollte mit dem Fünf Finger Plan ebenso Hochhäuser entlang der großen Verkehrstrassen entwickeln und hat diesen Plan zugunsten von Cluster Bildungen wieder aufgegeben. Berlin sollte den Fehler nicht noch einmal machen.

    Der Spiegel Online berichtet am 30.08.2024 hinter einer Bezahlschranke, dass interne Protokolle massive Probleme insbesondere beim Brandschutz offenbaren. Sollte sich dies bewahrheiten, erinnert dies ein wenig an den Berliner Flughafen.

    Die Meinung zu 1, dass Hochhäuser in einem Cluster stehen sollten, um durch die psychologische Wirkung des Clusters gestalterische Unzulänglichkeiten oder den unzulänglichen Sanierungszustand am einzelnen Hochhaus auszugleichen, teile ich. Es sind eben keine Kirchen mit solcher Gestaltungstiefe, dass sie allein im städtebaulichen Kontext stehen können.

    Die Meinung zu 2 scheitert schon daran, dass die beschriebene städtebauliche Komposition aufgrund der Hochhausriegel neben dem Roten Rathaus und dem Motel One nicht zu erkennen ist.

    Als Nicht-Hamburger finde ich es verrückt, wieviel Leere sich um den Bunker in einer Stadt befindet, wo extreme Wohnungsnot herrscht.

    Ich weiß, es muss einen Ort für Volksfeste und ähnliches geben, aber in unzerbombten Städten mit intakter Struktur wird auch ein Ort für solche Events gefunden.

    Das Flachdach ist im Industriallook schon schlüssig und für das einfügen in die nähere Umgebung (leider) unmaßgeblich. Was mich erneut und gerade bei einem höherwertigen Bau stört, sind die Regenabflussrohre, welche die ruhige und gediegene Fassadengestaltung verunstalten. Es ist nicht das erste Mal Thema, aber vllt. lesen Architekten, Planer oder Gesetzgeber hier mit und ändern es bei künftigen Bauten ab.

    [mod]Bezieht sich hierauf.[/mod]

    Bei Bauverzug wird immer mit Corona und Ukraine argumentiert, weil dies Umstände höherer Gewalt sind, welche das Bauunternehmen nicht zu vertreten hat und folglich weder für Schadensersatz noch für Vertragsstrafen in Anspruch genommen werden kann.

    Der Umstand, dass Berlin Unternehmen wie Groß & Partner fehlen, welche Großprojekte auch in einem sich wandelnden Marktumfeld umsetzen können, ist nur teilweise plausibel. Zwar wird beispielsweise beim Hotelturm in Neukölln mit Außengerüst gebaut, was für eine zügige Hochhausumsetzung ungewöhnlich ist. Auf der anderen Seite wurden im hiesigen Quartier drei Hochhausprojekte erfolgreich umgesetzt. Ausgehend davon wird es das Marktumfeld für Luxuswohnungen sein, für welchen die Berliner im Schnitt nicht gut genug verdienen, für internationale Drittwohnungsnutzer Berlin im Hochhaus nicht attraktiv ist und die Besserverdiener lieber in Altbauwohnungen in Szenekiezen leben. Ich persönlich finde Hochhauswohnungen auch nur dann interessant, wenn ich auf das Meer und/oder eine Skyline schauen kann. In Berlin schaue ich hingegen auf eine flache Stadt ohne Meer, mit einzelnem Stückwerk, was Hochhäuser angeht. Ich würde mein Geld, wenn ich es denn hätte, daher auch in eine Altbauwohnung in einem Szenekiez investieren.