Ich kann Euren Wunsch nach mehr Erhalt von Altbestand durchaus verstehen!
Komme selber ja ursprünglich aus einer restaurierten und rekonstruierten Weltkulturerbestadt ( Hansestadt Wismar ) und weiß nur zu gut, wie schön so etwas ist.
Ich glaube auch dass die Meisten sich so etwas wünschen, eine historische Altstadt in der City, verbunden und integriert mit modernem Städtebau.
Nun frage ich mich aber auch, wie kann man in Stuggi so etwas umsetzen?
Als erstes ist schon mal festzustellen, wie Ihr ja auch schon geschrieben habt, dass in den Nachkriegsjahren nicht viel von der total demolierten City wieder aufgebaut wurde.
Oder zumindest versucht wurde zu erhalten...
Also müsste eine Rekonstruktionspolitik im Städtebau eingeführt werden.
Wie kann mann jetzt diese Umsetzen?
Ich glaube primär wäre nicht jeder Investor darauf scharf, alte kleine Häuser zu bauen, die dann keiner Mietet weil -> zu kleine Büro/Geschäftsflächen, oder auch Mietwohnungen, viel zu viel preislicher Aufwand bei astronomischen Bodenpreisen.
Also benötigt mann Unmengen an Fördersummen, welche vom Bund mit Sicherheit nicht gegeben werden, weil man erkennen würde, dass es sich nicht lohnt in der Stuttgarter City, mit viel preislichem Aufwand kleine Fachwerkhäuschen zu bauen. Denn der Bedarf ist ein ganz anderer.. Sicher stehen viele Büroräume leer. Aber warum? Weil die Kunden es nicht einsehen für astronomische Mieten, einen unklimatiserten, alten, nach Muff riechenden Bürokomplex mieten zu müssen. Bsp.: KPMG in der Theo-Heuss-Straße. Bevor die in irgend welche alten Büroriegel einziehen, bauen sie lieber neu. Und zwar auf ihre eigenen Bedürftnisse zugeschnitten.
Also halten wir fest. Der Bürger wünscht sich den Erhalt oder Rekonstruktion von Altbestand in seiner City, die Wirtschaft benötigt aber Büro- und Geschäftsräume, welche bei den hohen Bodenpreisen bestens auf sie zugeschnitten sind.
Letztlich muss das Gebäude für den Investor aber auch Gewinn- bzw- Kostendeckend sein.
Wie stellt ihr euch das vor?
Mir fällt da nur eine Fassadenerhaltung ein!
Das heisst, es wird alles was hinter der alten Fassade ist abgerissen und diese dann eben in den Neubau integriert. Das kann dann aber auch wieder jede Menge Unmut geben, weil viele es nicht leiden können wenn um ein kleines Fachwerkhäuschen eine Glasfassade gespannt wird.
Es ist schwierig hier einen Konsenz zu finden.
Wenn der Bürger sich den Erhalt nach Altsubstanz wünscht und die Wirtschaft aber ganz andere Bedürfnisse hat.
Das unter einen Hut zu bringen ist eine Herausforderung.
In Stuttgart hingegen wird sowieso grad nix auf den Weg der Mitte gebracht.
Entweder werden Tipis gebaut und wir müssen alle zurück in dei Steinzeit oder es wird mit der politischen Druckkeule um sich gehauen um die Moderne durchzuprügeln.
Aber konstruktiv reden tut hier keiner miteinander. Wie ich schon immer sage:
Alle nur im Schwarz- und Weiß Denken