Beiträge von madmind

    Es gab soweit mich erinnere keine echte Mehrheiten, denn bei der Volksabstimmung konnten die Gegner selbst im Stuttgarter Kessel keine Mehrheiten erlangen, was mich damals echt überrascht hat. Sorry, aber der Drops ist gelutscht und der Zug abgefahren.

    Ich habe mir auch die Tage der offenen Baustelle angesehen und von einer Art Volksfest zu reden wäre fast schon eine Untertreibung. So voll wie heute mittag war das glaube ich noch nie. An jedem Info-Stand stand eine Traube von Leuten, man stand sich fast überall gegenseitig auf den Füßen. Allein die Schlange für die Besichtigung des Trogs reichte ungelogen bis zum Kopfende des Bahnhofs.

    Von dem was ich mir im Trog zum Glück schon am Freitag anschauen konnte bin ich positiv überrascht wenn nicht sogar beeindruckt. Der Bau wird ein dankbares Fotomotiv werden, denn schon jetzt ist mir klar, dass es da keine einzige langweilige Perspektive geben wird. Egal, wo ich gestanden bin, es sah schon jetzt elegant und interessant aus. Wenn dann beim fertigen Bau noch die "Lichtspiele" der Sonne durch die Kelchaugen dazukommen werden dürfte jeder Tourist schon da seine Kamera zücken. Das haben die Besucher heute übrigens auch in Massen gemacht, was ich vorher in der Form auch noch nicht erlebt habe bei den letzten Besuchen.

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    [...]

    Das keiner durch die Theaterpassage läuft, hat vielleicht einen andern Grund. Der Stuttgarter hat je ein generelles Problem durch Unterführungen sowie durch Passagen, die nicht lichtdurchflutet sind, zulaufen oder sich in S- oder U-Bahnhöfen aufzuhalten. [...]

    Hmm, wenn ich auf der Königstraße an der Theaterpassage stehe, dann gibt es im Moment leider wenig Gründe, warum ich dort durchlaufen sollte. Gehen wir es mal durch und ignorieren mal alles direkt an und in der Passage: Die Kultureinrichtungen geradeaus weiter sind im Normalfall eher marginal interessant, der Ferdinand-Leitner-Steg links führt direkt zur S21-Baustelle bzw. von dort kann ich dann entscheiden, ob ich nach links zurück zum Hauptbahnhof gehe (also fast im Kreis gelaufen bin) oder ich kann mit einem Riesenumweg zum Planetarium oder zur Haltestelle Staatsgalerie laufen. Ok, das ist bald vorbei mit der Baustelle aber später ist da auch nicht mehr. Zurück zur Passage: Wenn ich statt nach link nach rechts gehe, dann kommt da der Eckensee der jetzt auch nicht sooo aufregend ist. Höchstens vielleicht zum Sonne tanken, aber seitdem die Gänse sich dort niedergelassen haben und alles als Toilette nutzen, gleicht die zur Königstraße liegende Seite einem Spießrutenlauf. Auch nicht gerade prickelnd. Gut, wenn ich Lust habe, dann kann ich von dort weiter in Richtung Charlottenplatz laufen oder zurückschwenken in Richtung Königstraße auf den Schlossplatz (der sich zum Sonne tanken auch viel besser eignet). Das kann ich aber auch haben, wenn ich auf der Königstraße bleibe.

    In der letzten Zeit konnte ich zumindest tagsüber in der Passage selber keine Obdachlosen sehen, die waren eher dahinter im Park anzutreffen.

    Ich glaube an der Ecke und dahinter gilt mal wieder das Stuttgarter Prinzip, dass man es einfach zu lange hat links liegen lassen. Wenn die LBBW nun den Gebäudestreifen umbaut/erneuert und dabei die Passage "entfernt", dann sollte die Stadt etwas Geld in die Hand nehmen und das Areal dahinter kräftig aufwerten.

    Die Bodenbeläge rund um den Hans-im-Glück-Brunnen (Geißstraße und Töpferstraße) inklusive Regenabflüssse und Brunnenabfluss werden von Oktober bis April 2022 komplett saniert. Konnte das heute in einer Ankündigung lesen, die bei einem der dortigen Restaurants an die Tür geklebt war.

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    Es scheint wohl wenig klug gewesen zu sein, eine "ehrliche" Kostenkalkulation zu präsentieren, denn nun steht plötzlich alles zur Disposition.

    Ich finde das gut und auch nur konsequent, wo doch gerade aus dem grünen Umfeld bei anderen Projekten genau diese "unehrlichen" Kalkulationen beanstandet worden sind. Sie können also gar nicht anders, als transparent sein. Allerdings würde ich die Kalkulation eher als "realistisch" bezeichnen, wobei wir halt eben nicht genau wissen, was alles enthalten ist im Paket.

    Und ja, ich finde es ganz gut, wenn vielleicht auch mal im Umfeld des Kunstbetries solche Grundsatzdiskussionen aufkommen. Es ist ja nicht nur der Bau an sich, der Unsummen verschlingen könnte, sondern auch der Betrieb. Meines Wissens ist der auch und gerade in Stuttgart dank hoher Personalkosten wirklich stark subventioniert.

    Ich stehe nun hier also als Laie und habe den Eindruck, dass wir es hier mit einer Einrichtung zu tun haben, die außerhalb der Kunstkreisen nicht wirklich auffällt, aber dafür beim Umbau eine Milliarde verschlingen soll und dazu noch jährlich vermutlich dutzende Millionen an Subventionen dazukommen. Insofern ja, mir kommt es wirklich so vor, als müssten wir alle für die Liebhaberei weniger bezahlen. Deshalb sehe ich es wie Regent: Neubau an anderer Stelle, den Littman-Bau halbwegs ertüchtigen und - auch wenn in diesem Forum weniger relevant - die Personalkosten mal etwas nach unten drücken.

    Eine Millarde ist nunmal eine ziemlich große Hausnummer. Mich würde bei so einem Betrag auch interessieren, wo eigentlich die ganze Kohle genau verbaut werden soll. Mich würde auch interessieren, ob wir es hier mit der Luxusvariante des Umbaus zu tun haben oder ob das schon die Sparvariante ist. Man kennt die Verkaufsmasche ja: Erst mal das richtig teure zeigen und dann ist alles andere im Vergleich billig.

    Trotzdem: Bei diesem Betrag erwarte ich dann aber auch das Neueste in jeglicher Hinsicht wie z.B. Streaming, neueste Soundtechnik oder auch flexibelste Bühnentechnik. Ebenso sollte man dann auch so bauen, dass zukünftige Umbauten dann vielleicht auch etwas günstiger zu haben sind. Aber dann bleibt eben wieder für mich die Frage, ob es sich bei diesem Betrag lohnt, in dieser Form weiterzumachen, oder nicht gleich den großen Wurf mit grundauf hochmodernen Bauten zu wagen. Für eine Millarde sollte da doch so Einiges möglich sein.

    Egal, wie ich es als Laie im Moment drehe und wende, ich finde einfach keinen Punkt, an dem ich uneingeschränkt sage, ja, der derzeitge Plan mit dieser Milliarde lohnt sich als Investition.

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    Ist es wirklich so dramatisch, dass hier Sichtbeton statt Naturstein zu sehen ist? Oder dass man vom Killesberg blickend nun einen Betonbau mehr im Stadtpanorama sieht? Der Impact ist doch wirklich gering.


    Nein, für mich ist das absolut nicht dramatisch. Aber: Bei einem so minimalistischem Bau wie hier sollte man als Architekt schon wissen, was man tut. Es müssen spannende Details geschaffen und diese auch gekonnt integriert und inszeniert werden. Ein minimalistischer Bau verzeiht dabei in meinen Augen keine Schlampigkeit und kein Unvermögen.
    Die Fassade der Schule hat z.B. zur Straßenseite hin wirklich nichts zu bieten. Es gibt keine interessanten Einblicke, Formen oder Perspektiven. Ebenso fehlen kreative Ansätze wie beispielsweise großflächig vs kleinteilig, hell vs. schattig, goldener Schnitt, Rhythmen, Wiederholungen, Farbtupfer, Materialkontraste und so weiter. Im Internet gibt es unter dem Stichwort minimalistische Architektur genügend fantastische Beispiele, wie man es machen kann.

    ^^Hauptsache, die Bilanz bei S21 liegt niedriger als bei K21.

    Man könnte z.B. auch so rechnen: Tendenziell werden sich Unternehmen dort ansiedeln, die sich diese Top-Lage leisten können und wollen. Man kann dann die Annahme treffen, dass in einigen Fällen bereits existierende Unternehmen aus dem näheren Umland dorthin ziehen werden. Die dadurch freiwerdenden Flächen dürften tendenziell weniger Preisintensiv sein. Also können sich darin wieder Unternehmen ansiedeln, die sich das (neuerdings) leisten können oder wollen und hinterlassen ihrerseits wieder Flächen die tendenziell günstiger sind etc. pp. Am Ende dieser Kette steht die Drei-Mann-Klitsche, die endlich bezahlbaren Arbeitsraum gefunden hat.
    Wie Du siehst, man kann dieses Spiel auch andersrum spielen ;)

    Ich gebe mal ne Wette ab, dass die Fassade in spätestens drei Jahren neu gestrichen wird.
    Ansonsten will mir das Ergebnis nicht so recht gefallen. Zu viel Chaos und Willkür, das besonders Krass bei der Klinkerfassade deutlich wird. Und bei dem großen Logo. Und bei dem Schritzug "Reception". Witzigerweise wirkt der Bau ein wenig so, als hätte man einen typischen Vertreter der 60er renoviert.

    Ich habe die neueste Entwicklung mit Enttäuschung gelesen. Für mich ist das ein für diese exponierte Stelle absolut ungeeignetes Gebäude und ich gehe soweit zu sagen, dass selbst ein langweiliger Neubau besser wäre, als das, was jetzt da steht. Wenigstens wäre dann die Gefahr eines möglichen Denkmalschutzes weg und man könnte einen jetzt gebauten Schrott in zehn Jahren ohne Probleme durch "was Gscheits" ersetzen.

    Aber gut, für mich ist die C&A-Seite der Querspange sowieso eine einzige bauliche Katastrope, die man am besten komplett abreissen und neu gestalten sollte. Da kann man nichts mehr retten.

    Ich schließe mich auch an. Das ist ein ziemlich billig wirkender Entwurf im typischen Copy-Paste-Stil.
    Allmählich bekomme ich ja das Gefühl, dass man Künstlichen Intelligenzen den Design-Teil überlassen könnte. Langweiliger kriegen die das sicher auch nicht hin.

    Hmm. Es steht zwar in der Pressemitteilung, dass ein weiteres Brauhaus einzieht, aber irgendwie ergibt das keinen Sinn. Darin steht ja, dass Dinkelacker der Mieter ist, aber die Enchilada-Gruppe der Betreiber. Die Enchilada-Gruppe hat das Carls Brauhaus als Marke unter sich und laut einer älteren Pressemitteilung betreiben die auch das existierende Carls Brauhaus in unmittelbarer Nähe. Ergo würden die sich mit einem weiteren Brauhaus selbst Konkurrenz machen. Würde ein Besitos oder ähnliches da nicht mehr Sinn ergeben?

    Die Visualisierung sieht aus wie ein Erlkönig auf der Straße. Da ist ja wirklich fast gar nichts mehr zu erkennen. Und was von der Fassade in dem ganzen Transparenz- und Reflektions-Brimborium zu erkennen ist, fühlt sich auch noch erschreckend altbacken an, so als ob es direkt aus den 80ern käme.

    Und meine Güte nochmal, könnten wir bitte damit anfangen, wenigstens ein bis zwei Stockwerke mehr draufzusetzen oder darf jetzt schon die Straße nicht mehr verschattet werden?

    Mich gruselts vor dem gebauten Ergebnis.

    Ich sehe es schon kommen: Dank immerwährendem Effizienzgedanken wird das Grünzeug an der Fassade nur einmal im Jahr gepflegt. Da der Gärtner nach der Methode Rasenmäher lebt und Zeit natürlich auch Geld ist, wird einfach einmal kurz quer von einer Seite zur anderen geschnitten. Die Mitarbeiter haben somit einen halb runtergelassenen, grünen Rolladen vorm Fenster und die Passanten die Frage im Kopf, ob das nicht auch schöner ginge. Und natürlich wird ab dem 10. Jahr nach dem Bau der Zustand von Jahr zu Jahr schlechter, da noch weniger Arbeit reingesteckt wird.

    Wollen wir Wetten? In 25 Jahren wird das Gebäude als neue Bausünde gelten - wenn es denn dank dem Wäldchen überhaupt so lange durchhält.

    Ich plädiere hiermit dafür, die Diskussion der letzten Tage (so ca. ab dem 16.08.) in die S21-Grundsatzdiskussion zu verschieben. Dort könnten sich dann alle Beteiligten der letzten Tage von mir aus gerne die Köpfe heiss diskutieren, während der Rest sich den Baufortschritt in diesem Thread anschauen kann. Deal?

    Generell würde ich ich mich auch freuen, wenn sich manche Beteiligte ungeachtet der möglichen Verschiebung etwas beruhigen würden.

    Normalerweise bin ich durchaus ein Freund von Sichtbeton, wenn er denn in Qualität und Gestaltung ansprechend ist. Das Ergebnis hier ist jedoch in meinen Augen leider ziemlich schlecht ausgefallen. Die extrem langweilige Fassade an der Straße macht das Ganze dann nur noch schlimmer.

    Odysseus
    Natürlich ist der Umbau im Vergleich zur Ist-Sitution eine Veredelung und eine Verbesserung, was soll es denn sonst sein? Gut, über den von Dir erkannten mangelnden Indivualismus bei diesem und anderen Gebäuen kann man sicher trefflich streiten, aber seien wir doch mal ehrlich: Stangenware gab es schon immer. Sogar die Gründerzeithäuser in Stuttgart sind eigentlich übelstes Copy&Paste mit ein paar Variationen in der Fassadengestaltung. Und das findest Du oft genug in einer einzigen Straße. Dass der Bau so ähnlich von Dir ein paar Mal in Berlin gesehen worden ist - also quasi am anderen Ende von Deutschland -, ist im Vergleich ja schon harmlos.

    Zum Bau selbst: Ich hoffe, dass der in der Visualisierung angedeutete vertikale Rhytmus durch die Steinfarbe in Bodennähe am Ende noch besser zur Geltung kommen wird. Die Staffelgeschosse wirken leider ziemlich billig, da hätte man die wertigen Materialien ruhig auch verbauen können. Ich frage mich auch, was es mit den "steinernen Vorhängen" (?) auf sich hat, die man bei jedem Fensterblock erkennen kann.

    Ich hoffe nun, dass das der Startschuss ist für eine Aufwertung des doch ziemlich üblen Areals in Richtung C&A. Vor allen dieser "Hinterhof" hinterm C&A...

    Sapperlott
    Im Moment sehe ich, wie durch nichtstun der Politk der Druck auf den Immobilien- und Wohnungsmarkt steigt, da die Nachfrage da ist, aber nicht genügend Wohnungen gebaut werden, um nicht nur die Preise stabil zu halten, sondern diese auch zu senken. Das gilt sowohl für den Kessel als auch für die Peripherie. Eigentlich müssten in Stuttgart dutzende Bauprojekte gleichzeitig auf Hochtouren laufen, die in irgendeiner Form den verfügbaren Platz der Stadt in Bezug auf Quadratmeter und Einheiten erhöhen. Stattdessen haben wir aber eine Situation, in der die Stadt nicht verdichtet werden darf oder wird, aber auch keine neuen Flächen verbaut werden sollen. Aber in die Höhe bauen ist auch nicht erlaubt. Und ich bin damit am Ende meines Lateins angekommen. Wie soll der sprichwörtliche Druck aus dem Kessel genommen werden? Dreimal in die Hände klatschen und beten, dass der Wirtschaftserfolg ausbleibt?

    Vielleicht ist es ja ein bisschen grün angehauchte Romantik des idealtypischen Dorfes mit viel Grün und Raum, das man sich z.T. unbewusst in Stuttgart wünscht, aber das wird nicht kommen - zumindest wenn die Entwicklung stabil bleibt. Nicht heute, morgen oder übermorgen. Wenn aber viele diesem Traum zu lange anhängen, dann prophezeihe ich weiter steigende Kaufpreise und Mieten. Und irgendwann kommen dann eben die richtig deftigen Verdrängungseffekte, die dafür sorgen, dass normalsterbliche nicht mehr im Kessel oder in der näheren Peripherie leben können. Das gleiche wird bei den Mieten für Geschäfte passieren. Die Preise gehen immer weiter nach oben und die gleichen Verdängungseffekte treten ein. Nur die großen Ketten bleiben.

    Es wird ironischerweise dann genau das mit Wucht eintreten, wogegen viele Kämpfen. Aber irgendwie habe ich das Gefühl dass es eigentlich schon zu spät ist. Bis nämlich potenziell angedachte Hochhausprojekte (oder sonstige verdichtende bzw. vergrößernde Projekte) duchdiskutiert, geplant, genehmigt, durchgeschlichtet und gebaut sind, ist wahrscheinlich der Berliner Flughafen zweimal fertig.