Beiträge von architakt

    Alte Gagfah-Zentrale

    Das halbe Haus steht schon nicht mehr - also natürlich ein ganzer Abriss. Ich habe auch noch nichts erfahren von einem neuen Projekt? Und nebenbei: was passiert mit dem schon seit 2 Jahren eingerüsteten Gebäude an der Freiheit, welches von Kölbl Kruse eine neue Fassade erhalten sollte? Die alte Fassade ist schon lange ab, neue Mieter wurden bereits beworben, Läden stehen leer, und es tut sich nichts? Wer weiß auch dazu mehr?

    Natürlich nicht C&A, sondern P&C schließt ein Outlet.
    Die Stadt Duisburg versucht natürlich, ihren Zustand und ihre Entscheidungen schönzureden und wundert sich dann etwa, dass sie für die Sparkassenakademie (und für den öden unauffälligen Architekturentwurf, der irgendwo in einer Seitenstraße überall so stehen könnte) eine Absage erhielt. Von erfahrener Seite wird man wohl wissen, dass auch das Stadtfenster kein Frequenzbringer sein wird: Roßmann wird es nicht sein und Bürger, die sich Bücher leihen wollen, sind wohl auch nicht der kaufkräftigen Klasse zuzuordnen. Schon die Königsgalerie ist kein Frequenzbringer geworden, hat reichlich Leerstand, und ist bei jedem meiner Besuch fast wie leergefegt.
    Der Knüllermarkt am Münzplatz tut der Straße nicht gut: nun alles vollgestellt mit billigen China-Plastik-Artikeln vor und in einem alten, wenig ansehnlichen Gebäude, welches Entwickler Stüdemann hätte abreisen wollen, bevor Knüllermarkt noch zugriff... das lässt wenig Hoffnung aufkommen.

    Ich kann mir nun wirklich nicht vorstellen, dass Duisburg von der Sparkassen-Akadamie gewählt werden würde. Warum auch? OB Links Argumente (Autobahnnähe, Bahnhofsnähe, Stadtnähe) hat bisher noch niemand überzeugt - bis auf einen Möbelmarkt. Die Akadamie würde in der Ödnis liegen, die Innenstadt ist gefühlt weit weg, nicht mal der zu überquerende Bahnhofsvorplatz (wenn man es denn bis dahin geschafft hat) ist einladend, und die Innenstadt übt für Besucher weiterhin den Reiz eines Stadtteils einer beliebigen Stadt aus (interessantes Wohlgefühl für Auswärtige Gäste gibt's vielleicht noch am Dellplatz oder Innenhafen, also ganz und gar nicht Fußweite von einem Akadamie-Standort.
    Alle Argumente, die Duisburg als Vorteil für ihren Standort aufzählt, werden etwa von Essen an der Hollestraße auch erfüllt, und manchmal auch attraktiver: noch viel weniger Fußweg zum HBF, noch mehr Hotels (und in mehr Kategorien) und diese auch in Fußreichweite, lebhaftere Innenstadt mit reichlich Gastronomie, zwei Autobahnausfahrten in nächster Nähe (Essen-Zentrum und Essen-Huttrop). Und wenn OB Link noch die Nähe zu Grün hervorholt, muss man doch sagen: um nach Wedau zu kommen, würden auch Akademie-Besucher, ÖPNV oder Auto nehmen müssen. Da kann man auch in Essen einfach die S-Bahn zur Villa Hügel nehmen und somit in 10 Minuten vom Hbf aus auf den Baldeneysee schauen.
    Für die Duisburger Freiheit interessiert sich trotz angeblicher, schon seit so vielen Jahren gerühmten Vorzügen, kein privater Investor und auch mit der Akademie wird's nichts werden. Duisburg müsste zuerst mal die bestehende Innenstadt entwickeln und Strategie ändern: kein Abriss von alten Gebäudigen (bei Voksbank) und alten Bäumen (Mercatorstraße), bessere Pflege des Schönen (z.B. zerfallende Bänke auf den Rasenflächen des König-Heinrich-Platzes), mehr Augenmerk auf Architektur bei Neubauten in der Innenstadt (z.B. Bausünde jobcenter neben IHK, graues ADAC-Gebäude, Neubau am Sonnenwalll, geplante Bausünden an Marienkirche, Feuerwache im Innenstadtkern), und es fehlen interessante Akzente und statt dessen lieblose Gestaltung der City (schäbiges Außenmobilar mancher Restaurants in der Königstraße, vernachlässigte und langweilige Fassaden an Königstraße, mutlose Gestaltung der Fußgängerzone, zu viel uninteressantes Warenangebot und Gastronomie. So bleibt er schlechte Ruf - und dies zu Recht - und so bleibt es bei Absagen von Investoren und Neuansiedlungen.

    es nervt

    Können Mitglieder und Moderatoren endlich einmal diesen respektlosen Umgang miteinander unterlassen. Die Beiträge,die von beiden Seiten geäußert werden, sind ja für unbeteiligte Leser nicht mehr zu ertragen. Wenn man nicht mehr weiß, wie man respektvoll mit Menschen spricht, sollte man sich wohl lieber auf die Stärken konzentrieren und somit wieder über Baustellen und Gebäuden sprechen?
    Es geht hier um Meinungsaustausch von Städtebau unter Menschen, die nur Ergebnisse beobachten und ihren persönlichen Senf hinzugeben. Also eigentlich nur bedeutungsloses Gequatsche unter uns allen. Wie kann man da nur bei solch einem belanglosen Freizeitunternehmen Lust haben, andere herabzusetzen!
    Also: bitte Schluss damit. Im Forum erwarte ich, dass nicht ihr das Stadtgespräch seid, sondern das Stadtgeschehen.

    Ich denke ebenfalls, dass hier keine Ausgehviertel mit Bars und Restaurants entstehen sollte, sondern man den Stadtkern auf eine intelligentere Weise beleben wollte: mit Bewohnern, die hier ihr Zuhause finden, und alltäglich sich in der Innenstadt aufhalten, hier ihr Leben gestalten und Geld ausgeben und die Nachbarschaft verändern. Das Ausgehviertel sollte somit nicht im Univiertel entstehen, sondern das Univiertel kann dem Nordviertel der City helfen, sich aufgrund der neuen Anwohner und deren Kaufkraft zu verändern.
    Übrigens: ich hatte im März eine kleine Tagung an der Uni durchgeführt mit Gästen aus ganz Deutschland, die zumeist erstmals ins Ruhrgebiet kamen. Dabei waren auch Gäste aus Hamburg oder Berlin, welche von Essen ganz angetan waren und das Univiertel sehr gelungen fanden... eine Hamburgerin meinte sogar, dass es an die Hafencity in HH erinnere, aber sogar atmosphärischer und gemütlicher hier erscheine. Ich mag den Bogen, hin zum Collosseum-Theater, mit etwas Weite und Ruhe und Licht und Moderne recht gut.

    JackJackson, heute hast du gleich 4 Kommentare zu Essener Projekten hinterlassen, jeweils mit der einen Botschaft: scheusslich, Assi, Fehlplanung - und dies auch zu Projekten, die problemlos funktionieren und große Anerkennung erfahren. Ich würde mich freuen, wenn man sich hier nicht am Lästern erfreut, sondern sich tatsächlich architektonisch und stadtplanerisch mit den jeweiligen Projekten befasst. Wie etwa dieser Neubau für Schenker ein Glücksgriff ist, gerade an dieser Stelle einen Reiz hat, und nicht allein Höhe von Gebäuden einer Stadt Ausstrahlung verleiht.

    Kleine Korrektur zu den Fotos:
    Auf den WAZ-Neubau muss man noch warten - da ist man noch in der Planungsphase. Und es wird auch entlang der Segerothstraße errichtet.

    Auf den Fotos 1+2 sieht man also eine andere Baustelle: auch dort werden Mietwohnungen errichtet. Es haben zwei Wohnungsprojekte begonnen: auch VIVAWEST baut.

    Es ist ja schön, das Allbau Wohnungen baut - auf dem Areal des ehemaligen Berufskollegs Holsterhausen. Dies hat aber mit dem Areal der ehemaligen Volkshochschule an der Hollestraße ja nichts zu tun. Dort steht noch kein Bau endgültig fest - zunächst einmal ist ein Abriss noch in diesem Jahr in Planung, bevor ein Bürobau dort entstehen soll.

    Und wieder einmal ist es erschreckend, dass sich in Duisburg über die Pläne der Volksbank niemand empört. Die Volksbank will die schmucken, in ihrem Besitz befindlichen Jugendstilhäuser an der Börsenstraße abreißen! Schöne Fassaden, wobei manche vor noch nicht allzulanger Zeit restauriert wurden. Das Mercatorhaus soll neu erreichtet werden, jedoch die verbleibenden historischen Fassaden der Innenstadt verschwinden weiterhin stillschweigend.

    Ich hoffe dagegen, dass dieses Einkaufszentrum in Hamborn niemals Wirklichkeit wird - wegen den Plänen, die "denkmalgeschützte Rote-Kreuz-Villa" dafür abzureisen. Und diese Villa ist aus meiner Sicht eine wunderschön anzusehende und gut erhaltenes, fast freistehendes Jugendstil-Haus. Derzeit gibt es in Duisburg ein Bildband über die Veränderungen der Stadt zwischen 1945-1965 zu kaufen. Es ist so schmerzhaft, darin zu sehen, welche wunderbaren und prächtigen Jugendstil-Geschäftshäuser in der City unbeschadet den Krieg überstanden hatten, dann aber für Straßenverbreiterungen ohne Bedenken abgerissen wurden (vieles davon hatte ich bisher nicht gewusst). Errichtet wurden stattdessen: Parkhaus von Kaufhof (abgerissen wurde ein großes ehrwüriges Geschäftshaus), graues Bürogebäude am Kuhtor (da gab es scheinbar ein prächtiges Gebäude mit Arkaden, welches jedoch das Kuhtor verent hatte), Lehmbruck-Museum (hier wurde einfach die Böninger-Villa entsorgt) und vieles mehr. Es war mir bisher nicht bekannt, dass die angebliche Modernisierung nach dem Krieg so deutlich auch unbeschädigte und stadtbildprägende Gebäude ohne Proteste vernichtet hatte. Ähnlich scheint mir das Vorgehen und der fehlende Protest wieder hier: am Altmarkt in Hamborn, in Bruckhausen, in Meiderich (statt historische Fassade des Elisabeth-Krankenhauses auf der Von-der-Mark-Straße nun eine nun unangemessene Architektur für Altenheim-Erweiterung) - im besagten Bildband sieht man auch, dass in Meiderich noch in den 80ern ein schönes Hotelgebäude abgerissen wurde, um den Klotz des Bahnhofcenters dort zu errichten.

    Kann man mit solch unqualifizierten lästernden Beiträgen ein Goldenes Mitglied hier werden??? Wow! So denken Rheinländer wohl über das Ruhrgebiet.
    Nun, auch das nördliche Ruhrgebiet ist keinesweg hässlich, und selbst dort, wo es abgerissen wird, wird Schönes abgerissen, z.B. in Duisburg-Bruckhausen schöne alte Jugendstilhäuser, in denen nur ewig nicht mehr investiert wurde, so dass man lieber Stahlwerke ohne Auslastung stehen lässt statt Ideen für die Bausubstanz zu finden.
    Die Verkehrsverbindung zu Zollverein kann wohl kaum schlecht genannt werden. Auch wenn man den direkten Anschluss der S2 nicht nutzen möchte: Straßenbahn 107 von Essen HBF nach Zollverin im 10-Minutentakt mit einer Dauer von nur 16 Minuten. Vom Bonner HBF zu Telekom und UNO-Viertel gehts etwa auch nicht schneller.

    Und Zollverein hat jetzt schon viel Leben: zwei Museen und mehr, und es ist auch als Park angelegt (!!!) (auch im Beispiel Dortmund ist nicht alles gesprengt, sondern auch dort werden große Bauten erhalten und neu genutzt!), und die RAG hat dort gerade ihr Bürogebäude gebaut, und es ist bevölkert von Handwerkern, Künsterln, Restaurant und Biergarten, von Eisläufern, Schwimmern, Tanztheater (PACT) und Folkwang-Hochschule. Und das Ruhrgebiet hat schon genug gelitten durch Sprengen und Abreisen und Entfernen von geschichtlichen Spuren. Andere Städte mögen viele Steuergelder für Altstädte verwendet haben. Zollverein ist eine Altstadt von Essen - und die folgenden Generationen werden dankbar sein, dass dieses Stück erhalten blieb.

    Empfehlung: nächstes Wochenende ist Zechenfest. Da kann man sich mal ein Bild machen von der Lebendigkeit und vom Reiz von Zollverein, von der Ausstrahlung der Architektur, auch ohne "Dubai"-Fantasien.
    Manchmal können auch goldene Mitglieder blech reden.

    Die Ansiedlung des Knüllermarktes im ehemaligen Sinn-Leffers-Gebäude hat leider der Entwicklung der Münzstraße nicht gut getan und führt meiner Ansicht nach zu einer weiteren Talfahrt des Viertels. Stüdemann, der benannte Projektentwickler, wollte nicht nur am Calaisplatz eine Erneuerung vornehmen, sondern er wollte auch das Sinn-Leffers-Gebäude ersteigern, dann abreisen und so das Viertel von der Mitte her entwickeln. Die Inhaberin hat das Gebäude dann leider ihm weggeschnappt und über Wert bei der Versteigerung geboten. So bleibt der Schandfleck in der Mitte, die Möglichkeit, der einen weiten Platz mit mehr Athmosphäre für den Münzplatz zu schaffen, ist dahin. Kurz nach Übernahme vom Knüllermarkt hat sich dann auch das Restaurant aufgegeben und die Planungen und Investitionen für die Münzstraße stocken. Entwickler werden nun wohl erst abwarten wollen, welche Impulse das Stadtfenster bringt. Ich vermutte allerdings, dass das Stadtfenster keine großen Impulse setzen kann, wie ja schon die Königsgalerie, die mit noch mehr Ambitionen an den Start ging und ein trauriges Bild abgibt: obere Etage ist voller Leerstand, unten wirbt schon der Zoo im Schaufenster - die alte Galeria war belebter und belegter.

    Die Fassade wird so bleiben, nicht verklinkert wie auf den Animationen, sondern verputzt und rötlich gestrichen. Die Architekten von Ortner & Ortner hatten es anders geplant und erwartet, vergleichbar mit dem von ihnen entworfenen Forum mit verklinkerter Karstadtfassade. Der Bauherr hat sich - aus Kostengründen (ist ja so schon zu teuer) - dann für das Verputzen entschieden. Meines Wissens nach standen oder stehen noch Architekt und Bauherr wegen dieses Fassadenstreites vor Gericht. Zum Glück jedenfalls blieb man bei der rötlichen Färbung. Es ist somit weiterin ein Kontrast zu den grauen Bürogebäuden (ebenfalls wie das dunkelblaue neue Polizei-Verwaltungsgebäude nebenan).

    Natürlich mögen wir alle Altstädte. Aber was wäre eine Altstadt: Gebäude aus dem 19 Jahrhundert, aus dem 18. Jahrhundert, aus dem Mittelalter? Was sollte man im Mercator-Quartier kopieren? Wäre es überhaupt eine Kopie? Die Ansichten, die mir bekannt sind durch alte Stadtansichten und Zeichnungen, weisen eher darauf hin, dass das Viertel nie dem "Schnoor" in Bremen oder einer Münsteraner (ebenfalls egentlich neu entworfenen) Altstadt glich. Eine Rekonstruktion würde eher Straßenzügen gleichen, die es in Duisburg schon zahlreich gibt, auch in Meiderich, Neudorf und anderswo. Es wäre also nichts allzu Auffälliges, außer dass man dann sagen könnte: so sah das Patrizierhaus aus, in dem mal Mercator lebte.

    Der neue Entwurf versucht dennoch, sich abzuheben. Zum einen werden alte historische Wegebeziehungen wieder geschaffen, die durch den Bau des Schulkomplexes verloren gingen. Zum anderen geht es nicht nur um Spitzgiebel mit Glas. Bei der Vorstellung des Entwurfs wurde ausdrücklich betont, dass das Viertel nicht wie aus einem Guss erscheinen soll, sondern jedes einzelne Gebäude einen eigenen Charakter erhalten soll, insbesondere durch unterschiedliche Fassaden (genannt wurden etwa: Holzfassade, Blei, Eisen (wie am Essener Haus der Geschichte etwa), unterschiedliche Steinverkleidungen). So zumindest der Masterplan. Leider mangelt es oft bei der Umsetzung solcher Projekte in Duisburg. Aus der Duisburger Freiheit mit viel Grünfläche und Park wurde ein Möbelmarkt mit Riesen-Parkplatz, etwas Wasser und nur Straßenbegleitgrün als Aufenthaltsort für Passanten. Somit ist abzuwarten, was zwischen Wettbewerb für das Mercator-Quartier und Umsetzung einer Bebauung alles geschieht, abgewandelt wird, verloren geht.

    Auch ich mag den Blick auf den Stadtwerketurm - ganz und gar nicht tagsüber, aber natürlich in der grünen Beleuchtung. Aber doch befürworte ich nun den Abriss, denn das Stadtbild wird dadurch doch auch schöner. Wenn man am Innenhafen läuft, ragt dann kein Schornstein mehr in der Höhe, sondern Salvatorkirche, Karmelkirche und Rathaus zeigen sich ungestört. Schaut man auf die Marienkirche, ragt dahinter nicht dieser Turm noch hinauf. Die Stadt hat dann einfach eine angenehmere Skyline und störungsfreie Ausblicke und Einsichten. Stadt Stadtwerketurm wird das Landesarchiv, welches nun gerade das Dach erhält, dann der markanteste Punkt sein: also Bücher und Geschichte und Bildung statt Abfall, Dreck und Staub. Finde ich sympathischer für Duisburg.

    Ist auch wirklich eine aufwertende Maßnahme, da das Gebäude sehr unansehlich war und dringend etwas unternommen wurde. Ich bin nur überrascht, dass ich zuvor nichts von diesem Vorhaben erfahren habe. Um zu erfreuter kann man sein, dass - gegenüber dem belebten Cafe "fino" - ein Neubau in Duisburg errichtet wird, der aufgrund seiner Höhe auch mehr zu einer Innenstadt passt als das nun abgerissene Gebäude. Zur Architektur lässt sich noch nicht so viel sagen, da die Zeichnung nur die Stirnseite zeigt und Materialien nur erahnen lässt.
    Hier der Link zur Projektseite der Architekten:
    http://www.nikolic-rosenke.de/projekte/gesun…m-duisburg.html