Beiträge von klausfeisel

    bn-fan: Mich würde interessieren, was denn deiner Meinung nach zu den 85% hässlichen Gebäuden / Vierteln zählt und was zu den 15% schönen!?
    Also ich lebe nun seit 22 Jahren hier, bin ein "waschechter" Kölner und deshalb natürlich auch nicht immer ganz objektiv... Dennoch versuche ich die Sache mal einigermaßen sachlich dazustellen:
    Wie schon Lunke geschrieben hat, finde ich das Image Kölns im Allgemeinen nicht ganz gerechtfertigt. Ich denke mal, dass dies auch damit zu tun hat, dass viele Menschen einfach schon (durch Mundpropaganda etc.) ein stark vorbeeinflusstes sowie festgefahrenes Bild der Stadt haben, das sich dann natürlich auch nicht gerade einfach wieder ablegen lässt! Vielmehr fühlen sich gerade die Tagestouris (von denen es in Köln eine große Menge gibt), die sich in ihrer begrenzten Zeit für einen Stadtbummel meist nur auf die nähere Domumgebung / die Einkaufsstraßen (Schildergasse, Hohe Straße, Breite Straße), das Opernquartier, die Altstadt sowie allerhöchst noch auf den Rheinauhafen konzentrieren, in ihrem festgefahrenen Bild von Köln (d.h. Köln = hässlich) bestätigt! Und das sehe ich auch als etwas ganz Natürliches an, schließlich handelt es sich bei den eben genannten Orten - mal abgesehen von großen Teilen der Altstadt und dem Rheinauhafen - zugegebenermaßen nicht immer um anschauliche Stellen (was teilweise auch auf den Kuddelmuddel durch den U-Bahn-Bau zurückzuführen ist)!!
    Dass Köln mit einer Million Einwohnern und einer größeren Fläche als München nicht nur aus Domumgebung, Altstadt und 0-8-15-Einkaufsstraßen (mal abgesehen von der Ehrenstraße in der Innenstadt) besteht, sollte aber eigentlich auch klar sein. Ich denke jedoch, dass die richtig schönen Viertel, von denen Köln meines Erachtens eine Menge hat (Südstadt, Agnesviertel, Belgisches Viertel, Nippes, Riehl, usw.), von vielen Touristen einfach nicht wahrgenommen wird! Dies liegt meiner Meinung nach vor allem daran, dass sie nicht um die Schönheit dieser Orte wissen (mal abgesehen vom Belgischen Viertel und der Südstadt rund um das Severinstor sind diese Ort touristisch wenig erschlossen)! Eine Fahrt auf den Ringen gehört zwar zum alltäglichen Stadtrundfahrts-Programm, jedoch laden hier große Teile der Ringstraße (mal abgesehen vom Ubierring und einigen anderen Abschnitten) nicht zum Verweilen und vor allem nicht zum Erkunden der nahegelegenen Viertel ein! Und gerade das sehe ich als schade an, schließlich gibt es hier architektonisch und kulturell mit am meisten zu entdecken (hoher Bestand an Altbauten, schöne Plätze, gemütliche Cafés, viele private Kleintheater, etc.)!!!
    Auf Seiten der Stadt denke ich könnte man hier touristisch noch eine Menge an ungenutztem Potential rausholen - die Frage ist nur, inwiefern man das als Anwohner möchte und welche Wirkung der Touristenverkehr auf die Stimmung in den besagten Stadtteilen hätte!

    Ein wirklich toller Artikel, dem ich nur zustimmen kann! Einige meiner Freunde / Bekannten haben auch schon bedauert, dass man die einstige Pracht Kölns nicht wieder hergestellt hat.
    Wie auch im Artikel geschrieben steht, ist es natürlich zu leicht, die architektonischen 'Leistungen' der 50er Jahre-Architekten aus heutiger Perspektive anzugreifen, ohne dass man diese in den historischen Kontext einordnet bzw. versteht (wenig Rohstoffe, symbolischen Neuanfang durch neue Architektur schaffen, etc.)!
    Dennoch würde auch ich mich über die Rekonstruktion einiger historischer und identitätsstiftenden Gebäude / Plätze (Heumarkt, alte Oper am Rudolfplatz, usw.) bzw. über den Abriss der zumeist plumpen 50er Jahre-Gebäude freuen, ohne dass natürlich der Schaffung neuer Architektur in Köln der Wind aus den Segeln genommen wird!
    Dadurch könnte vor allem das Bewusstsein von der historischen Bedeutung und die Attraktivität der Stadt Köln enorm gesteigert werden!!

    Ich hab mir gerade auf dem Link zur Ditib mal die anderen Entwürfe für die Moschee angeguckt... Gott oh Gott, da bin ich echt froh, dass man sich für diesen Entwurf entschieden hat! ;) Die anderen sehen ja teilweise richtig übel aus!

    Naja, ich hätte den Bau von Wohnungen auch deutlich besser gefunden... Auf der anderen Seite bin ich froh, dass das Potential von Kalk (gerade auch aufgrund seiner guten Lage/Anbindung) anscheinend langsam erkannt wird und hier immer mehr Neubauprojekte realisiert werden!
    Außerdem: Dass mir so ein "Cubus" wesentlich lieber ist als die Brache, die sich dort momentan noch befindet, muss ich wohl kaum erwähnen!!! :daumen:

    Irgendwie hatte ich von Anfang an die Befürchtung, dass der Masterplan trotz des anfänglichen Enthusiasmus nur sehr schleppend anlaufen wird!
    Ich frage mich nur, ob das allein an der Inkompetenz der Politiker liegt oder auch noch andere Gründe hat!??

    Citysurfer:

    Naja, also die Fassade des Haupteingangs ist rein optisch wirklich nicht gerade die Schönste, da wäre es meiner Meinung nicht schade, die neu zu gestalten bzw. abzureißen...
    Aber der Rest des Bahnhofs (vor allem die Bahnsteigüberdachung) ist meiner Meinung nach durchaus erhaltenswert! Ganz davon abgesehen steht die doch eh unter Denkmalschutz, oder?

    Beim Gucken der Lokalzeit von gestern hab ich mit Schrecken festgestellt, dass das Bürgerbegehren anscheinend die nötigen Unterschriften (und sogar noch mehr) gesammelt hat, so dass sich die Politik nun erneut mit dem Opernquatier beschäftigen muss - so ein Sch... :Nieder:
    Ist das wirklich wahr? Habt Ihr da auch schon irgendwelche Infos zu?

    Laut WDR-Lokalzeit von heute hat das Bürgerbegehren bereits rund 15.000 Unterschriften gesammelt. Fragt sich, ob bis Anfang/Mitte März noch mal so viel dazu kommen werden... :nono:
    Mann, mann, mann - es müsste echt was gegen diese Unterschriftenaktion getan werden!

    Wenn man sich so die alten Aufnahmen von der Gürzenich-Umgebung anguckt, drängt sich mir neben sentimentalen Gefühlen eine vielleicht sehr banale Frage auf: Warum begibt man sich eigentlich nicht daran, die alten historischen Fassaden zu rekonstruieren? :confused: Das gilt ja nicht nur für die Gürzenichstraße, sondern generell für weite Teile der Altstadt, die Einblick in wüste Nachkriegsbebauung zulassen!

    Nutzung der Forts im Grüngürtel

    Hallo,
    ich hab mich gerade erst im Forum registriert und bin mir daher auch nicht so sicher, ob dieses Thema hier überhaupt reingehört, aber weiß jemand von euch, ob es Pläne gibt, die preußischen Forts, die ja größtenteils unbeachtet vor sich hin vegetieren, auf irgendeine Art zu nutzen??
    Die preußischen Werke und deren architektonische Qualität kennen die Kölner Bürger ja kaum, was ich richtig schade finde! Man müsste es doch irgendwie hinkriegen, den kulturellen Wert der Gebäude - wie bei den Resten der mittelalterlichen Stadtmauer - allgemein bekannt zu machen und deren Erhalt dadurch zu sichern... :nono:
    Was meint Ihr dazu?