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Habemus Kompaktbericht!
(Wir sind mittlerweile dem nächsten Stichtag (dem 30.06.26) zeitlich näher als dem in diesem 17. Kompaktbericht untersuchten (dem 31.12.25), aber nun. Besser so als gar nicht)
Darin heißt es zur Campusbahn kurz und bündig: "Die Fortführung der Bürgerbeteiligung für den Streckenabschnitt Hamburger Straße bis TU Campus Nord und Ost ist für das Jahr 2026 geplant und aber noch nicht terminiert." - Da von einer noch abzuschließenden 'Arbeitsgruppenphase unter Beteiligung von Hafenbetriebsgesellschaft und von BS Energy' , (s. Kompaktbericht vom 30.06.25 (pdf), vgl auch #642) nicht mehr die Rede ist, scheint diese abgeschlossen zu sein: Was das Resultat derselben ist, erfahren wir wohl zunächst nicht. Zumindest eine grobe Suche in den PM'n von BS Energy, auf den Seiten der BSVG sowie im Ratsinfosystem der Stadt war nicht erfolgreich. Dennoch: Ich erlaube mir als Befürworter der Campusbahn, das positiv zu werten.
An anderer Stelle, in Gliesmarode, ist man das weiter: Hier solle lt. Kompaktbericht nach der Planfeststellung, also noch dieses Frühjahr, eine Ausschreibung für den Bau der Wendeschleife Querumer Straße erfolgen. Buabeginn sei im Herbst zu erwarten. Es folgen weitere Schritte für die Erweiterung im Strecke nach Volkmarode im weiteren Verlauf des Jahres.
Vorgesehen ist der Bau der Wendeschleife (Lageplan als PDF auf Stadt-bahn-plus.de) auf einer -meinem Eindruck nach reichlich ungepflegt wirkenden- Grünfläche (s. Google Street View).
Aber auch hier ist nicht alles eitel Sonnenschein: So weiß RegionalHeute zu berichten, dass FDP, CDU und BIBS Sorgen wegen der Kostensteigerungen geäußert haben. Und es hat sich auch bereits eine Bürgerinitiative gegen die Wendeschleife gegründet, mit deren Anliegen und Sorgen sich die BZ hinter einer PayWall beschäftigt.
Diese konzentrierten sich auf die Klassiker der Sorgen von Gegnern städtischer Projekte. So heißt eine Überschrift eines Absatzes in dem Artikel: Bäume, Parkplätze und Geschäfte: Anwohner kritisieren Baupläne. - Konkret seien es 22 Bäume und 13 Parkplätze, die wegfielen. Ein Gewerbetreibender (nicht Einzelhändler) aus dem Stadtteil lässt sich zitieren mit "Kommt die Wendeschleife, dann stirbt unser Stadtteil." - Dazu mache sich jede/r seine eigenen Gedanken*).
Aber neben diesen Argumenten gibt es da noch ein pikantes Detail, dass mich stützig macht. Etwas, dass ich in den Planungen hoffnungslos ungeschickt finde: Dieses erste zu realisierende Teilprojekt aus dem Stadtbahnausbaukonzept wird das ÖPNV-Angebot verschlechtern.
Richtig gelesen: Die Linie 3, die diese Strecke bedient, fährt außerhalb der Schulferien in der HVZ alle 7-8 Minuten aus der Innenstadt zur Endstelle in Gliesmarode - der Haltestelle 'Grenzweg'. Die zu bauende Wendeschleife wird dazu genutzt werden, jede zweite Bahn aus der Innenstadt bereits an der Querumer Straße enden zu lassen - Vier Haltestellen vorher. Die Haltestellen 'Messeweg', 'Moorhüttenstraße', 'Petzvalweg' und 'Grenzweg' werden also nicht mehr alle 7,5 Minuten je Richtung angedient, sondern nur noch alle 15 Minuten. Dadurch sparen die BSVG und mithin die Stadt erstaunlich hohe Summen im Betrieb: Weniger Fahrzeuge, weniger Fahrpersonal, alles nicht von der Hand zu weisen. Dennoch ist es nicht gerade eine Werbeveranstaltung. Das Projekt Stadt.Bahn.Plus gerät ohnehin bei den steigenden Baukosten immer mehr unter Rechtfertigungsdruck (s z.B. in der BZ (€)). Dann damit zu beginnen, eine riesige Kreuzung aufzureissen und die Anrainer damit unbestritten massiv zu belasten, um ihnen am Ende ein Ergebnis zu präsentieren, dass ihnen direkt keine Vorteile bringt, aber dauerhaft massive Nachteile, während auch im Rest der Stadt hiervon niemand direkte, spürbare Vorteile hat: Weiß ich nicht...
*)Meine zwei Cent dazu: Das Beanspruchen einer Fläche von einem durchschnittlichen Kinderzimmer im öffentlichen (lies: uns allen gehörenden) Raum, um eine private Fortbewegungsmaschine zu lagern, ist ein Privileg, und kein Recht. Eines, dass immer noch viel zu selbstverständlich gewährt wird, wie die Argumentation jeder Dagegen-Bürgerinitiative (BI) zeigt. Besonders, wenn man betrachtet, dass die Kosten und der volkswirtschaftliche Schaden hierdurch sehr hoch ausfallen. Diese werden nicht im Ansatz durch die Steuern und Abgaben, die mit dem Betrieb eines Kfz einhergehen aufgefangen, zumal die Kommunen wie hier konkret Braunschweig als Bereitstellerinnen dieser Parkplätze hiervon nix abbekommen. Und leider bekommt dadurch für mich das Anliegen der BI aus meiner Erfahrung mit solchen Diskussionen heraus ein Geschmäckle.

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