Beiträge von Xysorphomonian

    ^^

    Habemus Kompaktbericht!

    (Wir sind mittlerweile dem nächsten Stichtag (dem 30.06.26) zeitlich näher als dem in diesem 17. Kompaktbericht untersuchten (dem 31.12.25), aber nun. Besser so als gar nicht)

    Darin heißt es zur Campusbahn kurz und bündig: "Die Fortführung der Bürgerbeteiligung für den Streckenabschnitt Hamburger Straße bis TU Campus Nord und Ost ist für das Jahr 2026 geplant und aber noch nicht terminiert." - Da von einer noch abzuschließenden 'Arbeitsgruppenphase unter Beteiligung von Hafenbetriebsgesellschaft und von BS Energy' , (s. Kompaktbericht vom 30.06.25 (pdf), vgl auch #642) nicht mehr die Rede ist, scheint diese abgeschlossen zu sein: Was das Resultat derselben ist, erfahren wir wohl zunächst nicht. Zumindest eine grobe Suche in den PM'n von BS Energy, auf den Seiten der BSVG sowie im Ratsinfosystem der Stadt war nicht erfolgreich. Dennoch: Ich erlaube mir als Befürworter der Campusbahn, das positiv zu werten.

    An anderer Stelle, in Gliesmarode, ist man das weiter: Hier solle lt. Kompaktbericht nach der Planfeststellung, also noch dieses Frühjahr, eine Ausschreibung für den Bau der Wendeschleife Querumer Straße erfolgen. Buabeginn sei im Herbst zu erwarten. Es folgen weitere Schritte für die Erweiterung im Strecke nach Volkmarode im weiteren Verlauf des Jahres.
    Vorgesehen ist der Bau der Wendeschleife (Lageplan als PDF auf Stadt-bahn-plus.de)  auf einer -meinem Eindruck nach reichlich ungepflegt wirkenden- Grünfläche (s. Google Street View).

    Aber auch hier ist nicht alles eitel Sonnenschein: So weiß RegionalHeute zu berichten, dass FDP, CDU und BIBS Sorgen wegen der Kostensteigerungen geäußert haben. Und es hat sich auch bereits eine Bürgerinitiative gegen die Wendeschleife gegründet, mit deren Anliegen und Sorgen sich die BZ hinter einer PayWall beschäftigt.

    Diese konzentrierten sich auf die Klassiker der Sorgen von Gegnern städtischer Projekte. So heißt eine Überschrift eines Absatzes in dem Artikel: Bäume, Parkplätze und Geschäfte: Anwohner kritisieren Baupläne. - Konkret seien es 22 Bäume und 13 Parkplätze, die wegfielen. Ein Gewerbetreibender (nicht Einzelhändler) aus dem Stadtteil lässt sich zitieren mit "Kommt die Wendeschleife, dann stirbt unser Stadtteil." - Dazu mache sich jede/r seine eigenen Gedanken*).


    Aber neben diesen Argumenten gibt es da noch ein pikantes Detail, dass mich stützig macht. Etwas, dass ich in den Planungen hoffnungslos ungeschickt finde: Dieses erste zu realisierende Teilprojekt aus dem Stadtbahnausbaukonzept wird das ÖPNV-Angebot verschlechtern.

    Richtig gelesen: Die Linie 3, die diese Strecke bedient, fährt außerhalb der Schulferien in der HVZ alle 7-8 Minuten aus der Innenstadt zur Endstelle in Gliesmarode - der Haltestelle 'Grenzweg'. Die zu bauende Wendeschleife wird dazu genutzt werden, jede zweite Bahn aus der Innenstadt bereits an der Querumer Straße enden zu lassen - Vier Haltestellen vorher. Die Haltestellen 'Messeweg', 'Moorhüttenstraße', 'Petzvalweg' und 'Grenzweg' werden also nicht mehr alle 7,5 Minuten je Richtung angedient, sondern nur noch alle 15 Minuten. Dadurch sparen die BSVG und mithin die Stadt erstaunlich hohe Summen im Betrieb: Weniger Fahrzeuge, weniger Fahrpersonal, alles nicht von der Hand zu weisen. Dennoch ist es nicht gerade eine Werbeveranstaltung. Das Projekt Stadt.Bahn.Plus gerät ohnehin bei den steigenden Baukosten immer mehr unter Rechtfertigungsdruck (s z.B. in der BZ (€)). Dann damit zu beginnen, eine riesige Kreuzung aufzureissen und die Anrainer damit unbestritten massiv zu belasten, um ihnen am Ende ein Ergebnis zu präsentieren, dass ihnen direkt keine Vorteile bringt, aber dauerhaft massive Nachteile, während auch im Rest der Stadt hiervon niemand direkte, spürbare Vorteile hat: Weiß ich nicht...


    *)Meine zwei Cent dazu: Das Beanspruchen einer Fläche von einem durchschnittlichen Kinderzimmer im öffentlichen (lies: uns allen gehörenden) Raum, um eine private Fortbewegungsmaschine zu lagern, ist ein Privileg, und kein Recht. Eines, dass immer noch viel zu selbstverständlich gewährt wird, wie die Argumentation jeder Dagegen-Bürgerinitiative (BI) zeigt. Besonders, wenn man betrachtet, dass die Kosten und der volkswirtschaftliche Schaden hierdurch sehr hoch ausfallen. Diese werden nicht im Ansatz durch die Steuern und Abgaben, die mit dem Betrieb eines Kfz einhergehen aufgefangen, zumal die Kommunen wie hier konkret Braunschweig als Bereitstellerinnen dieser Parkplätze hiervon nix abbekommen. Und leider bekommt dadurch für mich das Anliegen der BI aus meiner Erfahrung mit solchen Diskussionen heraus ein Geschmäckle.

    Am Hohen Tore

    Ein vollkommen anderes Thema, eine vollkommen andere Gegend und ein vollkommen anderes Projekt:

    Am-Hohen-Tore-6.jpg
    Bildrechte bei mir

    Am westlichen Rand der Okerumflut auf einem Filetgrundstück mit Zugang zur Umflut steht schon länger diese Villa leer. Unter der Adresse "Am Hohen Tore 6" (GoogleMaps) fand man zuletzt ein Sanitätshaus. Es ist mir schon länger aufgefallen.
    Neu ist das Banner an der Fassade, dessen Inhalt der Grund für diesen Post ist:

    Die MT Massivhaus GmbH will diese Villa durch ein Haus mit 14 Eigentumswohnungen ersetzen, die zwischen 2 und 4 Zimmer haben sollen, zwischen 60 und 184 m² groß werden sollen und sich preislich zwischen 409.000 € und 1.230.000 € bewegen sollen. Hinzu komme eine Tiefgarage.

    Laut der Seite des Entwicklers hätte zwar der Vertrieb noch nicht begonnen, dass mag allerdings auf eine noch ausstehende Aktualisierung zurückzuführen sein, denn bei ImmobilienScout24 sind schon Inserate zu finden, als Bezugsdatum ist dort 01.12.2027 angegeben. Auf beiden Webseiten finden sich die beiden gleichen Visualisierungen: Von der Straßenseite und von der Okerseite, wobei letztere auch auf dem Banner zu sehen ist.

    Etwas schade um den Bestandsbau. Ich erkenne aber auch schweren Herzens an, dass nach so langem Leerstand (mindestens seit 2023, s Google Street View) eine Sanierung kaum wirtschaftlich darstellbar ist.

    Wilhelmstraße

    Diese Markisen sind ein Detail, dass sicherlich zu diskutieren wäre. Fan bin ich auch nicht. Aber diese Markisen sind überhaupt nicht Thema. Das ist, wie ein Buch zu verreißen, weil einem die Schriftart nicht gefällt.

    Also, genug von Serifen und Markisen, ich gehe mal in medias res:
    Ich kann dem Konzept eine Menge abgewinnen. Ungeachtet der Monotonie in der Fassade finde ich, dass diese Straße die Baumasse vertragen kann. Den Erhalt von Bestand finde ich ohnehin aus ressourcenschonenden Gesichtspunkten wünschenswert; Hier ist es obendrein die Baumasse und eine der wenigen geschlossenen Blockränder Braunschweigs, die mich dazu verleiten, dem voll zuzustimmen. Auch die Öffnung des Fassade hin zur Straße ist ein Punkt, von dem ich hoffe, dass er so kommt: Trotz der hohen Dichte an der Straße ist die Straße einfach bisher ein totes Terrain, weil kein Gebäude einen ernsthaften Bezug zur Straße aufbaut. Eingänge sind rar, unregelmäßig und erheben sich über Treppen oder verstecken sich hinter Parkplätzen. Dabei sind wir gerade mal zwei Blöcke vom Hauptcampus der Uni entfernt und fast auf Sichtweite des Hagenmarktes, der von fast allen Straßenbahnlinien angefahren wird. Also gute Vorraussetzungen, um die Umgebung zu beleben. Deswegen finde ich das Aufreißen der Fassade im EG nur richtig, und wenn ich "Gewerbe" und "Café" in den Grundrissen lese, bin ich sehr zufrieden.
    Hinzu kommt die clevere Nachverdichtung. Im Hinterhof eine ruhige und grüne Wohnlage, und das nur 15 Gehminuten von der Innenstadt entfernt.
    Auch die unterschiedlichen Größen der Wohnungen (ich zähle zwei bis vier Zimmer, zusätzlich zu den Maisonetten) hilft sicher, mehr Lebensrealitäten, und damit mehr Leben in die Stadt zu holen. Die Kirsche auf der Torte ist der Anspruch, den alten Baumbestand weitestgehend zu erhalten und damit ab Tag 1 wirklich große und alte Bäume mitten im Quartier zu haben, was in der Wirkung nicht zu unterschätzen ist. (Beweisstück 1: westliche Jasperallee). Auch der genossenschaftliche Ansatz gefällt mir: Er erleichtert den Zugang zu diesem Wohnraum und schafft weitere Vorraussetzungen für ein durchmischtes und somit lebendes Quartier. Also aus meiner Sicht kann ich nur sagen: Alles richtig gemacht.
    Naja, bis auf die leicht kitschigen, in der Praxis schnell dreckigen und nie in der Gesamtzahl funktionsfähigen Markisen. ;)

    ^^Ich denke nicht, dass diese erste Darstellung als Entwurf zu lesen ist. Sie soll ein Konzept vorstellen.

    Unter dieser Prämisse ist diese Wiederaufbau-Ästhetik nur konsequent: Ein wichtiger Baustein des Konzepts war der Erhalt des Bestandsbaus. Dies hat man verdeutlichen wollen, indem man eine Visualisierung aus der Perspektive der Wilhelmstraße aus beigefügt hat. Hätte man jetzt aber den Bestandsbau so verändert, dass man ihn nicht auf den ersten Blick erkannt hätte, hätte die Visu ihren Zweck verfehlt: Eben den Zweck, zu verdeutlichen, dass das immer noch der Bestandsbau ist.
    Ihn aber auf der anderen Seite genau so zu lassen, wie er ist, hätte 1.) die Visu überflüssig gemacht (Foto hätte gereicht) und 2.) die Monotonie der Fassade und ihre Verschlossenheit zur Straße als Problemfeld ignoriert (was WELPVONKLITZING aber nicht getan hat, vgl Grundriss des EG).
    Also der Mittelweg: Man behält die Farbe des Putzes und die Aufteilung der Fenster bei. Man ändert die Fassade so ab, dass man das Hochparterre zur Straße hin öffnet und im 1. OG einen Balkon anfügt, der den Stil des Bestands aufgreift. So sieht der Balkon aus, als wäre er schon immer da gewesen. Noch ein paar französische Balkone, und ein paar Markisen als Auflockerung, und fertig ist der optisch upgegradete, aber unverkennbar gebliebene Bestandsbau. Und da dieser aus den 50er-Jahren kommt, sieht dann eben auch die Visu so aus, als käme sie aus den 50er Jahren.

    Je weiter die Leistungsphasen voranschreiten, desto mehr wird sich der Bau, wage ich mal zu prognostizieren, von dieser Visu entfernen.


    Vielen Dank für dei Bilder zum Einwohnermeldeamt und zum Johannes-Selenka-Platz. Zu letzterem erlaube ich, noch die PM der Stadt und der flankierende Artikel in der Braunschweiger Zeitung, sowie die Projektseite des siegreichen Büros, nsp landschaftsarchitekten stadtplaner PartGmbB schonhoff schadzek depenbrock (eigene Schreibweise) beizutragen. Letztere enthält zwei hier noch nicht gezeigte Ansichten des Platzes.

    Persönlich finde ich gerade den JSP einen wichtigen Impuls. Und den, so zumindest meine subjektive Wahrnehmung, kann die Umgebung ganz gut vertragen.

    Kommen wir nochmal zum Zusammenstreichen der Regiobusse: Genau das passiert jetzt (BZ / €). Der VRB sieht sich gezwungen, 700 Regiobus-Fahrten in der Woche zu streichen, um Kosten zu sparen. Von den 1500 Regiobus-Fahrten blieben also noch 800 übrig, oder anders: Fast jede zweite Busfahrt fällt weg.

    Er selbst dürfe keine Schulden machen und habe keine Reserven mehr. Die betroffenen Städte und Kreise singen auch das Lied der klammen Kassen, wären aber trotzdem bereit, insgesamt 5 Mio € aus ihren Haushalten herauszuwringen, nur reiche das wohl nicht, es fehlten weitere 3 Mio €.

    Bliebe das Land, dass sich auf dem Ohr aber taub stellt.

    Immerhin, verkündet der Verband, würde (noch) keine Linie eingestellt. Also Taktausdünnung und Verkürzung der Randzeiten.
    Lies: Die Linie gibt es auf dem Papier noch, was aber keinem hilft, weil sie für die Menschen, die nicht den Luxus haben, ihre Termine um wenige und enge Mobilitätszeitfenster herum planen zu können, faktisch unbenutzbar wird (Ja, da spricht leidvolle Erfahrung aus mir).

    Verkehrswende in Deutschland bedeutet, man schafft betont halbherzig Alternativen zum bestehenden De-facto-Automobilzwang, nur um an denen dann zeigen zu können, dass das alles entweder "bei uns nicht funktioniert" oder, wie hier die Busse, auf die sich Menschen verlassen, eben 3 Millionen Euro zu teuer sind.
    'Ja, ehrlich, wir haben wirklich alles versucht!', spricht's, dreht sich um und zuckt gleichgültig mit den Schultern, wenn sich die Kosten für die Sanierung eines Parkhauses in den 2,5 Jahren seit Baubeginn von 9,6 auf 20,1 Millionen € (Packhof-Garage, BZ, €) erhöht haben. Geht ja nicht anders. Irgendwo müssen die Menschen ja parken.

    Ich finde es nur noch frustrierend.

    Umgestaltung des Hauptbahnhofvorfelds / Rückbau Berliner Platz

    Die Verwaltung hat aus den Plänen zwei Beschlussvorlagen für die politischen Gremien erarbeitet.
    Da wäre zum einen die Änderung des Flächennutzungsplanes (Vorlage 25-2605*, ff.: FNP) für das Bahnhofsquartier und daran geknüpft der konkrete Bebauungsplan (Vorlage 25-26157* ff.: B-Plan)

    Nicht daraus ableiten lässt sich ein konkreter Zeitplan. Ein paar Fragen werden dann aber doch beantwortet.
    So hat beispielsweise die Dampflok einen neuen Stellplatz, recht unweit ihrem jetzigen zugewiesen bekommen, so geht es aus der sehr aufschlussreichen Anlage 2 des B-Planes (der B-Plan im Maßstab 1:3000) hervor. Bei der BZ, in der man sich in den letzten Monaten doch sehr um dieses Denkmal gesorgt hat, atmet man hörbar auf. Also hörbar für jeden, den die Bezahlschranke durchlässt.

    Überhaupt ist das PDF der Beschlussvorlage mit zwei neuen Visus gespickt, in denen die Bebauung eher dem Gestaltungshandbuch (s. #474) entspricht, und damit weniger generisch ist als die in den bisher bekannten Visus.

    Insgesamt umfasst allein die Beschlussvorlage B-Plan als Sammeldokument 133 Seiten. Da gebe ich auch freimütig zu, noch nicht die Gelegenheit gehabt zu haben, dass alles in der Tiefe durchzuarbeiten.

    Morgen, also am 09.09.2025 wird der Verwaltungsausschuss (wohl nicht öffentlich) über die Vorlagen beraten, während der Stadtbezirksrat und der Ausschuss für Hochbau bereits letzte Woche zugestimmt haben.

    Eine Sache fiel mir aber dann doch ins Auge: Uns grinst aus beiden Vorlagen - konkret den Planzeichnungen - eine Untote an: Die Regiostadtbahn. Während die Bauvorleistungen für die Regiostadtbahn -die Dreischienengleise- nach und nach aus dem Stadtbild verschwinden (zuletzt an der Haltestelle 'Hamburger Straße' und am Wendentor, wo die Gleiserneuerungen erst vor drei Wochen fertig wurden). Aber hier lesen wir im B-Plan etwas über eine "Vorbehaltstrasse RegioStadtbahn" für die Rampe vom ÖPNV-Terminal auf den Bahndamm, im Bereich des jetzigen Fernbusterminals. Und im FNP taucht sie als Linie mit Legendenbeschriftung auf. Ich war doch etwas erstaunt...


    * Da sich die PDF aus dem Ratssystem partout nicht verlinken lassen, sei hier darauf hingewiesen, dass auf den hier verlinkten Vorlageseiten nicht nur die Vorlage im Volltext steht, sondern dort auch Anlagen mit Karten, Plänen und Visualisierungen als PDF abrufbar sind, deren Informationsdichte für die Themenschwerpunkte dieses Forums höher ist als der Verwaltungstext. Wenn in diesem Beitrag auf bildliche Darstellungen verwiesen wird, finden die sich in den entsprechenden Anlagen. Im Zweifel auf die Verlinkung 'Vorlage Sammeldokument' klicken, dort findet sich alles als ein gesamtes PDF.

    Herzlich Willkommen im Forum, le7031.

    Tja, da werden gerade Tatsachen geschaffen. Schade.

    Ich denke, es tut der Innenstadt nicht gut, wenn diese 'Abkürzung' nicht mehr existiert.

    Denn dadurch ist von der Schulstraße bis zum Damm eine gefühlte Weltreise. Das schadet m.M.n. dem Umsatz der Betriebe in der Innenstadt, weil Gelegenheitskäufe dadurch eingeschränkt werden.

    Aus dem 'Wenn ich schon mal in der Stadt bin' wird ein 'Jetzt nochmal dahin laufen? Nee, echt nicht!'.

    Es gab durchaus auch Ideen, die man mit dem Bestand hätte verfolgen können, zum Beispiel die einer Markthalle. Da wäre auch noch etwas Platz für die Schulerweiterung gewesen.

    Die Lage ist eigentlich viel zu gut, viel zu wichtig, um so exkludiernde Nutzungen dort aufzubauen.

    Aber nun...

    Es passt thematisch hier am besten 'rein: Greenpeace hat den ÖPNV in Deutschland untersucht. Die Region BS liegt im Bereich "Naja, geht so" .

    Die BZ (€) zitiert aus der Greenpeace-Untersuchung ein Ranking (welches ich auf den Seiten nicht gefunden habe) und fasst es so zusammen: Salzgitter belegt unter den Großstädten in D den letzten Platz. Die gute Nachricht: der vorletzte Platz geht nicht in unsere Region. aber den drittletzte Platz holt dann wieder souverän Wolfsburg - Das Label "Autostadt" ist hier wohl sehr umfangreich zu interpretieren.

    Braunschweig hingegen schafft es auf Platz 46 von 64. "Gut" ist da jetzt auch nicht das Wort der Wahl.

    In seinem Kommentar weißt der Leiter Recherchen der BZ (€), Andre Dolle, m.M.n. zutreffend darauf hin, dass sich unter diesen Umständen ein Zusammenstreichen der Regio-Busse, wie es in der Region geplant ist (BZ €), verböte. Stattdessen müsse der Ausbau forciert werden. Denn letztlich sei guter ÖPNV ein wichtiger Standortfaktor.

    Und auch hier wieder ist meine Meinung: Recht hatter!

    Dieser Fehler ist systemimmannent. Der MIV ist der ineffizienteste Verkehrsträger, wenn es um Flächennutzung geht (oder um jede andere Ressource) , und kommt deswegen sehr schnell an seine Kapazitätsgrenze. Ist sie überschritten, bilden sich regelmäßig Staus.

    Das mag paradox klingen, aber ist die Kapazitätsgrenze einmal erreicht, sind die Staus gekommen um zu bleiben. Der Versuch, wie sie ihn beschrieben, den Stau mit immer größeren und teureren Kapazitätserweiterungen zu beseitigen, scheitert.
    Eine zusätzliche Spur verleitet nur wieder ein paar Menschen dazu, sie dazu zu nutzen, um sich vorne in die Schlange zu drängeln. Lässt die aber niemand rein (und wer lässt schon gerne Drängler vor?), verlangsamen diese ihre Geschwindigkeit bis zum Stillstand, bis sich jemand erbarmt. Dann aber haben sie den Stau längst in diese zusätzlich Spur getragen. Erweitert man den Radius eines Kleeblattes, wird es schneller durchfahren. Dadurch erhöht sich der Druck auf die Einfädelungsspuren dahinter und gibt den Stau so auf die nächste Autobahn weiter.
    Dazu kommen Myriaden an kleinen Einzelentscheidungen und ihren Effekten, die dafür sorgen werden, dass die Staus hier bleiben, egal, was man tut. Man kann unvorstellbare Summen an Geld auf das Problem werfen, ohne den gewünschten Effekt zu erzielen.

    Als Extrembeispiel sei der Katy Freeway in Hoston. Texas, USA, genannt: Man versuchte mit 2,8 Mrd $, sich aus dem Stau rauszukaufen, indem man die weltweit breiteste Autobahn mit 23 Spuren baute. Effekt: Die Fahrzeiten verlängerten sich.

    Wenn Sie also darauf bestehen, einen Fehler zu benennen: Dieser war, irgendwann mal zu glauben, ein so ineffizienter Verkehrsträger könnte die Transportbedarfe auf dem wenigen zur Verfügung stehenden Platz reibungsarm decken.

    M. a. W. : Stau gehört dazu. Wenn Sie Menschen davor bewahren wollen, bleibt Ihnen nur, den Menschen Alternativen zum Auto zu bieten.

    Auch hier gibt es ein Beispiel: Die Niederlande sind ein staugeplagtes Land, trotz eines Autobahnnetzes, dass in einem bewundernswert guten Zustand ist, technisch den State-of-the-art definiert und immer wieder dem Bedarf angepasst wird. Was dort anders ist: Deren Verkehrssystem lässt einem die Wahl, welchen Verkehrsträger man benutzt, und damit auch, welche Nachteile man in Kauf nimmrt..

    Dekoratives Anführungszeichen

    Hallo, Grüße an alle, bin neu hier und habe mich frisch registriert ;)

    Herzlich willkommen im Forum. :)

    Dekoratives Anführungszeichen
    ...und die Ursache von möglichen Umsatzrückgängen (wie auch andere Einzelhändler) unzutreffender Weise gebetsmühlenartig in fehlenden Parkplätzen sucht, ohne sich mal mit den tatsächlichen Gründen auseinanderzusetzen...

    Amen!

    Es war angenehm, mit Nils Komm mal von einem Einzelhändler zu lesen, der nicht dogmatisch, sondern analytisch an die Situation herangeht, auch wenn ich seine Conclusio "Für einen Laden wie diesen macht es keinen Sinn, weiterzumachen" etwa zu fatalistisch finde (gleichwohl ich seinen Standpunkt gut nachvollziehen kann). Der dazugehörige Artikel in der BZ (€ = hinter einer Bezahl/ Aboschranke) soll hier natürlich auch verlinkt werden.

    PS.: Es ist nicht immer leicht, Forenmitglieder, die auf der Trollgrenze balancieren, mit ihren Whatsaboutisms und ihren Autoritätsargumentationen links liegen zu lassen. Lassen Sie sich bloß nicht entmutigen. Da bellt hin und wieder mal ein getroffener Hund. ;)

    Wenig überraschend.

    Insgesamt lahmt die deutsche Wirtschaft.

    Die Spekulation, woran das liegt, gehört nicht in dieses Forum.

    Fakt ist, dass man das bemerkt, hier ganz besonders. Braunschweiger hat es im vorherigen Beitrag bereits geschrieben: Die Region ist durch VW verwöhnt. Ein Konzern, der seit Jahren wuchs, Jobs für jedes Ausbildungsniveau hatte und noch dazu mit guter Bezahlung und sicheren Arbeitsbedingungen aufwarten konnte. Das der (mit einigem Abstand) größte Arbeitgeber der Region sich in eine tiefe Krise manövriert hat, und nun zum ersten Mal seit Jahrzehnten nicht mehr einstellt, sondern zu entlassen droht, konnte für die lokale Wirtschaft unmöglich ohne Folgen bleiben.


    Das sollte ein Weckruf sein, dass es nicht gesund ist, nur auf ein Pferd zu setzen. Zum Glück besteht BS selbst nicht nur aus VW, sondern hat auch noch andere große Unternehmen, und ist noch dazu ein Forschungsstandort erster Güte.

    Und auch Volkswagen würde ich so schnell nicht abschreiben, da könnte noch was gehen. Auch, wenn Volkswagen mit seiner Entwicklung und der Produktpalette da steht, wo sie vor fünf hätten stehen können und sollen.

    Tatsächlich soll das Parkhaus an die Volksbank BraWo veräußert werden, die sich im Gegenzug dazu verpflichten solle, das Gelände als Hotelstandort zu entwickeln und mindestens zehn Jahre dafür zu sorgen, dass dort ein Hotel betrieben wird. Das stand in dem Artikel, den Braunschweiger in #488 verlinkt hat, hinter der Bezahlschranke. Der Beschluss des Rates datiere aus 2015 (sic!), aber die Volksbank habe zur Bedingung gemacht, dass Verhandlungen er aufgenommen würde, wenn die Stadthalle tatsächlich saniert wird; aus naheliegenden Grund:
    Dieses Hotel und die Stadthalle sollen eine symbiotische Verbindung eingehen. Da wäre es schwierig, wenn die Sanierung der Stadthalle nach Eröffnung des Hotels begonnen worden wäre.
    Da diese Bedingung erfüllt ist, befände man sich bereits in konkreten Verhandlungen.


    Eine Visualisierung dazu gibt es auch bereits, die allerdings -notabene!- lediglich ein Beispiel ist, wie sich das Gebäude städtebaulich einfügen könnte, und keinen Entwurf repräsentiert. Sie sei von der Stadt veröffentlicht worden, erscheint in einem Folgeartikel der BZ (€), der die Diskussion zum Thema hat, ob es in Braunschweig ein weiteres Hotel bräuchte.
    (Weiterhin werden hierzu Übernachtungszahlen herangezogen und der DeHoGa-Geschäftsführer Braunschweig-Wolfenbüttel befragt, der in seiner Antwort vage bleibt. Eine Antwort indes gibt auch der Artikel nicht.)

    Nach meinem laienhaften Dafürhalten ist die Einfädelspur entlang der A39 zwischen dem nordöstlichen und dem nordwestlichen Kleeblatt recht kurz, was dazu führt, dass das Ein- und Ausfädeln nur bei niedriger Geschwindigkeit möglich ist. Das wiederum sorgt dafür, die Fahrzeuge abbremsen müssen, was einen Rückstau im nordöstlichen Kleeblatt zur Folge hat, und bei entsprechender Überlastung auf die A36 fortwirkt. Es ist aber sicher auch nicht hilfreich, dass die Kurve etwas eng ist: Sie bringt es auf eine Radius von ca. 40 Metern, im Kreuz BS-Nord sind es annähernd 60.

    Das ist jedoch kein Planungsfehler, wie Sie vermuteten. Die Planenden wussten wahrscheinlich ganz genau, was sie da taten: Sie haben für die ihnen zur Verfügung stehenden Mittel wohl das Maximum herausgeholt. Denn hätte man die Spur verlängern wollen, man hätte die Kleeblätter verschieben müssen, was teuer gewesen wäre und mit Sicherheit Schwierigkeiten juristischer Natur mit sich gebracht hätte: Die Autobahn GmbH hätte weiteren Grund akquirieren müssen. Das gilt erst recht, wenn man den Radius des Kleeblattes hätte vergrößern wollen.

    Schauen Sie mal in einem beliebigen Online-Kartendienst, was alles hätte weichen müssen, um eine der beiden oben genannten Maßnahmen umzusetzen. Das alleine sollte die Theorie des "Planungsfehlers" falsifizieren.

    Outsch! Was ist denn das für ein Unsinn?


    Ein TLDR vorweg: Jaeschke hätte in Sachen Aussagekraft auch die Außentemperatur mit seiner Telefonnummer vergleichen können. Dennoch zieht er daraus munter Schlüsse , die so nicht zu ziehen sind. Ansonsten reiht er die wohlbekannten und widerlegten Scheinargumente der Automobilideologen aneinander. Das hält Regional Heute nicht davon ab, Außentemperatur, Telefonnummer und Trugschluss (nota bene: in Anführungsstrichen) in die Überschriften zu packen. Am Ende wird uns dann in der Konklusio untergeschmuggelt, dass die neue Gebührenordnung das Problem ist. Blöd nur, dass von einem Sonntag die Rede ist, an dem diese gar nicht greift.
    Ohne unterstellen zu wollen, dass das bewusst passiert ist, bleibt festzustellen: Das ist hochgradig manipulativ.


    ________________________________________________________

    Aber der Reihe nach:

    Was müssen wir da lesen:

    22 % Prozent aller Besucher das Stadtfrühlings kommen aus dem Umland. 2019 waren es noch 40 %. 1Ein Rückgang von 18%!!!111 Schlimm, dass!! Das bedeutet ja, dass 18 % aller Menschen aus dem Umland haben sich also entscheiden, nicht mehr... also... Hä?!? das macht ja gar keinen Sinn?!?

    Genau. Ohne absolute Zahlen ist das alles frei von jeder Aussage, sieht man davon ab, dass es schlimm klingt.
    Muss es aber nicht sein: Denn ohne Kontext können diese Zahlen sogar einen absoluten Zuwachs an Besuchern aus dem Umland besorgniserregend klingen lassen.

    Wie das funktioniert sehen wir uns mal an einem Beispiel: Nehmen wir an, 2019 wären 10.000 Menschen gekommen und dieses Jahr 18.000, so wären plötzlich 260 Menschen mehr aus dem Umland angereist.


    Rechnen wir mal nach:
    2019: 3.700 Menschen (= 37 % x 10.000)

    2024: 3.960 Menschen ( = 22 % x 18.000).

    Das ist, zugegeben, wild ins blaue geratener Kontext. Aber es geht dabei ja nur darum, zu zeigen, dass diese Prozentangaben vollkommen ungeeignet sind, die These aus der Überschrift zu stützen. Im Gegenteil.


    Dennoch: Dieser Zuwachs um 80 % seit 2019 klingt erstmal unrealistisch. Nimmt man jedoch die (tatsächlichen) 57% Zuwachs zu 2023, und rechnet das in das obige Beispiel der absoluten Zahlen ein, so wären es:

    2024 18.000 Menschen ( = 157% )
    also im Vorjahr gewesen, '
    2023 11.464 Menschen ( = 100%).
    Und das wäre von den 10.000 in 2019 nicht mehr so unrealistisch weit entfernt, nämlich rd. 11,5 % über 3 Jahre, um genau zu sein.

    Alles reines Gerate, meine angenommenen Zahlen können gar nicht stimmen, (s.u.) aber es bleibt, dass es durchaus sogar möglich wäre, dass uns Jaeschke da einen Zuwachs verschwiege. Wahrscheinlicher ist, dass er einen überschaubaren Rückgang dramatisiert ob nun bewusst oder unbewusst. Herausfinden können wir es nicht.


    Und damit habe ich ein Problem: Dass er aus den Ergebnissen der Kundenbefragungen, die sicherlich einiges mehr an Daten hervorbrachte, ausgerechnet Zahlen präsentiert, die zwar scheinbar seine weitere Aussage untermauern, aber auf den zweiten Blick nichts wert sind, wirft bei mir den Verdacht auf, dass er da Rosinenpickerei betrieben hat..

    An der Stelle möchte ich den Vorposter zur Vorsicht aufrufen: 37% um drei Prozentpunkte zu "fast 40" aufrunden, die 22 % aber nicht um ebenfalls drei Prozentpunkte zu "fast 25 " aufzurunden, mag eine kleine Nachlässigkeit sein, aber ist bereits geeignet, eine manipulative Wirkung zu erzielen.

    Aber es wird noch viel wilder:

    Selbst diese Beispielrechnung zu Anschauungszwecken krankt daran, dass sie die Vergleichbarkeit dieser 22 % vs. 37 % annimmt. Die es nicht gibt. Er vergleicht nämlich nicht den Stadtfrühling 2024 mit dem Modeautofrühling (sic!) 2019, sondern mit allen verkaufsoffenen Sonntagen in 2019, also auch dem vor Weihnachten. Das sorgt dafür, dass nicht erst die relativen 22 % vs, 37 % kein brauchbares Abbild der Daten zeigen. Nein: Es sorgt dafür, dass nicht einmal der Kontext in Ansätzen vergleichbar ist.
    So lässt sich zum Beispiel der Fakt ignorieren, dass 2024 der Stadtfrühling ein Tag am Ende des Monats April, der durch Ostern sehr teuer war, während das neue Gehalt bei vielen noch nicht auf dem Konto war. Je älter der Monat, desto geringer die Besucherfrequenz (mit Ausnahme des Dezembers), ein in Gastronomie wie Einzelhandel bekanntes Phänomen. Und dann der Zeitraum: Die Zahlen in den Überschriften beziehen sich auf Werte von vor 5 Jahren. Vor 5 Jahren?
    Ach ja. Das war ja vor der Pandemie, die insbesondere die Einkaufsgewohnheiten der Menschen massiv und nachhaltig verändert hat.
    Beide Faktoren haben einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Besucherzahlen des Stadtfrühlings, aber darüber redet Jaeschke nicht. Stattdessen: Parkplätze! Viele und kostenfrei! Und bitte keine Fahrradkundgebungen am verkaufsoffenen Sonntag.

    Aber es wird noch viel wilder:
    Wechseln wir mal die Perspektive: Uns wird suggeriert, dass Menschen, die unbedingt mit dem Auto kommen müssen, weniger Lust auf die Innenstadt von BS haben. Glauben wir das mal ganz kurz, müssen wir daraus zwei Dinge schließen:

    Entweder sind deutlich weniger Menschen insgesamt gekommen (was irgendwie nicht so klingt, sonst hätte Jaeschke diesen Rückgang betont und nicht den Besucherschwund aus dem Umland, wir erinnern uns an die 57 % ggber dem Vorjahr)

    Oder es haben sich mehr Menschen aus Braunschweig wieder auf den Weg in die eigene Innenstadt gemachet, obwohl die Verkehrssituation für MIV-Nutzende beschwerlich war.
    Oder aber die Überschneidung beider Szenarien.
    Daraus liesse sich nun wirklich nicht herauslesen, dass die Verkehrswende ein Schlag ins Wasser ist. Im Gegenteil lässt sich darauf auch die These aufbauen, dass die Verkehrswende denjenigen, die nicht darauf bestehen, dass Auto zu nutzen, mehr Lust auf die Innenstadt macht.
    Aber, so mein Eindruck, genau das will Jaeschke nicht. Er pickt, sei es bewusst oder unbewusst, aus der Menge an Zahlen, die aus dieser Erhebung hervorgeht, die dramatischste heraus, ungeachtet ihrer Aussagelosigkeit.
    Warum sollte er das tun?

    Nun, ich kann mich immer weniger des Eindrucks erwehren, dass er nicht von der Ratio geleitet ist, sondern eine ideologische Agenda verfolgt. So wird er im Letzen Teil des Artikels zitiert mit „Das neu eingeführte 24-Stunden-Ticket in Teilen der Innenstadt ist schon ein erster Schritt in die richtige Richtung, reicht aber als Ausgleich für die eingeschränkten Parkmöglichkeiten durch die neue Gebührenordnung noch nicht aus"
    Leider nämlich hat diese neu eingeführte Gebührenordnung mit dem verkaufsoffenem Sonntag nichts zu tun, denn eine Parkraumbewirtschaftung innerhalb der Okerumflut findet nur an Werktagen statt.
    Man könnte meinen, es gehe ihm darum, die Verkehrswende aufzuhalten. Dazu passt, dass der Rest seiner Aussagen ein Potpourie aus der Mottenkisten der Automobil-Ideologie ist:

    Ältere und Mobilitätseingeschränkte, also neben Kindern diejenigen, die von einer autozentrierten Stadt am stärksten benachteiligt werden, halten als Grund dafür her, dass man bloß nicht die Privilegien des Autos infrage stellen soll? Check!

    Das Wort "Miteinander" als getarnte Drohung, dass man nur dann bereit für eine friedliche Auseinandersetzung wäre, wenn man nicht an den Privilegien des Autoverkehrs rüttelt? Check!

    Irgendwas mit "realitätsfern" im Bezug auf Fahrradverkehr? Check!

    Irgendwas mit "Vernünftige Verkehrspolitik" im Bezug auf Autoverkehr? Check!

    Ich glaube, ich habe ein Bullshit-Bingo!

    Blödeleien beiseite.

    Die Verkehrswende ist ein Prozess, der enorm viel Fingerspitzengefühl erfordert. Dieses Poltern aufgrund vollkommen irrige Annahme ,dass die Verkehrswende der Todesstoß für die Innenstädte sei, verhärtet nur Fronten. Untermauert man das mit Zahlen, die jeden, der einmal kurz näher hinschaut, die Haare zu Berge stehen lassen, schadet man nur der eigenen Glaubwürdigkeit.

    Dabei will niemand verhehlen: Die Verkehrswende ist für die Innenstädte kurzfristig eine Herausforderung. Aber ebenso gilt: Langfristig ist sie die beste Chance, die sie hat. Der innenstädtische Einzelhandel hat gegenüber dem Internet den Vorteil des Erlebnischarakters des Einkaufens zu bieten und gegenüber dem Einzelhandel auf der grünen Wiese, dass er nicht nur mit dem Auto erreichbar ist. Witzigerweise sagt Jaeschke ja selber: "Die hohe Zentralität sei bisher immer ein besonderes Qualitätsmerkmal der Braunschweiger Innenstadt gewesen und gleichzeitig das zentrale Argument für die Ansiedlung attraktiver Konzepte in Handel und Gastronomie in der Innenstadt" zitiert ihn Regional Heute.
    Es ist aber nunmal nicht Zentralität, die potentielle Kunden interessiert, es ist einfache Erreichbarkeit.
    Das klingt, als wäre es das Gleiche.
    Ist es auch für alle Verkehrsträger, bis auf ausgerechnet das Auto, denn hier sind die Trümpfe ein direkter Autobahnanschluss und ein riesiger, ebenerdiger kostenloser Parkplatz. Da können das Gros der Innenstädte realistisch aber nicht mithalten. Und Braunschweig gehört dazu. Bedeutet für also auch Braunschweig: Für den Mensch, der kein Auto hat, sein Auto stehen lässt oder abschafft wird die Innenstadt attraktiver, weil plötzlich einfacher zu erreichen. Gleichzeitig lässt sich an Bohlweg, Hagenmarkt, Eiermarkt oder Neuer Straße sehr gut ablesen, dass Autos (fahrend oder stehend) und attraktive Umgebung einander ausschließen.

    ^ Danke für den Hinweis.

    Dabei handelt es sich um den Neubau eines fünfstöckigen Laborgebäudes auf dem Gelände (GMaps) des LAVES. Laut PM des LAVES habe es 120 Räume auf 6.500 m² Nutzfläche. Man rechne mit der Fertigstellung im Herbst 2025.

    Das Gebäude (Projektseite des Büros) wurde von springmeier architekten entworfen und wird eine hinterlüftete Fassade aus vorgegrautem Lärchenholz erhalten.
    Weiterhin gibt die PM preis, dass nach dem Umzug das vorher genutzte Gebäude abgerissen und durch eine parkähnliche Anlage ersetzt würde.

    Mit dieser Information und dem Lageplan auf den Projektseiten des Büro lässt sich vermuten, dass dieser Bau an der Straße (GStreetview) derjenige ist, dem es an den Kragen geht.

    Die Linien RE 60 und RE 70 sind jeweils auf einen Stundentakt verdichtet worden (BZ, €) und überlagern sich zu einem (leicht) hinkenden 2x/h-Takt in der HVZ: Immer :41 und :03 kommt ein Zug der Westfalenbahn aus Richtung Hannover an (s. aktueller Fahrplan, PDF). Die Informationen bei Wikipedia diesbezüglich sind etwas veraltet, sie bilden (heute) den Stand von 2015 ab.

    Gemeinsam mit dem RE 50, der nach wie vor stündlich verkehrt, ergäben sich da also nach aktuellem Stand zw. BS West und BS Hbf drei Verbindungen / h, die sogar halbwegs gleichmäßig über die Stunde verteilt führen, womit ein annähernder 20-Minuten-Tak gegeben wäre.
    Moment: Wäre...? Ja, wäre!

    Denn auch die RE70 erfährt eine Taktverdichtung auf 2 Züge / h. Diese soll zwar erst im Jahre 2029 in Kraft treten. Womit die Aussage

    Dekoratives Anführungszeichen

    [...] nicht nur der Bau eines Bahnhofs braucht Jahre, sondern auch solche Fahrplanänderungen.

    bewiesen wäre... :rolleyes:
    Die Züge sind bereits bestellt, und ich hoffe, dass bereits das Personal rekrutriert wird, von wem auch immer1)


    Da aber der Baubeginn (BZ) für 2027 angepeilt ist, brauchen wir mit der Eröffnung des Bahnhofes in diesem Jahrzehnt kaum zu rechnen. Deswegen gehe ich davon aus, dass man ab Tag eins von dort 4x /h in Richtung Hbf aufbrechen kann, sowohl mit der Eisen- als auch mit der Straßenbahn. Umgekehrt wäre es 2x /h Richtung Hannover und 2x/h Richtung Hildesheim.

    Dekoratives Anführungszeichen

    [...] Ich befürchte zwar, dass die Pläne in den Schubladen bleiben (Investoren??) aber falls man das anpackt, wäre das ziemlich genial. [...]

    Da der Bahnhof und die Verkehrsanlagen von der Deutsche Bahn AG InfraGO, dem Land und der Stadt und der BSVG 2)finanziert und gebaut werden wird, braucht es keine privaten3) Investoren für den Bahnhof. Aber wir haben ja bei der Weddeler Schleife (Wikipedia) erlebt, wie toll sowas funktioniert. Dennoch erlaube ich mir da verhaltenen Optimismus.
    Etwas weniger optimistisch bin ich bei dem Hoteltower. Die Lage ist zwar für ein Hotel in der unteren Preisklasse gut geeignet: Bezahlbarer Baugrund, gute ÖPNV-Anbindung an Innenstadt und Region, Nähe zur Autobahn, Industrie- und Logistikbetriebe in unmittelbarer Nachbarschaft. Aber die Kette, die solche Bedingungen suchtund explizit nicht auf Innenstadtlagen wert legt, ist bereits in BS vertreten. Die derzeitige Baukrise bremst meinen Optimismus weiterhin. Auf der anderen Seite ist der Hochpunkt ja als "Hotel- und Büroturm" vorgesehen, und diese Mischnutzung erhöht die Chancen. Hinzu kommt, dass wir einen weiten Zeithorizont haben. Nach 2008 hat es auch nicht so lange gedauert, bis die Obendreher wieder geschäftig über den Städten rotierten.


    __________________________________________

    1) Derzeitiger Betreiber ist die metronom Eisenbahngesellschaft mbh (eigene Schreibweise), die die Marke "Enno" innehält, was eigentlich nur eine Abkürzung für das Ausschreibungslos ("Elektronetz Niedersachen Ost") ist und obwohl deren Vertrag bis 2025 läuft, tragen die Züge den Schriftzug. Die wiederum hat der Zweckverband Region Braunschweig im Namen des Landes Niedersachsen bestellt und im "Enno"-Farbschema lackieren lassen...
    Kurz: Es ist kompliziert.
    2) Viele Finanziers und potentielle Bauherren, die alle irgendwie der öffentlichen Hand gehören. Klingt nach 'Rechte Tasche-Linke Tasche', aber so einfach ist es nicht. Wer was baut und zahlt, wird noch verhandelt werden. Am liebsten, siehe Weddeler Schleife, bei schon laufenden Arbeiten und bereits fälligen Abschlagszahlungen.
    Kurz : Es ist kompliziert

    3) InfraGO soll zwar 'gemeinwohlorientiert' (was immer das konkret bedeuten mag) werden, gehört aber zur Deutsche Bahn AG, die wiederum privatrechtlich organisiert, gleichwohl aber zu 100 % in Staatsbesitz....
    Kurz: Es ist kompliziert.

    Das Projekt "Hohe Tor Quartier" (s. #1292) ist, wie ich vernutete, schon sehr weit fortgeschritten. Die Wohnungen sind fertig und einige bereits vermietet, im Hof sind die Pflasterarbeiten, sehr weit fortgeschritten.
    Die Ladenlokale im EG haben ihre neuen Fenster und Türen erhalten. Hier steht noch die thermische Sanierung der Wände an.
    Gestern war ich in der Gegend und habe die Gelegenheit genutzt, ein Foto zu machen.">


    In Google Street View zeigt sich der Zustand vor der Sanierung.

    Wo die Visus Wintergärten vorsahen, sind es nun Balkone geworden.
    Geblieben sind die Fensterrahmen im matten Goldton.

    Ein Detail, welches meiner Meinung nach die sonst zum Gähnen langweilige weiße und leider nicht besonders hochwertig wirkende WDVS-Putz-Fassade rausreißt.
    Wo wir bei Details sind: Wünschenswerte wären etwas detailreichere Balkonbrüstungen gewesen. Am allerliebsten in Material und Farbe den Fenstern gleich.
    Die Bleche, für die man sich entschied, wirken leider etwas zu großformatig und detailarm, die Farbe der Fenster scheint mir auch nicht ganz getroffen. Aber mit alledem lässt sich leben, denn ich bin ein großer Fan von großen Fenstern. Das Ensemble wird durch die französischen Fenster eine gewisse Eleganz verliehen, besonders zur Sonnenstraße hin. Und das aller Kritik zum Trotze.

    Es wäre eine schlimme Plattitüde, sowas zu schreiben wie "auf jeden Fall eine Aufwertung". Die ungepflegten Gebäude mit den plumpen Kunststofffenster, deren Klobigkeit dadurch betont wurde, dass sie fast fassadenbündig eingesetzt waren, machten es schwer, dieses Gebäude nicht aufzuwerten: Schon das Reinigen der Fassade mit einem Hochdruckreiniger wäre "auf jeden Falle eine Aufwertung" gewesen.

    Aber das, was da passiert ist, lässt, bei aller Kritik, diese Gebäude in einer ganz anderen Liga spielen. In dieser reicht es dann zwar nicht für die vorderen Plätze, aber Aufstieg ist Aufstieg: Für mich eine gelungene Sanierung, die gerne Schule machen darf!

    Ach ja, falls die Bauherrenschaft mitliest: Für ein Erdgeschoss mit gelbem Riemchen zur Sonnenstraße ist es keineswegs zu spät. Die Fassade besteht dort ohnehin fast nur aus Schaufenstern, da ist die Menge an benötigtem Riemchen und somit der Preis überschaubar. Mein' ja nur. ;)

    Dekoratives Anführungszeichen

    Den Löwenanteil davon wird auf den Bahnhof BS-West entfallen: Geplant an der Ecke Friedrich-Seele-Straße und Donaustraße (GoogleMaps, ff. GMps) wird soll er Haltepunkt für die RE50 (HI - BS - WOB) und RE70 (BS - H - [BI]) sein, und eine Verknüpfung zu verschiedenen (z.T. neuen) Buslinien wie auch zur Stadtbahn sein.

    Als Beifang meiner Recherche zum Schlosscarree habe ich auf den Seiten von GIESELER ARCHITEKTEN (eigene.. naja, ihr wisst schon..) eine Projektseite zu eben jenem Bahnhof / Haltepunkt gefunden: Im Dienste der Stadt Braunschweig hat das Büro eine städtebauliche Studie angestellt.

    War ein wenig überrascht, wieviel Baumasse auf dem zweiten Schwarzplan auftaucht. Dort ist zwischen Friederich-Seele-Straße und Bahnstrecke in Rot ein komplett neues Quartier eingezeichnet. Die Pläne hierzu begegnen mir das erste Mal, ist da mehr bekannt?

    Ab davon zeigt die Studie den Bahnhof selbst sehr aufwendig: Die ersten Pläne machen der Idee einer Mobilitätsdrehscheibe alle Ehre.
    Bisher war ich davon ausgegangen, dass der Bahnhof Minimalausstattung bekommt: Bahnsteig, Treppe, einen Fahrstuhl, der werkseitig nach Urin stinkt (so zum Beispiel), und fertig is'.
    Ganz im Kontrast diese Studie mit flankierender Hotelbebauung, Buswendeanlange, Kiss & Ride-Streifen und zusätzlicher, umhauster Fußgängerbrücke, von der umhauste Treppen auf zwei (!) überdachte Bahnsteige führen.
    Bin gespannt, ob die Umsetzung eher in Richtung meiner ersten Vermutung tendiert oder in Richtung dieser Studie.

    ^

    Interessant fand ich auch, dass dieses Gebäude (Google Streetview) im nächsten Schritt abgerissen und ersetzt wird.

    Die Visualisierungen des Nachfolgebaus sind zwar hier bereits bekannt, der Link zur Projektwebseite wurde bereits von HCKBS in #107 gepostet. Dennoch füge ich mal den Link auf die Webseite, die das Büro GIESELER ARCHITEKTEN (Eigene Schreibweise) dem Projekt gewidmet hat, hinzu.

    Die Eigentümerin und Bauherrin, die Volksbank BRAWO indes ist stolz auf dieses "größte Ärztezentrum der Region". Das geht soweit, dass ihr Vorstandsvorsitzender Jürgen Brinkmann anlässlich des Richtfestes bekannt gab, dass der neue Name "BRAWO Schlosscarree" lauten solle.

    Während sich also an der Funktion des Ärztezentrums wenig ändern solle (auch, wenn da einige Mietparteien mit der Kommunikation bezüglich der Baustelle unzufrieden sind (BZ, €)), gebe es im Bezug auf den Einzelhandel noch keine Festlegungen.


    Geplant ist die Gestaltung einer Patio im Inneren sowie, die Verlegung der Eingänge weiter in das Gebäudeinnere. Diese sollen auch gleich von außen ablesbarer gemacht werden.

    Letzteres tut meiner Meinung nach ziemlich Not. Ich habe lange gebraucht, um überhaupt zu realisieren, dass an der Straßenbahnhaltestelle Rathaus (die es souverän und unstrittig unter die Top drei der meist frequentierten Haltestellen der Stadt schafft) ein Eingang ist. Gemeinsam mit dem trotz Vollverglasung (die zur Disposition steht) kaum erkennbaren Eingang am Ritterbrunnen wirkt es so, als sei die Passage im Stealth Mode. So richtig für Laufkundschaft sorgt das nicht, trotz Lage.

    Brinkmann sagte anlässlich des Richtfestes über das Gebäude, dass es "modern und zeitlos" sein sollte (ja, watt denn nu?), und "großstädtisches Flair" erhalten solle. Und letzteres könnte, den Visus glauben schenkend, gelingen. Klar, hier und da könnte man nörgeln: So ein wenig Sorge habe ich z.B., dass ein so großer Block in fast ununterbrochenem Weiß etwas monoton wirken könnte. Auch bleibt zu hoffen, dass die Fassaden, wenn schon in reinem Weiß gehalten, würdevoll altern. Solche Bedenken aber mal beiseite schiebend, gefällt mir der Entwurf.
    Positiv hervorzuheben bleibt auch, dass die Bauherrin und das Architekturbüro recht geschickt mit dem etwas schwierigen Bestand umgehen. Gerade die Reihe zum Bohlweg hin ist weder gestalterisch noch baukonstruktiv ganz so einfach zu sanieren, und es hat sicher einigen Beteiligten in den Fingern gejuckt, den üblichen, einfacheren (und leider immer noch günstigeren) "weg-und-neu"-Weg zu beschreiten. So ganz ohne, s. o, haben sie es zwar nicht hinbekommen, aber alte Gewohnheiten sterben nunmal langsam. Dennoch findet dort ein Umdenken1) statt, wenn sogar eine Bank als Bauherrin sich darauf einlässt (vgl. aber im Gegenteil den Strang um die Holwedestraße, dort ibs. den Link aus Beitrag #6).

    Auch die Integration der Leuchtreklame (Google Streetview), die dereinst die Deutsche Bank (BZ, €) anbringen ließ, und die unter Denkmalschutz steht, gefällt mir. Die Volksbank hat natürlich trotz des Denkmalschutzes schon länger dafür gesorgt, dass der Schriftzug der Konkurrenz da nicht mehr steht.
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    1) Davon nehme ich mich selbst auch nicht aus.