Beiträge von Angie

    Hier ist eine Webseite mit einem Bild der Naplafa:
    http://antares08.an.ohost.de/geschichte.htm

    Auf dem Foto (rechts 2. Fotosreihe) nennt sich die Firma noch Anton Haase.
    Die Gebäude links im Bild (Fa. Jäckel) sind jetzt saniert - zum einen ein altersgerechtes Wohnen und zum anderen das Textil- und Rennsportmuseum.

    Unser alter Bahnhof wurde leider auch abgerissen :(

    Hier nochmal ein Foto:
    http://www.hohenstein-ernstthal-ub.de/imagebase.php?…7f9bc7ca8b70d5c (das geht bereits bei Bild eins los- also zurückklicken!)

    Sooo hoch ist die Anzahl unsanierter Gebäude gar nicht. Der Sanierungsgrad in HOT ist nicht schlechter als anderswo. Sicher gibt es noch ein paar Kandidaten, vor allem im Bereich der kleinen 50 qm Häuschen oder an Kreuzungsbereichen stärker befahrener Straßen. Aber im Großen und Ganzen ist das Stadtbild hier gut durchsaniert.
    Ein Problem hat Hohenstein (zu DDR-Zeiten übrigens der dichtbesiedeltste Kreis der DDR) ... das sind die Industriebauten stellenweise zwischen der Wohnbebauung wie z.B. auf der Karl-May Straße. Deren Nichtnutzung prägt das Umfeld nicht gerade optimal.
    Und dann gibt es noch Industriebauten wie die ehemalige NaPlaFa, welche leider weggerissen werden soll, trotz des schönen Klinkerbaus.

    Da ich Hohenstein-Er. kenne: Ich will die Probleme nicht kleinreden, denn sie sind tatsächlich da (Bevölkerungsschwund), allerdings sollte man berücksichtigen, daß es bei den Objekten zum einen bereits um Ruinen noch fast aus DDR-Zeit her handelt. Meist Objekte, die nicht wirklich von großem Wert im Sinne Denkmal sind. Zum anderen sollte man nicht vergessen, daß u.U. auch Banken & Co. ihren Anteil daran tragen, daß Investoren abgesprungen sind, trotz ernsthaftem Interesse. Ein Objekt ist mir bekannt und um dieses wiederum ist es schade, da dies wirklich ein Eckhaus ist und das Fehlen das Bild zerstört. Denn seitdem (seit Anfang der 90er) gammelt es vor sich hin, weil zu den überzogenen Forderungen es niemand kaufen wollte, es verrottet und jetzt niemand mehr bereit ist, ein vollkommen abgesoffenes Haus zu übernehmen. Das Haus hätte damals gerettet werden können, hätte die Bank nicht auf der Schuldenhöhen (weshalb es an die Bank fiel- das Geld war nicht in die Sanierung des Hauses geflossen) des Alteigentümers bestanden. Das Objekt hatte diesen Wert nicht mehr. Aber der Interessent war bereit eine Summe X zu zahlen, man hätte sich treffen können bei den Verhandlungen. Die Bank beharrte aber auf der hohen Summe. Es wurde danach zwar noch ein oder 2x darin gewerkelt, aber es war nie was genaues. Die Stadt hat es wohl nun nach vielen Jahren übernommen und will es abreisen.
    Ein Faktor, der auch gerne weggelassen wird, sind die Erbschaftsstreitereien mit Hinhaltetaktiken, weshalb nicht investiert wird und dadurch Schandflecke entstehen. Allerdings ist mir jetzt nicht bekannt, ob auf eines der Abrisskandidaten sowas zutrifft und es der Stadt gelungen ist, eines dieser Objekte zu erwerben.

    Ich bin vorhin über ein interessantes Video gestoßen, was ich der Runde nicht vorenthalten möchte:

    Damals in der DDR Halle/ Saale 1990 im Frühjahr

    Ist schon schockierend, wenn man den Zustand damals anschaut. Desto bemerkenswerter ist die Leistung, sich von der grauen Maus so herauszupellen.
    Ich gebe Frank-W recht. Hinter Städten wie Köln, Stuttgart & Co. braucht sich Halle architektonisch überhaupt nicht zu verstecken. Wenn es denn auch wirtschaftlich so wäre...

    @ Salzgraf

    Danke für die Antwort. Sagen wir so: Es ist, wie ich insgeheim gehofft habe.
    Sicher wäre der optimalste Fall, die Einwohner würden der Stadt nicht verloren gehen sondern nur von den Plattenvierteln in die historische Stadt umsiedeln.
    Aber wie schon weiter oben geschrieben habe, ich versuche immer positiv nach vorne zu schauen, trotz derzeit negativer Trends (von 40-Jahre Prognosen halte ich sowieso nichts). Vielleicht kann man in ein paar Jahren sagen, Halle (ebenso andere Städte) haben sich gesund geschrumpft, im architektonischen Kontext eben urban und schön geschrumpft.

    Cowboy

    Ich bin auch kein direkter Gegner von Neubauten (wo sie sich einfügen), nur mag ich persönlich eben die Plattenviertel nicht oder diese Klotzstruktur in historisch urbanen Gebieten. Es wirkt immer wie ein wahllos reimge"plumster" roher Ziegelstein inmitten lauter schön und unterschiedlich geschliffener Edelsteine. Jetzt ist es daran, dem Ziegelstein seine Rauhheit zu nehmen und ihn zu schleifen ;).
    Was ich an den Platten in der Altstadt Halle insofern positiv finde ist, daß man bis auf marginale Abweichungen (die Fleischerstraße ist zur Großen Wallstraße jetzt "abgeknickt" und lief früher spitz zu - das Eckhaus hatte mehr eine V-Form) die alten Straßenzüge soweit belassen hat. Die Gebäude sind nur eben sehr klotzig. Wenn man es bei der Sanierung schafft, diese etwas aufzulockern und durch Dämmung und Verputzen die Plattenstruktur verschwindet, kann es ganz ansehnlich werden. Am gelungensten finde ich da den Bereich hinter der Kleinen Ulrichstraße in der Ecke Schlossberg zwischen Große Schlossgasse und Mühlberg, wenn die Fassaden hergerichtet werden :) .

    Danke @ Salzgraf für Deine Antwort :)

    Es war schon schlimm in Halle, allerdings ist dieses, auf den Bildern gezeigte Viertel auch ein Extremfall gewesen, wobei es leider nicht das einzige war. Das es überall grau, der Verfall sehr weit fortgeschritten war und es 5 vor 12 stand, was die alte Substanz auch in vielen anderen Gegenden der Stadt anging, dieses Schicksal teilten sich auch andere Städte mit Halle.
    Halle hatte nur den besonderen Nachteil noch durch die Chemie geschädigt zu sein. Leipzig litt auch unter den nahe gelegenen Tagebauen wie Espenhain, hat aber die Auswirkungen von Buna, Bitterfeld & Co. weniger zu spüren bekommen.

    Als Student lebt es sich aber auch etwas anders :lach:. Wir waren alle keine festen Einwohner Halles und haben das Beste herausgeholt. Gerade da bot die Stadt trotz aller optischen Widrigkeiten doch seine Reize. Kulturell war einiges los und wenn man es sich selbst geschaffen hat. Wir haben zwar - heute unvorstellbar - unter primitiven Bedingungen in einem Wohnheim aus Holzbaracken am Landrain gelebt (heute stehen dort http://www.bing.com/maps/?FORM=Z9L…DAzMDcyMzI0OTk5 zwar neue Wohnheime) mit Kohleheizung und Gemeinschaftsdusche, aber wir wurden durch die Gegend entschädigt. Es war auf alle Fälle gemütlicher als das letzte Studienjahr in den "legendären" Scheiben in HaNeu.

    Was mich jetzt zu der Einwohnerentwicklung interessieren würde, ich bin da nicht ganz up-to-date: Wie ist das Verhältnis Einwohnerverlust Halle zu Halle-Neustadt? Ursprünglich sind beides bis 1990 getrennte Städte gewesen und danach fusioniert. Da es jetzt eine gemeinsame Einwohnerzahl ist, leidet wirklich Halle selbst in selben Maße wie HaNeu ?
    Die Demographie sieht ja, bis auf einige Boomregionen in D generell nicht so doll aus, aber wenn dies jetzt weniger zu Lasten des historischen Halle als mehr ein Problem für Halle-Neustadt darstellt, kann man mit ein paar Daumen und Zehen drücken sich noch damit abfinden.
    Sicher ist die folgende Ansicht sehr oberflächlich und verallgemeinernd, ja stellenweise sogar naiv, weil es auch Liebhaber und Verteidiger der Plattenviertel gibt (allen voran die Betreiberunternehmen) sowie auch Bevölkerungsrückgang Kaufkraftverlust bedeutet, aber ich betrachte die ganzen Halle-Neustadt, Heckertgebiet in Chemnitz, Platten in Hoyerswerda usw. als künstlich aufgeblasene Gebiete, welche keinen Verlust darstellen, wenn sie nach und nach zurückgebaut würden. Sie sind entstanden einmal aus dem Wohnungsmangel, welcher durch fortwährenden Verfall eintrat zum anderen - wie im Falle Hoyerswerda - durch künstliche Zusammenführung von Menschen aus allen Teilen der damaligen DDR, weil sie in der Kohle und damit Folgeindustrie benötigt wurden. In meinen Augen reine Kunstgebilde.
    Ich versuche immer optimistisch zu sein und ein bisschen träumen ist ja auch erlaubt: Für mich ist es wichtig, dass die Kernstädte erhalten und urbanisiert bleiben. Logisch bedarf es dafür auch Arbeit, wo es eben leider Probleme durch den Wegfall der Industrie gibt. Die Plattenviertel, welche zum Glück oftmals relativ am Rand einer Stadt gelegen sind, können gerne verschwinden. Wichtig ist nur das dieses Bewußtsein auch in der Bevölkerung verankert ist, vor allem bei den nachkommenden Generationen. Für ältere Menschen, welche in den, für damalige Verhältnisse, "modernen" Platten mit Heizung und Warmwasser wohnten, ein zu dieser Zeit Umfeld erlebten, was sozial gemischt (der Professor wohnte neben dem Schichtarbeiter) und nicht seggregiert war wie die Chorweilers und Steilshoops, ist sowas natürlich schwierig. Aber diese Generation wird altersbedingt weniger.

    Danke @ Stahlbauer :)

    Ja, die Saale ...
    Wenn man dann noch bedenkt, daß Halle/S. ebenfalls ein Sportleistungszentrum war, welches nicht gerade wenig gute Sportler im Bereich Rudern / Kanu hervorgebracht hat, kann man sich nur noch wundern. Man braucht glaub ich nicht zu erwähnen, daß die Trainingsbedingungen auf der (den) Saale (-armen) im Vergleich zu heute eher "Seifenkisten"rennen waren.

    Es gab in den 80ern wirklich gruselige Ecken, wo man nachts ungern alleine durchlief. Das gezeigte Gebiet gehörte zweifellos dazu. Auch wird man den Abriß des einen oder anderen Hauses, gerade im Hinterhausbereich verschmerzen können.
    Nichtsdestotrotz ist es um Gebäude, wie das im Bild 4+6 erwähnte Eckhaus, die Gebäude um den Harz auf Bild 12 oder diverse einzelne Häuser wie im Bild 6 über dem Trabbidach oder Bild 9 links schade, da der Abriss so kurz vor der Wende passierte. Das eine oder andere Haus hätte sich in die Neuzeit vllt. noch hinüberretten können. Eine spätere Sanierung mit einer moderaten Neubebauung der Lücken würde das Gebiet bestimmt urbaner erscheinen lassen, als die Commiblocks.
    Ich meine auch die Platten hinter der Kleinen Ulrichstraße sind erst in den Mitt-/Spät80ern errichtet worden, bin mir aber nicht 100% sicher. Leider habe ich hiervon keine Fotos.

    Auch war die Luft damals sehr schlecht. Die Nähe von Buna + Leuna tat ihr übriges. Einmal war es so schlimm, daß wir uns Tücher vor die Nase gehalten haben, allerdings war es - zumindest während unserer Zeit - nur einmal. An den normalen Kohlehausbrand waren wir ja ohnehin gewöhnt.

    Es ist aber wunderbar anzusehen, wie sich Halle von einer wirklich schlimm grauen Maus zu so einer Perle wieder herauspellt und dies aus dem Bestand heraus. :daumen:

    Ich habe die Fotos jetzt gehostet und versuche mal mein Glück ;) :

    Bild 1 - ´Dieses Haus befand sich meines Wissens nach in der Großen Wallstraße in der Linkskurve vom Moritzburgring kommend kurz vor dem Abzweig Kleine Wallstraße:

    Bild 2 + 3 - Dies könnte ein Blick von der Großen Wall- in Richtung Jägerplatz gewesen sein:

    Bild 4 - Hier ein Blick auf die Häuser Große Wallstraße. Das ganz linke Haus auf dem Bild ist das Eckhaus zur Fleischerstraße. Wer das kleine Büchlein von Halle aus dem Brockhausverlag (Brockhaus - Souvenir) von 1988 kennt, dort ist es auf Seite 7 oben abgebildet:

    Die nächsten Bilder sind auf der Fleischerstraße entstanden.
    Bild 5 - dieses Haus dürfte die Rückansicht eines zur Geiststraße zugewandten Hauses gewesen sein:

    Bild 6 - die Fleischerstraße mit Blickrichtung zum Botanischen Garten. Hinten links ist wieder das Eckhaus zur Großen Wallstraße zu sehen:

    Bild 7 + 8 - Blick von gleicher Stelle auf die Rückseite der Häuser auf der Breiten Straße. Wenn ich die Karte bei bing mit dem Bild 8 vergleiche, könnten die Häuser rechts (Ecke Leitergasse) sogar noch stehen:

    Bild 9 - die Mülltonnen aus Bild 6 mit den Häusern dahinter, andere Perspektive:

    Bild 10+11 - hier werfen wir einen Blick in den Innenhofbereich der Ecke Fleischer- / Große Wallstraße:

    Man beachte das frei hängende Fenster, welches uns als Studenten fast zu Wetten nötigte, ob nach dem nächsten Sturm das Fenster oder mehr Mauerwerk fehlte. Das Fenster blieb stand-(hänge)haft :lach: :

    Zum Anschluß noch zwei andere Fotos:
    Bild 12 - Dieses Foto entstand auf der Emil-Abderhalden-Straße. Ganz links sind die Hausfassaden des Harz zu sehen:

    Bild 13 - eine alte Aufnahme des "Turmes", seiner Zeit zentraler Studentenclub der Uni:

    Wie man erkennen kann, befanden sich in diesem Bereich durchaus schöne, leider aber auch großteils sehr verfallen Häuser. Leider kam die Rettung zu spät :(

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    alle Bilder von mir ca. 1984 bis 1986

    Geiststraße - Bot. Garten

    Ersteinmal ein Hallo in die Runde. Ich lese das Forum schon seit längerem, habe mich aber heute auf Grund dieses Beitrages entschieden, auch anzumelden. :)

    Dekoratives Anführungszeichen

    Cowboy

    Mit Neubauten in Erfurt meinst Du sicher die Nachwendebauten? Halle hat, so wird berichtet, im WK II kaum Gebäudeverluste erlitten. Wenn dem so ist, mussten für die [size=14]HIER zu sehenden Plattenbauten doch eine Menge alter Gebäude weichen.:confused:

    Ich habe 5 Jahre vor der Wende in Halle zugebracht und kenne das Schicksal dieses, jetzt mit Plattenbauten belegten Viertels zwischen Geiststraße und dem Botanischen Garten, der Großen und Kleinen Wallstraße sowie der Fleischerstraße. Unser Weg zwischen der Harzmensa und dem Botanischen Garten führte immer durch die Fleischerstraße.
    Leider kam für diesen Bereich die Wende zu spät. Ich habe im Zeitraum 1984 - ca. 1986 wenige sw- Fotos von einigen Häusern geschossen und stelle sie gerne zur Verfügung, muß mich nur noch um einen Host bemühen.
    Die Fotos sind nicht besonders, aber man bekommt doch eine kleine Vorstellung, auch wenn es stellenweise nur die Rückseiten der Häuser sind.
    Diese waren in dem Viertel nicht sonderlich spektakulär. Damals habe ich mich leider auch noch nicht gezielt für Architektur interessiert, um Details festzuhalten - heute ärgert man sich. Hier und da (ich glaube vor allem mit Fassadenrichtung Bot. Garten) gab es meiner Meinung nach das eine oder andere Gründerzeit- / Historismushaus. Teilweise waren aber auch glatte Fassaden, ob entstuckt oder schon immer glatt vermag ich nicht zu sagen. An anderen Stellen waren es kleine Häuschen.
    Auf alle Fälle hätten diese alten Häuser saniert dem Viertel wesentlich besser zu Gesicht gestanden, als die Platten, welche noch bis an die Wende errichtet wurden.