Beiträge von dresdenbild

    Nein, ich lehne weder den Wiederaufbau der Frauenkirche - für den ich mich immer arrangiert habe - noch die Gestaltung des Neumarktes ab. Und sicher hat auch Dresden nach der Barockzeit eine ganze Anzahl bemerkenswerter Bauten im Gesellschaft- und Wohnungsbau, einschließlich der Zeit des Wiederaufbaus hervorgebracht. Allerdings wird Dresden landläufig wohl doch eher als die Barockstadt bezeichnet und Bauwerke welche nicht in das Schema passen werden zunächst erst einmal von einer nicht unerheblichen Zahl der Dresdner Bürger und ihren Gästen abgelehnt. Damit meine ich nicht tatsächliche Bausünden, sondern ganz einfach die Weiterentwicklung und eben auch Neue Bauformen. Man könnte sich sicherlich über fast jedes Gebäude streiten, Geschmäcker sind nun mal verschieden. Auch die eingestreuten Bauten im modernen Stil auf dem Neumarktareal haben etwas an sich und ihre Berechtigung und ehrlich gesagt, ich möchte heute z. B. nicht unbedingt in der Vorkriegsbebauung der Wilsdruffer Vorstadt oder der Pirnaischen Vorstadt wohnen. Und um zum Kern zu kommen. Eingestreute Bauwerke, die tatsächlich etwas provokant - ich nenne es mal so - wirken, bilden einen Akzent, einen Hingucker. Und dazu zählt eben auch das Kugelhaus, aber eben auch nicht an der angedachten Stelle. Das ist ganz einfach meine Meinung.

    Matthias

    http://www.taegliches-dresdenbild.de

    Erst einmal, nach meiner Neuanmeldung, ein freundliches Hallo in diese Runde und nun gleich zum Kugelhaus.

    Meines Erachtens ist die Wiedererrichtung des so genannten Kugelhauses eine feine Sache, würde sie doch zeigen, dass Dresden eben nicht nur - auch wenn es einige wünschen - mit Barockbauten gleichzusetzen ist, sondern sehr wohl auch Modernes und mitunter auch, ich nenne es einmal so, provokantes vertragen kann.
    Jedoch finde ich den angedachten Ort ein wenig unpassend, das Kugelhaus geht vor dem einstigen "Blauen Haus" (dessen Erneuerung ebenfalls sehr zu begrüßen ist) ein wenig unter und von der geplanten Restauration hat man auch nicht gerade den optimalen Ausblick. Sicher, das zur siebenten Jahresschau Deutscher Arbeit (1928) errichtete Gebäude stand auch inmitten von Ausstellungshäusern - war ja eigentlich auch nur für diese Ausstellung errichtet worden - aber dennoch frei, ohne einem Baukörper in unmittelbarer Nähe, welches es in seiner Wirkung erdrückte. Die Aussicht umfasste das Ausstellungsgelände und weite Teile der Großen Gartens den östlichen Rand der einstigen Altstadtbebauung.
    Würde das Haus an der gedachten Stelle erbaut werden, wäre die Aussicht in östliche Richtung auf die Front des "Blauen Hauses", südlich auf die Bahnüberführung Strehlener Platz, südwestlich auf die Tankstelle, westlich in die Bügerwiese (Straße) und nur nordwestlich in die Anlagen der Bürgerwiese (Park) und durch Bäume verdeckt auf das Rudolf Harbig Stadion. Nur nördlich würde ein Teilbereich des Großen Gartens betrachtet werden können.

    Der eigentliche Standort kann nicht mehr benutzt werden (Bereich der Gläsernen Manufaktur). Aber könnte man ein neues Kugelhaus (und ein solches wäre es ja wohl, weil sicher schon aus Feuer- und Baupolizeilichen Gründen eine Originalwiederherstellung nicht möglich und auch nicht gewünscht wäre) nicht direkt in den Großen Garten stellen? Wie würde es sich zum Beispiel auf dem verlottertem Gelände der im Kriege zerstörten "Großen Wirtschaft" ausnehmen? Ein Areal, welches ich sehr begrüßen und einmal zur Diskussion stellen würde.

    Matthias

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