Beiträge von Abyssalon

    Ein paar Worte zur Diskussionsrunde in der Alten Nikolaischule. Ich konnte selbst nur ca. eine halbe Stunde da sein, mir wurde aber darüber berichtet. Zunächst wurde das Projekt nocheinmal vorgestellt, z.T mit Visualiseirungen aus dem Wettbewerbsbeitrag. Der Architekt Grüntuch sprach davon, dass seiner Ansicht nach nicht nur Fassaden an die Historie des Brühls erinnern sollen. Er hat das allerdings nicht weiter ausgeführt, zumindest so lange ich da war. Er stellte die Höfe und Gassen als Übernahme von Leipziger Tradition heraus und sprach davon, dass man mit den Höfen "Stadt weiterbauen" wolle.
    Mir wurde berichtet, dass der Anteil der Vorstellung des Projekts relativ lang war. Die Gäste haben wohl angenommen, es ginge hauptsächich um die Hänsel/Müller-Problematik, die Diskussionsrunde war offenbar aber länger geplant als Auseinandersetzung mit dem Gesamtprojekt, das scheint in der Presse unklar dargestellt worden zu sein, dementsprechend war die Erwartungshaltung. Es scheint dann ziemlich eskaliert zu sein, die Diskussion war offenbar unsachlich und sehr emotional. Es wurde laut meinen Informationen sogar mit Hausrecht und Polizei gedroht. Mein "Informant" hat sich dann auch lieber von dort wegbegeben, deshalb habe ich keine Information, wie es ausgegangen ist. Das ganze wurde mit einer recht professionell aussehenden Kamera gefilmt. Es wurden von den Veranstaltern auch Informationsblätter verteilt. Ich bitte diese Aussagen von mir vorsichtig zu bewerten, ich war wie gesagt nur kurz dabei.

    Dafür gibt es auch eine Website mit umfangreicher stichpunktartiger Erläuterung des Konzeptes. Als Fläche wäre jene des Robotrongebäudes vorgesehen (Tröndlinring/Gerberstraße), inklusive Bebauung bis zum Ring ran. Unter "Abschnitte - Zeitplan" findet sich ein Luftbild mit Flächenmarkierung sowie ein paar Bilder, auf dem der geplante Pavillon zu sehen ist. Beteiligt sind u.a. auch Handelskammer, HTWK und Uni. Sollte das ganze funktionieren, möglichst dann auch mit "ungewohnter Architektur", von der im L-IZ-Artikel die Rede ist, könnte das eventuell auch positive Auswirkungen auf das Astoria haben und die Stadt wieder ein Stück internationaler machen.


    http://energiecity-leipzig.de/

    Zwei Bilder von der Ufersanierung an der Parthe auf Höhe des Zooparkhauses, die noch nicht erwähnt wurde (?). Aufgenommen am 25.4.2010. Es sind dabei zwei Bäume gefällt worden, wenn ich mich recht entsinne.




    (Eigene Bilder)

    Wie die L-IZ berichtet, soll der Lindenauer Hafen zur "Priorität 1" erklärt werden, um Fördermittel erhalten zu können und die Entwicklung mit Ausstrahlung auf Grünau und Lindenau voranzutreiben. Dies beinhaltet auch Verkehrsanbindung und Wegeverbindeungen. Die 2. Rahmenvorlage wurde in der Dienstberatung des OB am 27. April von zur Nedden und Rosenthal vorgestellt und soll im Juni in drei Beschlussvorlagen in den Rat eingebracht werden. Im Artikel wird davon gesprochen, dass der Durchstich vom Karl-Heine-Kanal zum Hafen Ende 2012 erfolgt sein soll.


    http://www.l-iz.de/Politik/Bre…bekommt-Prioritaet-1.html

    Hier die versprochenen Bilder, aufgenommen am 25.4.2010
    Die Folienkissenkonstruktion schreitet voran:



    An der Dämmung wird auch gearbeitet:


    Zukünftiger Eingangsbereich Pfaffendorfer Straße:


    Blick durch den Eingangsbereich:


    Die Urwaldriesen vom Eingangsbereich aus gesehen:


    Seitliche Folien:


    Urwaldriesen durch die Wirtschaftseinfahrt fotografiert:


    Malerisch mit Sonnenuntergang =):


    Aufgeblasen vs. platt:



    Das schönste zum Schluss^^:


    (Alles eigene Fotos)

    Klar ist es müßig, dass weiter auszuführen, aber der Brühl hat ja noch eine Geschichte vor dem Pelz...wobei das zu weit führen würde. Aber auch dann muss sich nicht an der Platte orientiert werden. Doch das könnte jetzt vermutlich zu einer Grundsatzdikussion über Ästhetik führen --> OT ^^

    Nein, tut sie nicht, aber ich traue Architekten zu, dass sie Lösungen finden können, den Ortsbezug herzustellen. Die gewesenen Gebäude waren eventuell prägend für den Ruf der Stadt, der Brühl war ja weltbekannt, wenn ich mich nicht irre, und dies ist bei den Plattenbauten, die hoffentlich den Zenit ihres daseins schon überschritten haben, nicht der Fall. Ist die Platte weg, funktioniert die Orientierung daran nicht mehr, da erstere geschichtlich womöglich nicht sehr bedeutsam ist. Keine Ahnung, was genau dort an dieser Stelle vorher stand. Ein Kürschnereigebäude? Wie wäre es dann mit einem Fassadenrasen als Erinnerung an den Pelz...obwohl, wird schwierig, den zu mähen ^^

    @ DaseBLN: Zumindest könnte sich der verantwortliche Architekt ansehen, was vorher an dieser Stelle stand, und dazu Bezüge aufnehmen, von mir aus nicht nur architektonisch, auch als inhaltliche Übertragung. Wenig Geld sollte kein Kriterium sein für die Qualität der Architektur, oder zumindest nur bedingt. Mit ein wenig Kreativität und Begeisterung sind schon bessere Lösungen möglich. Die Bassin-Fassade könnte mE eine vertikale Entwicklung vertragen, reines Raster ist althergebracht. Gerade wenn es sich um Betoneinfassungen handelt, die dann auch so aussehen (Beton ist das bei Laien unbeliebteste Material, wenn es um Sichtbarkeit geht.) Die Fenster können da leicht erdrückt wirken. ME müssten auch die französischen Balkone geformt werden, sonst wirken sie wie Gefängnisgitter. Das hat alles weniger mit Fassadenschmuck zu tun.

    Der Bassin Entwurf scheint sich an der schönen Regelmäßigkeit der Platten orientiert zu haben. Das Grün an den Fenstern macht einen natürlichen Eindruck, vielleicht als Reminiszenz an den Klimawandel. Im Ernst, diesen Entwurf halte ich vom Ersteindruck bei dieser Bildgröße (danke für die Bilder =) ) für arg misslungen. Auch von den anderen beiden Entwürfen überzeugt mich keiner wirklich. RKW erinnert mich an den Uniriegel in der Grimmaischen, auch durch die helle Farbe. Zumindest wird die Ecke ein wenig betont und die unteren beiden Geschosse werden hervorgehoben. Allerdings machen die - falls es welche sind- französischen Balkons auf mich einen beengenden, unsympathischen Eindruck.
    Bei BBL gefällt mir die Fassadenstruktur links besser, sieht zudem steiniger aus, sowie die Existenz der "zusätzlichen" Fassade rechts, dort auch, dass der Erdgeschossbereich hochgezogen ist. Die Fassade rechts sieht mir allerdings zu glatt aus, die Erdgeschossbetonung geht ein wenig flöten durch die Fortsetzung nach oben, und die Ecke finde ich weniger gut gestaltet, weil sie nach innen flüchtet. Hoffentlich wird daran noch ordentlich gearbeitet.

    Na hoffentlich. Vllt. an das Stadtforum oder Herrn Bodenburg...? Ich weiß nicht, wie realistisch Chancen bei sowas bestehen, aber ich halte das für sinnvoller als anketten oder Menschenketten bilden. Aber gut, dass mfi zumindest entgegenkommen signalisiert. Da bin ich recht positiv überrascht.

    Ich habe etwas sehr interessantes entdeckt, das ich dem Forum ungern vorenthalten wollte, auch wenn es explizit nichts mit Leipzig zu tun hat, worüber hier aber vor einiger Zeit (ich glaube ab ca. #1029) diskutiert wurde, nämlich eine Studie über die Wirkung von Architektur bzw. deren ästhetische Bewertung durch Experten und Laien mit dem Ergebnis einer auffälligen Diskrepanz am Beispiel von Sichtbeton. Ich will die Debatte nicht erneut anleiern, aber falls es interessiert. Hier der Link: http://www.architekturpsycholo…grichter_sichtbeton_2.pdf
    Interessant auch, dass es explizit ein Feld "Architekturpsychologie" gibt.

    Von Bodenburgs Aktion berichtete auch das ZDF. Viel ist dem Beitrag aber nicht zu entnehmen, es wird nicht darauf eingegangen, dass die "berühmte Aluminiumfassade" wieder angebracht wird, und es wirkt eher, als ginge es den Protestierenden um die Alufassade. Undifferenziert auch der Kommentar zu den Kriegsschäden ("[...] Im Krieg zerstört, wurde es wieder aufgebaut [...]" Besonders schön auch der Wortlaut einer Bürgerin, für die die Blechbüchse Menschen aus der ganzen Welt nach Leipzig lockt.
    Hier der Link: http://www.zdf.de/ZDFmediathek…pzig:-Rettet-das-Kaufhaus