Beiträge von Jugend_Stil

    Das Volksbad stand heute im Mittelpunkt des "Tag des offenen Denkmals"...

    ...mit schlagendem Erfolg: Die Menschen standen bis vor das Planetarium an um an den Führungen teilzunehmen...Das müssen im Laufe des Tages Tausende gewesen sein!

    Q.e.d. dass das Volksbad nach wie vor eine nicht zu brechende Popularität in der Bevölkerung besitzt.

    Ein Bürgerbegehren wäre der richtige und einzig zweckmäßige Weg um eine Reaktivierung der Jugendstilperle für den Bäderbetrieb zu erzwingen.

    Wie baukunst-nbg und seh-zeichen kann auch ich den Standort des Bades absolut nicht als Nachteil erkennen. Es handelt sich hier um ein Bauwerk direkt an einem der zwei zentralsten ÖPNV-Verkehrsknotenpunkte der Stadt in einem quirlig-lebendigen Stadtteil!

    Es fehlt wohl einfach zu vielen politischen Entscheidungsträgern die Einsicht in die Bedeutung und die Potentiale dieses Juwels und folglich der politische (Mehrheits-)Wille, hier Geld in die Hand zu nehmen um nach hochwertiger Sanierung einen Bäderbetrieb aufzunehmen. Wie von Seh-Zeichen richtig erwähnt, lohnt hier sicher der Blick nach Darmstadt. Allein dieser direkte Vergleich zweier Jugendstil-Volksbäder lässt unsere Stadt doch sehr, sehr alt aussehen...

    Wenn man dann an eine städtische Tochter als Betreiber denkt, muss einen die Antwort vor Ort doch wirklich erschlagen ;)

    Nicht genug unterstreichen kann man, dass das Volksbad in der Bevölkerung so populär wie nur sehr, sehr wenige weitere Bauwerke im Stadtgebiet ist. Sogar im oberflächlichem Smalltalk der Bewohner schafft das Bedauern über den Verfall des Volksbades auffälligerweise immer wieder den Weg zum Gesprächsthema. Als Beispiel für stiefmütterlichen Umgang mit wertvoller Bausubstanz sogar fast automatisch, abgelöst höchstens vom Milchhof...

    Stellt sich mir ganz offen die Frage: Wieso dann nicht per Bürgerbegehren? Wo wenn nicht hier könnte so etwas klappen?

    By the way: Stimmt es, was vor einiger Zeit mal durch die Presse ging, dass bereits Jugendstil-Inventar verscherbelt wurde?

    Es läuft seit Jahrzehnten der immer selbe Spielplan aus behördlichem laissez-faire in Kombination mit freigiebiger Abbruchgenehmigung im "rechten" Moment. Wenn dann der Vorhang fällt, ertönt der peinliche Abgesang auf einen "traurigen Unfall", dessen "wahrer Dimension sich niemand bewusst war" und "der sich garantiert nicht wiederholen werde".

    Die peinlichen Ablenkungsmanöver des Baureferenten Richtung Ansbach stehen bei der Bewertung dieses Vorgangs schon für sich und ich denke der klangvolle Namen der zu bedienenden Gläubigerbank ist dazu noch das krönende Sahnehäubchen um das Trauerspiel dem richtigen Genre zuzuordnen.

    In der Sache wird über die stadtbildprägende hinaus auch die kulturgeschichtliche Dimension der Villa resultierend aus dem Wirken dieses Herren nur allzu gern unterschlagen.

    Dekoratives Anführungszeichen

    aber es ist wahr, der stadtverwaltung fehlt bisher der weitblick und der schwung in diesem prestigeträchtigen bereich der stadtentwicklung. zwar gibt es schon viele lippenbekenntisse der besserung seitens des Oberbürgermeisters, sogar interessante initiiativen wie die mit leipzig und bremen, aber so richtig form hat das zumindest in der öffentlichkeit noch nicht angenommen...

    Hat es nicht nach dem Milchhof-Desaster mal geheißen, es werde eine Art "Stadtentwicklungsbeirat" geben? Von allein wird man dieser Forderung nach weiterer Öffentlichkeits- und Fachweltbeteiligung sicher nicht nachkommen, dem Bauhof geht ja schon das Wort Denkmalschutz an sich viel zu weit... also muss das Gremium mit Nachdruck von der Öffentlichkeit und Politik eingefordert und mit entsprechenden Kompetenzen ausgestattet werden.

    Das Ding hat viele Seiten ...

    Aus fachlicher Sicht ist die U-Bahn nach Oberasbach und Zirndorf zweifellos ein Sündenfall. Viel zu teuer, viel zu spitz auf die Kante gerechnet. Auch die Bebauung eines Wasserschutzgebietes um ein an sich umweltfreundliches Verkehrsmittel zu inthronisieren - ein makabrer Scherz, hinter dem einzig der Nürnberger Plan steckt, möglichst viele an der Finanzierung des längst veralteten aber kostspieligen Spielzeugs "U-Bahn" zu beteiligen.

    Mittelfristig wird nach der Bibertbahn wahrscheinlich auch die Rangaubahn zur Disposition stehen und Pendlerströme von Fürth fernhalten, direkt über den Plärrer nach Nürnberg ziehen. Die VAG reibt sich jetzt schon die Hände: An Bibert- und Rangaubahn verdient sie nichts, an U-Bahn und Bussen umso besser.

    Erst wenn die Rangaubahn versiegt, wird man wohl auch in Fürth anfangen sich Gedanken darüber zu machen, dass ein S-Bahnkonzept für beide Linien viel massiver als der Bau eines Konsumtempels zu Lasten historischer Bausubstanz hätte beworben werden müssen um die ominöse "Kaufkraft" zu binden.

    Und auch Nürnberg hat viel zu verlieren. Eines der wenigen, aber umso lieber beliehenen Realo-Argumente: "Lasst diese wohlhabenden Gemeinden doch machen, denen tut's nicht weh" trägt nicht, im Gegenteil: Man wertet mit den derzeitigen Planungen die Abwanderung aus den Städten und die Ansiedlung im Speckgürtel noch weiter auf, verliert Steuerzahler und belastet die innerstädtische Infrastruktur.

    Das alles wird im Hintergrund stattfinden...überschattet wird die Diskussion dann vom Leserbriefkrieg in Ammerndorf und Cadolzburg über den zurückliegenden Ortstermin zum Thema "Verlängerung der U3" :nono: