Ich finde Schrebergärten super - hier meine Begründung:
Ich komme aus einem kleinen Dorf im Münsterland, wo in den letzten Jahren so ziemlich jede Grün- und Ackerfläche im Umkreis von einem Kilometer um den Ortskern dem Siedlungsbau geopfert wurde. Und ich bin ein Gegner der Einfamilienhaussiedlungen - wegen der riesigen Zersiedlung, dem Flächenverbrauch pro Kopf, der umweltbelastenden langen Arbeitswege (sehr viele aus unserem Ort arbeiten im 50 km entfernten Münster - und die fahren auch fast alle mit Auto).
Mal abgesehen davon, dass diese kleinbürgerliche Spießigkeit, der Traum von eigenem Haus und Garten sowohl zu Lasten der Umwelt (Zersiedlung, Flächenversiegelung) als der Gesellschaft (Eigenheimzulage, Kilometerpauschale) geht, werden sicherlich viele der Häuser in 50 Jahren leer stehen, da die kinderlosen Ehepaare irgendwann nicht mehr alleine im Haus leben können und wegziehen. Ergo verliert die Siedlung durch zunehmenden Leerstand auch an Attraktivität und verslumt.
So... und da sind Schrebergärten der Inbegriff der kleinbürgerlichen Spießigkeit? Quatsch - in meinen Augen sind sie ein vernünftiger Ersatz für Eigenheime, denn sie ermöglichen ein städtisches Leben mit kurzen Arbeitswegen per ÖPNV und geben den Leuten gleichzeitig ihren gewünschten Garten. Denn mal ehrlich... im Schrebergarten ist es trotz Autobahn sicher gemütlicher in der Sonne zu liegen als im Hinterhof wo die Nachbarn alle hinter den Gardinen sitzen, oder?
Mal abgesehen davon bieten verwucherte Schrebergärten Tieren Unterschlupf und Brutplätze.
Ich sehe die Schrebergärten als nützlich und sinnvoll an... und wenn sie wirklich neben Bahnstrecken und Autobahnen liegen dürften sie auch nicht so stark stören.