Beiträge von Booni

    Naja, ich meine schon, dass es Dildos heißt, kenn mich da aber nicht so genau aus und hab auch keinen Duden hier rumfliegen.

    Aber manche Hochhäuser sehen halt so aus, man könnte auch "Phallussymbole des Kommunismus" sagen aber das klingt schon fast nach Hausbesetzerrevolte der 60er und 70er (auch wenn wir den Leuten so manches Gründerzeitviertel zu verdanken haben).

    Gute Frage... aber ich denke München gehört zu den Städten, die so viel Altbausubstanz haben dass sich die Einstellung entwickelt "wir haben doch alles, wieso dann noch mehr wollen".

    Das Imperial-Haus ist ein typisches Beispiel von Fehlrenovierung. Anstatt den wunderschönen Vorkriegszustand zu rekonstruieren hat man sich lieber am 50er-Jahre Wiederaufbau orientiert... mit fatalem Ergebnis.
    Rekos würden München sicher gut tun, ich denke da nur an den Residenz-Wintergarten, die Hofkapelle, die Deckenfresken in der Glyptothek...

    Aber für Rekos setzen sich eh zu wenig Leute ein, wenn man bedenkt was die Glas-Beton-Fanatiker im Gegensatz dazu alles kaputtmachen dürfen

    @ cologne777: In meinem Bekanntenkreis (auch einige Kölner) denken zum Glück fast alle anders - nämlich dass die Stadt Köln sich blamiert, wenn sie wegen ein paar Glasdildos die man auch woanders hinpflanzen kann auf den UNESCO-Status verzichten. Bin da auch eher wie münchner...

    Dann steht da schonmal ein schönes Gebäude zwischen den ganzen unterdurchschnittlichen Glas-Stahl-Bunkern und dann macht man es auch noch platt... Also die paar bisschen Altbauten können die Hafencity für mich auch noch nicht attraktiv machen. Aber gut, reicht ja wenn ihr da glücklich seid.

    Wenn du die Augen richtig aufmachen würdest, hättest du auch das "finde ich" gelesen, ist also meine Meinung.

    Abgesehen davon leben (ist jetzt ne reine Vermutung, kenne da eigentlich nur Los Angeles als Fallbeispiel) die meisten der Leute eher in den Suburbs, in riesigen, zersiedelten Flächen und Arbeiten nur im CBD. Ich weiß zwar, dass die meisten hier im Forum Hochhäuser ziemlich geil finden (was ich auch durchaus respektiere) aber ich sehe nicht ein, dass ich deswegen meine Meinung ändern muss. Für mich bleiben sie Ausdruck einer Anti-Stadt, in der nur gearbeitet wird während sich das Leben vor den Toren abspielt.

    Ich finde Schrebergärten super - hier meine Begründung:

    Ich komme aus einem kleinen Dorf im Münsterland, wo in den letzten Jahren so ziemlich jede Grün- und Ackerfläche im Umkreis von einem Kilometer um den Ortskern dem Siedlungsbau geopfert wurde. Und ich bin ein Gegner der Einfamilienhaussiedlungen - wegen der riesigen Zersiedlung, dem Flächenverbrauch pro Kopf, der umweltbelastenden langen Arbeitswege (sehr viele aus unserem Ort arbeiten im 50 km entfernten Münster - und die fahren auch fast alle mit Auto).
    Mal abgesehen davon, dass diese kleinbürgerliche Spießigkeit, der Traum von eigenem Haus und Garten sowohl zu Lasten der Umwelt (Zersiedlung, Flächenversiegelung) als der Gesellschaft (Eigenheimzulage, Kilometerpauschale) geht, werden sicherlich viele der Häuser in 50 Jahren leer stehen, da die kinderlosen Ehepaare irgendwann nicht mehr alleine im Haus leben können und wegziehen. Ergo verliert die Siedlung durch zunehmenden Leerstand auch an Attraktivität und verslumt.

    So... und da sind Schrebergärten der Inbegriff der kleinbürgerlichen Spießigkeit? Quatsch - in meinen Augen sind sie ein vernünftiger Ersatz für Eigenheime, denn sie ermöglichen ein städtisches Leben mit kurzen Arbeitswegen per ÖPNV und geben den Leuten gleichzeitig ihren gewünschten Garten. Denn mal ehrlich... im Schrebergarten ist es trotz Autobahn sicher gemütlicher in der Sonne zu liegen als im Hinterhof wo die Nachbarn alle hinter den Gardinen sitzen, oder?

    Mal abgesehen davon bieten verwucherte Schrebergärten Tieren Unterschlupf und Brutplätze.

    Ich sehe die Schrebergärten als nützlich und sinnvoll an... und wenn sie wirklich neben Bahnstrecken und Autobahnen liegen dürften sie auch nicht so stark stören.

    Also die nördliche City und die zahlreichen gründerzeitlichen Stadtviertel finde ich total klasse, finde auch, dass Hamburg die schönsten Einkaufsstraßen Deutschlands hat. So ziemlich das einzige was mich da stört ist die Europapassage, abgesehen von meiner ablehnenden Haltung ggü. Shoppingcentern finde ich auch den Abriss des Europahauses unverantwortlich und die neue Fassade bieder und langweilig. Aber sonst ist die City-Nord superklasse - schöne Hotels (Atlantic, Vier Jahreszeiten... und naja, früher auch mal der Hmburger Hof), die Mönckebergstraße ist zum Großteil mit gründerzeitlichen Kauf- & Kontorhäusern bebaut. Das Rathaus ist fast einzigartig in Deutschland (spontan fallen mir nur Leipzig, München und Bremen (naja, der Neubau zumindest) ein, die mit einem so gut erhaltenen historistischen Prunkbau aufwarten können). Und das Viertel um den Gänsemarkt ist auch wunderschön. Gründerzeitfans wie mir macht es auch nichts aus, dass nicht mehr viel mittelalterliche Bebauung da ist aufgrund des großen Stadtbrandes. Leider ist die südliche City dagegen bis auf das Kontorhausviertel und einige erhaltene Viertel eher Nachkriegs- und moderner Müll. Die Speicherstadt finde ich ebenfalls ganz nett, auch wenn das Hanseatic Trade Center mit seiner ganzen Häßlichkeit und Überdimensionierung das Gesamtbild trübt. Und mit der Hafencity hat man eine große Chance vertan - statt einem neuen Stadtteil gibt's haufenweise überdimensionierte Klötze in bester Baukastenmanier - hier hätte eine Blockbebauung deutlich besser getan. Ist aber nur mein erster Eindruck, hab mich so genau damit noch nicht befasst als ich letztes Mal in Hamburg war und bin schnell wieder geflüchtet.
    Aber andrerseits gibt's in Hamburg auch solch schöne Neubauten wie das Störtebeckerhaus oder das sich momentan im Bau befindliche Gebäude in der Hegestraße 14.
    Aber nach Hamburg ziehen werde ich vtml eh nicht... als Landratte fühl ich mich am Meer nicht so wohl, aber für Wochenendtrips gern immer wieder.

    Dekoratives Anführungszeichen
    Zitat von DiggerD21

    Ich fand die Kommentare der Passanten auf dem Lokalsender Hamburg1 nur mal wieder bescheuert. Sinngemäß: "14 Stockwerke? Das ist ja dann ein Monster!", "Mit über hundert Metern ist der ja fast so hoch wie der Michel bis zum Sockel. Ich glaube, das Gebäude würde in dieser Höhe eher stören." :bash: Bei solchen Kommentaren kann ich die Provinznest-Kritik gut verstehen.

    Also ich denke genauso... der Klang in der Kölner Philharmonie ist ebenfalls gut - und diese baut erheblich niedriger. Aber hier im DAF steht man als Gegner von hohen Neubauten eher alleine da...

    In meinen Augen ist das einzig erhaltenswerteder gründerzeitliche Stumpf der K-W-Gedächtniskirche. M.E. sollte man - wenn man sie als Mahnmal gegen den Krieg stehen lassen will - die Eiermann-Bunker abreißen oder ins Hansaviertel versetzen und den Rest rekonstruieren, den Eiermann damals beseitigen lassen hat. So wie jetzt ist es in meinen Augen eher ein Mahnmal gegen die Abrisswut und 50er-Jahre-Architektur.

    Und ich sehe für den Breitscheidplatz nur eine Rettung und zwar ein kompletter Neubau um den Rest der Gedächtniskirche in den Dimensionen der Vorkriegsbebauung. Am liebsten natürlich eine Rekonstruktion, denn das Ensemble um die Gedächtniskirche war schon was einmaliges aber da steh ich sicher alleine auf weiter Flur.

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    Zitat von Manuel

    Und zum urbanen Stadtbild gehören Hochhäuser eben dazu. Meines Erachtens sind es im Berliner Stadtbild viel zu wenige (und ich rede hier nicht von Wohnhochhäusern wie im Märkischen Viertel oder Marzahn

    Das sehe ich anders. Rom hat m.E. ein deutlich urbaneres Stadtbild als Berlin. Und auch Paris, das ja im eigentlichen Kernbereich auch keine Hochhäuser hat, wirkt urbaner. Vielleicht könnte man New York oder Chicago als Gegenbeispiel heranziehen, aber ich sehe diese Städte nicht als urbaner sondern lediglich als höher an. Nur weil es in den Straßen ein wenig schattiger ist, heißt es nicht, dass diese Stadt auch "städtischer" ist.
    Urban wirkt eine Stadt m.E. erst, wenn sie lebt, quasi 24h am Tag 365 Tage im Jahr auf den Straßen was los ist. Und dazu braucht man keine Hochhäuser.

    Und gegen moderne Architektur habe ich auch nichts gesagt, bin allerdings der Ansicht, dass in unzerstörten Städten nicht unbedingt modern neugebaut werden muss wenn die historische Architektur noch alle wichtigsten Anforderungen erfüllt. Wenn irgendwo wenig bedeutsame und unansehnliche Altbauten etwas modernem Platz machen, ohne das ein historisches Ensemble darunter leidet, ist das völlig okay.
    Wenn man jedoch eine Stadt hat, dessen Präsentanz der Kulturepochen bis 1945 vielleicht noch 10-30% beträgt, so ist es durchaus wünschenswert, wenn man Ensembles durch Rekonstruktionen ergänzt oder bedeutende Bauten rekonstruiert so wie es beim Hildesheimer Marktplatz oder in Frankfurt mit der Römerberg Ostzeile passiert ist.

    @ Manuel: Nein, Quellen könnte ich nicht nennen, hab allerdings in meinem Bekanntenkreis schon öfter darüber diskutiert und das war irgendwie immer das erste Argument. Und sooo begehrt scheinen Wohnhochhäuser ja auch nicht zu sein sonst würde man da sicher mehr von bauen.


    ... und meine Gründe haben nichts mit sozialen Wohnungsbau zu tun sondern einfach damit, dass ich zum einen ein Fan von Altbauten bin und Hochhäuser im Kernstadtbereich generell ablehne, abgesehen davon auch leider an Höhenangst leide, weswegen ich in so einem Glasdildo in höheren Stockwerken durchaus Probleme hätte, näher als 2 Meter an so eine Glaswand zu gehen.

    @ AeG: Irgendwie verstehe ich deine Argumentation bzgl. der gesellschaftlichen Missstände nicht so ganz...


    ... aber zu den Hochhäusern:

    Diese lassen sich doch aufgrund ihrer Höhe lediglich als Büro- oder Wohnhochhäuser nutzen, Einzelhandel, Kultur und Gastronomie ist nur sehr, sehr eingeschränkt möglich.
    Hinzu kommt, dass sehr viele Menschen lieber in normalen Mietshäusern anstatt in Hochhäusern wohnen, z.B. weil man dort bei einem Brand leicher aus den oberen Stockwerken evakuiert werden kann.

    Warum muss man dann unbedingt Hochhäuser mitten ins Stadtzentrum setzen? Okay, für Investoren vielleicht aufgrund der hohen Mieten verlockend aber zumindest Bürohochhäuser sind städtebaulich doch dort total fehl am Platz, wo eher Einzelhandel, Kultur und Gastronomie, vermischt mit Wohnungen angebracht wären.
    Der ideale Platz für ein Hochhaus ist m.M. immer noch ein Gewerbegebiet nicht weit vom Stadtzentrum entfernt aber mit Autobahn- und ÖPNV-Anschluss. So wie z.B. in Dortmund die Telekom-Verwaltung.