Beiträge von Valjean

    Dekoratives Anführungszeichen

    Die Bilder zeigen aber das Leipzig auch mal für einen Städtetrip eine echte Alternative ist. Muss nicht immer Berlin und Dresden sein... :daumen:


    Leipzig ist keine Alternative für irgend etwas, sondern ein Muss (ein must-see) in sich selbst, schlichtweg eine der schönsten deutschen Großstädte!

    Dekoratives Anführungszeichen

    ...Aber in den Alten Bundesländern findet man sowas leider viel zu selten...
    :)


    ^^Zustimmung

    Lipsius:
    Ein wunderbarer thread, danke für deinen Aufwand!

    Dekoratives Anführungszeichen

    Völlig unabhängig von der Sinnhaftigkeit dieses Protestes, verstehe ich das arrogante Herabschauen auf die Protestler überhaupt nicht.


    ^^Zustimmung! Es scheint wohl so zu sein, dass einige sich professionell mit Architektur Beschäftigende, mit Geringschätzung auf jene herabblicken, welche sich in ihrer naiven Art erdreisten, zumal als Laien, ihre Meinung öffentlich zu machen und ihren Protest zu bekunden!

    Ein Grundprinzip von Demokratie impliziert auch den Respekt vor anderen Ansichten als den eigenen!

    Da schau her! Es scheint sich doch noch etwas zu bewegen. Den im Artikel aufgeführten Kritikpunkten des CDU Lokalpolitikers schliesse ich mich an, habe diese schliesslich auch schon vorher geteilt und geäussert.

    Allerdings würden die Höfe am Brühl selbst mit einer Integration der Hänselfassade nicht für "die Ewigkeit" Bestand haben, aber wohl durchaus das ein oder andere Jahrzehnt mehr erleben können.

    ^Selbstverständlich wünscht sich wohl niemand, dass ganz Leipzig so aussieht. Aber ich halte gerade die auf dem Bild zu sehende Platz- und Torgestaltung für sehr gelungen. Die beiden Statuen sind sicherlich älteren Datums(?) aber runden die Gesamtwirkung schön ab.

    Zieht man die Knappheit der Mittel zum Ende der DDR in Betracht und vergleicht man es mit dem was in dieser Zeit zum Teil noch in der BRD gebaut wurde, dann schneidet das oben gezeigte wahrlich nicht schlecht ab.

    Ich teile die Auffassung, dass der neue Entwurf nicht unbedingt eine Verbesserung darstellt. Positiv zu vermerken ist - wie von DaseBLN thematisiert - die Betonung des Eingangsbereiches. Die durchgängigen Verglasungen darüber und die Erker empfinde ich als nachteilig, da sie dem Turm etwas Unruhiges verleihen. Evtl. war es eben dieses was OB Jung veranlasste eine stärkere Ausdruckskraft beim neuen Entwurf zu konstatieren.

    Insgesamt betrachtet sagte mir der zweite, klassischere Entwurf deutlich mehr zu.

    Immerhin hat die Posse nun ein Ende!

    Je mehr ich über das alte Kaufhaus erfahre desto grösser werden mein Bedauern und auch mein Unverständnis über eine weitere vergebene Chance in Leipzig. Einen Beigeschmack erhält das ganze durch die Art und Weise wie der Erhalt der Blechhülle durchgeboxt wurde ohne das andere Optionen, wie ein Teilerhalt beider Fassaden oder eine gänzlich neue Fassade, hinreichend berücksichtigt wurden. Allein das Urteil eines Denkmalschützers war letztlich ausschlaggebend.

    So zumindest stellt sich mir die Situation aus der Ferne betrachtet dar.

    Die Aluminium-Ummantelung ist meines Erachtens eine Unfassade, da ungeeignet dem Entree zur nordwestlichen Innenstadt ein Gesicht zu geben und ungeeignet dem entstehenden Richard-Wagner-Platz aufzuwerten und so etwas wie Verweilqualität zu kreieren.

    Betrachtet man die Shopping mall, mit dem euphemistischen Namen „Höfe am Brühl“ versehen, kritisch, so sieht man einen Massstabssprengenden Kasten der ohne Sensibilität in ein herausragendes Stück Leipziger Innenstadt gezimmert wird. Von aussen stellt sich das ganze dar wie die Vermählung eines silbrig-nackten DDR-Ufos mit einem kahl-glasigen Investitionsarchitektur-Riegel.

    Die strukturierte Fassade des Konsumentkaufhauses hätte meines Erachtens den Höfen am Brühl gut zu Gesicht gestanden, da es deren Monotonie etwas Kontrastreiches entgegengesetzt und insgesamt die Aussenwirkung des Einkaufszentrums in seiner Eintönigkeit entschärft hätte. So aber wirkt das ganze Projekt ringsum kühl und abweisend.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Ich muss allerdings insgesamt sagen, dass mir eine etwas weniger fleckige Umsetzung mit wneiger blau spiegelnden Fenstern und ähnlicheren Steinfarben, ähnlicher der von Cowboy verlinkten Visualisierung, lieber gewesen wäre. Hätte m.E. eleganter gewirkt.


    ^^Zustimmung bezüglich Farbgebung der Fassade und ebenso bin auch ich der Auffassung, dass die Schauseite des Unineubaus zum Augustusplatz hin Wahrzeichenpotential besitzt

    Durchaus erfreuliche Nachricht, ich stimme allerdings Dase zu, dass die Farbe am Altbau ein wenig zu leuchtend erscheint.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Man kann den Erhalt solcher Gebäude nicht genug würdigen. Rekonstruktionen können niemals die Originale ersetzen.


    Ich weiß zwar nicht, inwieweit das Statement in Bezug zur vorliegenden Sanierung zu setzen ist, grundsätzlich ist Originalsubstanz sicherlich über Rekonstruktion einzuordnen.

    Dagegen möchte ich einfach mal setzen, dass Rekonstruktionen der Frauenkirche – natürlich- aber beispielsweise auch der Universitätsbibliothek Albertina nach meiner Auffassung richtig und wichtig waren.

    Die Kunst liegt schließlich auch, besser vor allem, im Entwurf und nicht allein in der Ausführung.

    Der von dir verlinkte Artikel der FAZ ist von Mai 2007 und hat für das Bachmuseum Leipzig geringe Relevanz.

    Seltsamer Beitrag und seltsame Artikel. Leipzig hat doch seit dem Jahr 2000 eine positive Wanderungsbilanz vorzuweisen. Wie von cowboy angeführt, betrug dieses z.B. knapp +5000 Einwohner für 2008 und vorläufig ca. +3'900 Einwohner für das Jahr 2009. Das zumindest geben die Zahlen des statistischen Landesamtes her.

    In dem verlinkten Artikel der FR, der das Studienergebnis der IAB aufgreift, wird behauptet, dass neben Leipzig auch Dresden und Berlin ein Abwanderungsproblem hätten (Untersuchungszeitraum 2000 - 2007). Das ist schlichtweg falsch!

    So zählte Dresden im vergangenen Jahrzehnt zu den deutschen Städten mit dem grössten relativen Wachstum. Ebenso ist Berlin in diesem Zeitraum entgegen anderslautender Prognosen alles andere als geschrumpft!

    Diese Zahlen zur Kenntnis zu nehmen und einzuordnen hat nichts mit Fetisch zu tun, vielmehr ist es einigermassen grotesk anhand dieser Fakten von einem Abwanderungsproblem zu sprechen, wie in benanntem Artikel geschehen. Weiterhin erschliesst sich mir nicht, was dich zu deinem Urteil veranlasst, dass es nun mit dem positiven Wanderungssaldo für Leipzig "höchstwahrscheinlich"(?) vorbei sei.

    Im Zusammenhang mit der Verringerung der ICE-Verbindungen nach Leipzig hätte ich eine Frage zum City-Tunnel. Zwar ist mir durchaus bewusst, dass dieser allein zur besseren Anbindung des Regionalverkehrs und zur Ausweitung eines S-Bahn-Netzes dient. Schön und auch gut. Aber gab es denn nie eine Überlegung mit der Baumassnahme gleich eine zweite Tunneltrasse für den Fernverkehr zu legen? Anhand der Zahlen, die ich u.a. diesem Forum entnommen habe, sind die Baukosten von ursprünglich ca. 500 Mio. auf knapp 1 Milliarde EUR angestiegen. Mit dieser Summe hätte man zur Planungszeit des Tunnels womöglich auch zwei Trassen ansetzen können.

    Warum frage ich das? Gestern beim Tatort Leipzig äusserte die Thomalla den Satz, Leipzig würde seit 1913 auf den Tunnel warten und demnach käme es auf ein paar Monate Verzögerung nicht an. Nun hier ist der springende Punkt. Ich bezweifle, dass die Leipziger Stadtväter einst mit der Untertunnelung der Innenstadt einzig und allein eine Verbesserung des Regionalverkehrs anstrebten. Vielmehr, so denke ich, verfolgten sie die Idee Leipzig optimal an das Fernverkehrsnetz anzubinden.

    Für eine Stadt wie Leipzig wie für jede andere deutsche Grosstadt ist es enorm wichtig leistungsfähig an das Schnellstrassennetz der Bundesbahn angeschlossen zu sein.

    Sollte die Bahn nun tatsächlich Leipzig in seiner Funktion als ICE-Haltepunkt und als Verkehrsknoten von überregionaler Bedeutung zurückstufen, wäre dies der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung nicht zuträglich. Die hoffentlich baldige Fertigstellung des City-Tunnels würde somit schwerlich als „Jahrhundertprojekt“ wahr genommen werden können, wenn zwar der Regionalverkehr besser angebunden wird aber gleichzeitig nichts unternommen wurde um Leipzigs Position innerhalb des ICE-Netzes zu festigen.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Aus der Blechbüchse DDR-System-Architektur machen zu wollen, ist absurd.


    Das ist natürlich ein starkes Wort, aber streiche mal den Bestandteil „System“ heraus, dann dürfte es die Situation treffen.

    Ist die Wahl des Baumaterials Aluminiumblech nicht aus der Not heraus geboren, aus Mangel an traditionellen Baumaterialien?

    So oder so scheint es sich mir um eine sehr dem Zeitgeist verhaftete Architektur zu handeln.
    Einem Zeitgeist der hüben und drüben noch technologiehörig und fortschrittgläubig war und mitunter die Zukunft der Menschheit bereits im All sah. Insofern kann ich Argumente zum Erhalt der Alumiumfassade durchaus nachvollziehen, auch wenn ich letztendlich die städtebauliche Qualität der Hänselschen Fassade höher einschätze.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Aber Harry Müllers mathematischen Spiele?
    Sie sind eine solitäre Hochleistung.


    Das ist ein interessanter und wohl auch wichtiger Punkt. Allerdings muss sich ein öffentliches Gebäude auch der einfachen äußeren Betrachtung erschließen.

    Denn schließlich ziehen die wenigsten Menschen bei der ästhetischen Beurteilung von Stadtbildern, Fassaden und Straßenzügen einen Taschenrechner oder eine Formelsammlung zu Rate. Dies auch insbesondere in Hinblick auf die potentielle Verweilqualität eines städtischen Platzes.

    In der Tat ein sehr guter Artikel der LIZ. Allerdings bist du doch gerade ein Verfechter der "Blechbüchse"?!

    Wie in obigem Artikel thematisiert, scheint es auch mir schwer möglich vor der Aluminiumfassade einen Platz mit Verweilqualität zu schaffen. Zu kalt das Material, komplett nackt und kahl die Gestaltung. Mit der historischen Fassade hätte sich dies sicherlich einfacher bewerkstelligen lassen.

    Womöglich will man derartiges überhaupt nicht in Leipzig, einen innerstädtischen Platz, der zum Verweilen, gar zum gemütlichen(!) Verweilen einlädt. (Wer anderer Auffassung ist, nenne mir bitte solch einen Platz.)

    Die Prämisse lautet wohl ehrliche und kontrastreiche Architektur, die weder die Wunden des Krieges vergessen lässt, noch die Rohstoffknappheit des „real existierenden Sozialismus“ kaschiert.

    Demnach ein dreifaches Hoch. Auf die Ehrlichkeit, die vermeintliche, auf den Kontrast und auf das Blech!

    Ja ich weiß der Denkmalschutz hat entschieden und der Denkmalschutz, der Denkmalschutz hat immer recht!

    Dekoratives Anführungszeichen

    Solange die Stadt wirtschaftlich wenig attraktiv bleibt, solange werden wohl auch im Sommer die Bevölkerungszahlen stagnieren oder gar leicht zurückgehen. Die Stadt profitiert gegenwärtig eben nur (oder immerhin) von weichen Standortfaktoren. Zugegeben, die seit ein paar Jahren positive Wanderungsbilanz erscheint damit wenig nachhaltig.


    Zunächst einmal ist diese Attraktivität Leipzigs, welche sich in den steigenden Einwohnerzahlen manifestiert, als grundsätzlich positiv zu beurteilen. Denn, zum einen geschieht dies nach wie vor entgegen dem Trend in Ostdeutschland und zum anderen wird auch das Wachstum vergleichbarer Städte in den alten Bundesländern übertroffen: Hannover, Nürnberg etc.

    Zwar ist dies lediglich auf weiche Standortfaktoren zurückzuführen, aber somit kommen auch viele junge und „intelligente“ Leute zum Studium in die Stadt oder auch um anderweitig ihr Glück zu versuchen.

    Für die Stadt stellt sich die Aufgabe ein freundliches Klima für Existenzgründer zu schaffen und beizubehalten, um aus diesem Pool junger und auch kreativer Menschen Unternehmerpersönlichkeiten zu generieren und somit Arbeitsplätze zu schaffen. Prominentestes Beispiel hierfür ist wohl Unister.

    Tja, warum wurde solch ein Interview nicht schön früher, vor 2 oder 3 Jahren, von der LVZ gebracht, verbunden mit historischen Aufnahmen der alten Fassade? Nehme ich die Leserkommentare als Maßstab, so scheint es in Leipzig nicht allgemein bekannt gewesen zu sein, was sich einst unter dem Aluminium verbarg.

    Es ist zwar keine neue Erkenntnis, aber offensichtlich, da notwendig, immer wieder herausstellenswert:

    Dekoratives Anführungszeichen

    "Leipzigs Alleinstellungsmerkmal in der Liga der 500000-Einwohner-Städte ist sein hoher Anteil an historischer Bausubstanz. Dieses Merkmal sollte gestärkt werden."

    Das statistische Landesamt Sachsen hat neue Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung des Freistaates veröffentlicht. Die aktuellsten Daten sind nun vom 30. September 2009:

    Für die StadtLeipzig ergibt sich folgende Entwicklung:

    31.12.2008: 515469 Ew.
    30.06.2009: 516431 Ew. (+962)
    31.07.2009: 516005 Ew. (-426)
    31.08.2009: 515955 Ew. (-50)
    30.09.2009: 517142 Ew. (+1187)

    Veränderung 30.09.2009 zu 31.12.2008: + 1673 Einwohner = + 0.32%

    Interessant ist der Einwohnerrückgang in den Sommermonaten Juli und August. Evtl. hat dieser Rückgang mit Studienabschlüssen zu tun und dass daraufhin Absolventen in dieser Zeit die Stadt verlassen haben. Allerdings weist Dresden diese Delle nicht auf. (Wachstum Dresden im selben Zeitraum: +0.26%)