Beiträge von AeG

    ^:daumen:

    Bewacher, wenn du ein wenig von den bisher hier geschriebenen Beiträgen gelesen hättest wäre dir vielleicht klar geworden, dass die Kausalkette Investor-Architekt andersrum geknüpft ist. Du sagst ja selbst, es gibt keinen vernünftigen Grund, warum sich die Bauherren das angebliche 'Provozieren' gefallen lassen sollten (zumindest, so lange es private Geldgeber sind). Also nenne mir einen vernünftigen Grund dafür, dass Architekten die Welt manipulieren! Könnte es sein, dass diese Mutmaßung nur ein Hirngespenst ist, die dein Kartenhaus aus abenteuerlichen Thesen zusammenhält? Das Einzige, was hier provoziert, ist deine strunzdoofe Signatur*!

    Zum WTC: nach meiner Kenntnis war der Rückhalt bez. eines originalgetreuen Wiederaufbaus in der 'Bevölkerung' am größten. Das ist auch nur logisch und erklärt nebenbei wunderbar das Prinzip Ornament: die 'Masse' (mit all ihren Professionen, bei denen es aber nie um Architektur und Städtebau geht) wünscht sich in den Randbereichen ihres Lebens üblicherweise Beständigkeit, u. a., da diese zu Orientierung verhilft, Identität stiftet und die Aufmerksamkeit nicht übermäßig beansprucht. Deshalb ist es im Grunde völlig egal, wie das Bestehende aussieht, es wird im Zweifelsfall stets das Rennen machen. Die gleiche imaginäre dumme Masse, die sich 1972 so vehement gegen die Entstehung des damals neuen WTC engagiert hat, protestiert heute für dessen Wiederaufbau. So ist das überall: Bei der Abstimmung zum Flughafen Tempelhof war gerade unter den direkten Anwohnern eine deutliche Mehrheit für dessen Erhalt und beim Palast der Republik gab es, auf den Osten bezogen, auch eine deutliche Pro-Haltung.

    Dass hierzulande das Ornament an der klassischen Fassade populär ist, liegt nicht unbedingt an dessen unterstellter Kunstfertigkeit oder angeblichen "Schönheit" (mehrheitlich finden wir aufwändig tätowierte Körper, Männer in geklöppelten Leibchen oder handgemalte Blümchentapeten nicht so prall, obwohl das mindestens ebenso kunstfertig ist), sondern darin, dass es als Relikt der Vergangenheit (von heute aus betrachtet, morgen kann das schon wieder ganz anders sein!) diese Beständigkeit transportiert. Als es seinerzeit neu war - jedenfalls in der maßlosen Übertreibung der Gründerjahre - war sein Wert ebenso wenig gegeben wie der beliebiger heutiger Fassaden. Genau diese geringe Wertschätzung führte übrigens zu den frühesten Entstuckungswellen und zur Initiierung neuer, weniger schmuckreicher Baustile - und nicht irgendwelche Verbrechen!

    Man kann den sich stetig verändernden, dialektischen Zusammenhang zwischen Altem und Neuem sowie dessen jeweilige Wertschätzung nicht mit einer willkürlichen Zäsur aushebeln, etwa, indem man versucht, das Gefüge von einem beliebigen Zeitpunkt festzusschreiben!


    * Ich wette, du hast nicht einen Satz der Schrift gelesen, aus der das entstellte Original kommt, sonst müsste dir die verballhornende Negierung in deinem Kontext nämlich sehr peinlich sein. Geht es doch bei Loos um alles Mögliche, nur nicht um 'Provokation'.

    Kannst Dir ja aussuchen, ob Du eher ein paar fragwürdige Gebilde à la Alexa in der Landschaft stehen stehen sehen willst, oder lieber für alle Zeit auf interessante Architektur verzichten magst, indem Du Dir eine allumfassende Satzung von ein paar Bürokraten aufzwängen lässt, deren Inhalt von der heutigen Retromode oder irgendwelchen subjektiven Urlaubserlebnissen geprägt ist. Darüber würde ich mal ernsthaft nachdenken!


    Wenn die Alexa so sehr auf Wiederstand stößt wäre es naheliegend, den Hebel dort anzusetzen, statt Machtmißbrauch zu betreiben und pauschal jedem einen Maulkorb verpassen zu wollen, der selbst bestimmen will, wie er sein Geld verbaut. Es gibt schon genügend Regularien - auch ohne Gestaltungssatzung kann längst nicht jeder bauen, wie er gerne möchte (Gebäudehöhen werden z. B. nicht in solchen Satzungen festgelegt; im Rahmen vorhabenbezogener Baugenehmigungen wird deren Erteilung üblicherweise eh von der äußeren Gestalt abhängig gemacht). Im Falle Alexa ist das Kind leider schon in den Brunnen gefallen und es böte sich bestenfalls an, mit den bestehenden Mitteln entsprechenden Druck auszuüben (will man nicht warten, bis das Gebäude irgendwann aufgefrischt wird).

    Ich wäre auch froh, wenn es verbindliche Satzungen geben würde. Aber wer ist heute legitimiert, die zu erlassen? Schon Stimmann war manchen zu restriktiv, anderen wieder zu lachs. Ich hätte erhebliche Angst, dass am Ende irgend so ein zeitgeistiger Volkswille näherungsweise zum Zuge kommt, der alles verbietet, was nicht mit Säulen, Putten und dem ganzen Gedöns daher kommt. Und in zehn Jahren, wenn sich der Geschmack wieder geändert hat und wir die Früchte dieser Art Investorenfeindlichkeit ernten, will's keiner gewesen sein. :(

    ^ War 'Schnalle' nicht die Variante, die erst durch die Untertunnelung entstand?

    urbanator, Das muss aber in einem sehr frühen Stadium gewesen sein. Bei dieser sternförmigen Situation bietet sich das zwar an, aber in der letzten Fassung war zumindest die Ostseite vor dem Europa-Center kein Kreissegment mehr, sondern eine Gerade. Das Ganze war vielleicht am ehesten mit dem heutigen Theodor-Heuss-Platz vergleichbar.

    Das Großstädtische hat man ihm ja schon bei der letzten Namensänderung versucht abzugewöhnen. Nichts gegen Rudolf Breitscheid, aber vielleicht hätte man für einen derart zentralen Platz auch einen klangvolleren Namen mit stärkerem Ortsbezug finden können, wenn man Auguste Viktoria unbedingt aus dem Stadtbild vertreiben wollte. Wie labberig universell dieser Name ist zeigt sich ja schon darin, dass er nach 1990 ein unverfänglicher Joker bei den unzähligen umzubenennenden Ernst-Thälmann- und artverwandten Straßen in ostdeutschen Gemeinden war.

    Der Breitscheidplatz ist einer dieser städtebaulichen Krüppel, die immer dann entstehen, wenn ein Paradigma das andere ablöst und funktional bedingte Strukturen ideologisch überformt werden. Ursprünglich entstand der Platz als Kreuzungspunkt zweier großer Achsen. Die Kaiser-Wilhelm-Kirche stand mitten auf einer Verkehrsinsel. Das einstmals homogene Bild, das sich aus den funktionsgerecht abgestimmten Proportionen ergab, wurde nach dem Krieg zunächst mit neuen Großfiguren überformt, die zwar keine Rücksicht auf die bisherigen Strukturen nahmen (Bikihaus, Schimmelpfeng-Haus, später noch das Europa-Center), ihrerseits aber eine zeitgerechte 'Aufwertung' darstellten, die sich immer noch klar an den Bedürnissen der Anrainer orientierte (vielleicht mit ausnahme der Kantstraßen-Überbauung).

    In diese Zeit fällt auch der Bau der Unterführung der Budapester Straße zur Entknotung der vielfältigen Verkehrsströme. Aber damit begann auch der Niedergang. Hiermit wurde dem Platz ein unnötiges zeitgeistiges Motiv eingepflanzt, das ihn einseitig zu Gunsten einer einzigen Funktion, nämlich der als Verkehrsknoten, überlagerte und zu künstlichen Barrieren führte. Nur wenige Jahre später kippte das ideologische Pendel in die andere Richtung und die Verbindungen, die einst den Platz entstehen ließen, wurden gekappt um Berlin neben der Willmersdorfer Straße seine zweite 'Fussgängerzone' zu geben. Damit war die Unform, bestehend aus, von Barrieren eingerahmten, planierten Restflächen geboren. Aus der einst repräsentativen, aber funktional bedingten Form wurde ein undefinierbares Etwas für Rummelgeschäfte, Fressbuden und ein Mekka für finstere Gestalten. Und vor dem Europa-Center dürfen sich seither Leute in Plastiksesseln räkeln, die in die Großstadt fahren, um Landluft zu genießen - als ob das nicht auch am Wittenbergplatz oder in Straßencafés möglich gewesen wäre.

    Den Tunnel der Budapester Straße zuzuschütten, war hier m. E. die erste sinnvolle Aktion seit Jahrzehnten. Konsequenterweise sollten auch die Querverbindungen wieder hergestellt werden. Aber damit wird man wohl mindestens warten müssen, bis die Ideologen von heute ins Gras gebissen haben, oder wenigstens, bis der Verbrennungsmotor ausgedient hat.

    Ich finde es inzwischen auch gut, dass die Lichtinstallation nicht ausgeführt wurde. Klar, das ist auf den ersten Blick ziemlich spektakulär. Aber erstens hätte sie die Stellung des Platzes als Fremdkörper manifestiert (damit u. a. auch zur Abwertung der Umgebung beigetragen), zweitens werden uns mit der Entwicklung der LED-Technik und mit derem Preisverfall eh noch unzählige, sicher auch spektakulärere Illuminierungen des Stadtraumes ins Haus stehen. Der zunehmende moralische Verfall dieser Art der Inszenierung würde den Platz in spätestens zehn Jahren schon wieder alt aussehen lassen und sein Rummel-Image festigen.

    kaktus, mit den Sehgewohnheiten hast Du sicher nicht unrecht, was die Akzeptanz zum eigenen Ort vs. dem in der Fremde angeht. Aber das, was Du als 'Potential' bezeichnest, entspricht m. E. mindestens genau so diesen Sehgewohnheiten. Du vergleichst den gewachsenen Charakter einer Brache/ eines Interimbaus mit der Sterilität eines frisch gebauten Hauses (wenn nicht gar nur mit dessen cleanem Vorab-Rendering). Da zieht der makellose, nach den Standards von heute errichtete Neubau fast immer den Kürzeren, sofern er nicht gerade über rar gesäte, als positiv anerkannte Alleinstellungsmerkmale verfügt. Würdest Du einem Neubau an einem fremden Ort, den Du zum ersten Mal erkundest, auch so leichtfertig dessen stadträumliche Bedeutung bzw. dessen 'Potential' absprechen?

    Drehen wir den Spieß doch mal um. Wenn ich Dich richtig verstehe, dann könnte man jedes belanglose neuere und damit automatisch geschichtslose Haus abreißen und würde durch die entstehenden Brachen (mit Wurstbuden, Kinderkarussellen etc.) für die Stadt eine bessere Geben/Nehmen-Bilanz erzielen. Richtig?

    Der Tagesspiegel bringt eine fast identische Meldung http://www.tagesspiegel.de/berlin/Landesp…590123#formular , einziger Unterschied: hier gibt's wie immer ein paar Leserkommentare dazu. Die sind aber mittlerweile ähnlich vorhersehbar wie die Vergleichstest-Ergebnisse der Autopresse. Wie immer palavern ein paar besonders einfältige Zeitgenossen von Investorenhörigkeit, von der angeblichen Privatisierung des öffentlichen Raumes, vom antidemokratischen Senat und dem 'Denkzettel' bei der nächsten Wahl. Schon blöd, wenn die führenden Köpfe der derzeit beliebtesten Protestpartei auch Realpolitik machen müssen, sobald sie in der Regierungsverantwortung sind. Da geht den Schwerenötern allmählich die Orientierung in der politischen Landschaft vollends flöten.

    Wobei beim Swiss-Hotel Keramik mit metallischem Glanz verwendet wurde, die sich wunderbar den Rundungen anpasst. Hier sieht das eher nach Aluminium aus und die Elemente scheinen die engen Radien eher unglücklich zu polygonalisieren. Aber vielleicht wird das später noch durch Lisenen kaschiert.

    Na, das ist doch mal was :daumen:. Aber was hat das mit den Schuhen auf sich? Die Farbe ist sicher speziell ;). Aber von der Form her habe ich so ähnliche (hinten geschlossen), erst vor ein paar Monaten in Frankreich bezahlen dürfen. Und die waren nicht gerade billig. Wenn die Bilder von 2004 sind, ist man in 'SPB' entweder seiner Zeit tatsächlich weit voraus, oder meine Mitbewohnerin ist meilenweit zurück :D.

    Das man sich bei der negativen Kommentierung von Gebäudehöhen auf Kirchturmspitzen oder ortsübliche Traufhöhen bezieht, ist ja nichts Neues. Aber dass jetzt schon Bahnhöfe dafür herhalten müssen ... :D

    Das Hotel hat zwei Sterne. Du liegst mit Deiner Quadratmeter-Schätzung ziemlich weit daneben ;) (ich weiß nicht, ob ich die konkreten Zahlen hier benennen kann; aber ein paar Maßangaben finden sich auf den großen Bildern). Entsprechend gering fällt der Platz in den Bädern aus. Über Fenster verfügen sie bereits. Da die über den Duschen angeodnet sind, sehen sie eher wie Schießscharten aus. Aber selbst wenn man die Fenster anpasst, bis zum Boden reichen und klar wären sie trotzdem nicht. Das differierende Achsmaß bliebe trotzdem erhalten. Die Sache mit den getrennten Strängen konterkarriert den Punkt 'Budgetfreundlichkeit' deutlich ;). Hier würde das die Kosten sogar noch potenzieren, da man die einzelnen Stränge der Staffelgeschosse auch jetzt schon mühsam an denen der Regelgeschosse vorbei führen muss. So eine Lösung muss zwischen Bauherr, Betreiber und Architekt abgestimmt werden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass MotelOne diesem Aufwand zustimmt, damit die Ansicht einer einzelnen Wand geringfügig verbessert wird, wenn man gerade orthogonal draufblickt. So weit mir bekannt, tun die sich bereits mit den querliegenden Räumen sehr schwer.

    Ernst,

    wobei der Kontorhaus-Eindruck vermutlich eher an der Materialwahl und den Proportionen liegt. Für beides bin ich nicht verantwortlich. Allerdings hätte ich mir - wie schon weiter oben mal geschrieben - einen unglasierten, eher rötlichen Stein gewünscht, statt des glasierten Graublauen. Vermutlich hätte das die von Dir positiv empfundene Wirkung noch verstärkt.


    porteño,

    die Unterteilung der Staffelgeschosse ist in der Tat suboptimal. Der Grund dafür ist, dass die Hotelzimmer mit ihren Normmaßen, entgegen der sonstigen Organisation, hier wegen der geringen Gebäudetiefe quer zur Ausenwand/ zum Flur angeordnet sind. Daraus resultiert ein größerer Achsenabstand. Ausserdem gehen die Bäder hier notgedrungen über die gesamte Tiefe. Bei gemeinsamer Nutzung von einem Strang für zwei Zimmer (gespiegelte Anordnung) ist relativ wenig Spiel für die Austritts-Positionen. Aber ich denke, dadurch, dass die Ansicht hier je nach Betrachtungswinkel stärker variiert, ist das Problem nachrangig (Du erkennst das vielleicht, wenn Du die großen Bilder anklickst und auf die Perspektiven schaust).

    Anbei findet Ihr einen dezent überarbeiteten Fassadenentwurf, der aus einer Zusammenarbeit zwischen 'msc-berlin' und mir hervorgegangen ist. Die Veröffentlichung in diesem Forum ist abgesprochen.

    Vorweg: Ziel der Überarbeitung war nicht, den bestehenden 'Entwurf von Kny & Weber /Knich unkenntlich zu machen oder gar zu ersetzen. Das Konzept bleibt in seiner Struktur und der inneren Organisation unverändert. Die Fassadengliederung und die verwendeten Materialien waren bereits abgestimmt und standen nicht zur Disposition. Daher fallen die Änderungen auf den ersten Blick sehr mäßig aus. Aufgabe war es, die Eckausbildung in Bezug auf die Position an einer künftigen Verkehrskreuzung mit den bereits in Verwendung befindlichen Mitteln stärker herauszuarbeiten (ohne dabei das Budget nenneswert zu erhöhen). Ausserdem sollten die Stirnseiten nach Westen und Süden 'entschärft' werden, da ihre Aussage bisher sehr ambivalent zwischen Solitär und Blockrand angesiedelt war (was im Prinzip den gesamten Entwurf betrifft).

    Hier zunächst zwei gegenüberstellende Fassadenabwicklungen, jeweils in verschiedenen Lichtstimmungen. Die leuchtenden Paneele zwischen den Fenstern der Nordseite waren auch bisher schon vorgesehen. Sie wurden nur noch nicht dargestellt. Die jeweils obere Abwicklung zeigt die überarbeitete Variante. "Sieben Unterschiede sind zu finden" ;):



    Die "Auflösung":

    1. Auf die Befensterung der Mittelflure, die östlich auch bis zur Hauptecke reichen, soll nicht verzichtet werden. Daher wurden die Flurfenster von mir halbiert, um sie dem Rhythmus des bestehenden Fassadenentwurfes anpassen zu können und den bisherigen Bruch an dieser Position zu vermeiden.

    2. Die Paneele der Nordseite (Leipziger Straße) wurden um die Nordost-Ecke fortgeführt, um die bisher nackte Wand zu kaschieren und die Lesbarkeit der inneren Organisation zu verunklären. Jedoch sind hier nicht mehr alle Elemente beleuchtet, sondern nur noch jene, deren Verhältnis zueinander etwa derer der Nordseite entspricht.

    3. Das Prinzip von 1. und 2. wurde auch über die Stirnseiten südlich und westlich erweitert, auch, da diese in der Fernwirkung lagebedingt deutlich wahrnehmbar sind und das Haus bereits sehr stark durch sie präsentiert wird. Dabei wurde jedoch am südlichen Abschluss auf die Illuminierung verzichtet. Am Westlichen wurde sie nur bis zum Mittelgang geführt (wobei das je nach Leuchtstärke noch der Anpassung bedarf, da hier direkt Wohnungen gegenüber liegen).

    4. Die Ausfachung des oberen Arkatur-Abschnittes wurde von mir komplett über beide betreffenden Gebäudekanten geführt, um diese zusammenzufassen. Weiterhin wurde sie um einen Stein zurück versetzt, um die Fassade hier plastischer (d. h. 'stabiler') erscheinen zu lassen und um besser zwischen den, funktional bedingt verschiedenen, Fensterausschnittshöhen der drei betroffenen Seiten vermitteln zu können.

    5. Die Ausfachung unter 4. wird im oberen Bereich der direkt angrenzenden, zweigeschossigen Fenster übernommen.

    6. Der Fensterrhythmus der Ostseite wurde gespiegelt (bzw. um ein Geschoss versetzt angeordnet), um das vorgesehene Muster ohne Umbruch über alle Schauseiten fortführen zu können.

    7. Um den Baukörper massiver erscheinen zu lassen, wurde der dachseitig umlaufende Wandüberstand ('Attika') um 45cm angehoben.

    In wie weit welche Änderungen umgesetzt werden, wird derzeit ausgehandelt. Im beiderseits gewünschten Fall gibt es hierzu demnächt eine Pressemitteilung (bis dahin seid Ihr exklusiv mit Informationen versorgt ;))


    Für alle stärker Interessierten gibt's hier noch mal sehr, sehr große JPEGs, auf denen die Entwürfe nach Alt und Neu je Lichtstimmung zusammengefasst sind (halten sich aber mit je ca. 7MB in Grenzen). Darauf finden sich zusätzlich je drei perspektivische Ansichten, die auch bereits das Motel-Logo enthalten. (Bilder nach dem Laden einmal anklicken, damit abload.de von der Bildschirmskalierung auf die Originalauflösung wechselt)

    alt/leuchtend:

    alt/unbeleuchtet:

    neu/leuchtend:

    neu/unbeleuchtet:


    Mir ist bewußt, dass die Änderungen das Gesamtergebnis zur marginal beeinflussen. Ich bitte Euch auch darum, meine Arbeit nicht mit der Fassade an sich, sondern ausschließlich mit der Überarbeitung zu assozieren (ich präferiere völlig andere Fassadentypen!). Wie geschrieben, der Spielraum war hier praktisch sehr begrenzt. Es gibt noch ein paar alternative Varianten von mir, die aber entweder nicht auf Wohlwollen stießen, als Zwischenschritte gedacht waren oder aber zu weit über das Ziel hinaus schossen. Vielleicht zeige ich die später noch, sofern Bedarf besteht.

    Meinungen, Anregungen, Kritik?

    Sehr schön :daumen:. Ich habe vor Jahren mal mit Freunden eine Mopped-Tour quer durch Italien gemacht. Leider musste ich die vorzeitig abbrechen. Die letzte Station Genua habe ich nicht mehr erlebt. Im Nachhinein sagte man mir, ich hätte nichts verpasst, Genua sei ein 'langweiliges Drecksnest' (oder so ähnlich). So kommt das bei Dir aber gar nicht rüber ;). Danke für die wunderbaren Eindrücke!

    Aus selektierten Passagen einzelner Vorredner kreierst du halbseiden sechs "Argumente", um sie anschließend für noch dämlicher als die Denkmuster von deinesgleichen zu verkaufen. Ist das der Diskussionsstil von jemandem, der sich zu Höherem berufen fühlt? :nono: Du hast scheinbar immer noch nicht begriffen, wozu die Öffentlichkeitsbeteiligung gedacht ist. Du irrst, wenn du darunter Debatten über "Abzocke und Spekulantentum" oder ähnliches verstehst - da kann das hundert Mal in dein Weltbild passen.

    Eine sinnfreie Investruine oder ein Spekulationsobjekt kann man ggf. umnutzen, abtragen, sich dem Wandel der Zeit ergeben lassen (wie das mit dem Gasometer und den umliegenden Mietskaschemmen auch schon wunderbar geklappt hat) oder einfach links liegen lassen. Zuvor engagieren sich noch jede Menge Leute, die u. a. um ihr Geld besorgt sind, dafür, dass das Projekt gelingt, bzw. gar nicht erst realisiert wird. Dagegen wird man den Nimbus, ein Sammelbecken für sozialromatische Totalverweigerer zu sein, deren naives Demokratieverständnis für nichts weiter reicht, als permanent Systemkritik zu betreiben (wie sonst erklärt sich dein Sprachgebrauch und der von deinesgleichen?) als Stadt bzw. Region nicht so schnell wieder los. Was die Folgen davon wären, leuchtet einem wie dir vermutlich nicht ein. Aber darin liegen mutmaßlich die Beweggründe für so manche Kommentare, die du selektiv zitierst und in kindischer 'Wir-sind-das-Volk'-Manier als unqualifiziert abtust.

    Sag doch mal, was Bürgerbeteiligungen nach deinem Sinn bisher praktisch genutzt haben und was ohne in die Hose gegangen ist. Das vergleichst du dann mal mit den 'autokratischen' Highlights der Baukunst. Viel mehr, als den Leuten ihr Ego zu streicheln, indem man ihre Stimme mit vermeintlicher Kompetenz gleichsetzt , dürfte bei den meisten Beteiligungen der Marke 'aufgeschreckte Hühnerschar' nicht drin sein.


    Wie wäre es mal mit einem anderen Weg? Du gründest eine Initiative die verspricht, von Einwänden bei künftigen Projekten abzusehen und großzügige Zugeständnisse in Sachen B-Planaufstellung zu machen, wenn die gesparten Reibungsverluste allesamt in eine ansprechendere Architektur fließen? ;)

    Dekoratives Anführungszeichen

    Die Öffentlichkeitsbeteiligung bei Bebauungsplänen ist fester Bestandteil und gesetzlich vorgeschrieben und sollte auch der gesamten Öffentlichkeit zugänglich sein.

    Richtig! Nur ist die Öffentlichkeitsbeteiligung nicht erfunden worden, damit irgend jemand seine politischen Positionen postulieren kann, damit er Architekturkritik betreibt oder seine verklärten Vorstellungen von gewachsenen Räumen manifestiert. Bürgerbeteiligung meint den Schutz vor unzumutbaren Zuständen, die Anerkennung elementarer Rechte Einzelner und ggf. den Ausgleich bisheriger Defizite. Wer das Prozedere als Podium für pure Meinungsäußerungen mißbraucht und auf die Barrikaden geht, weil er nicht im Fokus des Interesses steht, der darf sich nicht wundern, wenn er zwar gehört, aber nicht ernstgenommen wird. Wo kämen wir da hin, wenn es keinen Unterschied mehr macht, ob die Fantasien von Max Müller, der zufällig in der Nähe von Irgendwas wohnt oder die Interessen der Stadt berücksichtigt würden? In unserer Gesellschaft ist es nunmal so, dass man u. a. auf potente Investoren mit Ideen und Gestaltungswillen angewiesen ist. Wie die Visionen von Max zustande kamen und ob er auch noch in fünf Jahren dort wohnen wird, ist dagegen reichlich irrelevant. Das gilt ganz besonders in Zeiten knapper Kassen und hoher Verschuldung. Nach Abwägung halte ich ein paar Klötze auf einer innerstädtischen Brache für zumutbar - auch für dich!


    Dekoratives Anführungszeichen

    Was macht diesen Entwurf so wahnsinnig gut, dass man sich zu Äußerungen wie hinreißen lässt? Na los überzeuge mich oder sind Diffamierungen, Vermutungen und Kaffesatzleserei schon alles was du beisteuern kannst?

    Ich sehe noch keinen 'Entwurf', allenfalls eine grobe Idee. Die auszuformulieren, bedarf einiges an Arbeit und zuvor noch der konkreten Bedarfsanmeldung. Das wird man kaum im Vorfeld hinbekommen, nur damit du eventuell zufrieden gestellt bist. Wann wärst du eigentlich zufrieden? Was geht - ausser der Erhaltung des Status quo?


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    Oh lass mich auch mal ran ** Blick in die Kaffeetasse** du hast dir dieses langweilige, nichtssagende Konzept überlegt und bist so stolz darauf, dass dir keiner ans Bein ....en kann!

    Das ist die witzischste Passage deines Beitrages :lach:. Zeigt sie doch, dass du vor lauter Errgegung meinen ersten Absatz im letzten Beitrag verdrängt haben musst. Hier trifft er ganz besonders zu. Im Klartext: nein, ich habe weder mit dieser Idee , noch mit ähnlichen Ergüssen irgend etwas am Hut! Und ich weiß auch nicht, was ich davon halten soll, gerade in Bezug auf den negativen Einfluss bei der zügigen Entwicklung anderer Kerngebiete. Aber deshalb eigne ich mir nicht automatisch deine substanzlose Fundamentalkritik an.

    Sicher bin ich mir nach den vielen Jahren natürlich nicht mehr ;). Wie gesagt, das Volumen war dem aktuell bekannten Entwurf m. E. nicht so unähnlich (ergibt sich ja bereits aus dem B-Plan und dem Grundstückszuschnitt). Ich meine aber, mich an einen sanften 'Knick' auf der langen Hauptseite und an eine wesentlich homogenere Befensterung zu erinnern. Die Variante 'Spange auf Zoobogen-Hochhaus-Volumen' war mir von Anfang an ein Dorn im Auge, daher muss dieser Entwurf einfach geringfügig anders gewesen sein ;). Aber vielleicht irre ich mich auch komplett (oder der damalige Redakteur tat es?) und das Abgebildete war eine Kollhoff-Alternative? Der Mann hatte es ja zeitweilig drauf, ungefragt eigene Entwürfe zu präsentieren, wenn ihm das Geplante nicht behagte. Speziell für Bauten in seinem direkten Umfeld, der City West, hat er das ein paar Mal gemacht. M. E. war Hans Kollhoff auch an der Machbarkeitsstudie Breitschaeidplatz beteiligt (falls das wirklich ein so gewesen sein sollte und der Entwurf von ihm war, kriege ich das kurzfristig heraus; werde mich gleich morgen mal in die Spur machen)

    Das Ganze ist neben den natürlichen Vorkommen und den (daraus meist abgeleiteten) Traditionen auch stark witterungsabhängig. In Deutschland ist ein Straßenbelag rel. hohen Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen ausgesetzt (in z. B. Holland ist das etwas anders). Asphalt galt lange als der 'komfortablere' Belag, den man teils auch nachtraglich auf andere Belagarten aufbringen konnte. Dafür unterliegt eine geschlossene Decke einem deutlich höheren Verschleiß, vor allem wegen der Wärmeausdehnung und der Beanspruchung während besonders heißer und kalter Tage. Beton war früher nicht so geeignet, da es hier verfüllter Dehnungsfugen zwischen den monolithisch gegossenen Platten bedurfte. Mittlerweile hat man den Beton jedoch mit Zuschlagstoffen besser im Griff, so dass man auch ohne die ehemals groben Fugen auskommt. Allerdings ist der Komfort nach wie vor meist ein Stück schlechter als auf asphaltierten Fahrbahnen. Dafür wurde er teuerer (und man bekommt die aufwändigen Drainagesysteme mit Asphalt m. E. besser in den Griff). Die neue A113 zwischen Berlin-Neukölln und Waltersdorf wurde auf Berliner Seite mit Beton-Fahrbahnen und auf der Brandenburger Seite in Asphalt ausgeführt. Nach meiner Erinnerung war das eine Kostenfrage, wobei hier die Brandenburger Variante sogar als die Günstigere dargestellt wurde.

    Gehweg-Beläge sind natürlich besonders stark von lokalen Traditionen geprägt. Ich finde es sehr schön, dass wenigstens auf dieser Ebene auf eine Beibehaltung identitätsstiftender Elemente im Stadtraum gesetzt wird. Zumindest gilt das für Berlin. Wobei auch hier die "Schweinebäuche" bei neu angelegten Wegen nicht mehr verwendet werden (das sind die von Kleinpflaster gerahmten Granitplatten auf der Gehwegmitte; der Name kommt daher, weil sie - aus Gründen der stabilen Positionierung nach 'Abwurf' in den märkischen Sand - an der Unterseite stark konvex gewölbt sind). Dafür ist das sogen. "Berliner Pflaster" wieder sehr beliebt. Eine Variante, die erst im 20. Jahrhundert in Mode kam und sich an den Schweinebäuchen orientierte: diagonal verlegte Betonplatten (früher meist Waschbeton, heute öfter Leichtbeton-Derivate) mit speziellen Aussenstücken, die ein markantes Muster bilden und die ebenfalls von Kleinpflaster gerahmt sind (wie von micro beschrieben).

    Mir fällt gerade noch ein, es gab von Mäckler auch schon mal eine Alternativversion, die nach meiner Erinnerung etwa um 2001 einmalig in der Berliner Zeitung farbig präsentiert wurde, was aber nichts über deren Entstehungszeit aussagen muss (im Artikel ging es auch nicht um eine Alternative; sie wurde - möglicherweise fälschlich - als die aktuelle Variante vorgestellt). Der Baukörper war prinzipiell ähnlich, allerdings m. E. etwas schlanker und höher, dafür mit dezenterer Spange. Die Fassade bestand aus Backstein und war über Lisenen zwischen je zwei zusammengefassten vertikalen Fensterreihen gegliedert. Dadurch und durch den Dachabschluss wirkte es dem Kollhoffschen P1 nicht unähnlich. Ich hätte mich gefreut, wäre diese Variante wieder ins Spiel gekommen.

    Ich dachte, ich hätte den Artikel archiviert, kann ihn aber leider nirgends mehr finden. Falls ihn jemand noch hat, würde ich mich über eine kurze Rückmeldung freuen.