Beiträge von l´emigrant

    Villa Horion

    Falls sich die Idee, die Villa Horion zu einem Haus der Geschichte umzubauen, durchsetzt, stellt sich natürlich eine pikante Frage:

    Wieso hat man das Haus noch vor 15 Jahren, als es Clement nach seinem Amtsantritt zu provinziell war und dieser lieber ins Stadttor wollte, aufwändig zu einem (nicht benötigten) Gästehaus des Landtags umgewandelt? Das ganze zog damals natürlich einiges an Investitionen z.B. in professionelle Küchen und die Nachrüstung eines Aufzuges nach sich.

    Gut, dass das Land NRW finanziell so gut aufgestellt ist. ;)

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    Neoliberal und Herz schließt sich aus.

    Und: Was die Ausklammerung exklusiver Lagen angeht ...
    Unfair wäre es, wenn ein sozialer Wohnungsbau mit 140qm Wohnungen inkl. Stuckfassade und Tiefgaragenautomat gefördert würde.
    Jene, die nicht für exklusive Lagen den "vollen Preis" bezahlen können, arbeiten meist genau so hart, wenn nicht noch härter.
    Sie werden nur schlechter bezahlt.

    Willkommen im Kommunistschen Architekturforum TM. Wenn jemand viel Geld hat, hat er dies in der Regel nicht durch harte Arbeit verdient. Unter den Sekretärinnen, Feuerwehrleuten und Bauarbeitern dieses Landes gibt es dafuer nur hart arbeitende, ehrliche, fleissige Menschen, denen der Staat ungerechterweise ein Leben im Steigenberger vorenthält.

    Weil ich sonst wieder angefeindet werde, möchte ich diesmal nur auf einen sachlichen Irrtum hinweisen. "Neoliberalismus" und "Herz" (verstanden als soziale Ader) schliessen sich nicht aus. Historisch gesehen ist der Neoliberalismus eine Bewegung, die sich gerade FUER und nicht GEGEN eine sozialpolitische Komponente ausgesprochen hat (im Gegensatz zum klassischen oder Marktliberalismus, der einfach nur das Marktergebnis gutheisst). Es gibt in Deutschland daher keine neoliberale Partei, entgegen der Behauptung vieler. Nicht einmal die FDP spricht Sozialpolitik und -transfers jede Daseinsberechtigung ab.

    Nochmal, was ist so schlimm daran, wenn man aus finanziellen Gruenden in Garath wohnt statt in Duesselthal? Ich verstehe nicht, wieso das nicht zumutbar sein soll!?

    Die Fassade wirkt total uninspiriert, yet another Glasquader. An so prominenter Stelle leider nicht die erhofft starke Verbesserung im Vergleich zum scheusslichen Vorgängerbau.

    BAU Lanxess ist mittlerweile keine Bayer-Tochter mehr, sondern ein eigenständiger (mittlerweile sogar DAX-)Konzern ;))

    ^^

    Habe den Artikel auch heute morgen gelesen. Es ist das typische Gleichmacherei-Neidgefasel à la "Wieso sollen Studenten für mehr Geld etwas mehr Komfort in ihrer 22 m²-Legebatterie haben?"

    Mal abgesehen davon, dass ich nicht 500 € für 22 m² in einem Bilker Wohnheim zahlen würde, wo die Studentenwerkswohnungen hervorragend und nicht mal halb so teuer sind, sind diese zusätzlichen Wohnungen für studentische Ansprüche natürlich absolut zu begrüßen. Denn wer für teuer Geld von Mami und Papi dort wohnt, nimmt der heiligen Klientel von Rot-Grün ja nicht die öffentlich subventionierten Apartments weg. Insofern haben die zitierten Politiker wie so oft mal wieder nur von hier bis zur Klotür gedacht und sich ein weiteres Mal disqualifiziert.

    Ich bezweifle übrigens - wie auch Bau-Lcfr schon andeutet - ebenfalls, dass diese Preise realistischerweise erzielbar sind. In München und FFM ja, aber keinesfalls in Düsseldorf.

    Übrigens wundert mich, dass hier noch nicht von geneigter Seite Beifall für den Sermon der Oppositionsführer ertönt ist...wahrscheinlich sitzen die üblichen Urheber bei dem guten Wetter lieber mit dem Ché Guévara-Shirt im Park und spielen Gitarre für den Weltfrieden...

    Und ja ich weiß, ich muss mich mehr zurückhalten...

    Die entsprechenden Renderings hat Medienhafen schon vor über einem Jahr in diesen Thread eingestellt.

    Dank Dir können wir aber auch endlich die Verbindung zwischen diesen und der von BauLCFR und mir dokumentierten Baugrube (#36 und #41 im Thread "Linksrheinisch") herstellen. Dort gehört das Thema auch eigentlich hin, denn an dieser Stelle befindet man sich bereits tief in Heerdt und nicht mehr in Oberkassel!

    Danke für den Hinweis!

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    Bisher bin ich weder ausfallend noch persönlich geworden. Ihre Form der Meinungsäußerung wie auch den inhaltlichen Rest dieses Posts werde ich nicht kommentieren.
    Da würde ich mich mit Ihnen auf eine Stufe stellen.

    Da haben Sie mich aber noch nicht erlebt, wenn ich ausfallend oder persönlich werde, hehe :lach:

    Aber abgesehen davon finden ich und sehr viele andere Menschen nicht, dass die Allgemeinheit, zu der ich und besagte andere ja auch wieder gehören würden, irgendeiner Oma, die bedauernswerter Weise nicht bis zu ihrem Lebensende in Oberkassel wohnen bleiben kann, genau dies finanzieren sollte.

    Wenn Sie das so sehen, ist das Ihre Partikularmeinung, die Ihnen unbelassen bleibt. Aber dann macht es keinen Sinn, zu fordern, dass sowas öffentlich finanziert wird. Da ich argumentativ bereits gescheitert bin, sie vom Gegenteil zu überzeugen, folgender Vorschlag: Gründen Sie doch einen privaten Fonds, der solchen "Gentrifizierungsopfern" beisteht und die Mietdifferenz erstattet. Dann sind alle glücklich.

    Ich vermute aber, dass Sie selber diesen Leuten zwar wünschen (wie wir alle hier), dass sie ihre angestammte Wohnung behalten können, aber gar nicht bereit sind, dafür ihr EIGENES Geld in die Hand zu nehmen. Strafen Sie mich doch Lügen, wenn ich demnächst im Düsseldorfer Lokalteil von der Gründung Ihres Fördervereins lesen darf :daumen:

    Ich kann mir das Wohnen in Oberkassel schon jetzt nicht leisten...

    Und Altstadtjong, Du bestreitest jetzt auch noch, dass es niemals in der Menschheitsgeschichte Zeiten gab, in denen selbst der kleine Arbeiter oder der Arbeitslose besser gelebt haben als heutzutage?

    Dann lebst Du schlichtweg außerhalb der Realität. Dementsprechend fällt auch dein auf die Schnelle zusammengezimmertes Gedankengebäude zusammen.

    Wo sind sie denn, die Modellgesellschaften, in denen jeder in Oberkassel wohnen kann? Wie soll das überhaupt praktisch gehen, es gibt nun mal nur Wohnraum für X Bewohner in den "guten" Vierteln, irgendwie muss ja eine Rationierung stattfinden.

    Bitte einfach mal genauer nachdenken und nicht hier im Forum blamieren!

    ^ Wie soll man auf sowas reagieren ohne allzu sehr zu polemisieren?

    Wer sich das Wohnen in Oberkassel oder wo auch immer nicht (mehr) leisten kann, weil er ökonomisch zu schwach ist, muss halt woanders hinziehen. Das sind die Spielregeln.

    Und diese Spielregeln (des Neoliberalismus, bei uns "Soziale Marktwirtschaft" genannt) haben wir nicht aus Spaß eingeführt, sondern weil sie der Gesellschaft insgesamt und auch jedem einzelnen ein in der gesamten Menschheitsgeschichte unbekanntes Lebensniveau garantieren.

    Vielleicht nochmal zur Begriffsklärung, weil "neoliberal" im öffentlichen Diskurs in Deutschland zu einem inhaltsleeren Kampfbegriff verkommen ist:

    Der Neoliberalismus erkennt (im Gegensatz zum klassischen Liberalismus) die Notwendigkeit staatlicher Eingriffe in das Marktgeschehen grundsätzlich an. Allerdings soll der Markt, der ja bekanntlich der Garant schlechthin für effiziente Ressourcenallokation (d.h. es wird produziert, was die Leute haben wollen und keine Trabbis) ist, nur soweit eingeschränkt werden, wie er versagt.

    Beispiele für Marktversagen gibt es im Bereich öffentlicher Güter (Äußere / Innere Sicherheit, funktionierendes Rechtswesen etc.), bei (natürlichen) Monopolen (Bahnverkehr, Straßenwesen) oder Oligopolen (Ölkonzerne), Kartellen etc.

    Darüber hinaus haben wir als Gesellschaft beschlossen, dass dort, wo das Marktergebnis dafür sorgt, dass der einzelne nicht mehr menschenwürdig existieren kann (Arbeitslosigkeit, Krankheit, Behinderung usw.), gesellschaftliche Unterstützung einspringt.

    Das ist der Grundkonsens, so wie er sich im deutschen GG wiederfindet.

    Wieso also erklären es hier verschiedene Personen zum Grundrecht, in bestimmte Stadtteile ziehen oder zumindest in ihnen wohnen bleiben zu dürfen, zu dessen Durchsetzung es dringend staatlicher Subvention bedarf? Kann man in Hassels oder Oberbilk nicht leben? Erstickt man dort, wird man erschossen, erstochen, gefoltert oder gequält?

    Nehmt doch mal bitte dazu Stellung, soweit Ihr Anhänger der obenstehenden Thesen seid!

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    Nur: Wo sind solche Grundstücke im Düsseldorfer Stadtgebiet?

    Auch wenn diese Frage einen ganz überwiegenden rhetorischen Anteil haben dürfte, so fällt mir doch immer wieder unangenehm auf, dass folgendes Grundstück an der Kölner Straße (von einigen meiner Bekannten auch mehr oder weniger liebevoll ironisch "Hazak Avenue" genannt), unbebaut zu bleiben scheint:

    http://maps.google.de/maps?q=k%C3%B6…tfalen&t=h&z=19

    Ich wäre dafür, das Grundstück, wenn sich niemand findet, der es bebauen möchte, in einen Park umzuwandeln. Das muss nicht gleich wieder mit öffentlichen Geldern durch das Gartenamt geschehen. In anderen Städten funktioniert sowas teilweise auch über Anwohnerinitiativen (siehe als Beispiel den Byhaven 2200 in Kopenhagen).

    Bei Durchsicht des Threads ist mir aufgefallen, dass dem in #103 gezeigten Neubau nicht nur ein paar hässliche Garagen weichen mussten, sondern auch ein sehr ansehnlicher Backsteinaltbau vermutlich aus dem vorvergangenen Jahrhundert. Wieso wird sowas genehmigt???

    ^

    Eins ist klar, das "Andreas-Quartier", sprich der Block zwischen Mühlen-, Neubrück-, Ratinger Straße und Liefergasse, ist einer der letzten baulich wirklich extrem hässlichen Flecken der Altstadt. Wenn der erhaltene Fassadenteil des Klosters behutsam in die Neubaufront zur Rättematäng hin einbezogen und entsprechen restauriert wird, ergibt sich demnächst ein noch angenehmeres Umfeld für den Konsum eines schönes Glas' Alt an lauen Sommertagen.

    Natürlich kann eine recht stark kriegszerstörte Stadt wie Düsseldorf niemals alle Vernarbungen seit '45 korrigieren. Aber an vielen Stellen macht sich die Stadt langsam aber sicher. Wenn ich Sonntags nachmittags mit Rheinblick am Fuße der wilhelminischen Prachtbauten von OLG und Bez.Reg. auf weitläufigen Wiesen Fußball spiele, weiß ich, dass es einen viel schlechter treffen könnte als in Düsseldorf.

    Anmerkung: Ein Vergleich mit StreetView ergibt, dass neben den Gewerbehallen im hinteren Grundstücksteil auch ein 2-geschossiges Wohnhaus an der Straße weichen muss!

    Schöne Sache, dass hier ein Lückenschluss stattfindet. Bin gespannt auf Eure Reaktionen.

    Ausweislich der Projektseite entstehen an der Palmenstraße 29 (das wäre direkt ggü. der NRW-Akademie der Wissenschaften / Karl-Arnold Haus) zwei MFH mit insgesamt 23 Wohnungen sowie im hinteren Bereich 7 Stadthäuser. Das ganze soll mit einer Tiefgarage unterbaut werden.

    Derzeit befinden sich auf dem Grundstück Gewerbebauten, wenn ich das richtig sehe.

    Hier eine Visualisierung:

    Hoster abload.de, Bild von amberhöfe.de.

    Weiß sonst jemand etwas über dieses Projekt?

    Lieber Xysorphomonian (ich benutze mal ungefragt die in diesem Forum übliche Du-Anrede),

    wo soll ich anfangen?

    Ich versuche es mal der Reihe nach:

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    Aussen vor lassend, dass ich diese Haltung etwas arrogant finde, ist sie städtebaulicher und volkswirtschaftlicher Irrsinn. Das es sich rechnet, 20 Kilometer vom Wohnort entfernt zu wohnen und jeden Monat 800 Kilometer (20 Arbeitstage * (20 km Hin- + 20km Rückfahrt)) zusätzlich zu fahren, ist nur dann ein guter Effekt, wenn man Mineralölkonzern oder Immobilienspekulant ist. Jeder andere leidet darunter. Verkehr, Lärm, in Staus vergeudete Zeit, Luftverschmutzung, Erdölabhängigkeit, um nur ein paar negative Effekte zu nennen.

    Das Ein- und Auspendeln eines Arbeitnehmers kostet volkswirtschaftliche Ressourcen und verursacht unter Umständen das, was man in der VWL als negative Externalitäten bezeichnet (Kosten für die VW, die dem Verursacher nicht aufgebürdet werden (können)). Dies hast Du richtig angesprochen.

    Soweit es um diejenigen Kosten geht, die der Pendler selbst zu tragen hat (Spritkosten, Steuern, Zeitaufwand usw.) überlassen wir es doch bitte jedem einzelnen selbst, ob er diese auf sich nehmen möchte, um außerhalb Düsseldorfs entweder von niedrigeren Mieten oder vielleicht auch anderen Vorteilen der Provinz zu profitieren. Hast Du je darüber nachgedacht, dass viele Leute nur deshalb einpendeln, weil sie schlicht und ergreifend gar nicht in Düsseldorf leben wollen?

    Die angesprochenen externen Effekte (Luftverschmutzung, Verlust außenpolitischen Spielraums durch Erdölabhängigkeit Deutschlands o.ä.) sind da schon schlagkräftigere Argumente. In der Tat wäre es wünschenswert, sie zu vermeiden.
    Dies kann allerdings schon aus ganz praktischen Gründen im Falle Düsseldorfs nicht gelingen.

    Innerhalb der Stadtmauern finden über 400.000 Menschen ihren Arbeitsplatz. Bezogen auf eine Einwohnerzahl von knapp 600.000 und angesichts einer (sozialversicherungspflichtigen) Beschäftigungsquote von rund 50 % kann jeder sofort erkennen, dass es in Ddorf mehr Arbeitsplätze gibt als aktive Arbeitnehmer. Ein Ein- und Auspendeln von mindestens 100.000 Menschen ist somit vollkommen unvermeidlich und kann auch nicht durch niedrigere Mieten sondern nur durch ein höheres Wohnraumangebot gemindert werden.

    Bei genauerer Überlegung würden niedrigere Mieten sogar dazu führen, dass sich jeder einzelne Mieter mehr qm leistet, wodurch die Zahl der Einpendler sogar noch weiter steigen würde. Aber da sind wir bei mikroökonomischen Feinheiten, die wir der Vereinfachung halber einfach unter den Tisch fallen lassen.

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    Das Leben besteht für den Mop nur aus Wohnen und Essen. Eigentlich ist der Pöbel, also Müllwerker, Krankenschwestern, Verkäufer, Busfahrer, diese Schmarotzer der Gesellschaft, dafür, dass man ihnen das gönnt, reichlich undankbar.
    So liest sich zumindest Ihre Äusserung. Und hier kann ich nicht mehr ausser Achten lassen, dass ich diese Haltung sehr arrogant finde. Ab davon hat sich die "Wenn-sie-kein-Brot-haben-sollen-sie-doch-Kuchen-essen"-Mentalität noch nie langfristig bezahlt gemacht.

    Ich persönlich gehöre einer noch viel einkommensschwächeren Berufsgruppe als dem "Mob" an, nämlich derjenigen der Studenten! Da selbst in einer großen Stadt mit verhältnismäßig kleiner Studentenzahl wie Ddorf längst nicht jeder Student subventioniert im Studentenwohnheim unterkommt, ist es für diese noch schwerer, ihre Unterkunft zu finanzieren. Da erreicht die monatliche Belastung für Mietausgaben leicht und locker mal die 50 oder 60 %-Grenze. Können Studenten deshalb außer den nötigsten Lebensmitteln nichts weiter finanzieren? Den Eindruck habe ich nicht gewonnen, selbst nicht bei denjenigen, die von sub-Hartz 4-mäßigen 670 € BaföG-Höchstsatz leben.

    Auch das vermeintliche (hier bitte unbedingt über die korrekte Herkunft informieren!) Marie Antoinette-Zitat passt in dieser Frage nicht:

    Die bettelarme Bevölkerung im Frankreich des ausgehenden 18. Jahrhunderts HATTE KEINEN KUCHEN, den sie hätte als Substitut für Brot verzehren können. Die von mir vorgeschlagenen Wohnalternativen werden allerdings (anders als Bielefeld) allgemein als existent und durchaus menschenwürdig anerkannt. Willst Du es allen ernstes zum Grundrecht erklären, direkt an seiner Arbeitsstelle zu wohnen? Abstrus.

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    Wer die Grenze festlegt, weiß ich nicht. Es könnte irgendwann zu einem Urteil in diese Richtung kommen, auf dieser oder jener Grundlage. Aber Sie legen es nicht fest, und das zum Glück.

    Nichts läge mir ferner, als eine solche Grenze festlegen zu wollen. Es sollte nämlich keine geben. Mietpreise bewegen sich immer relativ zur Kaufkraft der ansässigen Bevölkerung und sind Ausdruck des Verhältnisses von Angebot und Nachfrage. Damit bei Wohnungsknappheit der wirtschaftliche Anreiz besteht, neuen Wohnraum zu schaffen, sollte dies auch so bleiben.

    Die Anmerkung zu Art. 20 GG und § 138 BGB hätte ich mir an Deiner Stelle übrigens gespart. Hast Du aber nicht, deshalb bleibt Dir auch die entsprechende Belehrung nicht erspart: Ob ein Mietzins sittenwidrig hoch ist, entscheidet das Gericht anhand der ortsüblichen Vergleichsmiete. Es handelt sich also um eine relative Obergrenze, die alleine durch Mietniveausteigerung niemals erreicht werden kann.

    Das Sozialstaatsprinzip könnte erst berührt sein, wenn Wohnen für Teile der Bevölkerung unerschwinglich wird. Damit es soweit nicht kommt, gibt es Wohngeld, Wohnungsbauprämie, einen Mietkostenersatzanspruch im Rahmen von ALG II usw. Du kannst also beruhigt schlafen.

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    Aber irgendwas in mir wehrt sich, alles dem Wettbewerb zu überlassen, denn ein paar der negativen Effekte habe ich oben aufgezählt.

    Solange dieses "irgendwas", was sich da in Dir wehrt, solider Argumente entbehrt, sind wir doch gut beraten, nicht darauf zu hören, findest Du nicht?

    Praktisch dieselbe Erwiderung auf mamamias Beitrag hätte ich auch verfasst, wenn Du mir nicht zuvorgekommen wärst, Echnaton.

    Wieso ist "die öffentliche Hand gefragt", das Mietpreisniveau - auch ungeachtet der ungleich attraktiveren Wohnlagen in Düsseldorf z.B. im Vergleich zum Ruhrgebiet - künstlich zu drücken? Ferrari fahren ist auch für die meisten Deutschen zu teuer und da schreit niemand nach dem Staat.

    "Wohnen ist ja auch ein Grundbedürfnis" höre ich dann die Antwort. Stimmt, aber "Wohnen in Düsseldorf" nicht. Man kann ohne weiteres von Duisburg, Krefeld, Neuss, aus dem Kreis Mettmann usw. einpendeln.

    Und wo steht geschrieben, dass der Wohnaufwand nicht 50 % der monatlichen Einkünfte aufzehren darf? Wer legt diese Grenze fest? Genug zu Essen verbleibt den Leuten auch bei 70 oder 80 % Aufwand für's Dach über dem Kopf. Man gucke sich einmal die Situation in anderen westeuropäischen Großstädten an. Von Spanien über Frankreich und England, von Skandinavien oder Finnland gar nicht erst zu reden, würde man angesichts von Quadratmeterpreisen um die 10 € kalt in Jubelstürme ausbrechen.

    Die ganze Zwangswirtschaft unterdrückt vor allem Investitionsanreize. Ich als Neu-Stockholmer kann davon ein Lied singen. Wer sich dort nicht schon an seinem 18. Geburtstag in die Warteliste einträgt, hat bei Wartezeiten zwischen 8 und 20 Jahren (je nach Zentralität der Wohnung) keine Chance, etwas zu nach unseren Maßstäben rationalen Preisen zu bekommen.

    Angesichts der gesetzlichen Mietpreisbindung, gelingt es natürlich kaum, neuen Wohnraum zu schaffen. Wer baut schon Häuser auf horrend teurem Grund, wenn er hinterher nur ein Drittel der Marktmiete verlangen kann?

    Ergebnis ist, dass der zu bemitleidende Rest zu rund 30 € pro qm schwarz mietet. Und siehe da, es funktioniert auch! Und das selbst angesichts geringerer Durchschnittsverdienste als in Deutschland!

    Dazu kommt ohnehin, dass das Land NRW, das sich jahrzehntelang milliardenschwer im sogenannten "sozialen Wohnungsbau" engagiert hat, auch und gerade deshalb pleite ist wie eine Kirchenmaus. Insofern scheitern derlei Phantasien derzeit schon an der verfassungsmäßigen Schuldenobergrenze in Höhe der Investitionen.