Beiträge von schriftsetzer

    Das habe ich doch alles begriffen. Ich erinnere mich aber an einen Artikel, in dem explizit stand, dass es sich um echten, hauchdünn geschliffenen Stein handelt, der da verbaut werden sollte. Möglicherweise hat das der Redakteur damals falsch wiedergegeben, aber es war so zu lesen. Nachprüfen kann man es ja zunächst nicht. Angeblich war für den verzögerten Baubeginn, neben den Ausgrabungen, auch die Tatsache verantwortlich, dass eben diese Fassade, weil sie in ihrer Art völlig neu war, zunächst von der Materialprüfungsanstalt zugelassen werden musste. Auch das war damals an anderer Stelle zu lesen, ich denke mir das ja nicht aus.

    Das tut natürlich der Sache keinen Abbruch; ich finde, das Gebäude sieht wirklich gut aus, gerade in dem historischen Kontext. Für mich hat das was!

    @MarcoPolo,

    danke für den Hnweis! Mir war nur die ursprüngliche Planung bekannt, die tatsächlich Naturstein vorgesehen hat. Zumindest habe ich das damals so gelesen. Ich hatte auch gelesen, dass diese Art der Fassade eigens von der Bundesanstalt für Materialprüfung (o.ä.) zugelassen werden musste. Warum hat man denn darauf verzichtet? Kostengründe oder doch technische Probleme?

    Asche auf mein Haupt, dass ich mich während der Bauphase der Bibliothek nicht gemeldet und auch nichts dokumentiert habe. Allerdings: die Rohbaumaßnahmen waren unspektakulär und Fotos derselben hätten nicht wieder gegeben, welch tolles Gebäude - nach meinem Gusto - dort entstanden ist. Ich werde demnächst tagsüber Fotos machen, damit ihr einen Eindruck bekommt. Ich persönlich finde den "Klotz" im Kontrast zu den spätbarocken Konventsgebäuden sehr gelungen, mutig, ja gewagt. Im Stadtteil gibt es rege Diskussionen: der eine findet es toll, der andere gewöhnungsbedürftig, und der nächste unmöglich. Kontroverse Diskussionen hat Architektur ja schon immer ausgelöst und sie sind vermutlich so alt wie das Bauen an sich. Ein Urteil sollte sich jeder selbst bilden, und ich meine, ein Ausflug nach Werden lohnt sich schon deshalb.

    Gestern hatte ich meinen Bus verpasst und dachte mir: schau doch mal bei der Folkwang-Bibliothek vorbei. Mittlerweile sind auch die Pflasterarbeiten abgeschlossen und das Umfeld entsprechen gestaltet. Das Handy-Bild gibt nicht viel her, aber man bekommt einen ersten Eindruck, wie das Gebäude bei Dunkelheit wirkt*. Die Fensterelemente sind mit dünnst geschliffenem, transluzentem Naturstein hinterlegt, der tagsüber - wenn das Licht von außen kommt - abgesehen von der leider glänzenden äußeren Glasfläche auch als solcher wirkt, nachts aber bei entsprechender Innenbeleuchtung in einem schönen, warmen Licht strahlt bzw. eher dezent schimmert. Bei Tag und bei Nacht drängt sich dieser Bau nicht auf und tritt meiner Meinung nach ganz bewusst nicht in Konkurrenz zu den historischen und mittlerweile auch hervorragend restaurierten Klostergebäuden. Für mich eine gelungene Ergänzung des Ensembles, die die ursprüngliche bauliche Situation des Klosters wieder herstellt. Einzig der wunderschöne Torbau wartet noch darauf, saniert zu werden.


    Foto: eigenes Foto

    *Vielleicht kann ja einer der Foristen, der über eine gute Kamera verfügt, abends mal verwertbare Fotos machen? Ich würde mich freuen!

    Straßenbahn 105

    Danke für die Antwort, Spock. ;) Das ist mir alles durchaus bekannt. Mich störte nur, dass man hier im konkreten Fall von einer Ringverbindung spricht, die es auch nach der Verlängerung der 105 so nicht geben wird. Eine Ringverbindung ist für mich eine durchgehende Linie wie etwa die Circle Line in London. Wenn ich zweimal umsteigen muss und zwischendurch 5 Min. gehen, ist das m.E. keine Ringverbindung. Aber egal...

    Straßenbahn 105

    Wenn es denn mal eine Stadtbahn wäre bzw. würde. So wie ich es sehe, bestünde der Lückenschluss einer Ringlinie darin, dass man trotzdem in E bzw. MH die Bahn wechseln müsste, weil die U18 zwischen MH und E ja als Stadtbahn auf Normalspur fährt. Gibt es überhaupt eine durchgehende Strab-Linie von OB-Centro nach MH-Hbf?

    Weiß jemand etwas genaueres? Mich verwirren die Termini Stadtbahn und Straßenbahn in den entsprechenden Mitteilungen bzw. Presseartikeln. Werfen die Schreiberlinge da etwas durcheinander, weil sie selber wohlmöglich noch nie Bahn gefahren sind? ;)

    Turmbauer, ich bin auch Deiner Meinung. Mir stellt sich nur die Frage, was passiert wäre, wenn das EKZ nicht gebaut worden wäre. Sicher wäre es für den Ladenmix der Flaniermeilen günstiger gewesen. Andererseits stünden die Kaufhaus-Boliden und das Ex-Sporthaus evtl. auch bereits leer, zum einen durch die Karstadt-Pleite, zum anderen auch dadurch, dass sich das Konzept große Verkaufsfläche irgendwie auch überholt hat, denn gerade in großen Läden ist das Personal eher unlustig und kommt mir unmotiviert daher. Habe da immer das Gefühl, ich störe. Da gehe ich doch lieber zum Einzelhändler.

    Ich übertreibe mal ein wenig: Wenn man bedenkt, dass Ex-Quelle und Ex-Sporthaus bauliche Sünden der Extraklasse waren und selbst das im Kern recht schöne Karstadthaus im Laufe der Jahrzehnte mit sicherem Blick fürs Hässliche systematisch verschandelt wurde, hätten wir dort jetzt wahrscheinlich versiffte Gebäude mit verbretterten Fenstern, die langsam vor sich hin bröckeln. Abriss wäre auch so über kurz oder lang angesagt gewesen, und schon hätten wir eine zusätzliche Brache mit Ankara-ähnlichem Charme (das ist jetzt nicht fremdenfeindlich, eher versinnbildlichend!) gehabt, in deren staubiger Mitte ein einsamer U-Bahn-Zugang aus dem Boden ragt.

    Und ob ohne die Planungen des EKZ auch alle anderen Projekte (Umgestaltung Berliner Platz, Univiertel, Unipark, Abriss der Brücken, etc.) dann so angeschoben worden wären, wie wir es heute erfahren, steht auch in den Sternen.

    Nur soviel: ich führe viele auswärtige Gäste ins EKZ, und selbst der "gemeine Düsseldorfer" ist voll des Lobes.

    Exkurs: Wobei ich immer denke: erstmal die EURO-Krise und die daraus folgenden Turbulenzen abwarten, um zu sehen, wie sich die Dnge langfristig entwickeln. Da immer mehr Verbraucher mittlerweile durch Hartz IV und Niedriglöhne gezwungen sind, Geiz geil zu finden, brechen den Läden immer mehr Kunden weg. Und auch die Wertschöpfung der Spareinlagen wohlhabenderer Mitbürger tendiert ja bekanntlich gegen Null. Mittlerweile frisst die Inflation die Sparzinsen auf, und sich an der Börse zu verzocken ist ja auch nicht jedermanns Ding. Da kommt noch einiges auf uns zu, und das wird auch die Innenstädte und die EKZ weiter verändern.

    OSRAM-Haus

    Wie derwesten.de berichtet, ist der Umbau des OSRAM-Hauses aus recht dubiosen Gründen vorerst geplatzt. Diese Verflechtungen von Investoren, Anteilseignern, Mietern und am Bau beteiligten Sub-Sub-Subunternehmen, die als Billigheimer reihenweise pleite gehen und ungezählte unbezahlte Rechnungen diverser ortsansässiger Unternehmen (Gerüstbau, etc.) hinterlassen, machen wirklich keinen Spaß mehr. Niemand will mehr ein gewisses unternehmerisches Risiko tragen, es geht nur noch um Gewinnmaximierung bzw. den sharholder value. Ich werde den Verdacht nicht los, dass sich die WGF Objektentwicklung an der Düsseldorfer Börse verzockt hat und jetzt beim Mietvertrag mit acomhotel nachbessern möchte.

    Zurück bleibt zunächst eine offensichtlich unfachmännisch teilentkernte Ruine, deren Verursacher längst über alle Berge sind... :nono:

    Ich sag mal so: Einheitsarchitektur, wie sie heute eben gebaut wird, hier und andernorts. Gefällig, aber auch nicht wirklich hässlich. Das großartige Quartier Central zum Beispiel in Düsseldorf glänzt auch nur durch den Namen. Den Eigentümern bzw. Käufern der Wohnungen wird wichtiger sein, wie die Wohnungen geschnitten und ausgestattet sind.

    Es wird sich zeigen, ob nachfolgende Generationen eine Abwehrhaltung wie unsereiner gegenüber der Einheits-Waschbetonarchitektur der 60er und 70er Jahre entwickeln. Aber auch das gehört dazu, und eine letztendliche, immer gültige Architektur wird es nie geben. Daran haben sich schon alle Großen der Architektur vergeblich abgearbeitet.

    Wenn man überlegt, wie die Fläche, um die es hier geht, noch vor wenigen Jahren aussah, dann wäre sie sogar mit Blockhütten aus dem Baumarkt nachhaltig aufzuwerten gewesen. Und noch eines: ich sage immer, man muss vor Ort in das unansehnlichste Haus ziehen, dann sieht man es wenigstens nicht... oder warum sonst ist Erich Honnecker in diesem häßlichen Hotelklotz abgestiegen, der jahrzehntelang die historische Altstadt von Wernigerode verschandelt hat? ;)

    Will sagen: das ist schon prima, was da gerade geschieht. Und wenn die Vermieter bzw. Hausbesitzer an der Friedrich-Ebert-Straße mitbekommen, wer da demnächst in ihrer Nachbarschaft wohnt, wird sich da auch einiges tun, davon ist auszugehen. Dan wird auch privates Geld in die Hand genommen z.B. für Sanierung. Das kann man ja an der Logenstraße am EKZ Limbecker Platz gut beobachten.

    Echnaton
    Das war meinerseits natürlich etwas spitz formuliert... ;)
    Dass sich Düsseldorf (leider) auch durch eine gewisse Überheblichkeit definiert, regt mich nicht mehr wirklich auf... Immerhin gibt es jetzt ja eine groß angelegte Werbekampagne, die dem gegensteuern soll...
    Doch zurück zum Thema, wenn auch ein wenig off-topic:
    Ich selbst bin ja bekennender ÖPNV-Nutzer, eigentlich ganz zufrieden und würde mir wünschen, wenn mehr Leute sämtlicher Couleur dieses - durchaus noch optimierbare Angebot - nutzen würden, damit unsere Innenstädte und Unterzentren wieder mehr Lebens- bzw. Aufenthaltsqualität für Flanierer und Fußgänger bekämen, die einfach nur gerne mal an der "frischen Luft" sind. Was auch bedeutet, dass man die Autofahrer, denen ja jahrzehntelang u.a. vom ADAC (Freie Fahrt für freie Bürger) und auch der Politik eingehämmert wurde, dass sie das non plus ultra der modernen Gesellschaft sind (aus diesem Gedanken heraus sind ja die heute nicht mehr finanzierbaren U- und Stadtbahnen der 60er und 70er Jahre entstanden*) und mit ihren Ansprüchen alles dominieren zu können, an die Kandarre nimmt und entsprechend zügelt.
    Aber da wird noch viel Wasser den Rhein bzw. bei uns die Ruhr hinunterfließen, bis das in Köpfen angekommen ist...

    *mich graust bei dem Gedanken, dass VRR und Rheinbahn z.B. den Erhalt der U79 nach Duisburg (so die Rheinische Post) wegen der Unterhaltskosten in Frage stellen (die U18 zwischen Essen und Mülheim steht auch auf dem Prüfstand), und zeitgleich eine neue U-Bahn-Linie gebaut wird, deren veranschlagte Baukosten jetzt schon in zweistelliger Millionenhöhe überschritten sind und die ja auch Folgekosten verursacht. Früher sagte man so schön: Schuster, bleib bei deinen Leisten...

    Was die Nahverkehrssituation anbelangt wird man noch abwarten und Erfahrungen sammeln müssen. Noch ist das Viertel nicht vollständig bebaut, und die Pendlerströme sind nicht fassbar. Das allerdings keine Flächen für evtl. noch anzulegende Bushaltestellen oder dergleichen vorgehalten werden, finde ich schon bemerkenswert. Wahrscheinlich ging man davon aus, dass die Klientel, die dort wohnen wird (sprich: es sich leisten kann), sowieso über mehrere Autos pro Familie verfügt und Kind und Kegel zur Kita/Schule chauffiert.

    Was mir als Berufspendler (Essen - Düsseldorf), der am S-Bahnhof Derendorf morgens den Bus bekommen muss, aufgefallen ist und auch ein wenig ärgert, ist die geänderte Ampelanordnung und -schaltung auf der Münsterstraße, also am nördlichen Endpunkt der Toulouser Allee. Bisher gab es dort für die Fußgänger eine Anforderungsampel, die auch recht schnell reagierte, wenn man es denn eilig hatte. Die ist nun ersetzt durch eine "normale" Ampel, da ein paar Meter weiter an der Einmündung der Toulouser Allee/Münsterstraße wegen der Abbieger eine weitere Ampel neu installiert wurde - was ja auch Sinn macht. Entfernung der beiden Ampelanlagen geschätzte 30 Meter. Mehrfach kam eine Straßenbahn in Doppeltraktion von der Heinrichstraße Richtung Innenstadt, die dann an der Ampel Toulouser Allee halten musste, und die gesamte Brücke einschließlich der neuen (alten) Fußgängerampel blockierte. Dann sieht man noch nicht einmal, welcher Bus evtl. neben (=hinter) der Straßenbahn anhält (bisher konnte man dem Busfahrer ein Zeichen geben, der dann auch oft gnädigerweise wartete).
    Das wäre alles kein Problem, wenn die Deutsche Bahn den Aufzug vom Bahnsteig mal ans Laufen bekommen würde. :nono: Der funktioniert gefühlte 20 Tage im Jahr. Wenn ich den benutzen könnte, wäre ich ja auf der richtigen Straßenseite... :)
    Will sagen: da ist sicher noch Nachholbedarf im Detail, aber es fehlen momentan die Erfahrungswerte, sei es durch Beschwerden verärgerter ÖPNV-Kunden bzw. der Anwohner, die demnächst dort ihre Wohnungen beziehen werden und eben doch auf den ÖPNV angewiesen sind - aus welchen Gründen auch immer.

    Ich als Nicht-Hamburger, ein Kind des Ruhrgebiets, möchte mich kurz in die Diskussion - die ja auch die aktuellen Schlagzeilen z.B. bei spiegel online beherrscht - einbringen.

    Herzog und De Meuron - da habe ich nicht wirklich eine positive Meinung. Natürlich versucht sich De Meuron zu verteidigen. Aber die Elbphilharmonie ist ja nicht das einzige "Leuchtturmprojekt" besagter Architekten, dass aktuell gehörig in die Hose geht. Die Küppersmühle in Duisburg - deren Entwurf ich nicht mal schön finde - wird auch ein Millionengrab: Fehlplanungen, Probleme mit der Statik, Pfusch am Bau, Kostensteigerungen, etc. Momentan Baustopp und niemand weiß, wie es weitergeht. Wen es interessiert, der kann gerne unter dem Duisburger Thread weiterlesen.

    Mir ist schleierhaft, wie die öffentliche Hand bzw. deren beauftragte Juroren an diese Architekten überhaupt noch Aufträge vergeben können - gerade in Zeiten knapper Kassen.

    Wie es anders gehen kann, wenn private Investoren am Werk sind, zeigt ein schönes Beispiel aus meiner Heimtstadt Essen: Unser altehrwürdiges - in einem hässlichen Neubau der 80er Jahre residierendes - Folkwang-Museum hatte Renovierungs- und Investitionsbedarf. Geschätzte Kosten für die Kommune 13 Mio. Euro. Klamme Kassen, nicht zu finanzieren. Die Krupp-Stiftung sprang ein und spendete für 51 Mio. Euro einen Neubau: Abriss der alten Gebäude, Neubau des von David Chipperfield wirklich fantastisch geplanten Neubaus (für alle Architektur-Fans durchaus mal einen Abstecher wert!) einschließlich eines fixen Eröffnungstermins: Januar 2010 zum Beginn des Kulturhaupstadtjahrs.

    Und siehe da: Es wurde termingerecht fertig und hat keinen Cent mehr gekostet. Punkt. Was nicht heißt, dass auch hierzulande an kommunalen Planungen einiges schief geht...

    Ich drücke euch Hamburgern trotzdem die Daumen!

    Aufpasser
    Ohne jetzt der Erbsenzählerei anheim zu fallen: das "Quartier Kreuzeskirche", dass im Übrigen in einem anderen Thread behandelt wird, umfaßt lediglich die direkte Umgebung der Kreuzeskirche, also die Fläche, die von I. Weberstraße, Kastanienallee, Rottstraße und Kreuzeskirchstraße definiert wird. Ein Blick auf den Stadtplan lässt erkennen, das ca. 50% dieses Areals mit besagtem Parkhaus überbaut ist. Von daher ist meine Aussage, dass der Aufschub des Kreuzeskirchprojektes (=Quartier Kreuzeskirche, siehe anderer Thread), keinen Beinbruch darstellt, da es für die gesamte Nordstadt allenfalls - anders als das von Ihnen so geliebte Univiertel - eine Art Strohfeuer entfacht hätte. Gleichwohl wünsche ich mir natürlich, dass sich dort in absehbarer Zeit etwas tut.
    Wie die lokale Presse das Kreuzeskirchviertel in seiner Ausdehnung definiert, interessiert mich da nur am Rande, zumal das auch nicht Gegenstand der Diskussion ist und war.
    Ansonsten stimme ich meinem Vorredner zu: Sie haben Ihren Standpunkt mehrfach vertreten und wir alle haben ihn zur Kenntnis genommen. Nur eines müssen Sie mir erklären: wie kommt es, dass Sie neue Entwicklungen, die durchaus positiv verlaufen können, so verteufeln und nicht müde werden, ihre Meinung litaneiartig wiederzugeben? Ich bitte um Aufklärung... :)

    Ich persönlich halte den Ball flach. Die Unkerei bezgl. des Nordviertels mag ein Stück weit berechtigt sein, aber ohne die aktuellen Planungen wäre es dort ja noch öder - so öde, wie wir es jahrzehntelang mit ansehen durften. Eine jährlich stattfindende Kirmes auf einem Areal, dessen Anblick eher an die Peripherie von Ankara erinnerte, möchte doch nun wirklich niemand mehr haben. Warten wir ab, wie es sich entwickelt. Möglicherweise wird das Viertel zu einem "Taubenschlag", in dem sich Dozenten der Uni die Klinken in die Hand geben werden - wäre das das Schlechteste?
    Dass das Kreuzeskirchprojekt vorerst gescheitert ist, ist bedauerlich, aber auch kein Beinbruch. Stadtplanerisch handelt es sich um ein winzig kleines Areal, dessen durchaus notwendige Sanierung allein den Norden der Essener City auch nicht aufgewertet hätte. Da finde ich das Univiertel wirklich spannender und lohnenswerter, und es bleibt abzuwarten, was sich da noch entwickelt. Stadtplanerisch ist das ein großer und vor allem mutiger Entwurf. Was mich persönlich wurmt, ist, dass die Sanierung der Kreuzeskirche jetzt wieder auf wackligen Füßen steht - aber das sei nur am Rande bemerkt.
    Und noch eine Bemerkung aus Sicht eines Düsseldorf-Pendlers: Die Umwandlung des Güterbahnhofs Derendorf in Düsseldorf (hochtrabend: Quartier Central - kann der Rheinländer zwar nicht aussprechen, aber egal...) hat auch nicht mehr Charme wie das Univiertel: es liegt an einer 6-gleisigen Eisenbahnmagistrale und den Blick auf den Puff gibts zumindest aus den oberen Stockwerken ebenfalls gratis dazu. Und auch dort reißen sich die Leute um die Wohnungen... und gleich gegenüber von Conrad in der Oststraße gibt es ein Parkhaus, das dem in der Essener Nordstadt an architektonischer Raffinesse und Tristesse in nichts nachsteht... ;)

    Neubau Kampmannbrücke [Planung]

    Wie derwesten.de berichtet soll der Rat der Stadt Essen Ende November nach vier Jahren Planung den Neubau der Kampmannbrücke zwischen Kupferdreh und Heisingen beschließen. Da der Verkehr über die Brücke seit Jahren nur noch einspurig möglich ist und das hochwassergefährdete Bauwerk - seinerzeit als "Dauerbehelfsbrücke" geplant - in seiner Bausubstanz nicht zu erhalten ist, plant man eine Hängebrücke, die deutlich höher über dem Normalpegel der Ruhr liegt als das bisherige Bauwerk und damit einen Schiffsverkehr jenseits des Baldeneysees in Richtung Überruhr und Steele ermöglicht.
    Das 11,5 Mio. € teure Bauwerk soll eine zweispurige Fahrbahn und einen kombinierten Rad-Gehweg erhalten. Die Fertigstellung ist für 2015 geplant, falls die Verhandlungen über den Ankauf privater Grundstücke zügig verlaufen und kein Planfeststellungsverfahren notwendig sein sollte.
    Da die neue Brücke zwei Naturschutzgebiete an den Ufern tangiert, müssen die Stadtwerke aus Umwelt- und Naturschutzgründen als Vorleistung eine Wasser- und eine Gasleitung durch eine 300m lange Betonröhre verlegen, die unter der Ruhr vorangetrieben wird. Damit könnte 2012 begonnen werden, 2013 erfolgt dann der Abriss der alten Brücke, die dem Neubau weichen muss. Das bedeutet, dass es ca. zwei Jahre lang keine direkte Verbindung über die Ruhr zwischen Kupferdreh und Heisingen geben wird.
    Weitere Informationen bekommt man über das Ratsinformationssystem RIS der Stadt Essen, als Suchbegriff "Kampmannbrücke" eingeben.
    Laut derwesten.de verteilen sich die Kosten wie folgt: 6,5 Mio. € Bund und Land, 1 Mio. € Stadtwerke Essen, 4 Mio. € Stadt Essen.

    Das Duisburg in der Tat eine in Teilen erhaltene Stadtmauer hat, wusste ich - als Essener - bis dato auch nicht. Die Bilder sind durchaus sehenswert, und die Mauer sicher auch! Werde demnächste mal einen Besuch in Duisburg einplanen.

    Aber nun zu dem von Hancock verlinkten Artikel: Ich beobachte seit einiger Zeit, dass die Projekte, die Herzog und de Meuron entworfen und geplant haben, nicht im Ansatz den vorgegebene Kostenrahmen einhalten. Was in Hamburg stattfindet, spottet wirklich jeder Beschreibung. Und auch ohne den Baupfusch an der Küppersmühle, wofür die Architekten nun wirklich nichts können, wurde der Kostenrahmen ja auch überschritten. Mich beeindruckt die Ahnungslosigkeit - oder Dickfelligkeit? - des Sprechers des Architektenbüros.

    Ich verstehe nicht, wie die öffentliche Hand - und damit wir alle - überhaupt noch Aufträge an diese Architekten vergeben kann, deren Entwürfe ich noch nicht einmal schön finde. Die Elbphilharmonie geht ja gerade noch, aber der Schuhkarton auf der Küppersmühle? Für mich ein gestalterisches Desaster, zumal er auch noch - wie im verlinkten Artikel erwähnt - als Dauerwerbefläche missbraucht werden sollte.

    Ich habe heute Abend das Terrain erkundet: die Baugrube ist großflächig überdacht und - soweit man sehen konnte, da der Bauzaun jetzt anders steht - sehr viel tiefer ausgehoben. Meiner Meinung nach sind noch immer die Archäologen am Zug, die sich in die Tiefen buddeln. Dafür spricht, dass dort einige Container mit Aushub stehen, deren Inhalt fein säuberlich gesiebt aussieht. Es bleibt spannend!